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Veröffentlicht am 20.03.2026

Super interessante und informative Analyse - nicht nur für Swifties!

Taylor's Version
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Ich bin kein Swiftie, aber natürlich kenne auch ich ein paar Songs von Taylor Swift und ich bin zugegebenermaßen fasziniert von dem phänomenalen Status, den sie erreicht hat.

Als ich "Taylor's Version ...

Ich bin kein Swiftie, aber natürlich kenne auch ich ein paar Songs von Taylor Swift und ich bin zugegebenermaßen fasziniert von dem phänomenalen Status, den sie erreicht hat.

Als ich "Taylor's Version - Das poetische und musikalische Genie von Taylor Swift" entdeckte, war meine Neugier geweckt, sobald ich dank der Inhaltsangabe realisierte, dass sich mit Stephanie Burt eine Anglistik-Professorin mit den Texten und der Musik von Taylor Swift auseinandersetzt. Mir hat der Ansatz gefallen. Dass Burt zudem ein Swiftie ist, war mir anfangs nicht wichtig, entpuppte sich aber während des Lesens als Vorteil: denn dadurch erging sich die Autorin nicht in reiner Theorie, was auf Dauer öde gewesen wäre, sondern liefert eine Analyse, die nahbar ist und dadurch über weite Strecken unterhaltsam.

"Taylor's Version" behandelt alle Veröffentlichungen Taylor Swifts bis einschließlich "The Tortured Poets Department" in der Reihenfolge der Veröffentlichungen sowie zum Abschluss auch noch die "Eras"-Tour. Sie erzählt von Swifts Anfängen und setzt die Texte und die Musik in den Kontext zu Swifts Privatleben, Erfahrungen als Teenager, später (junge) Erwachsene und Star sowie zu ihren Fans.

Man merkt Stephanie Burts Ausführungen an, dass sie Swiftie und nicht neutral ist. Sie versucht auch gar nicht, das zu verbergen. Der Charme der Veröffentlichung besteht gerade darin: Sie analysiert Texte und Musik aus Sicht einer Anglistik-Professorin, die zugleich Taylor-Swift-Fan ist - und das funktioniert meistens gut. Teilweise war mir die Autorin etwas zu unkritisch und argumentierte mir dann doch zu einfach gestrickt - zum Beispiel in Bezug auf Swifts Flüge im Privatflugzeug -, aber Kapitel wie zum Beispiel das zu "reputation" (das mein Lieblings-Kapitel ist) machen das wieder wett.

Es gibt einige Passagen, die mir persönlich einen Tick zu "trocken" waren, zu sehr ins Detail gingen und sich im Verlauf der Analysen wiederholten (ja, wir haben verstanden, dass Taylor Swift ein "Arbeitstier" ist, nein, wir müssen das nicht auf gefühlt jeder zweiten Seite unter die Nase gerieben bekommen). Dennoch kann ich mir vorstellen, dass selbst eingefleischte Swifties noch einiges Neues entdecken werden, wenn sie dieses Buch lesen - und das will was heißen!

Was Burt mit ihren Ausführungen immer wieder geschafft hat: Während ich das Buch las, verspürte ich den Wunsch, parallel zum Gelesenen auch die Musik, um die es ging, zu hören. Dank Streaming funktioniert das mittlerweile auch dann gut, wenn man keine Musik von Taylor Swift zu Hause hat.

Mir hat durchweg die Mischung gefallen: Für ihre Analyse verbindet Stephanie Burt Texte und Musik mit dem Taylor Swifts jeweiligem Lebensabschnitt, den Erfahrungen, die Swift gemacht hat, ihrem Umfeld und noch vielem mehr. Wenn es sich anbietet, stellt die Autorin Bezüge zu anderen Dichterinnen, Autorinnen und so weiter her und knüpft interessante Verbindungen. Letzteres geschieht nicht so oft, wie ich mir anfangs erhofft hatte, im Nachhinein bin ich aber froh, dass Burt es nicht übertrieben hat.

