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Veröffentlicht am 15.03.2026

tolle Familiengeschichte in kurzen Sätzen

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Norddeutschland. Anfang 20.Jahrhundert. Alles beginnt mit der heimlichen Schlachtung eines Schafes. Über eine Eingeweideschau erzählt die Urenkelin Alma, ihre Familiengeschichte. Ausgangspunkt ist die ...

Norddeutschland. Anfang 20.Jahrhundert. Alles beginnt mit der heimlichen Schlachtung eines Schafes. Über eine Eingeweideschau erzählt die Urenkelin Alma, ihre Familiengeschichte. Ausgangspunkt ist die Urgroßmutter Henrike. Welche Ereignisse wird die Familie erleben?

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Der Titel mag sperrig klingen & die 1.Seite gibt Preis was es damit auf sich hat. Es ist ein Buch über starke Frauen. Mehrere Generationen begleiten wir sie. Es gibt Aufschlüsse darüber was in der Zeit passiert, wie es den Menschen ergeht & was sie beschäftigt. Jede Generation hat seine Herausforderungen, dabei sind die familiären Beziehungen wichtig, sie stärken & unterstützen sich.

Die Frage nach der Herkunft ist wesentlicher Bestandteil. Woher komme Ich & was sind meine Wurzeln. Jede Generation verschlägt es woanders hin. Die einzelnen Lebenswege zu begleiten ist spannend & offenbart immer wieder neue Geschichten.
Leben & Tod gehören unabdingbar zusammen. Die Hebamme & Leichenschauerin sind stets anwesend. Sie sind bei jeder Geburt/Beerdigung dabei & schlagen einen Kreis um die Familie. Ist es beabsichtigt, dass sie Frauen sind?

Maschik hat einen Familienroman aus der Sicht der Urenkelin geschrieben. Es wird mitunter auf einer nüchternen Art & Weise erzählt. Die kurzen Textpassagen sind nicht länger als 1-2 Seiten & entwickeln einen rasanten Sog. Zudem kommen die kurzen Sätze, die eine bildreiche & tolle Sprache entwickeln. Im Roman wird zwischen den unterschiedlichen Frauenfiguren gesprungen, was eine Lebendigkeit ausstrahlt. Das Aufeinanderreihen von Erklärungen bringen eine (un)bewusste Unterbrechung zum Nachdenken/Erholen mit sich. Die Verarbeitung wie mit dem Krieg umgegangen wird, lässt Raum zum Innehalten. Zum Ende verschwimmt die Realität mit Fiction. Es ist ein starkes, außergewöhnliches Debüt, welches meiner Meinung zurecht für die Sparte Debüt für den Österreichischen Buchpreis 2025 nominiert wurde.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wie geht es nach dem Abi weiter?

Salto
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NRW. Marko hat das Abi in der Tasche & versumpft in Social Medien. Seine Freundin Claire will raus aus der Kleinstadt & in München studieren. Marko bewirbt sich für das Medizinstudium wird jedoch ...

NRW. Marko hat das Abi in der Tasche & versumpft in Social Medien. Seine Freundin Claire will raus aus der Kleinstadt & in München studieren. Marko bewirbt sich für das Medizinstudium wird jedoch abgelehnt. Sein Vater hat die Idee, ein Studium in Ungarn. Marko & Claire müssen sich trennen. Hält ihre Beziehung?

„Salto“ von Kurt Prödel ist sein 2. Roman. Es ist eine Coming-of-Age Story.

Was hält das Leben nach dem Abi bereit? Vor dieser Herausforderung steht Marko. Er will etwas aus sich machen. Das Ersparte wird genutzt, um das Studium zu bezahlen. Scham begleitet Marko. Nun wird er immer wieder mit neuen Aufgaben konfrontiert. Für sich findet er einen Weg damit umzugehen, wie eine Mediation, ruft er sich in Gedanken: Augen zu, 1 Sekunde warten, Augen auf. Starten.

Wie geht es weiter mit Marko & Claire? Beide sind weit voneinander getrennt & schlagen verschiedene Richtungen ein. Sie verlieren sich aus den Augen & gehören doch zusammen. Das ringen um ihre Liebe schwingt bewusst & unbewusst mit. Wird es ein Happy End geben & finden sie wieder zueinander oder steht die Trennung bevor?

Ein anderes Thema wird beleuchtet. Eine Erkrankung & der Auseinandersetzung mit dem Leben, die mein Alltag beeinträchtigt. Ab jetzt wird sich mein Leben verändern & nie wird es so sein wie es einmal war. Neue unbekannte Probleme kommen hinzu & ich bin gezwungen meine Lebenseinstellung zu ändern.

