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Veröffentlicht am 28.02.2026

starkes Debüt ins Jahr 2026

Die Namen
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„Die Namen“ von Florence Knapp übersetzt von Lisa Kögeböhn (352 Seiten)
1987. Cora, die Mutter ist mit Maia, die Tochter auf den Weg zum Amt. Sie wollen den Namen des Kindes eintragen lassen. Den Namen ...

„Die Namen“ von Florence Knapp übersetzt von Lisa Kögeböhn (352 Seiten)
1987. Cora, die Mutter ist mit Maia, die Tochter auf den Weg zum Amt. Sie wollen den Namen des Kindes eintragen lassen. Den Namen hat Maia ausgewählt. Bear soll er heißen. Gordon, der Vater, sein Wille ist die Tradition muss weitergeführt werden. Das Baby muss Gordon heißen. Der ausgewählte Name von Cora ist Julian. 3 Namen, 3 Lebensläufe. Wie werden sie sich entwickeln?

„Die Namen“ von Florence Knapp ist ihr Debütroman. Ein starker Beginn ins Jahr 2026.

Ein Kind wird geboren, ein passender Name muss gefunden werden. Jedes Familienmitglied hat Ideenvorschläge. Konfliktpotenzial ist vorprogrammiert. Für welchen Namen wird sich entschieden. Der Name ist Richtungsweisend für das Leben. Jeder Name hat eine Bedeutung & dies will gut überlegt sein. Dazu spielen auch Familientraditionen eine Rolle.
Interessant ist den Lebenslauf der Protagonisten zu erleben. Wie entwickeln sich die 3 Storys. Als Leser*in begleite ich sie von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Entwickelt sich das Kind wie es die Eltern vorleben oder doch anders? Die Elternliebe ist dabei nicht zu unterschätzen.

In dem Buch geht es nicht nur um die Namensfindung. Es geht um viel mehr. Machtmissbrauch, Bevormundung & Häusliche Gewalt. Die Szenen werden sehr detailliert beschrieben, sind hart & lassen den Atem stocken. Wer dies nicht erträgt sollte die Stellen überblättern.

„Die Namen“ ist ein Roman über 3 Lebenswege die unterschiedlicher nicht sein können. Beim Lesen wird man in einem Sog gezogen. Die Stimmung ist oft bedrückend, düster & oft hofft man, dass bestimmte Szenen schnell vorbei sind. Das Buch wird in Zeitabschnitten mit Sprüngen von 8 Jahren erzählt. Es werden offene Enden produziert & diese werden später nicht oft aufgegriffen. Das ist kein Problem, es regt die eigene Phantasie an. Der Roman spielt in der Realität, greift aktuelle politische & gesellschaftliche Themen auf. Für mich ein Jahreshighlight 2026.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Was muss ein Kind erleiden?

Shuggie Bain
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„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird ...

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter?

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020.

Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Prostitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. Sex & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät.

Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen?

„Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Der 10. Fall und Eberhofer Dienstjubiläum

Guglhupfgeschwader
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Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft ...

Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft der Lotto-Otto um Hilfe, er hat Spielschulden. Er & seine Mutter werden bedroht. Kurze Zeit später fliegt der Lottoladen in die Luft. Eine Leiche wird gefunden. Das Dreamteam ist am Start.

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Was soll man schreiben. Eine Kultbuchreihe ist am Start. Schon seit dem 1.Fall ist mir der Eberhofen & Birkenberger ans Herz gewachsen. Unglaublich, schon der 10. Fall wie die Zeit vergeht. Der Dorfgendarm Franz ist Vater, lebt mit seiner Susi im „Saustall“ & sein Bruder Leopold wartet nur darauf, dass seine Frau zurückkommt. Die Oma bäckt fleißig Gugelhupf der schneller verputzt ist, wie Franz selbst ein Stück abbekommt.
Abseits der Eberhoferfamilie muss Franz sich beweisen, ob auf dem Fußballplatz, wo sich die Väter über Buengo, ein schwarzer Fussballtrainer der die Kinder trainiert, beschweren oder mit Rudi’s neuer Freundin.
Die Suche nach dem Mörder rutscht aufgrund des Dienstjubiläums dabei in den Hintergrund mit Unterstützung von Richter Moratschek überführen Franz & Rudi ihn letztendlich.
Der Provinzkrimi ist wieder ein humorvolles, unterhaltsames Buch, welches ich gern mal zwischendurch lese. Der Fall ist klar strukturiert & schlüssig. Die Entwicklung der einzelnen Charakteren mit ihren Problemen & Herausforderungen sind ebenso toll zu erfahren & mit zu fiebern wie es mit ihnen weitergehen wird. Der Titel des Buches ist der heimliche Star des Krimis. Eine etwas andere Leseempfehlung & alle Fälle ein Krimi zum Lachen. Ich lese die Teile der Reihe nicht unbedingt in Reihenfolge.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Was für eine Story!

