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Veröffentlicht am 12.02.2026

Absolut spannend

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Der siebte Fall für Fabian Risk ist mein erster, mein letzter wird er bestimmt nicht sein, denn ich bin total abgetaucht in finstere Machenschaften, die mir total suspekt sind und die Ängste in mir hervorrufen. ...

Der siebte Fall für Fabian Risk ist mein erster, mein letzter wird er bestimmt nicht sein, denn ich bin total abgetaucht in finstere Machenschaften, die mir total suspekt sind und die Ängste in mir hervorrufen.

Alles beginnt mit einem Stromausfall, der die gesamte Küste Schwedens betrifft. Zu dieser Zeit befinden sich Fabian Risk und seine Tochter Matilda auf ihrem Segelboot.

Zurück in Helsingborg haben Fabian Risk und seine Kollegen rätselhafte Fälle auf den Tisch bekommen. Die Frage drängt sich auf, ob diese in Zusammenhang mit dem großflächigen Blackout stehen wie etwa ein Banküberfall, auch scheinen Kinder zu verschwinden, was dann doch wieder dementiert wird. Als dann Fabians Tochter verschwindet, spitzt sich die Lage zu.

„Wellengrab“ - das über 16 Stunden und 51 Minuten dauernde Hörbuch wird von David Nathan gesprochen. Seine dunkle, warme Stimmlage passt sich perfekt dem Geschehen an. Er gibt jeder einzelnen Person seine charakteristischen Merkmale, was das Hören trotz der düsteren, sehr beklemmenden Story sehr angenehm macht.

Der Autor versteht es, seine Leser und/oder auch seine Hörer bis zum Schluss in Atem zu halten. Die vielschichtige Story ist fesselnd, zudem äußerst mysteriös. Ein Mädchen verschwindet, die Eltern schweigen, ich verdächtige aber den Vater und frage mich schon, wie die Mutter tickt, warum sie sich so seltsam verhält. Das ist nur einer der Fälle, die durchweg Fragen aufwerfen, die erst dem Ende zu Sinn ergeben. Auch Fabians Kollegin ist privat involviert. Wie genau, bleibt lange im Ungewissen. Spuren führen in ein feudales Anwesen, in eine Schule, es geht um Datendiebstahl, um Cyberangriffe und um noch sehr viel mehr.

Einmal drin in der Story gibt es kein Halten mehr. Was verbindet diese Einzelschicksale miteinander? Egal, wohin man sieht, überall lauern Gefahren, selbst ein Schlaganfall sorgt für Verdachtsmomente. Die vielen losen Fäden fügen sich zusammen, ja. Auch wenn es lange dauern mag und man starke Nerven braucht - selbst dem Ende zu geht es brutal zur Sache – so hat man zum Schluss den Überblick. „Wellengrab“ ist ein hochspannender Thriller, der nach mehr verlangt.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Spannend, nervenaufreibend, absolut lesenswert

Das Camp
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Natürlich habe ich „Der Trailer“ gelesen, Linus Geschkes erstes Buch der Donkerbloem-Trilogie, das ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. So auch „Das Camp“, das Teil eins in nichts nachsteht, ...

Natürlich habe ich „Der Trailer“ gelesen, Linus Geschkes erstes Buch der Donkerbloem-Trilogie, das ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. So auch „Das Camp“, das Teil eins in nichts nachsteht, nichts anderes habe ich erwartet.

Die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke hat das Gefühl, verfolgt zu werden. Das Camp Donkerbloem scheint ihr ein Ort der Sicherheit zu sein, zumal Tayfun, dem sie voll vertraut, das Camp leitet. Nach den schrecklichen Ereignissen stand es zum Verkauf, Wout hat es günstig erworben. Er jedoch betreibt weiterhin in Köln seine Bar „Golden Diamond“, die ganz gut läuft. Wäre noch Kathinka, die bei Wout in der Einliegerwohnung zur Miete lebt. Sie ist ein IT-Ass, allerdings sind auch ihr Grenzen gesetzt, ein guter Freund von ihr jedoch dringt tief ein in die dunkle Welt des Internets und fördert so einiges zutage. Nicht ganz legal, eh klar.

