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Veröffentlicht am 02.02.2026

Geheimnisvoll und Atmosphärisch

Schatten der Gondeln
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Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, ...

Venedig 1899. Der Schriftsteller Evelyn Dolman (ja, Evelyn gilt auch als Männernamen) heiratet Laura, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Er hofft das seine Frau ein beachtliches Vermögen erbt, und er ein bequemes Leben führen kann. Doch ein Zerwürfniss zwischen seiner Frau und ihres Vaters,kurz vor seinem Tod führt zur Enterbung und zur Enttäuschung Evelyns.
Das unglückliche Paar fährt nach Venedig, um im Palazzo Dioscuri das neue Jahr, und neue Jahrhunder zu feiern. Doch von der ersten Minute an häufen sich unerklärlichen und auch unheimliche Ereignisse. Bei Evelyn liegen die Nerven blank, und er hat das Gefühl, das er den Verstand verliert. Und dann verschwindet auch noch seine Frau.

John Banvilles Roman könnte auch als Krimi oder sogar als Thriller bezeichnet werden. Die Atmosphäre in Venedig erinnert mich an Werke von Franz Kafka. Evelyn ist kafkaese Situation ausgeliefert, die er nicht durchschauen kann, und nicht den Grund hierzu erkennt. Sie sind absurd, unheimlich, surreal, bedrohlich, unerklärlich und beklemmend.
Banville läßt Evelyn die Geschichte in Ichform erzählen. Schon am Anfang erzählt er, daß es nicht gut ausgeht und auch nicht jeder das Ende erreicht.

Mir gefiel besonders die Beschreibung Venedigs. Die engen Gassen die vielen Brücken, und der Nebel, der alles noch unheimlicher macht.
Banvilles Schreibstiel ist anspruchsvoll und atmosphärisch. Die Charaktere, besonders der von Evelyn, sind geheimnisvoll und facettenreich.
Mir hat das Buch von der ersten Seite sehr gut gefallen, und ich konnte es nicht aus der Hand legen.
Die Handlung war spannend und rätselhaft, und ich kann es sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Der 30jährige Krieg erwacht.

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
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Herbst 1618, der 30jährige Krieg erwacht. Jacob Wolffen aus dem Bistum Würzburg möchte Priester werden. Doch nach einem brutalen Überfall auf seine Familie, bei der alle Angehörigen getötet wurden, verschleppen ...

Herbst 1618, der 30jährige Krieg erwacht. Jacob Wolffen aus dem Bistum Würzburg möchte Priester werden. Doch nach einem brutalen Überfall auf seine Familie, bei der alle Angehörigen getötet wurden, verschleppen Soldate ihn nach Böhmen. Hier wird er in der Armee des gefürchteten General Mansfeld, zum Schanzdienst gezwungen. Durch einige Anzeichen erkennt er seine göttliche Bestimmung. Rache an Leutnant Heinrich von Hohenfels und seinen Schergen. Die Aufgabe scheint unlösbare zu sein, doch da trifft er Anna Dillenberger, eine starke Verbündete. Doch auch sie hat ein dunkles Geheimnis. Und beide stellen sich die Frage: Dürfen sie eine Todsünde begehen , um finstere Mächte zu bezwingen.

Matthias Soeder beschreibt in Teil 1 seines historischen Romans, die ganze Grausamkeit des 30jährige Krieges. In dem das Leben jedes einzelnen, nichts Wert war. Der Kaiser und die Generäle entschieden, wer leben durfte und wer sterben musste. Ob Soldaten, Bauern Dorfvolk oder Stadtmenschen, alle waren der Grausamkeit ausgeliefert.

Jacob und Anna sind fiktive Personen, in einer authentischen Geschichte, mit historischen Persönlichkeiten. Jacobs Entwicklung vom Priesteranwärter zum Meuschelmörder, ist sehr gut dargestellt und macht ihn zur Hauptfigur. Seine Zweifel an der Tat und sein göttlicher Auftrag, bringen nicht nur ihn, auch den Leser an den Gedanken der Barmherzigkeit. Auch das Thema Hexenverfolgung bereichern die Story.

Verwandlung ist ein perfekter Anfang für weitere Bänder Tinte und Schwert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, der Schreibstiel ist flüssig, die Charaktere sind authentisch, und ich bin gespannt auf Band 2.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Blick in die Zukuft

Tree-Drop
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Wir alle sind abhängig von der Technik. Vielen ist es gar nicht bewusst, dass es auch ohne möglich ist. Hier setzt das Buch an.

An einem Montagmorgen erscheint auf sämtlichen Bildschirmen der Welt ein ...

Wir alle sind abhängig von der Technik. Vielen ist es gar nicht bewusst, dass es auch ohne möglich ist. Hier setzt das Buch an.

