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Veröffentlicht am 05.02.2026

Ein wundervolles, warmherziges Bilderbuch über Geschwisterliebe, Streit und Versöhnung.

Zusammen sind wir bärenstark – Vom Streiten und Versöhnen
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Die Bärengeschwister Yuki und Yari lieben es, gemeinsam durch den Wald zu tollen, fangen und wettrennen zu spielen und jeden Tag zum Abenteuer zu machen. Die beiden sind einfach unzertrennlich, nichts ...

Die Bärengeschwister Yuki und Yari lieben es, gemeinsam durch den Wald zu tollen, fangen und wettrennen zu spielen und jeden Tag zum Abenteuer zu machen. Die beiden sind einfach unzertrennlich, nichts und niemand kann sie auseinanderbringen. Doch dann kommt es eines Tages zum ersten großen Streit zwischen ihnen. Anstatt auf ihn zu warten, hat Yari die leckere Honigwabe ganz alleine aufgefuttert. Yuki ist stinkwütend und enttäuscht und irgendwann wird es auch Yari zu bunt. Zornig gehen die Bärenkinder getrennte Wege und wollen sich am liebsten nie mehr wiedersehen. Doch schon in der Nacht, in der jeder für sich alleine in der Bärenhöhle liegt, beginnen sie den jeweils anderen zu vermissen. Am nächsten Morgen möchte sich Yuki entschuldigen – doch oh Schreck, Yari ist verschwunden! Yuki macht sich sofort auf die Suche und kommt dabei an lauter besonderen Orten vorbei, die ihn an schöne gemeinsame Momente mit Yari erinnern: Die alte Kastanie, der kleine See, die Lichtung mit der Blumenwiese...Die Sehnsucht nach Yari wird immer größer. Ob die Bärenkinder sich wohl wieder vertragen werden?

Nachdem mich Kai Haferkamp und Mareike Ammersken mit „Der kleine Wal und der schönste Ort der Welt“ begeistern konnten, war ich voller Vorfreude auf ihr neues gemeinsames Werk. Schon das Cover ist einfach zum Verlieben und die Geschichte dahinter steht dem in nichts nach.

Einfühlsam und voller Wärme erzählt der deutsche Autor Kai Haferkamp von Nähe, Streit, Einsamkeit und Versöhnung. Auch die besten Freunde oder Geschwister mit einer sehr innigen Beziehung zanken sich mal. Das ist völlig normal und gehört zum Leben einfach dazu. Umso wichtiger ist es, einen guten Umgang mit Wut und Konflikten zu finden und zu lernen, wie man Probleme löst, sich entschuldigt und wieder verträgt. So wie die zwei sympathischen Bärenkinder in dieser Geschichte. Die Auseinandersetzung des Geschwisterduos wird sehr authentisch beschrieben und ist sicherlich vielen von uns in ähnlicher Form schon mal begegnet. Man kann sich dadurch sehr gut in die beiden hineinversetzen und ihre verschiedenen Gefühle nur zu gut nachvollziehen. Ihre Entwicklung wird wundervoll und sehr kindgerecht dargestellt, lässt einen mitfühlen und mitfiebern und geht zu Herzen. Vor allem das Ende ist unheimlich rührend und zeigt uns, dass Geschwisterbande so leicht nichts erschüttern kann und es zusammen am allerschönsten ist.

Genauso liebevoll wie der Text sind auch die wunderschönen Illustrationen von Mareike Ammersken. Atmosphärisch, ausdrucksstark und mit warmen Farben erwecken sie das Erzählte zum Leben, entführen in traumhafte Wald- und Berglandschaften und laden zum Verweilen und Betrachten ein.

Fazit: Kai Haferkamp und Mareike Ammersken haben hier ein bärenstarkes Bilderbuch geschaffen, das einen tollen Anlass bietet, um mit Kindern über ihre Gefühle zu reden. Eine warmherzige und berührende Geschichte ab 4 Jahren über Geschwisterliebe, das Streiten und Versöhnen. Ich kann das neue Werk des Erfolgsduos nur empfehlen, ich finde es zauberhaft. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein zauberhaftes Buch, das die Freude an Physik weckt!

Ich mag Physik
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Nachdem mich der spanische Künstler Miguel Tanco mit „Ich mag Mathe“ begeistern konnte, war ich voller Vorfreude auf sein neues naturwissenschaftliches Bilderbuch. Auch darin begleiten wir ein kleines ...