Prödel ist ein toller, gefühlvoller, emotionaler Roman gelungen. Der aufzeigt, vor welchen Herausforderungen junge Menschen stehen. Natürlich stand jede*r vor diesen Schritt, aber die Zeit dreht sich weiter. Insbesondere das Setting gibt dem Buch eine Nahbar- & Greifbarkeit. Die Hoffnung & der Mut alles geht gut, steht hierbei im Mittelpunkt. Ein Salto ist eine 360° Drehung & die erlebe ich hier in dem Roman. Zwischen leisen Tönen, schweren Momenten & einem ruhigen Schreibstil ist eine leichte Lektüre entstanden.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

starkes Debüt ins Jahr 2026

Die Namen
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„Die Namen“ von Florence Knapp übersetzt von Lisa Kögeböhn (352 Seiten)
1987. Cora, die Mutter ist mit Maia, die Tochter auf den Weg zum Amt. Sie wollen den Namen des Kindes eintragen lassen. Den Namen ...

„Die Namen“ von Florence Knapp übersetzt von Lisa Kögeböhn (352 Seiten)
1987. Cora, die Mutter ist mit Maia, die Tochter auf den Weg zum Amt. Sie wollen den Namen des Kindes eintragen lassen. Den Namen hat Maia ausgewählt. Bear soll er heißen. Gordon, der Vater, sein Wille ist die Tradition muss weitergeführt werden. Das Baby muss Gordon heißen. Der ausgewählte Name von Cora ist Julian. 3 Namen, 3 Lebensläufe. Wie werden sie sich entwickeln?

„Die Namen“ von Florence Knapp ist ihr Debütroman. Ein starker Beginn ins Jahr 2026.

Ein Kind wird geboren, ein passender Name muss gefunden werden. Jedes Familienmitglied hat Ideenvorschläge. Konfliktpotenzial ist vorprogrammiert. Für welchen Namen wird sich entschieden. Der Name ist Richtungsweisend für das Leben. Jeder Name hat eine Bedeutung & dies will gut überlegt sein. Dazu spielen auch Familientraditionen eine Rolle.
Interessant ist den Lebenslauf der Protagonisten zu erleben. Wie entwickeln sich die 3 Storys. Als Leser*in begleite ich sie von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Entwickelt sich das Kind wie es die Eltern vorleben oder doch anders? Die Elternliebe ist dabei nicht zu unterschätzen.

In dem Buch geht es nicht nur um die Namensfindung. Es geht um viel mehr. Machtmissbrauch, Bevormundung & Häusliche Gewalt. Die Szenen werden sehr detailliert beschrieben, sind hart & lassen den Atem stocken. Wer dies nicht erträgt sollte die Stellen überblättern.

„Die Namen“ ist ein Roman über 3 Lebenswege die unterschiedlicher nicht sein können. Beim Lesen wird man in einem Sog gezogen. Die Stimmung ist oft bedrückend, düster & oft hofft man, dass bestimmte Szenen schnell vorbei sind. Das Buch wird in Zeitabschnitten mit Sprüngen von 8 Jahren erzählt. Es werden offene Enden produziert & diese werden später nicht oft aufgegriffen. Das ist kein Problem, es regt die eigene Phantasie an. Der Roman spielt in der Realität, greift aktuelle politische & gesellschaftliche Themen auf. Für mich ein Jahreshighlight 2026.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Was muss ein Kind erleiden?

Shuggie Bain
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„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird ...

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter?

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020.

Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Prostitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. Sex & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät.

Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen?

„Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Der 10. Fall und Eberhofer Dienstjubiläum

Guglhupfgeschwader
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Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft ...

Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft der Lotto-Otto um Hilfe, er hat Spielschulden. Er & seine Mutter werden bedroht. Kurze Zeit später fliegt der Lottoladen in die Luft. Eine Leiche wird gefunden. Das Dreamteam ist am Start.

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Was soll man schreiben. Eine Kultbuchreihe ist am Start. Schon seit dem 1.Fall ist mir der Eberhofen & Birkenberger ans Herz gewachsen. Unglaublich, schon der 10. Fall wie die Zeit vergeht. Der Dorfgendarm Franz ist Vater, lebt mit seiner Susi im „Saustall“ & sein Bruder Leopold wartet nur darauf, dass seine Frau zurückkommt. Die Oma bäckt fleißig Gugelhupf der schneller verputzt ist, wie Franz selbst ein Stück abbekommt.
Abseits der Eberhoferfamilie muss Franz sich beweisen, ob auf dem Fußballplatz, wo sich die Väter über Buengo, ein schwarzer Fussballtrainer der die Kinder trainiert, beschweren oder mit Rudi’s neuer Freundin.
Die Suche nach dem Mörder rutscht aufgrund des Dienstjubiläums dabei in den Hintergrund mit Unterstützung von Richter Moratschek überführen Franz & Rudi ihn letztendlich.
Der Provinzkrimi ist wieder ein humorvolles, unterhaltsames Buch, welches ich gern mal zwischendurch lese. Der Fall ist klar strukturiert & schlüssig. Die Entwicklung der einzelnen Charakteren mit ihren Problemen & Herausforderungen sind ebenso toll zu erfahren & mit zu fiebern wie es mit ihnen weitergehen wird. Der Titel des Buches ist der heimliche Star des Krimis. Eine etwas andere Leseempfehlung & alle Fälle ein Krimi zum Lachen. Ich lese die Teile der Reihe nicht unbedingt in Reihenfolge.

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