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Veröffentlicht am 07.03.2023

Atmosphärisches Highlight

Der Schattenriss
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„Der Schattenriss“ war auf jeden Fall anders als erwartet, dafür aber sehr atmosphärisch und oft auf eine ungezwungene Art poetisch.

ʙösᴇs ɢᴇsᴄʜɪᴇʜᴛ ɪᴍ ᴅᴜɴᴋᴇʟɴ. Als wäre das Leben als unverheiratete ...

„Der Schattenriss“ war auf jeden Fall anders als erwartet, dafür aber sehr atmosphärisch und oft auf eine ungezwungene Art poetisch.

ʙösᴇs ɢᴇsᴄʜɪᴇʜᴛ ɪᴍ ᴅᴜɴᴋᴇʟɴ. Als wäre das Leben als unverheiratete Frau fortgeschrittenen Alters und mit angeschlagener Gesundheit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht schon schwierig genug, sieht sich die Scherenschnitt-Künstlerin Agnes mit weiteren Problemen konfrontiert: Das Interesse an ihrem Geschäft sinkt dank der aufkommenden Fotografie und ihre verbleibende Kundschaft scheint jemand nach dem Leben zu trachten. Um den mysteriösen Morden auf den Grund zu gehen – die Ermittlungen gehen nur schleppend voran – wendet sich Agnes an ein Medium. Doch so manches Geheimnis sollte lieber im Verborgenen bleiben…

Ich habe das Buch im Buddyread gelesen und uns beide hat die Sprache sehr eingenommen. An vielen Stellen fand ich die Bemerkungen überraschend tiefsinnig und die Geschichte war insgesamt angenehm zu lesen.

Mich hat der Einblick in den Alltag der Figuren zum Teil sehr bewegt – schwierige Situationen gibt es hier zuhauf. Vor allem die verschiedenen Facetten von zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikten haben mir richtig gut gefallen. Wie so oft gibt es wenig schwarz oder weiß, dafür aber viele Schattierungen dazwischen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch bei Leseflauten ein guter Griff wäre: Kurze Kapitel, mysteriöse Morde und ein angenehmer historischer Flair – was will das Herz mehr?

Insgesamt war ich sehr begeistert, auch wenn mich einige Wendungen und Zusammenhänge weniger überrascht haben. Ich werde auf jeden Fall auch zu den weiteren Büchern der Autorin greifen!

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Veröffentlicht am 07.12.2022

Wunderschöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt

Die Katze, die von Büchern träumte
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Wer liebt sie nicht: Bücher über Bücher! Die Katze, die von Büchern träumte war für mich daher genau so schön, wie erwartet. Eher ruhig, sehr fantasievoll und ideal, um abends abzutauchen und im Nachgang ...

Wer liebt sie nicht: Bücher über Bücher! Die Katze, die von Büchern träumte war für mich daher genau so schön, wie erwartet. Eher ruhig, sehr fantasievoll und ideal, um abends abzutauchen und im Nachgang darüber zu sprechen.

Aber worum geht‘s überhaupt? Rintarō und seinen Großvater verbindet die Liebe zu Büchern. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit in ihrem kleinen Buchladen voller antiquarischer Exemplare – bis der Tod sie trennt und Rintarō plötzlich allein ist. Voller Kummer verkriecht er sich zwischen den hohen Regalen, schottet sich ab und besucht auch die Schule nicht mehr. Während andere erfolglos zu ihm durchzudringen versuchen, ist der etwas ruppige Kater Tora weniger nachgiebig. Die Bücher sind in Gefahr & die Hilfe eines wahren Buchliebhabers wie Rintarō wird gebraucht. Also los!

Mich hat die Geschichte von Anfang an bezaubert. Gemeinsam bestreiten die beiden mehrere Labyrinthe, in denen Aufgaben auf sie warten, die sowohl Köpfchen als auch Herz erfordern. Außerdem gewinnen sie noch Unterstützung, die keiner der beiden hat kommen sehen.