Ob Taylor Swift nun ein Genie ist oder nicht, kann und will ich nicht beurteilen. Dass sich Stephanie Burt aber dermaßen eingehend mit Swifts Werk auseinandergesetzt hat, führte immerhin zu einem sehr guten Buch, das meiner Meinung nach großartig für Swifties, aber auch interessant für Nicht-Swifties ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Alles in allem bietet Stephanie Burt eine tolle und fesselnde Monographie zu Taylor Swifts Werk, das selbst Swifties wahrscheinlich einiges Neues zu bieten haben dürfte. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Humorvoller Trip in die so genannte Manosphere

Alpha-Boys
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Aurel Mertz, deutscher Komiker und Moderator, ist unter die Buchautor*innen gegangen. "Alpha-Boys" ist seine erste Veröffentlichung und beschäftigt sich vor allem mit der so genannten "Manosphere" - und ...

Aurel Mertz, deutscher Komiker und Moderator, ist unter die Buchautor*innen gegangen. "Alpha-Boys" ist seine erste Veröffentlichung und beschäftigt sich vor allem mit der so genannten "Manosphere" - und das ist teilweise ziemlich witzig, weil das Buch mit seinem Humor durchsetzt ist.

Mir hat vor allem die Mischung gefallen: Es gibt Passagen, bei denen ich laut auflachen musste, immer wieder scharfsinnige Beobachtungen, aber auch Stellen, an denen Mertz eine Ernsthaftigkeit und ein Mitgefühl an den Tag legt, die eine insgesamt herrlich ambivalente Mixtur herstellen. Dahingehend ist auch das Cover super gestaltet worden.

Der Humor war mir persönlich ab und an zu derb, aber das ist Geschmackssache. Für laute Lacher meinerseits hat es trotzdem immer wieder gereicht. Ich habe die einzelnen Kapitel als angenehm kurz empfunden. Sinnigerweise kam ich dadurch schneller voran, weil ich mir immer wieder dachte: "Ach, komm, eins schaffste noch."

Ein bisschen zäh empfand ich allerdings den Undercover-Abschnitt im "Alpha-Männer-Retreat", gleichzeitig ist dieser Abschnitt super, weil er hinter die Fassade schaut und es schafft, Vorurteile abzubauen. Das gefiel mir sehr.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wie Aurel Mertz das Patriarchat und vor allem die Manosphere aufs Korn nimmt, das ist durchweg unterhaltsam und teilweise unfassbar witzig. Und genau das hat mir gut getan. Es gibt viele Bücher, die sich diesem Themenfeld mit (angemessener) Ernsthaftigkeit widmen, Aurel Mertz' Ansatz ist eine willkommene Abwechslung - und vielleicht erreicht er darüber eben auch Menschen, die sich sonst wenig Gedanken darüber machen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ist teilweise überraschend modern und lädt zum Miträtseln ein

Gesetz und Frau. Kriminalroman
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Reclam legt mit "Gesetz und Frau" von Wilkie Collins einen Detektivroman neu auf, der gemeinhin als erster Detektivroman mit einer Frau als Ermittlerin gilt. Reclam greift auf die relativ neue Übersetzung ...

Reclam legt mit "Gesetz und Frau" von Wilkie Collins einen Detektivroman neu auf, der gemeinhin als erster Detektivroman mit einer Frau als Ermittlerin gilt. Reclam greift auf die relativ neue Übersetzung von Sebastian Vogel aus dem Jahr 2018 zurück.

Mich hat "Gesetz und Frau" in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Vor allem, wie gut lesbar der Roman angesichts seines Alters alles in allem ist, gefiel mir. Mir hat außerdem gefallen, dass die Ermittlungen von einer Frau durchgeführt werden. Ich kann mir vorstellen, dass die Idee damals - also 1875 - einer Sensation gleichkam.

Interessant ist auch, dass Collins' Roman viele Wendungen - gerade in Bezug auf die Verdächtigen - aufweist. Das mutet geradezu modern an und ist auch heute noch ein beliebtes Mittel. Tatsächlich habe ich fröhlich mitgeraten und teilweise hatte ich bezüglich der Verdächtigungen ganz ähnliche Gedanken. Mir hat das viel Spaß gemacht.

"Gesetz und Frau" ist ein Kind seiner Zeit: Entsprechend kann ich an den Roman nicht die gleichen Anforderungen stellen wie an heutige Veröffentlichungen: So ehrenhaft es zum Beispiel von Collins ist, unter anderem behinderte Menschen in seinem Roman auftreten zu lassen und sie als ebenso vielschichtige Charaktere darzustellen wie nicht behinderte Menschen - am Ende wirkt Vieles doch sensationslüstern.

