Profilbild von Primrose24

Primrose24

Lesejury Star
offline

Primrose24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Primrose24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Wirren der Justiz

Franz Kafka: Der Prozess
0

Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ...

Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ergehen lassen. Weder erklärt man ihm, worin die Anklage besteht, noch wie das Gerichtsverfahren ablaufen wird. K. versucht sich im Gewirr der Gerichtsbarkeit zu orientieren und stößt nur auf immer mehr unlösbare Fragen.

Ich finde das Wort „verwirrend“ beschreibt Kafkas Werk für mich am besten. Nicht nur die Verwirrung die K. im Angesicht des Gerichtsverfahrens empfindet, sondern auch meine Verwirrung, die diese direkt gespiegelt hat. Es hat sicher seinen Grund, dass Kafka selbst sein Werk nicht persönlich veröffentlicht hat, sondern dass es erst postum abgedruckt wurde. Das Werk erscheint unvollendet und fragmentarisch, was jedoch durchaus zum Thema der Geschichte passt. Trotzdem konnten mich viele Passagen, nicht zuletzt das sehr abrupte Ende, nicht überzeugen. K.s Verhalten gegenüber Untergebenen und auch Frauen ist überheblich und zeitweise einfach nur abscheulich. Man sollte durchaus berücksichtigen in welcher Zeit dieses Werk geschrieben wurde, dennoch war mir K. als Charakter absolut unsympathisch. Es gibt viele Interpretationsmöglichkeiten wofür „der Prozess“ stehen könnte, wodurch die Geschichte einiges an Diskussionspotenzial bietet. Die für mich interessanteste Interpretation vergleicht den Gerichtsprozess mit einer Krankheit, was ich als sehr passend empfand.

Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, auch wenn ich verstehe, warum sie seit Jahrzehnten Gesprächsstoff in der Literaturgemeinschaft bietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Für mich den Hype nicht wert

Lázár
0

Mir fällt es tatsächlich äußerst schwer überhaupt eine Zusammenfassung zum Inhalt des Buches zu geben einerseits bedingt durch den Schreibstil des Autors, andererseits durch den Inhalt (oder dessen Fehlen). ...

Mir fällt es tatsächlich äußerst schwer überhaupt eine Zusammenfassung zum Inhalt des Buches zu geben einerseits bedingt durch den Schreibstil des Autors, andererseits durch den Inhalt (oder dessen Fehlen). Beginnen wir mit dem Schreibstil. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, was sich im Nachhinein leider als Fehler entpuppt hat. Dies hatte nichts mit dem Sprecher des Hörbuches zu tun, sondern mit dem extrem sprunghaften Erzählstil, der nicht nur zwischen den diversen Charakteren wild hin und her wechselt, sondern auch durch ziemliche Zeitsprünge gekennzeichnet ist. Duch diese Art der Erzählung und die vielen wechselnden Perspektiven war es für mich äußerst schwierig eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen, die dadurch blass und unnahbar bleiben.

Inhaltlich geht es um die Familie Adelsfamilie Lázár und deren generationsübergreifenden Verbleib über die kriegsreichen Jahre des 20. Jahrhunderts. Tatsächlich schienen für mich die zentralen Themen der Erzählung jedoch Sex und Gewalt zu sein und das auf vielfältigste und übertriebenste Art geschildert. Ich kann leider ganz und gar nicht nachvollziehen, was mir das Buch vermitteln wollte. Verstört hat es mich aber auf jeden Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Langweilig und zäh

Jade City - Familie ist Pflicht
0

Seit Jahrhunderten ist die Insel Kekon Zuhause der Grünblutkrieger, denen die Jade Stärke und Macht verleiht. Zwei Grünblutclans beherrschen die Insel und kämpfen um deren Vorherrschaft. Als der Streit ...

Seit Jahrhunderten ist die Insel Kekon Zuhause der Grünblutkrieger, denen die Jade Stärke und Macht verleiht. Zwei Grünblutclans beherrschen die Insel und kämpfen um deren Vorherrschaft. Als der Streit zwischen den Clans eskaliert, ist ganz Kekon in Gefahr. Wer wird in diesem blutigen Jadekrieg die Vorherrschaft gewinnen?

