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Veröffentlicht am 26.01.2026

Viel Kulisse, wenig Tiefe

Heaven's Gate
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Auf der philippinischen Insel Surogao wird ein grausamer Mord entdeckt, der das scheinbare Surferparadies erschüttert. Der ehemalige deutsche Profisurfer Caruso, der inzwischen ein zurückgezogenes Leben ...

Auf der philippinischen Insel Surogao wird ein grausamer Mord entdeckt, der das scheinbare Surferparadies erschüttert. Der ehemalige deutsche Profisurfer Caruso, der inzwischen ein zurückgezogenes Leben führt, wird widerwillig in die Ermittlungen hineingezogen.

"Heaven's Gate" ist der Reihenauftakt rund um den Surfer Caruso auf der Insel Surogao.

Die Grundidee hat mich anfangs sehr fasziniert. Ein Krimi in exotischer Kulisse, fernab der üblichen Großstadt-Settings, dazu ein Protagonist, der nicht dem klassischen Kommissarentyp entspricht. Das klang nach einer erfrischenden Abwechslung. Leider konnte das Buch diese Erwartungen nur teilweise erfüllen. Zwar ist das Setting atmosphärisch und bietet grundsätzlich viel Potenzial, doch bleibt die Insel letztlich eher Kulisse als ein lebendiger Schauplatz. Mir fehlte das Gefühl, wirklich in diese Welt einzutauchen. Viele Orte werden beschrieben, aber sie bleiben seltsam leblos, ähnlich wie die meisten Figuren.

Gerade die Charaktere sind für mich die größte Schwäche des Buchs. Sie bleiben über weite Strecken distanziert und blass, echte Tiefe oder Entwicklung ist kaum spürbar. Besonders Caruso selbst wirkt eher wie eine Ansammlung bekannter Krimi-Klischees, der trinkende Einzelgänger, ständig umgeben von Frauen, innerlich zerrissen, aber ohne dass man ihm wirklich nahekommt. Statt einer komplexen Figur bekommt man ein vertrautes Hardboiled-Profil, das wenig Überraschendes bietet.

Auch die Handlung hat mich nicht vollständig überzeugt. An vielen Stellen fehlt mir die innere Logik, einige Wendungen wirken konstruiert oder unnötig zugespitzt. Ich hatte öfter das Gefühl, dass Ereignisse passieren, weil sie passieren müssen und nicht, weil sie sich aus der Geschichte ergeben. Das nimmt der Spannung leider so einiges. Hinzu kommt die teilweise sehr explizite Brutalität. Gewalt ist im Genre nichts Ungewöhnliches, hier wird sie jedoch stellenweise so drastisch eingesetzt, dass sie eher abschreckt als unterstützend zu wirken.

Fazit: Das Buch hat mich im Nachhinein enttäuscht und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, sehr schade.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Atmosphäre statt Nervenkitzel

Vor der Küste Alaskas
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Kate Shugak heuert verdeckt als Krabbenfischerin auf einem Schiff im tödlich kalten Beringmeer an, um das Verschwinden zweier junger Seemänner aufzuklären, die dort vor sechs Monaten spurlos verschwanden. ...

Kate Shugak heuert verdeckt als Krabbenfischerin auf einem Schiff im tödlich kalten Beringmeer an, um das Verschwinden zweier junger Seemänner aufzuklären, die dort vor sechs Monaten spurlos verschwanden. Gemeinsam mit Jack Morgan geht sie der Sache auf den Grund.

Kate Shugak ermittelt bereits in ihrem dritten Fall für die Staatsanwaltschaft in Anchorage, an ihrer Seite Jack Morgan.

Ich hatte mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen, vor allem wegen des außergewöhnlichen Settings. Ein Krimi auf einem Krabbenfischerboot im eisigen Beringmeer klingt eigentlich nach Spannung, Gefahr und intensiver Atmosphäre. Leider konnte mich der Kriminalroman insgesamt nur bedingt überzeugen.

Der Einstieg war für mich sehr langatmig. Es dauert gefühlt ewig, bis die eigentliche Handlung in Gang kommt. Statt Spannung gibt es viele detaillierte Beschreibungen des Arbeitsalltags an Bord, technische Abläufe und Umweltbeobachtungen. Das ist zwar realistisch und sicher gut recherchiert, hat mich aber eher ermüdet als gefesselt. Auch später wurde es für mich nicht wirklich spannend. Der Kriminalfall plätschert eher vor sich hin und entwickelt kaum Dramatik. Es fehlten mir überraschende Wendungen, emotionale Höhepunkte oder ein Gefühl von echter Gefahr. Selbst die eigentlich bedrohliche Situation auf See konnte bei mir keinen Nervenkitzel auslösen.