Nachdem mich der spanische Künstler Miguel Tanco mit „Ich mag Mathe“ begeistern konnte, war ich voller Vorfreude auf sein neues naturwissenschaftliches Bilderbuch. Auch darin begleiten wir ein kleines neugieriges Kind, in dessen Familie alle für etwas brennen. Nur unsere aufgeweckte PoC-Hauptfigur weiß nicht so recht, was sie besonders gerne mag oder gut kann. Was sie aber hat, sind Fragen. Viele, viele Fragen, die sicherlich so manche junge Kinder beschäftigen wie „Ob ich wohl an der Decke laufen könnte? Warum ist Schnee weiß, obwohl Wasser doch durchsichtig ist? Könnte ich schneller sein als mein Echo? Könnte ich mithilfe einer gigantischen Kaugummiblase zur Schule fliegen?“

Die verschiedenen Gedankenexperimente sprühen nur so vor Fantasie und Wissbegierde und lassen uns Erwachsene immer wieder breit schmunzeln. Vor allem die Illustrationen von Miguel Tanco sind herrlich anzusehen. Mit leicht krakeligem Strich, zarten Aquarellfarben und jeder Menge Humor setzen sie die Überlegungen des Kindes perfekt in Szene und zeigen uns, dass Physik überhaupt nicht so langweilig oder trocken ist wie viele von uns vermutlich denken. Physik kann ziemlich spannend sein und Spaß machen! Die Begeisterung unserer kleinen Hauptperson wirkt richtig ansteckend, weckt die Freude an Physik und wird garantiert viele junge Leser*innen dazu anregen, die Welt mit mehr Neugierde zu betrachten und seine eigene Leidenschaft zu entdecken und zu verfolgen.

Wie die Antworten auf die ganzen Fragen lauten, erfahren wir erst am Ende im Anhang. Nachdem unsere Hauptfigur ihre Ideen ihrer Klasse vorstellen durfte, erfährt sie von ihrer Lehrerin von der faszinierenden Welt der Physik. Und schon legt das Kind los, experimentiert, untersucht und notiert und erklärt uns in seinem Heft auf kinderleichte Weise, was hinter den verschiedenen physikalischen Phänomen steckt. Die Mischung aus unterhaltsamer Geschichte und Wissensvermittlung ist hier einfach großartig gelungen und nicht nur für Kinder überaus bereichernd und lehrreich.

Fazit: „Ich mag Physik“ ist ein wunderbares, inspirierendes Bilderbuch ab 6 Jahren, das mit viel Witz und Einfallsreichtum dazu einlädt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und seine Leidenschaft zu finden. Eine liebevolle Hommage an die Physik und Entdeckerfreude. Für alle Physik-Fans und die, die es noch werden wollen. Ich kann dieses zauberhafte Buch nur empfehlen, mir hat es genauso gut gefallen wie der Vorgänger. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Genauso zauberhaft wie der erste Band!

Fia & die Herzensbande 2. Volle Fahrt ins Abenteuer
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Die siebenjährige Fia kann sich keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen, als ihre bunte Spielstraße in Köln. Hier fühlt sie sich pudelwohl und erlebt zusammen mit ihren bestesten Freundinnen die tollsten ...

Die siebenjährige Fia kann sich keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen, als ihre bunte Spielstraße in Köln. Hier fühlt sie sich pudelwohl und erlebt zusammen mit ihren bestesten Freundinnen die tollsten Abenteuer. Gemeinsam mit Mona (ein echtes Feuerwehrmädchen), Detektiv Pippo, Superheldin Hanna und deren Erfinder-Bruder Ben ist sie die Herzensbande. Ihre Mission? Gutes tun, um andere Menschen (und sich selbst) glücklich zu machen. So kümmern sie sich einen Tag lang um den kleinen Laden von Tante Frida, helfen bei der Suche nach einem verlorenen Kuscheltier und sorgen dafür, dass der Karnevalsumzug am Krankenhaus vorbeizieht, damit auch die Patientinnen mitfeiern können. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn, niemand kann die Herzensbande trennen. Auch nicht so ein blöder Erwachsener, der nur an sich denkt.