An einem Montagmorgen erscheint auf sämtlichen Bildschirmen der Welt ein kahler aschgrauer Baum, und blockiert diese vollständig. Und das führt sich fort, täglich um die gleiche Zeit, für 60 Minuten. Die digitale Welt steht still. Doch nach einiger Zeit verändert sich der Baum. Er bekommt grüne Blätter. Die Geräte werden eigenwilliger, und es zeichnet sich eine Absicht ab.

Leser wie ich, die in einer Zeit ohne PC, Smartphone, Tablett und E-Book aufgewachsen sind, erinnern sich noch an diese Zeit. Nik Herriegel beschreibt hier eine Zukunftsvision voller Ironie. Leicht und einfühlsam erzählt er, in einem flüssigen Schreibstiel, eine Geschichte die nachdenklich macht und dazu aufruft, sein Verhalten zu überdenken. Die Charaktere sind authentisch und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Friedlich und ohne sich in technische Details zu verlieren, richtet sich das Buch an Leser/innen, die sich eine andere Zukunft wünschen. Der friedliche Weg in eine paradiesische Zukuft könnte sein. Doch der Weg ist weit.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war ein Leseerlebnis, mit einem überraschenden Ende.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Hight Fantasy Saga

Die Chroniken von Wetherid II
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Während Meister Drobal und seine Gefährten weiter ziehen, um die sieben Artefakte zu finden, formiert sich in Fallgar eine Allianz der dunklen Völker. Grauzwerge, Oger, Untote und Nebelelfen rüsten zu ...

Während Meister Drobal und seine Gefährten weiter ziehen, um die sieben Artefakte zu finden, formiert sich in Fallgar eine Allianz der dunklen Völker. Grauzwerge, Oger, Untote und Nebelelfen rüsten zu einem Krieg, dessen Ausgang die Welt verändern wird. Der Dämon Xaroth gewinnt an Macht, und Gorzod Grauschwinge, sein Diener reißt nach Fallgar um die Allianz zu schmieden. Die Gefährten erreichen ein Ort, von dem nicht alle zurückkehren werden.

Band 2 der High-Fantasy Saga nimmt die Spannung mit aus Band 1und fesselt sofort den Leser an das Buch von Christiane Dölder. Gleich zu Beginn lernen wir das Volk der Echsen kennen. Überhaupt zeigt diese Ausgabe die einzelnen Länder und Völker, zum besseren Verständnis. Ob in Kajir die Echsen, in Marnog Jar die Stadt der Nebelelfen, im dunklen Wald bei den Druiden und Waldläufer, in der Ruine Zantranos bei den Untoten, oder in den Bergwerken von Ingar, bei den Grauzwergen, überall zeigt das Buch seine Stärken. Seine bildgewaltige Sprache, seine spannende Schreibweise, seine außergewöhnliche Figuren, die WETHERID II zu einer Saga machen, die man lesen sollte.

Ich habe Band 1 und 2 gelesen, und erwarte durch einen Cliffhanger am Schluß, Teil 3 dieser High-Fantasy-Saga, den ich natürlich auch lesen werde.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Bowie und ich

Spaceboy
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Frank Schätzing beschreibt sein Leben, kombiniert mit der Biographie David Bowies. Es ist die Geschichte einer nie endenden Faszination. Das Buch erzählt von zwei Kreativen mit der Fähigkeit, sich immer ...

Frank Schätzing beschreibt sein Leben, kombiniert mit der Biographie David Bowies. Es ist die Geschichte einer nie endenden Faszination. Das Buch erzählt von zwei Kreativen mit der Fähigkeit, sich immer neu zu erfinden.

Ein Popstar aus England verändert das Leben eines Kölner Teenager. Zu Hause hört man Schlager. Heintje - Heidschi Bumbeidschi. Heino - Schwarzbraun ist die Haselnuss. Alles Lieder die den jungen Frank zum Kopfschütteln bringen. Doch dann hört er im Musikunterricht, "Space Oddity" von Bowie, und sein Leben wird anders. Ab hier gehört er zu den coolen Jungs. Er versteht, daß Kunst Authentisch sein muss. Bowie zeigt, das man alles sein kann, Geschichten erzählen, ohne sich festzulegen. Musik, Literatur, Film, alles ist möglich. Dies beeinflusst Schätzings Leben bis heute.

Space Boy beschreibt das Leben des Ausnahmekünstlers David Bowie mit den sehr persönlichen Erinnerungen Frank Schätzings. Es hat seine eigene Magie. Der Schreibstiel ist flüssig. Der Leser erfährt sehr viel über Beide. Es bringt ihn auch zum Lachen, aber macht auch traurig am Ende. Es ist ein Muß für Bowie/Schätzing Fans. Aber ich kann es auch allen Anderen sehr empfehlen.

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