Die Hauptfigur Kate Shugak ist grundsätzlich sympathisch und ich empfinde sie auch als etwas lockerer und umgänglicher im Vergleich zu den bisherigen Teilen. Genau in diesen waren die Szenen mit ihrer Wolfshündin Mutt immer sehr bewegend und teilweise auch sehr unterhaltsam, doch leider gab es dieses Mal davon keine einzige. Was mir sehr gut gefallen hat, waren dagegen die Beschreibungen der Natur in Alaska. Ausserdem hat man wieder viel über die Geschichte Alaskas erfahren.

Fazit: Unterm Strich ist "Vor der Küste Alaskas" für mich ein durchschnittlicher Krimi mit interessantem Schauplatz, aber für mich war es der bisher schwächste Teil aus dieser Reihe. Aber ich bleibe dran, denn ich mag Kate, Jack und Mutt und werde ihre Abenteuer weiterhin verfolgen.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Schnell gekocht und alltagstauglich, inhaltlich jedoch bekannt

Keine Zeit? Kein Problem!
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Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und war neugierig darauf, neue Inspiration für eine gesunde Küche im stressigen Alltag zu bekommen. Genau das liefert das Buch auch. Die Rezepte sind durchweg lecker, ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und war neugierig darauf, neue Inspiration für eine gesunde Küche im stressigen Alltag zu bekommen. Genau das liefert das Buch auch. Die Rezepte sind durchweg lecker, unkompliziert und alltagstauglich. Die Zutaten sind gut erhältlich und die Zubereitung ist so gehalten, dass man sie auch nach einem langen Arbeitstag noch motiviert umsetzen kann.

Besonders gut gefällt mir, dass man nicht stundenlang in der Küche stehen muss, um etwas Gesundes auf den Tisch zu bringen. Einige Rezepte sprechen mich sehr an, und ich bin mir sicher, dass ich mehrere davon regelmäßig ausprobieren und in meinen Alltag integrieren werde. Die Aufmachung ist übersichtlich, verständlich erklärt und insgesamt angenehm zu lesen.

Inhaltlich hat mich das Buch jedoch weniger überrascht. Wer sich bereits mit gesunder Ernährung beschäftigt hat, findet hier kaum neue Erkenntnisse oder innovative Ansätze. Viele Tipps und Grundlagen sind bekannt und wiederholen Altbewährtes. Das ist zwar nicht schlecht, sorgt aber dafür, dass der inhaltliche Mehrwert begrenzt bleibt.

Fazit: Alles in allem ist "Keine Zeit? Kein Problem!" ein solides Kochbuch mit praktischen, schnellen und schmackhaften Rezepten, das besonders für Einsteiger oder Menschen mit wenig Zeit geeignet ist. Wer jedoch auf der Suche nach neuen, tiefgehenden Ernährungsimpulsen ist, wird eher enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Hat mich nicht überzeugt

Die Gemüsebäckerei
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Ich war mich sehr gespannt auf "Die Gemüsebäckerei", weil ich ungewöhnliche, gesunde Backideen liebe und es spannend finde, Gemüse in Brot, Brötchen oder Kuchen zu integrieren. Die Fotos im Buch sind schön ...

Ich war mich sehr gespannt auf "Die Gemüsebäckerei", weil ich ungewöhnliche, gesunde Backideen liebe und es spannend finde, Gemüse in Brot, Brötchen oder Kuchen zu integrieren. Die Fotos im Buch sind schön und farbenfroh, und einige Rezepte klingen wirklich verlockend. Auf den ersten Blick wirkt das Buch wie eine tolle Inspiration für alle, die beim Backen gesünder und kreativer sein möchten.

Leider hat mich das Buch beim Nachbacken enttäuscht. Viele Angaben in den Rezepten sind ungenau oder schlicht fehlerhaft. Mal stimmt die Menge einer Zutat nicht, mal ist die Backzeit unrealistisch oder die Anleitung unklar. Ich habe oft das Gefühl gehabt, improvisieren zu müssen, um überhaupt ein essbares Ergebnis zu bekommen. Für jemanden, der sich auf präzise Rezepte verlässt, kann das frustrierend sein.