Hurra, endlich geht es mit der Fia und der Herzensbande weiter! Nachdem mir der Reihenauftakt so gut gefallen hat, konnte ich die Fortsetzung kaum erwarten. Diese kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, allerdings macht es vermutlich etwas mehr Freude, wenn man mit dem ersten Band startet.

Voller Humor und Wärme entführt uns Christian Wunderlich zurück in die trubelige Spielstraße der Herzensbande. Schon das Cover macht sofort gute Laune und dahinter geht es ganz genauso weiter. Der Autor lässt wieder Fia selbst von ihren Erlebnissen berichten und fängt die kindliche Erzählperspektive hervorragend ein. Mit ihrer herrlich aufgeweckten und fantasievollen Art nimmt uns Fia mit in ihre Welt, spricht uns Leserinnen dabei immer wieder direkt an, sodass man sich gleich mittendrin fühlt. In 10 kurzen Kapiteln begleiten wir die Herzensbande und erleben gemeinsam mit ihr die tollsten kleinen Alltagsabenteuer. Ob der Karnevalsumzug, die Reise mit einer Zeitmaschine oder die spukende Fabrik – jede Geschichte sprüht nur so vor Lebensfreude und kindlicher Fantasie und Unbeschwertheit, vermittelt gleichzeitig aber auch wertvolle Botschaften über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Diversität und Hilfsbereitschaft.

Die fünf Kinder sind einfach eine großartige bunte Truppe. Sie zeigen uns einmal mehr, wie viel Herz in ihnen steckt und dass es nichts Schöneres im Leben gibt, als anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Zudem erinnern sie uns Erwachsene auch daran, die Welt öfters mal aus Kinderaugen zu betrachten, um zu sehen, dass sie voller Magie und Wunder steckt. Man wünscht sich beim Lesen nichts mehr, als selbst ein Teil der Herzensbande zu sein. Und dass all das auf realen Personen und teils auch wahren Begebenheiten beruht, lässt die Begeisterung für diese Vorlesebuchreihe nur noch größer werden.

Die zahlreichen liebevollen und farbenfrohen Illustrationen von Anne Grobe sind wieder das Sahnehäubchen obendrauf und setzen das Erzählte perfekt in Szene.

Fazit: Eine rundum gelungene Fortsetzung haben uns Christian Wunderlich und Anne Grobe hier gezaubert. Auch „Fia & Herzensbande – Volle Fahrt ins Abenteuer“ ist ein warmherziges, lustig-buntes und turbulentes Wohlfühlkinderbuch ab 5 Jahren mit fünf liebenswerten kleinen Held
innen, die die Leserherzen im Sturm erobern. Ein wunderbarer hyggeliger (Vor-)Lesespaß für Jung und Alt zum Schmunzeln, Mitfiebern und Nachdenken. Ich bin auch von diesem Band begeistert, mir hat er genauso gut gefallen wie der erste. Über weitere Abenteuer mit der Herzensbande würde ich mich sehr freuen! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Ein schaurig-schöner Monsterspaß!

Suri, die Monsterjägerin
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Die Waise Suri hat es geschafft, den Cat-Sí - gefährlichen Katzengeistern – zu entkommen und ist nun auf der Suche nach Arbeit. Es scheint nur leider niemand ihre Dienste als Monsterjägerin zu benötigen ...

Die Waise Suri hat es geschafft, den Cat-Sí - gefährlichen Katzengeistern – zu entkommen und ist nun auf der Suche nach Arbeit. Es scheint nur leider niemand ihre Dienste als Monsterjägerin zu benötigen (oder ihre Hilfe beim Fenster putzen und kochen). Zumindest muss sie die Reise zur unheimlichen Monsterschlucht nicht alleine antreten. Denn dieser Ort ist ihr Ziel, da ihr erstes gezähmtes Monster, der Riesenhund Byron, der perfekte Hütehund für die Riesen wäre, die die Grenze zur Menschenwelt vor Dämonen und Monstern schützen. Gemeinsam mit Bryon und dem vorlauten Kobold Caglio macht sie sich auf in den hohen Norden. Der Weg dorthin ist jedoch weit und gefährlich und ihnen fehlt es an Geld und Proviant. Der Schatz des Maulwurfskönigs, der sich mitten in einer Höhle befindet, kommt ihnen daher gerade recht, genauso wie der Junge Koyla, der behauptet, sie zum Schatz führen zu können. Kann man ihm aber wirklich trauen? Irgendwie scheint er etwas zu verbergen...