An Rändern
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Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. ...

Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. Dort trifft er auch einen besonderen Menschen, seine 1. große Liebe.

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Die Beerdigung der Mutter ist vorüber. Als Leser
in muss es schlimm klingen, bei der Beisetzung nicht dabei zu sein, nach dem Roman sieht man es (vielleicht) anders. Die Mutter, Alkoholikerin, missbrauchte ihren eigenen Sohn, körperlich als auch seelisch. Liebe & Gefühle seitens der Mutter Fehlanzeige, Gewalt ist vorhanden.

Ein anderes Thema ist die Identifikation der eigenen Sexualität. In seiner Jugendzeit wird er Opfer von Vergewaltigung. Er lernt ein Mann kennen, die 1.große Liebe. Bei ihm findet er Zärtlichkeit & Nähe. Beide haben nicht daran gedacht, dass sie sich nach den Jahren wiedersehen. Die schönen Erinnerungen & Gefühle kehren zurück. Was ist aus beiden geworden? Was beide wissen sobald einer geht, geht er für immer…

Der Roman switcht zwischen der Vergangenheit & Gegenwart. Tijssens schreibt in der ICH-Form, manchmal in der DU-Form, versucht er dann die Story auf Distanz zu halten? Eine düstere Atmosphäre herrscht & wenig Luft zum Atmen bleibt. Auf wenigen Seiten, die keine Seitenzahlen besitzen, schafft er eine aufwühlende & tiefgründige Lektüre. Eine schnörkellose Sprache, voller Emotionen. Hoffnung gibt der Roman das im Heute vieles besser ist. Der Titel beschreibt die Typografie, an den oberen Rand ist der Text gedrängt. Intensive Melancholie gepaart mit Hoffnung ist ein Roman der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Eine Idee mit folgenschweren Auswegen

Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste
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Ostberlin, 1983, DDR. Grischa Tannberg beginnt in der staatlichen Plankommission, PlaKo. Er ist zuständig für den Handel mit Afghanistan. Sein Chef, Ralf Burg, erläutert was die Aufgabe der Abteilung ist: ...

Ostberlin, 1983, DDR. Grischa Tannberg beginnt in der staatlichen Plankommission, PlaKo. Er ist zuständig für den Handel mit Afghanistan. Sein Chef, Ralf Burg, erläutert was die Aufgabe der Abteilung ist: kunstvolles Warten, aber ohne offensichtlich zu warten. Grischa ist voller Tatendrang & beginnt sich über Land & Menschen zu erkundigen. Ein Produkt ist besonders gut für den Handel: Hanf.

„Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“ von Jakob Hein war 1 Buch der letzten Buchclubrunde 2025. Was für ein Jahresabschluss.
Was passiert wenn ein Mitarbeiter unterfordert ist?
Heute nicht vorstellbar (Workaholic), in der DDR schon. Eine Idee wird geboren. Export von Medizinalhanf, Eröffnung vom Freundschaftsladen an der Grenze, die Leute stehen Schlange. Die Ministerien wissen nicht mehr was sie tun sollen & um das Ganze aufzulösen wird 1 Mrd. DM gezahlt. Kurz gesagt, beruflicher Leerlauf lohnt sich nicht. Nicht nur der Handel steht im Mittelpunkt auch andere Tauschgeschäfte werden gemacht (Maschine/Gras).
Hein verbindet in dem Buch eine fiktive Story mit realen Geschehnissen. Die historischen Bezüge sind genausten recherchiert & deshalb fühlt er sich nahbar beim Lesen an. Für mich, der nicht in der DDR geboren ist, zeigt es eine neue bisher unbekannte Sicht an.
Hein hat einen lustigen, abgedrehten Roman geschrieben. Hier gibt es keine Schmunzler, sondern laute Lacher. Die Charaktere sind nahbar, sehr gut geformt, aber manchmal etwas holzschnittartig. Spaß hatte Jakob Hein beim Schreiben des Romanes sicher & diesen merkt man beim Lesen alle Fälle. Es ist ein herrliches, humoristisches Buch & eine absolute Leseempfehlung für alle die mal eine etwas andere Story lesen wollen. Ein Happy End gibt es auch!

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