Die ersten Seiten blicken zurück auf das, was in Band eins geschah mitsamt den Personen, die mir sogleich wieder im Gedächtnis sind und für diejenigen, die den Trailer nicht kennen, ist dies eine gute Einführung, alles Wichtige ist gut eingebunden.

Gleich mal geht es richtig zur Sache. Ein Stromstoß, ein Elektroschocker, der Kofferraum… wir blicken nicht nur da in menschliche Abgründe. Es geht um Macht und Machterhalt und wenn eine(r) im Wege steht, hat sein letztes Stündlein geschlagen. Eine Mordserie, manipulierte Beweise, ein krimineller Clan und Korruption – es ist niemandem zu trauen. Die Perspektiven wechseln, die jeweiligen Figuren treiben ihr hinterhältiges, bitterböses Spiel, jedem ist alles zuzutrauen.

Linus Geschke versteht es, die Spannung permanent hochzuhalten. Die Story lebt von wechselnden Schauplätzen, mehrere Erzählstränge treiben aufeinander zu, auch wenn es zunächst so aussieht, als ob sie nichts miteinander zu tun hätten. Auch die Figuren sind durchtrieben und hochgradig intrigant, keiner scheint eine weiße Weste zu haben. Die beklemmende Atmosphäre kehrt geballt zurück ins Camp Donkerbloem und was dann geschieht, raubt mir den Atem.

Nun heißt es wieder warten bis Herbst 2026, ich fiebere diesem Datum jetzt schon entgegen, auch wenn ich mich nie freiwillig ins Camp geschweige denn in einen Trailer begeben würde.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Abgründe tun sich auf

Dorn. Ruf der Toten
1

Nachdem ich den Kriminalpsychologen Simon Dorn im ersten Buch in Zimmer 103 zurückgelassen habe, bin ich ihm nun im Zimmer 203 wieder begegnet. Er hat sich im Keller des verlassenen Hotels Dornwald eingerichtet, ...

Nachdem ich den Kriminalpsychologen Simon Dorn im ersten Buch in Zimmer 103 zurückgelassen habe, bin ich ihm nun im Zimmer 203 wieder begegnet. Er hat sich im Keller des verlassenen Hotels Dornwald eingerichtet, seiner kauzigen Art ist er treu geblieben.

Als ihn eine Nachricht einer bekannten Therapeutin erreicht, ist er zunächst ziemlich perplex. „Weil Sie wissen, wie es ist, wenn die Dunkelheit einen nicht loslässt“ erhält er als Antwort auf seine Frage, warum sie gerade ihn kontaktiert. Sie will seinen Rat und seine Diskretion, zudem hat sie ihm eine hohe Summe als Vorschuss überwiesen.

An anderer Stelle ist es ein Chirurg, der nach einem langen Arbeitstag zu seiner Familie heim will, er aber unterwegs ein verunglücktes Auto sieht und nicht anders kann, als zu helfen. Ihn, Michael Bergmann, begegnen wir noch mehrmals...

…ebenso einer Journalistin, die schon so manch Ungeheuerlichkeit aufgedeckt hat. Auch jetzt ist sie an einer Sache dran, die nicht jedem gefällt. Sie will einen Artikel über ZERO veröffentlichen, einer mit üppigen Mitteln ausgestattete Firma, die KI voranbringen will.

Lea Wagner von BK Wien findet eine vermisste Person, richtiger gesagt sind es zwei Wanderer, die in einer Berghütte auf die Tote stoßen. Der Auffindeort fällt zwar nicht in Leas Zuständigkeitsbereich und doch ist sie näher dran als ihre dortigen Kollegen. Aber nicht genug damit, Leas Bruder Karl hat ziemlichen Ärger, er muss weg aus Wien. Das abgelegene Dornwald in Bad Gastein wäre eine Option – Simon ist nicht begeistert. Hiermit wäre es schon genug, es passiert eine ganze Menge, sowohl Simon als auch Lea werden angefeindet. Aber es geht um sehr viel mehr.