Hierbei handelt es sich um zweiten Band von Suri, die Monsterjägerin (übersetzt von Maria Schmidt) und es empfiehlt es sich, den Vorgänger zu kennen, da die Bände aufeinander aufbauen.
Nach meiner großen Begeisterung für Suris erstes Abenteuer konnte ich das Weiterlesen kaum erwarten. Schon das Cover verspricht wieder monstermäßig gute Unterhaltung und genau das bekommt man hier auch.

Der zweite Band knüpft ziemlich direkt dort an, wo der erste geendet hat. Die Geschichte startet wieder ohne langes Vorgeplänkel, ist von Beginn an fesselnd und turbulent und von einem wunderbaren skurrilen Humor und kindgerechten Monstergrusel durchzogen. Jo Rioux hat einfach eine faszinierende, mittelalterlich anmutende Fantasywelt geschaffen voller Geheimnisse, Magie und außergewöhnlicher Wesen. Es macht wieder richtig Spaß, in dieses kreative Universum einzutauchen und Suri auf ihrem Weg zu begleiten. Suri ist eine tolle Protagonistin: Pfiffig, furchtlos und sympathisch. Sie lässt sich so leicht nicht unterkriegen und zeigt uns einmal mehr, dass es sich lohnt, mutig zu sein und an sich selbst glauben. Die weiteren Charaktere sind jedoch nicht minder liebenswert gezeichnet. Ob bekannte oder neue Gesichter: Allesamt machen sie das Lesen zu einem großen Vergnügen. Vor allem der freche Kobold Caglio ist ein herrlicher Charakter, ich musste öfters sehr über ihn schmunzeln.
Obwohl dieser Band doppelt so viele Seiten hat wie der Vorgänger, ist das Abenteuer leider viel zu schnell wieder vorbei. Das Ende macht große Lust auf mehr, am liebsten würde man sofort weiterlesen. Soweit ich weiß, ist noch keine Übersetzung vom dritten Teil angekündigt, ich hoffe aber sehr, dass das noch kommen wird. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Suri und ihren Freunden weitergehen wird!

Optisch ist auch dieser Band ein besonderes Highlight. Jo Rioux’ Illustrationen sind lebendig und ausdrucksstark und strahlen durch die warmen, erdigen Farben eine wohlig-düstere Atmosphäre aus. An vielen Stellen erzählen sie die Geschichte auch ganz ohne Text. Für Erstlesende und Lesemuffel ist diese Kindercomic-Reihe daher ideal geeignet.

Ein paar Ausschnitte aus Suris Tagebuch im Anschluss runden das Ganze perfekt ab und lassen garantiert jeden Monster-Fan ganz auf seine Kosten kommen.

Fazit: Eine ungeheuerlich schöne Fortsetzung hat uns Jo Rioux hier gezaubert. Auch „Suri, die Monsterjägerin – Der Maulwurfkönig“ ist ein spannender und witzig-schräger Fantasy-Kindercomic ab 8 Jahren mit humorvollen Grusel, magischen Kreaturen und einer mutigen Heldin, die man gerne begleitet. Ein schaurig-schöner Monsterspaß - nicht nur für die Hallowenzeit. Ich bin auch von diesem Band begeistert, mir hat er sogar noch ein bisschen besser gefallen als der erste. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Wunderschön!

WINNIE
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Wer kennt ihn nicht, Pu, den Bären oder auch Winnie-the-Pooh? Ob aus den Romanen von Alan Alexander Milne oder den Disney-Zeichentrickfilmen: Von dem weltberühmten Bären aus dem Hundert-Morgen-Wald hat ...

Wer kennt ihn nicht, Pu, den Bären oder auch Winnie-the-Pooh? Ob aus den Romanen von Alan Alexander Milne oder den Disney-Zeichentrickfilmen: Von dem weltberühmten Bären aus dem Hundert-Morgen-Wald hat sicherlich nahezu jeder schon mal gehört. Wusstet ihr aber, dass es ihn (oder besser gesagt eigentlich „sie“) wirklich gegeben hat? Also ich tatsächlich nicht und das, wo ich so ein großer Winnie-Puuh-Fan bin. Tatsächlich ist es auch völlig an mir vorbeigegangen, dass der Bohem Verlag bereits vor zehn Jahren das hier vorliegende Bilderbuch herausgebracht hat. Was für ein Glück, dass anlässlich zum 100. Geburtstag von Pu, dem Bären, eine Neuauflage davon erschienen ist und ich dank dieser darauf aufmerksam geworden bin. Mir wäre ansonsten etwas ganz Wundervolles entgangen.