Für mich hat die Geschichte diesen besonderen Funken, der z. B. dafür sorgt, dass Momo seit Jahren eines meiner liebsten Bücher ist. Die Katze, die von Büchern träumte ist wunderschön erzählt, kommt ohne Gewalt aus, regt zum Nachdenken an und hätte mich als Kind mindestens genau so begeistert.

Aufgrund der Kürze – das Buch umfasst lediglich 190 Seiten – ist die Erzählung verdichtet und ausführliche Beschreibungen werdet ihr eher weniger finden. Obwohl ich mir gewünscht hätte, dass wir noch mehr erfahren, denke ich, dass die Kürze hier dafür sorgt beim Wesentlichen zu bleiben. Trotzdem bin ich etwas wehmütig darüber.

Passend zur Bookstagram-Bubble stupst das Buch zudem die Frage an, ob bei unserer Leidenschaft dem Lesen nicht manchmal das Wesentliche aus den Augen verloren wird: Zählt, was, wie schnell und welche Mengen wir lesen – oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Eine großartige Botschaft, wie ich finde.

Ich kann euch nur ans Herz legen, zu dem Buch zu greifen. Ideal für die Weihnachtszeit! ♥

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Veröffentlicht am 11.11.2022

Eindrucksvolle Neuauflage eines faszinierenden Klassikers

Berge des Wahnsinns – Erster Teil
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Arkham, 1933. Um eine weitere wissenschaftliche Expedition in die Antarktis, die an seine Reise zwei Jahre zuvor anknüpft, zu verhindern, beschließt Professor Dyer – Geologe und damaliger Expeditionsleiter ...

Arkham, 1933. Um eine weitere wissenschaftliche Expedition in die Antarktis, die an seine Reise zwei Jahre zuvor anknüpft, zu verhindern, beschließt Professor Dyer – Geologe und damaliger Expeditionsleiter der Miskatonic Universität – die tragischen Ereignisse jener Reise zu enthüllen, die er bislang verschwiegen hat.

1931 war ein Teil seines Expeditionsteams einer vielversprechenden Entdeckung gefolgt und dabei auf mehr gestoßen als sie selbst für möglich gehalten hatten. Mitten in dieser wissenschaftlichen Euphorie sorgte jedoch ein starker Sturm für den Abbruch der Kommunikation zwischen den zwei Gruppen. Am nächsten Tag brachen die Zurückgebliebenen auf, um dem restlichen Team zur Hilfe zu eilen und das Grauen entfaltete sich…

Ich habe die Übersetzung von Rudolf Hermstein als sehr angenehm zu lesen empfunden. Da es sich bei „Berge des Wahnsinns“ um eine (fiktive) Dokumentation von Ereignissen handelt, ziehen sich einige Stellen mit detaillierten Beschreibungen. Wenn ihr euch darauf einlassen könnt, ist die Geschichte – insbesondere mit den Illustrationen – wunderbar atmosphärisch. Ihr solltet jedoch keinen Abenteuerroman erwarten.

Die Antarktis ist in meinen Augen ein faszinierendes Setting, das aufgrund der zahlreichen Gefahren bereits ein beklemmendes Gefühl auslöst, bevor wir mit Lovecrafts kosmischen Horror überhaupt konfrontiert werden. Außerdem sind die Illustrationen von François Baranger nicht nur beeindruckend, sondern unterstreichen die Atmosphäre der Expedition auf großartige Weise. Sie werden im Verlauf der Geschichte zunehmend düster und fangen das Unbehagen, das einem langsam den Rücken hochkriecht, in meinen Augen sehr gelungen ein.

Der erste Teil endet genau da, wo wir als Leser:innen nervös auf und ab wippen und die Geschichte an dem Punkt angelangt ist, auf den wir gewartet haben. Entsprechend bin ich schon sehr auf den zweiten Teil gespannt!

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Mich hat die Geschichte von Beginn an begeistert!

Kleopatra
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Ich war gemeinsam mit Kleopatra wütend, erleichtert, traurig und auch ein bisschen wehmütig. Obwohl ihr Ende (im Gegensatz zu vielen sonstigen Aspekten) kein Geheimnis ist, hat mich das Verfolgen ihres ...