KI ist die schöne neue Welt, sie ist allgegenwärtig, diese künstliche Intelligenz setzt sich in allen Bereichen fest, sie wird immer besser, sie wird trainiert, KI kopiert die reale Welt, sie kommt täuschend echt bei uns an. Jan Beck zeigt auf, was passieren kann, wie weit Identitätsdiebstahl gehen kann. Maschine gegen Mensch – Existenzen können zunichte gemacht werden.

Das Dornwald ist auch im zweiten Fall Schauplatz, wenngleich es auch andere Orte gibt, die hier eine schaurig-gruselige Rolle spielen. Simon und Lea, die beiden Hauptakteure, sind dem ersten Anschein nach grundverschieden, beide gehen sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Daneben sind auch alle anderen hier agierenden Personen gut und glaubhaft charakterisiert, alle Schauplätze bildhaft skizziert. Ein wiederum fesselnder zweiter Band, der die Vorfreude auf das nächste Buch weckt.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein in jeglicher Hinsicht ungemütliches Szenario

Stürmische Klippe
7

Der mittlerweile zehnte Sylt-Krimi, in dem Liv Lammers ermittelt, beginnt dramatisch. Den Anschlag auf die ehemalige Ministerin Armgart Zabrowski erlebe ich hautnah, die ersten Seiten ziehen mich sofort ...

Der mittlerweile zehnte Sylt-Krimi, in dem Liv Lammers ermittelt, beginnt dramatisch. Den Anschlag auf die ehemalige Ministerin Armgart Zabrowski erlebe ich hautnah, die ersten Seiten ziehen mich sofort ins Geschehen und da Liv sich in einer privaten Angelegenheit auf dieser Insel befindet, wird sie kurzerhand von ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht hierher zitiert.

Hilke ist bei Armgart Zabrowskis Geburtstagsfeier zu Gast, diese feiert hier, auf Sylt, ihren Sechzigsten, die Tage danach werden angefüllt sein mit Gesprächen über Investitionen, die für jeden einzelnen sehr lukrativ sein werden. Alles unter dem Siegel der absoluten Verschwiegenheit, keine Silbe darf nach außen dringen. Armgarts Gäste sind Größen aus Politik und Wirtschaft, auch hat sie ihre langjährige Freundin Hilke Hasselbrecht eingeladen, sie ist Chefin der Mordkommission und als solche wird sie mit dem morgendlichen Anschlag auf Armgart konfrontiert, dessen Ermittlung sie an Liv delegiert. Galt dieser Anschlag der Privatperson Armgart oder der ehemaligen Ministerin und zuvor Staatsanwältin?

Es bleibt nicht bei diesem Anschlag, nein. Es passiert daneben noch so einiges, auch Livs Lebensgefährte Sebastian gerät in Schwierigkeiten und wären diese Vorkommnisse nicht genug, spielt auch das Wetter verrückt. Ein schwerer Sturm kommt auf die Insel zu, der sich zu Orkanstärke entwickelt, der so manch Schaden hinterlässt. Aber nicht nur draußen tobt der Sturm, auch im Haus lauern Gefahren, trotzdem genügend Personal inklusive Personenschützer sowie Überwachungskameras im Einsatz sind. Drohbriefe tauchen auf, jeder einzelnen Person haftet etwas Negatives an, keinen bekommt man in Gänze zu fassen.

Die Spannung bleibt durchgehend hoch, lange herrscht Ratlosigkeit. Verdächtige gibt es genug, eigentlich traue ich jedem alles zu. Angefangen von Armgart und ihren Gästen bis hin zum Personal, jeder scheint etwas verbergen zu wollen. Es passiert noch so einiges mehr, all das ist ziemlich mysteriös und lange nicht durchschaubar. Daneben sind es die Naturgewalten, denen Sylt ausgesetzt ist. Die Insel verändert sich, eine dieser Sturmfluten tobt im eigentlichen und im übertragenen Sinne um Armgarts Villa.