Dieses Buch hat mich einige Nerven gekostet und ich habe mehrfach überlegt die Geschichte endgültig abzubrechen. „Jade City“ ist der Auftakt einer Trilogie um die Grünblutkrieger von Kekon, die mit Hilfe der Jade unglaubliche Macht ausüben können. Nur auf dieser Insel sind die Menschen gegenüber der Jade so empfänglich, ohne deren Nebenwirkungen ausgesetzt zu sein. Die beiden Clans der Insel das Bergvolk und No-Peak stehen in ständiger Rivalität um die Bezirke der Stadt und deren Jadevorkommen. Die Geschichte wird aus der Perspektive der Familie Kaul erzählt, die No-Peak vorsteht. Die Grundstory und auch das Worldbuilding haben mir gut gefallen. Leider konnte ich zu keinem der Charaktere wirkliche Sympathie aufbauen. Das größte Problem, welches ich mit der Geschichte hatte, war jedoch die fehlende und damit zähe Handlung. In mehr als 600 Seiten geht es nur um politische Schachzüge und Straßenkämpfe, als würde ich einen Fantasypolitthriller lesen nur ohne die spannenden Elemente. Am Ende kann ich nicht mal sagen, warum ich mich bis zum Ende durchgequält habe. Vielleicht war es die Hoffnung auf eine spannende und clevere Wendung am Ende, die ich auch nicht bekommen habe. Ich werde die Reihe sicher nicht weiterverfolgen und kann sie leider auch nicht weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Schlechte Übersetzung, unlogische Charaktere

Morbidly Yours
0

Lark versucht nach dem Tod ihres Ehemannes ein neues Leben in Irland zu beginnen. Ihr neuer Nachbar Callum ist schüchtern und zurückhaltend und leitet das örtliche Bestattungsunternehmen direkt nebenan. ...

Lark versucht nach dem Tod ihres Ehemannes ein neues Leben in Irland zu beginnen. Ihr neuer Nachbar Callum ist schüchtern und zurückhaltend und leitet das örtliche Bestattungsunternehmen direkt nebenan. Zwischen den Beiden entwickelt sich schnell eine Freundschaft, doch der Liebe hat Lark ein für alle Mal abgeschworen. Schade eigentlich, denn Callum braucht unbedingt eine Ehefrau, sonst fällt das Familienunternehmen in die Hände seines abwesenden Vaters, der er so schnell wie möglich zu Geld machen möchte.

Ich würde diese Rezension gerne in 2 verschiedene Abschnitte unterteilen. Einerseits muss ich natürlich den Inhalt und die Charaktere bewerten, andererseits fällt es mir äußerst schwer den Schreibstil der Autorin zu bewerten, da die Übersetzung des Originals hier einfach absolut schiefgelaufen ist. Aber fangen wir erstmal mit Punkt eins an.

Lark ist von Anfang bis Ende der Geschichte eine wandelnde „Red Flag“. Durch den traumatischen Verlust ihres Ehemannes gesteht sie sich selbst keine echte Beziehung zu und hat einiges an Schuldgefühlen zu verarbeiten. Dies führt jedoch dazu, dass sie Callum ausnutzt, obwohl sie über seine Gefühle Bescheid weiß. Callum war für mich ein kleiner Lichtblick in der Geschichte. Es ist wirklich ein netter und fürsorglicher Mensch, dem die Arbeit als Bestatter auf den Leib geschneidert ist. Er wird von Lark am Anfang der Geschichte als asexuell klassifiziert, was ich absolut unpassend finde und überhaupt nicht zum Rest des Buches passt (demisexuell passt hier sehr viel besser). Leider verhält sich Callum, der als schüchtern bezeichnet wird im Verlauf der Geschichte völlig unpassend zu seinem Charakter, was mir leider gar nicht gefallen hat. Es gab einige Szenen in der Geschichte, die für mich dadurch unlogisch wurden. Und auch den überraschend großen Anteil an Spice habe ich aufgrund von Callums Charakter nicht erwartet. Auch mit der Auflösung des Ganzen am Ende war ich leider nicht zufrieden. Inhaltlich würde ich die Geschichte also eher mit 2-3 Sternen bewerten.