Ich war gemeinsam mit Kleopatra wütend, erleichtert, traurig und auch ein bisschen wehmütig. Obwohl ihr Ende (im Gegensatz zu vielen sonstigen Aspekten) kein Geheimnis ist, hat mich das Verfolgen ihres Lebenswegs zwischenzeitlich hoffen lassen, sie würde einen anderen Weg einschlagen. Vielleicht war das unvermeidliche Ende sogar ein wesentlicher Bestandteil für die Tragik, die sich mit jeder weiteren gelesenen Seite zugespitzt hat. Wobei es nicht ganz so verlief, wie von mir erwartet.

Das Bild, das von Kleopatra gezeichnet wird, mag nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen, aber ihre persönliche Entwicklung sowie die Schwachstellen und Stolpersteine waren sehr greifbar & haben ihr (und ihren Missgönnern) viel Leben eingehaucht. Auch im Vorwort wird nochmal betont, dass es kein Roman ist, der keine Ausschmückungen oder erdachte Inhalte enthält. Ich denke, das sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten. Im Gegensatz zu anderen, sehe ich darin allerdings eher einen Startschuss sich auf eigene Faust in Daten und Fakten zu stürzen, wenn man gerne mehr erfahren würde. Der Roman hat bei mir auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich mich weiter mit Kleopatra und ihrem Wirken beschäftigen möchte. Neugierig, was es noch über sie zu entdecken gibt, bin ich jetzt allemal.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Dies ist mein letzter Liebesbrief an dich, auch wenn manche ihn ein Geständnis nennen würden…🩸

A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.
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„Die Menschen bezeichnen mich nur als grausam, weil es einfacher ist, eine Frau als kaltherzig anstatt kompetent anzusehen.“

A Dowry of Blood von S. T. Gibson erzählt einen Teil von Draculas Geschichte ...

„Die Menschen bezeichnen mich nur als grausam, weil es einfacher ist, eine Frau als kaltherzig anstatt kompetent anzusehen.“

A Dowry of Blood von S. T. Gibson erzählt einen Teil von Draculas Geschichte aus der Perspektive seiner ersten Braut: Constanta. Wer ist die Frau an Draculas Seite und was hat sie dazu bewegt an seiner Seite zu wandeln? Würde sie wollen, dass wir bei ihr direkt an Dracula denken? 🦇

Da sich Constanta mit Briefen an Dracula wendet, ist die Erzählform etwas ungewöhnlich:

„Mit deiner liebevollen Führung hast du mich ausgestopft, mit Fäden deiner liebsten Farbe wieder zugenäht und mir beigebracht, zu gehen und zu sprechen und zu lächeln, ganz deinen Vorlieben entsprechend. Ich war so glücklich, deine Marionette zu sein. Anfangs. So glücklich, gewählt worden zu sein.“

„Ich glaube, mein Herr, zu jener Zeit liebtest du mich am meisten. Als ich gerade neu gestorben und noch so formbar war wie nasser Ton in deinen Händen.“

Allerdings haben mir die ersten Seiten sowohl inhaltlich als auch sprachlich bereits so gut gefallen, dass ich damit nicht weiter gehadert habe. Aus meiner Sicht trägt die direkte Ansprache sogar zur melancholischen Atmosphäre und Tragik bei – was meint ihr?

Wir erfahren im weiteren Verlauf nicht nur mehr über Constanta, sondern auch, wie sich die Beziehung der beiden mit dem Hinzukommen zweier weiterer Geliebten verändert. Der Fokus der Geschichte liegt daher aus meiner Sicht vor allem auf dem polyamoren Beziehungsgeflecht und den Abhängigkeiten sowie Manipulationen, aber deutlich weniger auf konkreten Ereignissen und Handlungen.

Anhaltende Schönheit, keine Krankheiten und grenzenlose Macht: Im Gegenzug stimmen Draculas Bräute zu, an seiner Seite zu bleiben. Doch das unsterbliche Leben kommt mit einem weiteren Preis. Dein Leben währt nur ewig, wenn du dich seinen Bedingungen fügst…

Für mich ist A Dowry of Blood eine Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werde. Sie ist düster, bittersüß und endet mit einem Hoffnungsschimmer, den es dringend gebraucht hat.

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