Die vielschichtige Story erzählt neben den kriminalistischen Elementen, die absolut im Vordergrund stehen, auch von Sylts naturbedingten Veränderungen, vor allem aber von denen, die in ihrer Skrupellosigkeit über (sprichwörtliche und echte) Leichen gehen. Ein in jeglicher Hinsicht ungemütlicher Fall, der mich wiederum bestens unterhalten hat wie alle Krimis um Liv Lammers zuvor, dem nächsten Fall fiebere ich schon entgegen.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Spannend, kurzweilig, nervenaufreibend

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
1

Infolge heftiger Unwetter sind Flüsse über die Ufer getreten, ganze Ortschaften sind überschwemmt, die Wassermassen reißen alles mit sich, egal ob es Häuser, Fahrzeuge oder Menschen sind. Bei der Weilheimer ...

Infolge heftiger Unwetter sind Flüsse über die Ufer getreten, ganze Ortschaften sind überschwemmt, die Wassermassen reißen alles mit sich, egal ob es Häuser, Fahrzeuge oder Menschen sind. Bei der Weilheimer Kripo häufen sich die Vermisstenanzeigen, alle verfügbaren Rettungskräfte sind im Einsatz, auch die Oberkommissarin Alexa Jahn arbeitet bis zur Erschöpfung und darüber hinaus. Zu viele warten auf Rettung…

…so auch auf der österreichischen Seite. Roza Szabo schickt Chefinspektor Bernhard Krammer vom LKA Tirol nach Mühlau zu den besorgten Eltern eines Geschwisterpaares, die mit vier Freunden auf eine Hütte wollten und sie entgegen der Vereinbarung, sich zu melden, nichts mehr von sich hören lassen. Schon einen Tag vorher sind sie zeitig aufgebrochen – hat das Wetter auch ihnen übel mitgespielt?

Es ist der mittlerweile sechste Fall für Jahn und Krammer. Wer die Reihe von Anfang an kennt, weiß um ihre Verbindung, man kann aber durchaus zwischendurch zu einem Buch aus dieser Grenzfall-Serie greifen, denn jeder Fall ist in sich abgeschlossen, auch wird das Zwischenmenschliche immer kurz mit eingeflochten, was ich sehr schätze.

Wie es bei solch Naturkatastrophen üblich ist, sind sämtliche Rettungsorganisationen vor Ort, vom Roten Kreuz, dem THW, den Feuerwehren und Hubschraubereinsätzen bis hin zur Wasserwacht und der Bundeswehr und den vielen freiwilligen Helfern (welche auch in so einigen vorher genannten Organisationen zu finden sind) ist alles unermüdlich auf den Beinen und doch können nicht alle gerettet werden.

Anna Schneider beschreibt ein leider viel zu realistisches Szenario und mittendrin sind es ein Wanderpaar, von dem jede Spur fehlt. Gleich mal begegnen wir einer Frau im Wohnmobil, die sich in der Nähe eines höher gelegenen Hofes vor dem Unwetter in Sicherheit bringen wollte, sie aber draußen schier Unwirkliches beobachtet, das lange nicht einzuordnen ist. Dazwischen sind es Gedanken eines Unbekannten und auch die einer Frau, was erst dem Ende zu für Klarheit sorgt.

Es sind die Einzelschicksale, die fassungslos machen. Menschliche Abgründe tun sich auf, lange gehütete Geheimnisse drängen ans Licht und hätte es dieses Unwetter nicht gegeben, wäre vieles nicht entdeckt worden. Beim Lesen habe ich mich schon auch gefragt, wie und ob diese so unterschiedlich gelagerten Fälle zusammenhängen könnten. Und ja, sie haben miteinander zu tun, was sich allerdings erst dem Ende zu erschließt, auch wird der Titel dieses sechsten Grenzfall-Bandes deutlich, ich hätte dies nie und nimmer vermutet.

Auch in diesen sechsten Fall hat die Autorin viel hineingepackt, was zunächst viele Fragen aufwirft. Jahn und Krammer – beide sind sie geerdet, ihr Beruf ist ihnen Berufung. Ein von Anfang bis Ende spannender, kurzweiliger Krimi, den ich – einmal angefangen – nicht weglegen konnte.

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