Nun jedoch zum zweiten Punkt meiner Rezension: der Schreibstil/die Übersetzung. Letztlich kann die Autorin selbst nichts für die Qualität der Übersetzung ihres Buches. Trotzdem hat dies natürlich einen großen Einfluss auf das Leseerlebnis. „Morbidly Yours“ ist tatsächlich das erste Buch, welches ich jemals gelesen habe (und ich lese sehr viel) bei dem mir die Übersetzung so unglaublich negativ aufgefallen ist. Klammern wir dabei aus, dass natürlich viel Humor verloren geht, wenn man versucht, irisch/amerikanische Wortwitze ins deutsche zu übertragen. Es wurden Wörter in der Übersetzung benutzt, die im deutschen kaum bis gar keine Verwendung finden. Außerdem wurden einige Anglizismen verwendet, die umgangssprachlich durchaus gebräuchlich sind, die für mich in einem geschriebenen Text jedoch nichts zu suchen haben, z.B. jinxen, strange oder weird. Oder es wurden direkt Sätze verwendet, die absolut gar keinen Sinn ergaben. Ich kann nur vermuten, dass die Übersetzer entweder einen ganz miesen Job gemacht haben oder dass hier eine KI zur Erleichterung der Arbeit verwendet wurde (das ist rein spekulativ).

Allein durch die Übersetzung hatte ich große Probleme in die Geschichte zu finden und empfand das Lesen als wirklich anstrengend. Leider konnten mich die Story und auch die Charaktere mit Ausnahme von Callum ebenfalls nicht überzeugen. Wirklich sehr schade, da die Geschichte ein Menge Potenzial hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Enttäuschend

Der erste letzte Tag
0

Ich muss leider sagen, dass Herr Fitzek und ich wohl nicht auf einer Wellenlänge liegen, was Humor und Schreibstil betrifft. Dieses ist bereits das zweite Buch des Autors, welches ich zur Hand genommen ...

Ich muss leider sagen, dass Herr Fitzek und ich wohl nicht auf einer Wellenlänge liegen, was Humor und Schreibstil betrifft. Dieses ist bereits das zweite Buch des Autors, welches ich zur Hand genommen habe, auch wenn es das erste ist, welches ich beendet habe (aber nur ganz knapp). Nachdem ich mich an einem seiner Thriller versucht habe, musste ich feststellen, dass mir seine Bücher zu detailliert und brutal sind. Da jedoch viele Leser von seinen Büchern schwärmen, habe ich mich an seiner Kein-Thriller-Reihe versucht, um eine andere Facette des Autors kennen zu lernen. Doch leider gab es auch hier kein passendes Match zwischen uns.

Worum geht es in der Geschichte? Livius und Lea mieten sich unfreiwillig zusammen ein Auto, um von München nach Berlin zu fahren, da ihr Flug ausgefallen ist. Lea macht den Vorschlag so zu tun, als wäre dieser Tag ihr letzter auf Erden, während sich Livius recht unfreiwillig daran beteiligt. Dies führt zu einigen kuriosen Situationen, die die Fahrt nach Norden deutlich erschweren. Zum einen mochte ich Lea als Charakter absolut nicht. Die Art und Weise wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht und sich über sie hinwegsetzt, empfand ich als absolut nervtötend. Livius konnte bei mir hingegen einiges an Mitleid wecken. Das er mit Lea als Beifahrerin nicht den Verstand verloren oder sie postwendend an der Raststätte ausgesetzt hat, werte ich als herausragende Leistung. Ich hätte das wohl nicht geschafft. Leider hat mir auch der Schreibstil nicht gefallen. Platte Witze und abgedroschene Lebensweisheiten haben es mir echt schwer gemacht durch die Handlung zu kommen.

Letztlich ist es zwar sehr schade, aber nach diesem erneuten Fehlversuch werde ich wohl kein weiteres Buch des Autors mehr lesen. Sebastian Fitzeks Bücher sind wohl einfach nicht mein Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere