Wer Teil 1 mochte, wird hier auch wieder glücklich werden. Solide Fortsetzung, die ich spannend und leicht zu lesen fand. Beim ersten Teil war denke ich die Sprache einfach noch neuer und deshalb für mich ...
Wer Teil 1 mochte, wird hier auch wieder glücklich werden. Solide Fortsetzung, die ich spannend und leicht zu lesen fand. Beim ersten Teil war denke ich die Sprache einfach noch neuer und deshalb für mich begeisternder, aber der Autor hat das alles schlüssig und unterhaltsam fortgesetzt. Richtig tolle Lektüre für einen Sofatag.
Der Roman ist wirklich eine tolle Winter-/Weihnachtslektüre, die sich super flüssig lesen lässt. Die beiden Autorinnen haben es geschafft, die Atmosphäre richtig greifbar abzubilden und um eine humorvolle ...
Der Roman ist wirklich eine tolle Winter-/Weihnachtslektüre, die sich super flüssig lesen lässt. Die beiden Autorinnen haben es geschafft, die Atmosphäre richtig greifbar abzubilden und um eine humorvolle Komponente zu ergänzen. Die Dynamik von Grinch vs. Weihnachtsultras fand ich äußerst unterhaltsam.
Ich hatte meine üblichen Probleme mit so manchen stereotypen Beschreibungen. Zum einen der Casanova, der natürlich unwiderstehlich sexy aussieht und dem quasi jede Frau verfällt. Und zum anderen dann die zarte, gut duftende, niedliche und liebe Protagonistin. Trotzdem muss ich auch sagen, dass das Autorinnenduo es geschafft hat, die Stereotype zumindest an der ein oder anderen Stelle aufzubrechen.
Den Roadtrip mit all seinen Spannungen und humorvollen Szenen fand ich super. Nick als Zwillingsbruder des Protagonisten Tristan und bester Freund von Sam hat die Dynamik wirklich sehr gut ergänzt. Nach der Fahrt wurde es mir mit der Nebenhandlung zur Matriarchin der reichen Sterling-Familie ehrlich gesagt etwas zu schnell zu wild.
Ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch und empfehle es für diese spezielle Jahreszeit auf jeden Fall, wenn ihr etwas überbordendes Drama und bestimmte Klischees nicht schlimm findet.
Kurzgeschichtensammlungen gehen naturgemäß damit einher, dass manche Geschichten besser zum eigenen Geschmack passen als andere. Hier fand ich wirklich 3/5 richtig gut und war lediglich von einer Geschichte ...
Kurzgeschichtensammlungen gehen naturgemäß damit einher, dass manche Geschichten besser zum eigenen Geschmack passen als andere. Hier fand ich wirklich 3/5 richtig gut und war lediglich von einer Geschichte so gar nicht angetan.
Meine Favoriten waren die Geschichten von Regina Meissner und Fam Schaper, die ich mir als Autorinnen nun merken werde. Auch Asuka Lionera hat hier einen wunderbaren Beitrag geliefert. Diese drei Geschichten hatten für die Kürze eine bemerkenswerte Tiefe, die Figuren waren vielschichtig und die Fantasyelemente ausgereift. Dass auf 100 Seiten natürlich keine komplexe Welt aufgebaut werden kann, versteht sich von selbst. Ich nehme das aber gern in Kauf, da ich dafür eine Geschichte gut am Stück lesen und in ihr abtauchen konnte.
Bei Kira Licht mochte ich den Schreibstil zwar auch, allerdings kam mir hier der Fantasyaspekt zu kurz, weil es außer dem reinen Vampir-Dasein kaum einen Unterschied zur menschlichen Welt gab. Auch war mir die Protagonistin schlicht zu kindlich für ihr Alter. So gar nicht warm geworden bin ich mit Magdalena Gammels Hexen-Dämonen-Geschichte. Da sie auf eine Dilogie folgt, die ich nicht kenne, habe ich lange Probleme gehabt beim Einfinden in die Handlung. Und abgesehen davon war ich auch einfach kein Fan vom Setting.
Aber abschließend bin ich wirklich sehr positiv überrascht von dem Buch. Ich lese eher selten Fantasy/Romantasy und gerade auch für diese Personengruppe finde ich das Werk gut geeignet. Es kann kurz eingetaucht werden, ohne sich direkt auf eine Geschichte mit über 500 Seiten einlassen zu müssen. Gefreut hätte ich mich allerdings schon, wenn nicht alle Geschichten das gleiche Maß an Heteronormativität gezeigt hätten. Gerade in Sammlungen wie dieser wäre doch der Raum da für verschiedene Lebensrealitäten.
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich auf Kilroys Schreiben einzulassen. Denn sie wählt hier einen inneren Dialog, den die Protagonistin Soldier mit ihrem Sohn Sailor führt. Streckenweise war mir das ...