Trotzdem gibt es Lichtblicke, einige Rezepte sind interessant und überraschend lecker, und die Kombinationen aus Gemüse und Süßem oder Herzhaftem regen definitiv zum Experimentieren an. Ich habe ein paar Gerichte gefunden, die gelungen sind und die ich sicher wieder machen werde.

Fszit: Insgesamt ist "Die Gemüsebäckerei" für mich ein Buch mit guten Ideen, das aber in der Umsetzung Schwächen zeigt. Es ist inspirierend, aber man muss bereit sein, eigene Anpassungen vorzunehmen und ein wenig Geduld mitzubringen.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Ein holpriger Auftakt

Die Zahl
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Chefinspektor Otto Morell wird mit einem brutalen Mordfall konfrontiert, obwohl er sich eigentlich von solchen Verbrechen zurückziehen wollte. Bald zeigt sich, dass hinter der Tat ein rätselhaftes Muster ...

Chefinspektor Otto Morell wird mit einem brutalen Mordfall konfrontiert, obwohl er sich eigentlich von solchen Verbrechen zurückziehen wollte. Bald zeigt sich, dass hinter der Tat ein rätselhaftes Muster steckt, das sich durch weitere Verbrechen fortsetzt. Gemeinsam mit seinem Team versucht er, die Bedeutung der mysteriösen Zahl zu entschlüsseln, bevor es zu weiteren Morden kommt.

Dies ist der Auftakt zu der Reihe rund um Chefinspektor Otto Morell, der im österreichischen Landau ermittelt.

"Die Zahl" ist das Debüt von Daniela Larcher und der erste Band ihrer Reihe um Chefinspektor Otto Morell. Leider konnte mich dieser Auftakt nur bedingt überzeugen. Im Vergleich zu ihrer späteren Reihe rund um August Emmerich unter dem Namen Alex Beer wirkt dieses Buch deutlich unausgereifter und schwächer, in der Figurenzeichnung als auch im Erzählfluss. Auffällig sind die vielen Wiederholungen, die den Lesefluss immer wieder bremsen. Man merkt, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt, dem noch die Souveränität späterer Werke fehlt. Die Geschichte selbst bietet zwar einen brutalen Kriminalfall, schafft es aber nicht immer, Spannung konsequent aufzubauen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, was vermutlich literarisch wirken sollte, allerdings empfand ich es eher als unnötig und ablenkend.

Chefinspektor Otto Morell steht klar im Mittelpunkt. Er wird als sympathischer, herzensguter Mensch dargestellt, mit einer Vorliebe für gutes Essen und einem grünen Daumen. Eigentlich wollte er mit derart brutalen Fällen nichts mehr zu tun haben. Es fiel mir schwer zu glauben, dass dieser Mann früher in Wien ein großer Kriminalhauptkommissar gewesen sein soll. Dafür wirkt er oft unsicher und beinahe wie ein Anfänger. Teilweise hatte sein Assistent Bender den besseren Überblick, was Morells angebliche Erfahrung zusätzlich infrage stellt. Mit Nina Capelli bin ich leider gar nicht warm geworden. Sie wirkt häufig respektlos und ihr Verhalten reduziert sich oft auf eine klischeehafte Männerjagd. Das machte sie für mich eher unsympathisch als interessant. Leander Lorentz hinterließ ebenfalls keinen positiven Eindruck. Er mischt sich ungefragt in die Ermittlungen ein und tritt dabei arrogant, aufschneiderisch und besserwisserisch auf. Das sind alles Eigenschaften, die ihn eher nervig als spannend machen.

Insgesamt bilden Morell, Capelli und Lorentz ein sehr eigenartiges Trio. Allerdings nicht im Sinne von witzig oder charmant, sondern eher befremdlich und unausgewogen. Die Dynamik zwischen den Figuren konnte mich nicht überzeugen.

Fazit: "Die Zahl" zeigt erste Ansätze und Ideen, bleibt aber insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken teilweise unausgereift, die Handlung leidet unter Wiederholungen. Wer Daniela Larchers spätere Werke kennt, wird hier deutlich merken, wie sehr sich die Autorin im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Ob ich die anderen drei Fälle lesen werde, weiß ich noch nicht.

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