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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2025

Tierische Freundschaft, Zusammenhalt und Neubeginn

3 Streuner wittern das Abenteuer
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Mir und meinem Kind hat hier das Cover mit den niedlichen Hunden sehr gut gefallen, der Titel hat uns zwar zunächst eine etwas andere Geschichte erwarten lassen, aber die Inhaltsangabe hat uns überzeugt.

3 ...

Mir und meinem Kind hat hier das Cover mit den niedlichen Hunden sehr gut gefallen, der Titel hat uns zwar zunächst eine etwas andere Geschichte erwarten lassen, aber die Inhaltsangabe hat uns überzeugt.

3 Straßenhunde mit den unterschiedlichsten Charakteren, finden in einer Familie ein Zuhause und müssen sich erstmal an ein neues Leben mit vielen merkwürdigen menschlichen Verhaltensweisen und neuen Regeln gewöhnen. Erzählt wird die Geschichte aus Hundesicht, allen voran King Kerl, der sich insgeheim als Anführer der Truppe sieht und den Leser mit auf seine Reise nimmt.

Die Grundidee, ein Abenteuer aus Hundesicht zu erzählen, finde ich ja klasse. So ist uns während des Lesens erst aufgefallen wie lustig und seltsam wir Menschen dem Tierreich erscheinen mögen. Die von Anja Fröhlich gewählte Sprache ist sehr locker oder gar flapsig, was mir jetzt nicht so gut gefallen hat. Aber wie sollen Hunde, welche sich auf den Straßen durchschlagen mussten, auch sonst klingen? Mein Kind mochte allerdings den Stil und alle enthaltenen Hunde, ich hatte da eher einen Favoriten.

Unterbrochen werden die Textseiten immer mal wieder mit einem zur Szene passenden Bild, illustriert von Pe Grigo. Mein Kind ist noch etwas jünger, aber ich denke in der Zielgruppe ab 8 Jahren, lässt sich die Geschichte bereits gut selbständig lesen, auch dank der bildlichen Unterstützung und recht kurzer Kapitel.

Fazit: Schöne Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch zum Schmunzeln. Die Fortsetzung mit neuen Abenteuern steht schon auf unserer Wunschliste.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Zwischen Vertrauen, Zweifeln und Ängsten

Giftiger Grund
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Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach ...

Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach einem unglücklich verlaufenden Überfall auf eine Tankstelle, muss Joran und seine beiden Freunde in den Jugendknast. Joran trifft es am schlimmsten und er kommt daher als letztes wieder frei, fest entschlossen sein Leben zu ändern und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Gar nicht so leicht als Ex-Häftling und mit alten Freunden, die sich wieder in sein Leben drängen, schnell verstrickt er sich in neue Probleme und wir Leser:innen sind hautnah dabei. Hin- und hergerissen zwischen Mitleid für Joran, Angst um ein kleines Mädchen namens Edda und der Frage, was treibt die Lostplace Forografin Charu an.

Sprachlich war der Krimi sehr gut zu lesen, ich konnte mich mit den Charakteren sehr gut anfreunden und habe zunehmend mit Joran gelitten, wie er den Umständen ausgeliefert ist. Die Sprache variiert je nachdem, wessen Gedanken und Handeln wir begleiten, was es einfach macht die Personen voneinander abzugrenzen. Ich wurde im allgemeinen gut unterhalten und einzelne Wendungen kamen recht überraschend. Leider bin ich mit dem Schluss etwas im Zwiespalt, da passiert dann doch sehr viel und statt dass sich alles am Ende fügt, entstehen für mich zu viele neue offene Fragen. Teils auch etwas unglaubwürdig, ich hätte mir da mehr erwartet, vor allem was mit Edda passiert. Könnte ein neues Genre sein Tragik-Krimi denn es geht weniger um Ermittlungen wie sonst in Krimis, als viel mehr um unglückliche Umstände in die die 3 Charaktere geraten sind und die es nun vor der Polizei zu vertuschen gilt.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Über neue Freunde, Mut und Abschied

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ...

Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ist ein Kaninchen, welches von Hokus bei seinen Zaubershows immer aus dem Hut gezaubert wird. Er kennt nicht viel von der Welt, nur Hokus Haus und Garten und die laute Bühne, die ihm gefällt aber auch Angst macht. Er ist ein schlauer und glücklicherweise Hase, bis Hokus morgens nicht mehr da ist. Wo ist Hokus? Er versucht ihn zu finden und nach missglücktem Zauber lernt er Elefantendame Elsie kennen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und Herwig nimmt seinen ganzen Mut zusammen.

Eine lustige und turbulente Geschichte mit so manchem Zauber, der so nicht geplant ist. Die Texte lesen sich fast alle sehr gut, allerdings manche Sätze finde ich etwas zu lang geraten für ein Kinderbuch. Die Zaubersprüche sind sehr kreativ und haben uns Spaß gemacht beim Lesen. Mit dem Ende und der Auflösung von Hokus Verschwinden hatte ich so nicht gerechnet und ich möchte nicht spoilern, aber ich fand es für Kinder nicht so gelungen. Auch weil ich als Erwachsene mir etwas mehr Verantwortungsgefühl von Hokus gegenüber seinem kleinen Freund gewünscht hätte. Mein Kind wiederum war etwas traurig, konnte sich aber mit Herwig und seinen neuen Freunden freuen.
Optisch haben uns die Illustrationen schön durch die einzelnen Seiten begleitet, wobei die Elefanten optisch gelungener sind. Aber das ist Geschmackssache.

