Tolle Idee, leider konnte das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft werden.
Royal Houses – Haus der DrachenEigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Drachengeschichten, habe mich aber aus Neugier für die Leserunde beworben – und bin jetzt richtig froh darüber. Die Geschichte hat mir gut gefallen.
Vorab ...
Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Drachengeschichten, habe mich aber aus Neugier für die Leserunde beworben – und bin jetzt richtig froh darüber. Die Geschichte hat mir gut gefallen.
Vorab der Hinweis: Die Drachen spielen gar keine so große Rolle, was teilweise für Verwirrung gesorgt hat.
Kerrigan ist eine Halb-Fae und wird aufgrund dessen strukturell diskriminiert. Damit sie gesellschaftlich toleriert wird, arbeitet sie am Berg im Dienste des Hauses der Drachen. Als dort eines der legendären Drachenturniere stattfindet, taucht unerwartet Fordham auf. Wen bekommt er als Partnerin zugeteilt? Ausgerechnet Kerrigan!
Ich hatte eigentlich eine Drachengeschichte erwartet, in der das Turnier eine zentrale Rolle spielt. Daher war ich anfangs etwas verwirrt. Es kommen viele Namen in kurzer Zeit vor – wer soll sich das alles merken? Im Verlauf der Zeit konnte ich mich aber besser einfinden.
Protagonistin:
Kerrigan ist eine bewundernswerte und starke Protagonistin, die mit der Zeit an Reife gewinnt. Ihr Charakter wird so authentisch beschrieben, dass ihr Verhalten jederzeit nachvollziehbar ist. Ebenso ihr innerer Konflikt.
Aber auch die anderen Charaktere waren teilweise sehr gut ausgearbeitet und sind mir ans Herz gewachsen.
Nach dem Klappentext hatte ich erwartet, dass sie selbst Teilnehmerin des Turniers sein und sich einen Drachen erspielen würde, doch das ist nicht der Fall. Am Ende fand ich es nicht sonderlich störend, aber irreführend. Der Klappentext lässt einfach auf etwas anderes schließen.
Dynamik:
Die Dynamik zwischen den Charakteren konnte ich leider nicht so ganz spüren. Das kann daran liegen, dass einfach zu viel durcheinander passiert ist.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist zwar flüssig zu lesen, aber ich hätte mir teilweise detailliertere Beschreibungen gewünscht. Gerade im Fantasybereich liebe ich es, mir ein konkretes Bild von der Welt machen zu können und alles zu verstehen. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt. Interessant fand ich, dass es auch Kapitel gab, die aus der Sicht anderer Charaktere geschrieben waren. Das empfand ich als Stärke der Geschichte.
Mitunter wirkte die Geschichte sehr hektisch, was es mir schwer machte, wirklich mitzufühlen. Im Verlauf kamen immer mehr Fragen auf, was an sich nicht schlimm ist, wenn ich zwischendurch immer wieder Antworten bekomme. Aber irgendwie kamen zu jeder neuen Erkenntnis mindestens zwei neue Fragezeichen auf.
Fazit:
Insgesamt war es ein solides Buch, das mir einige tolle Lesestunden beschert hat. Allerdings fallen auch einige Schwächen auf. Das Ende macht natürlich neugierig auf die Fortsetzung. Trotz ihrer Stärken konnte mich die Geschichte nicht vollends überzeugen.