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich auf Kilroys Schreiben einzulassen. Denn sie wählt hier einen inneren Dialog, den die Protagonistin Soldier mit ihrem Sohn Sailor führt. Streckenweise war mir das auch zu monoton und langatmig, aber insgesamt ist es wirklich ein außerordentlich starkes Werk, das sich in seiner Ungeschöntheit deutlich abzuheben vermag.
Ich bin sehr glücklich kinderfrei, interessiere mich aber für die Lebensrealität von Eltern bzw. konkret Müttern. Es ist in einer progressiven Gesellschaft meiner Meinung nach auch unerlässlich, sich mit anderen Lebensrealitäten zu konfrontieren, um Vorurteilen sowie strukturellen Diskriminierungen entgegenwirken zu können. Kilroys Roman ist wirklich in weiten Teilen eine Tour de Force und ich wurde regelrecht eingesaugt.
Die Autorin schreibt so prägnant und detailliert, dass ich seitenweise richtig angespannt war, trifft aber dennoch einen ruhigen Ton. Aufgeregt habe ich mich dennoch, vor allem über den Mann der Protagonistin, und das ist sicherlich beabsichtigt. Das Stereotype daran kann natürlich kritisiert werden, aber ich sehe den Punkt nicht wirklich. Dass Care Arbeit „Frauenarbeit“ ist und Väter für jegliches Engagement bewundert werden, ist doch ein gesellschaftlicher Fakt. Dass es Ausnahmen gibt, bestätigt dennoch die Regel und deshalb braucht es diese literarischen Figuren auch, um strukturelle Kritik zu üben. Er hat mich wirklich zur Weißglut gebracht und ich habe vielmehr nicht verstanden, wie Soldier das trotz aller Wut überhaupt akzeptieren kann.
Neben Wut geht es generell viel um Emotionen und vor allem um ihre Vermischung. In und zwischen den Zeilen ist wirklich unglaublich viel greifbar: die emotionale Ambivalenz dem Kind gegenüber, die Erschöpfung, die schiere Verzweiflung, die Ratlosigkeit, das Gefühl fehlender Kompetenz, die Isolation und neben all dem die übermenschliche Liebe. Auch das Fehlen von Worten, um die eigenen Gedanken und Gefühle zu beschreiben, bildet die Autorin geschickt ab.
Ich bin extrem positiv überrascht, wie schnell sich das Buch lesen ließ, obwohl ich mit jeder Zeile glücklicher war über meine gewählte Kinderlosigkeit. Aber Kilroy macht mit ihrem dichten Schreiben auch Nicht-Eltern klar, wo Ungerechtigkeiten liegen und findet irgendwie verständliche Worte für eine eigentlich unbeschreibliche Lebensphase. Mir waren die poetischen, metaphernreichen Abschnitte dennoch etwas zu viel - davon bin ich einfach kein Fan. Ebenso lässt die Autorin manche Dinge bewusst im Unklaren, sodass ich am Ende nicht mehr sicher bin, was nun eigentlich wirklich so stattgefunden hat und was nicht. Das ist natürlich genau der Punkt, um sich in diese Ausnahmesituation hineinversetzen zu können, aber ich mag unsichere Leerstellen nicht so gern. Dennoch bleibt es ein wirklich eindrückliches Werk und die experimentelleren Abschnitte werden auf jeden Fall durch die vielen fesselnden aufgewogen.
Essaysammlungen sind immer eine Sache für sich und naturgemäß sprechen eine:n manche Texte mehr an als andere. Ich fand die Zusammenstellung hier aber wirklich gut gelungen, wenngleich mir der Zusammenhang ...
Essaysammlungen sind immer eine Sache für sich und naturgemäß sprechen eine:n manche Texte mehr an als andere. Ich fand die Zusammenstellung hier aber wirklich gut gelungen, wenngleich mir der Zusammenhang zum Titel nicht immer ganz deutlich erschien. Vielleicht liegt das aber auch nur an meiner Aufmerksamkeit und die Zusammenhänge erschließen sich beim erneuten Lesen.
Ich kenne einige Autor:innen bereits aus ihren eigenen Werken, sodass nicht besonders viele neue Impulse für mich in den Texten steckten. Das liegt sicherlich auch an meiner bereits recht tiefgehenden Beschäftigung mit vielen der thematisierten Aspekte. Für Menschen, die sich diesbezüglich aber noch eher am Anfang befinden und dennoch vielschichtig eintauchen wollen, empfehle ich das Werk in jedem Fall.
Die Vielfältigkeit der Texte hinterlässt mich mit einem guten Gefühl für das große Ganze und damit auch mit ein wenig Hoffnung - dazu haben die Schreibenden mit dem ein oder anderen konkreten Handlungsimpuls auch ganz klar beigetragen. Die meisten Beiträge fand ich zudem wirklich zugänglich geschrieben, nur wenige waren mir etwas zu zäh und kompliziert. Rundum eine gute gewählte Zusammenstellung an Personen und damit auch Themen, die mein Wissen angenehm aufgefrischt und an manchen Stellen sogar erweitert hat.