Eine schöne Geschichte zum vorlesen oder um beim ersten lesen zu begleiten. Thematisch etwas kritisch zu betrachten, hier muss man sein Kind kennen, in wie weit man mit ihm schon über Abschiede und Trennung gesprochen hat oder eine Chance für alle die danach noch darüber sprechen möchten.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Beklemmende Atmosphäre die fesselt

Hinter meiner Tür
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"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, ...

"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, welches auch im privaten aus Ordnung und Struktur besteht. Sie lebt und liebt feste Routinen und selbst jeder Löffel hat seinen einzigartigen Platz. Aber plötzlich häufen sich komische Vorfälle, immer wieder tauchen tote Tiere auf, Dinge scheinen leicht verschoben und sie fühlt sich beobachtet und bedroht. Aber kann sie ihrem Gefühl trauen, verliert sie den Verstand oder schafft sie ihr Leben wieder zu ordnen?

Dieser Psychothriller lebt von Lisas Emotionen und ihrer genauen Wahrnehmung von Geräuschen der Umgebung und Mimiken ihrer Mitmenschen. Im Verlauf wird es immer verworrener und man empfindet mit Lisa, wie sie zweifelt und versucht nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, denn sonst verliert sie sich selbst. Die Spannung baut sich zunehmend auf, es ist allerdings weniger eine Spannung die auf äußere Aktionen basiert, als vielmehr eine innere Anspannung, wenn man Lisas empfinden hautnah miterlebt.
Der gesamte Plott wird aus Lisas Sicht erzählt, so dass man keinerlei Informationen von aussen bekommt, sondern nur erfährt, was auch sie weiß. Manche Aktionen kommen mir leider auch etwas unlogisch vor, wenn sie z.B. Angst hat und dennoch alleine los geht.

Am Ende blieben bei mir noch ein paar Fragen offen, die mich auch nach den letzten Zeilen nun noch beschäftigen. Dies ist von der Autorin geschickt gemacht, denn wir bleiben mit Lisa im Zweifel zurück und emotional verbunden. Ich persönlich möchte allerdings nach dem Lesen gerne abschließen können, aber sonst bin ich beim Lesen gerne genau so an ein Buch gefesselt wie hier.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Beziehungstipps für gestresste Eltern

Bindungsorientierte Erziehung als Team
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Dem Buch „Bindungsorientierte Erziehung als Team“ von Marga Bielesch, merkt man an, dass die Autorin eine Paartherapeutin ist. Im Inhalt geht es wider erwarten weniger um Erziehung, als vielmehr um den ...

Dem Buch „Bindungsorientierte Erziehung als Team“ von Marga Bielesch, merkt man an, dass die Autorin eine Paartherapeutin ist. Im Inhalt geht es wider erwarten weniger um Erziehung, als vielmehr um den Zusammmenhalt der Eltern, bzw. hier neutral genannt "Partnerpersonen". Wo stoßen frische Eltern nach der Geburt zuerst an ihre Grenzen? In der Partnerschaft.

Der Ratgeber ist sehr übersichtlich und in kurze Kapitel aufgeteilt, deren Namen an klassische Sätze angelehnt sind, wie sie in vielen Beziehungen fallen, sobald Kinder dazu kommen. So z.B. "Seitdem wir ein Kind haben, gibt es viel mehr Streit" oder "Immer fällst du mir in den Rücken", dabei beginnen die meisten Kapitel mit einem guten praxisnahen Fallbeispiel, welche Themen wie Mentel Load, Emotional Load, Überforderung, Stresssituationen und unterschiedliche Erziehungsansätze aufgreifen und nahbar machen. So erkannte ich in mehr als einem Beispiel meine eigene Familiensituation wieder. Einzelne Bereiche sind in blauer Schrift hervorgehoben und geben wichtigen Stellen mehr Sichtbarkeit, so dass man beim nochmaligen Durchblättern gezielt danach ausschau halten kann.

Die meisten Ratschläge sind einerseits bekannt und beziehen sich auf Kommunikation und Konflikte die sich aus den eigenen Erfahrungen in der Kindheit ergeben, aber sind andererseits dennoch schwer umzusetzen, wenn man bereits in einem Streit festhängt. Daher bietet dieser Ratgeber Ansätze, wie man wieder ins Gespräch kommt oder um seine Partnerperson besser zu verstehen und zu lesen, falls diese nicht zu Gesprächen bereit ist.

Im Grunde unterscheiden sich diese Empfehlungen nicht sehr, zu anderen Beziehungsratgebern, nur die Fallbeispiele sind unbeschönigt auf Familien zugeschnitten. Mein Tipp wäre ja, diesen zu Lesen, wenn man noch in der rosigen Schwangerschaftszeit feststeckt und bisher keine Streitigkeiten in der Beziehung hatte. Denn ab Geburt und schlaflosen Nächten ändert sich öfter die Rollenverteilung und die Beziehung zur Partnerperson. Es wird in der Gesellschaft noch zu selten auf die schwierigen Seiten der Elternschaft hingewiesen, darauf sollte man sich jedoch auch vorbereiten.

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