Zu Beginn lernen wir eine Mutter und ihren kleinen Sohn Cole kennen. Eigentlich ist schon Schlafenszeit, aber der Junge möchte unbedingt noch eine Geschichte hören. Eine wahre Geschichte. Über einen Bären. Und so beginnt die Mutter zu erzählen. Von einem kanadischen Veterinär namens Harry Colebourn aus Winniepeg, der vor über hundert Jahren gelebt hat. Während des ersten Weltkriegs sagte er seiner Heimat auf Wiedersehen und reiste zur Front, um sich dort um die Pferde der Soldaten zu kümmern. Auf seinem Weg begegnete er an einem Bahnsteig einem Trapper, der in Begleitung eines kleinen weiblichen Schwarzbären-Babys war. Er kaufte das Kleine für 20 Dollar und taufte es nach seiner Heimatstadt „Winnie“. Von da an war die Bärin immer dabei, im Zug, auf dem Übungsplatz, bei seiner Arbeit und sogar auf dem Schiff, das sie nach England fuhr. Erst als er nach Frankreich musste, brachte er das „Maskottchen der Soldaten“ in den Londoner Zoo.

Das Buch ist größtenteils die Einschlafgeschichte der Mutter, bei der es sich um die Autorin Lindsay Mattick handelt. Immer wieder wird die Erzählung jedoch von kleinen Dialogen zwischen Mutter und Sohn unterbrochen. Cole möchte es nämlich manchmal ganz genau wissen. Was ein Veterinär ist, zum Beispiel. Solch schwierige Begriffe werden hier sehr leicht und verständlich erklärt, sodass auch schon jüngere Kinder dem Text folgen können.
Was das alles nun aber mit dem Pu, dem Bären, zu tun hat, wird erst zum Ende hin klar. Mehrere Jahre nachdem Harry Colebourn Winnie in den Zoo gebracht hat, freundete sich ein Junge namens Christopher Robin mit der Schwarzbärin an und taufte seinen Stoffbären nach ihr. Inspiriert davon schrieb sein Vater Alan Alexander Mine die unvergesslichen Geschichten über Winnie-the-Pooh, die auch heute noch Jung und Alt begeistern und nichts von ihrem Zauber verloren haben. Und dank Lindsay Mattick, bei der es sich um die Urenkelin von Harry Colebourn handelt, kennen nun auch wir die wirklich wahre Geschichte des wohl bekanntesten Bären der Kinderliteratur.

Neben den liebevollen Texten und der gelungenen Mischung aus gemütlicher Gutenachtgeschichte und historischer Realität überzeugt das Buch auch optisch auf ganzer Linie. Die Illustrationen von Sophie Blackall sind einfach zauberhaft anzusehen. Ausdrucksstark, detailreich und voller nostalgischer Atmosphäre und Wärme. Mit feinem Strich und zarten Farben erwecken sie das Erzählte zum Leben und laden zum Verweilen, Entdecken und immer-wieder-Angucken ein.

Abgerundet wird das Ganze von Originalfotos und Dokumenten wie beispielsweise ein Bild von Harry und Winnie oder Auszüge aus Harrys Tagebuch. Nach dieser Lektüre wird garantiert jeder den Wunsch verspüren, sofort in die Welt des Hundert-Morgen-Walds einzutauchen und Winnie-the-Pooh neu zu entdecken.

Fazit: Ein bärig schönes Bilderbuch ab 3 Jahren über die unglaubliche Entstehungsgeschichte des legendären Pu, den Bären, haben Lindsay Mattick und Sophie Blackall hier geschaffen. Ein echter Schatz in jedem Bücherregal für alle Winnie-the-Pooh-Fans und die, die es noch werden wollen. Berührend, fesselnd, faszinierend - wunderbar zeitlos. Ich bin total verlieb in dieses Schätzchen und kann es jedem nur ans Herz legen! Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen.

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