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Veröffentlicht am 16.07.2025

Leider Potenzial für mehr

Der verschwundene Buchladen
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Evie Woods’ Roman „Der verschwundene Buchladen“ lockt mit einer vielversprechenden Mischung aus magischem Realismus, literarischem Charme und der Suche nach einem Neuanfang. Die Zutaten wirken auf den ...

Evie Woods’ Roman „Der verschwundene Buchladen“ lockt mit einer vielversprechenden Mischung aus magischem Realismus, literarischem Charme und der Suche nach einem Neuanfang. Die Zutaten wirken auf den ersten Blick ideal für eine atmosphärische Geschichte: eine geheimnisvolle Buchhandlung, eine irische Idylle, tragische Vergangenheit, neue Hoffnung. Doch leider blieb der Funke für mich über weite Strecken aus.

Im Zentrum steht Martha, die nach einer toxischen, von Gewalt geprägten Beziehung nach Irland reist, wo sie überraschend Henry kennenlernt und ihn in seiner Recherche in die Vergangenheit unterstützt. Gemeinsam stoßen sie auf einen sonderbaren Buchladen, dessen Besitzerin und verloren geglaubte Manuskripte. Die Idee ist schön und erinnert an Geschichten wie „Die Mitternachtsbibliothek“ oder „Die kleine Buchhandlung am Ufer der Seine“. Doch leider bleibt die Umsetzung hinter dem Potenzial zurück.

Ein zentrales Problem war für mich die Oberflächlichkeit vieler Figuren und die fehlende Charakterbildung. Marthas Entwicklung wirkte oft etwas konstruiert und auch die Nebenfiguren konnten mich nicht durchgängig überzeugen, obwohl gerade in ihnen viel erzählerisches Potenzial steckte.

Mich hat primär Opalines Geschichte interessiert, bleibt über weite Strecken ein Mysterium, ohne dass man das Gefühl hat, sie wirklich nahe kennenzulernen. Erst ab der Hälfte hat man die Distanz überwunden und eine Bindung zu ihr aufgebaut. Ihre Geschichte hätte die Chance geboten, der Handlung mehr Tiefe und eine historische Verankerung zu geben, jedoch bleibt sie ab einem gewissen Punkt eher ein erzählerisches Mittel als eine lebendige Figur.

Henry hingegen ist als männlicher Gegenpart zu Martha durchaus sympathisch angelegt; feinfühlig, klug und mit einer eigenen Tragik behaftet. Aber auch seine Figur bleibt seltsam distanziert. Die Annäherung zwischen ihm und Martha verläuft vorhersehbar und ohne größere emotionale Wucht. Da hätte ich mir mehr Zwischentöne und Reibung gewünscht – echte Entwicklung statt einer sich allzu glatt fügenden Romanze.

Auch die titelgebende Buchhandlung, die mit einer magischen Aura umgeben ist, spielt im Endeffekt eine kleinere Rolle, als man erwarten würde. Die Magie wirkt mehr dekorativ als tiefgreifend; ein stimmungsvoller Vorhang, hinter dem sich erzählerisch leider nicht allzu viel verbirgt.

„Der verschwundene Buchladen“ ist eine leichte, gefällige Lektüre mit einem schönen Setting und einer sympathischen Grundidee, bleibt aber emotional und inhaltlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer einen ruhigen, etwas märchenhaften Wohlfühlroman sucht, wird hier fündig. Wer jedoch auf starke Figuren, echte Konflikte und magischen Tiefgang hofft, könnte eher enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Leider deutlich hinter dem Potential

Psyche und Eros
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„Psyche und Eros" von Luna McNamara begann für mich vielversprechend, konnte diese Erwartungen jedoch leider nicht halten.

Besonders Psyche als Protagonistin hatte zunächst einen starken Auftritt als ...

„Psyche und Eros" von Luna McNamara begann für mich vielversprechend, konnte diese Erwartungen jedoch leider nicht halten.

Besonders Psyche als Protagonistin hatte zunächst einen starken Auftritt als eigenständige sowie reflektiert Frau mit dem klaren Wunsch, unabhängig sein und auch zu bleiben. Im Verlauf der Handlung entwickelte sie sich jedoch zunehmend in eine Richtung, welche diesem Anspruch widerspricht. Sie wirkt immer naiver und emotional abhängiger von Eros, was für mich nicht nur unpassend, sondern auch enttäuschend war, gerade mit dem Hintergrund, dass ihre anfängliche Haltung explizit eine gegenteilige war.

Auch Eros selbst konnte mich als Protagonist nicht überzeugen. Für eine Figur, die hunderte oder gar tausende Jahre alt sein soll, bleibt er überraschend blass und nichtssagend. Seine Persönlichkeit bleibt oberflächlich, innere Konflikte oder charakterliche Tiefe sind kaum spürbar. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung zu ihm aufzubauen oder seine Handlungen wirklich nachzuvollziehen.

Als Paar funktionierten Psyche und Eros für mich ebenfalls nicht. Ihre Dynamik wirkte unausgewogen und wenig greifbar, was sich negativ auf mein Verständnis und meine Bindung an die Handlung auswirkte. Ich konnte die Beziehung zwischen den beiden leider nicht fühlen oder nachvollziehen.

Hinzu kommt ein unausgeglichenes Erzähltempo.
Während einige Abschnitte sich unnötig in die Länge ziehen, werden gerade jene Handlungsstränge, die Potenzial für Spannung und Entwicklung gehabt hätten, sehr schnell abgehandelt. Viele Szenen hätten so viel Potenzial gehabt, damit man auch die Welt dahinter verstehen bzw. in diese eintauchen könnte, jedoch haben die Handlungen dies meiner Ansicht nach nicht zugelassen.

Insgesamt fehlte mir dadurch sowohl narrative als auch emotionale Tiefe, sodass ich „Psyche und Eros" nach etwa der Hälfte leider abgebrochen habe.

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