Eine Geschichte, die berührt
Die PapierschöpferinDer Roman führt in das 15. Jahrhundert nach Norditalien, in eine Zeit, in der das Leben noch stark von harter Arbeit und eigenen Entscheidungen bestimmt wird. Eine junge Frau steht plötzlich allein da ...
Der Roman führt in das 15. Jahrhundert nach Norditalien, in eine Zeit, in der das Leben noch stark von harter Arbeit und eigenen Entscheidungen bestimmt wird. Eine junge Frau steht plötzlich allein da und muss Entscheidungen treffen, für die andere ein ganzes Leben Zeit haben. Von diesem Moment an entwickelt sich eine ruhige, klare Geschichte. Sie kommt ohne große Dramatik aus und zeigt, was es heißt, Verantwortung zu tragen und Entscheidungen nicht aus dem Weg zu gehen.
Der Alltag in der Papiermühle am Gardasee wird nachvollziehbar und unaufgeregt geschildert. Die Arbeit, das Wasser, das Holz und das Papier gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte. Das Wissen über die Papierherstellung fließt ruhig in die Handlung mit ein. Alles fühlt sich stimmig an und gibt der Handlung Tiefe.
Sofia wird als starke, aber zurückhaltende Figur gezeigt. Ihre Kraft liegt im Durchhalten und im Weitermachen, auch wenn die Widerstände wachsen. Die Konflikte entstehen aus Neid, Macht und alten Abhängigkeiten.
Auch die Liebesgeschichte bleibt im Hintergrund. Sie entwickelt sich langsam und vorsichtig und passt gut in die Zeit und die Situation der Figuren. Die Wege nach Augsburg und Venedig erweitern die Geschichte. Der aufkommende Buchdruck wird spürbar als Veränderung, die vieles in Bewegung bringt.
Der Roman lebt von seiner ruhigen Art. Stattdessen entsteht ein gleichmäßiger und angenehmer Lesefluss.
Am Ende bleibt der Eindruck eines sorgfältig erzählten historischen Romans, der Wissen, Gefühl und Handlung gut miteinander verbindet. Eine eindrucksvolle Geschichte.
Ein Buch für alle, die gern in eine andere Zeit eintauchen und dabei eine ruhige, glaubwürdige Geschichte erleben möchten. 5 Sterne.