Die Beschreibungen sind oft ausufernd: Collins geht oft bis ins kleinste Details, was ich streckenweise als ermüdend empfand. Der Fall selbst gerät dadurch zudem immer wieder in den Hintergrund.

Trotzdem: Vieles an dem Roman hat mir außerordentlich gut gefallen. Insbesondere auch das Ende, das ich so nicht erwartet hatte. Sowohl die Auflösung als auch der Umgang waren eine große Überraschung und haben mir ehrlich gesagt sehr gut gefallen.

Das Nachwort von Stefani Brusberg-Kiermeier ordnet noch einmal ausführlich Wilkie Collins Werk und vor allem "Gesetz und Frau" ein. Es ist eine hilfreiche Ergänzung zum Roman.

Lange Rede, kurzer Sinn: "Gesetz und Frau" ist ein Kind seiner Zeit, gleichzeitig aber auch in vielerlei Hinsicht überraschend modern geraten. Dass ich Wilkie Collins bis zum Erscheinen dieser Ausgabe gar nicht kannte und ich ihn dank Reclam entdeckt habe, empfinde ich als Gewinn.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Sehr spannend!

Happy Head
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"Happy Head" von Josh Silver ist der erste Teil einer Dilogie. Der Roman endet daher - sehr zu meinem Leidwesen - mit einem ziemlich heftigen Cliffhanger. Abgesehen von dem Cliffhanger ist der Young-Adult-Roman, ...

"Happy Head" von Josh Silver ist der erste Teil einer Dilogie. Der Roman endet daher - sehr zu meinem Leidwesen - mit einem ziemlich heftigen Cliffhanger. Abgesehen von dem Cliffhanger ist der Young-Adult-Roman, der in der nahen Zukunft spielt, aber durchaus gelungen. Für die Zielgruppe ist er meiner Meinung nach empfehlenswert.

Josh Silver hat mit dem Protagonisten Seb eine glaubwürdige Hauptfigur und Erzählstimme geschaffen. Mit ihm konnte ich mitfühlen und mitfiebern. Durch ihn und dadurch, dass er mir sympathisch war, wurde der Roman erst richtig spannend für mich.

In "Happy Head" werden 100 Jugendliche ausgewählt, an dem gleichnamigen Mental-Health-Programm teilzunehmen, denn die Jugend ist nach Meinung der Erwachsenen krankhaft negativ bzw. depressiv. Das soll durch das Programm behoben werden. Vor allem die erwachsenen Eltern sind begeistert, so auch die von Seb, die ihn zu "Happy Head" schicken. Aber wie das so ist: Nichts ist wie es scheint. Und das wird sowohl für Seb als auch für uns LeserInnen relativ schnell deutlich.

Josh Silver nimmt sich alles in allem viel Zeit, um seine Charaktere und Happy Head einzuführen. Trotzdem schafft er es, sehr früh eine leicht bedrohliche Szenerie zu entwerfen. Gerade für uns außenstehenden LeserInnen dürfte relativ schnell klar sein, dass die "Challenges" - freundlich ausgedrückt - ziemlich grenzwertig sind. Zudem steigert sich das Gefahrenpotential der Challenges, was sich irgendwann zu einem ziemlich bedrohlichen Szenario entwickelt. Spannungsspitzen sind garantiert!

Die wesentlichen Charaktere sind alle gut ausgearbeitet. Und auch wenn es wenig Abstufungen gibt - die Guten sind gut, die Bösen offensichtlich böse -, so bietet sich doch eine angenehme Bandbreite unterschiedlicher Menschen.

Mir hat außerdem sehr gefallen, wie die Liebesgeschichte eingebunden wurde. Sie entwickelt sich nachvollziehbar und ist immer wieder ein Lichtblick.

Auch wenn Josh Silver nicht gerade den subtilen Weg gewählt hat, so finde ich den Ansatz, Mental-Health- und Selbstoptimierungs-Strategien ins Extreme zu steigern und uns LeserInnen damit einen Spiegel vorzuhalten, insgesamt für gelungen.

Der Roman wird für LeserInnen ab 14 Jahren empfohlen. Ich schließe mich der Empfehlung grundsätzlich an.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Eine Hammer-Jugenddystopie, leider mit fiesem Cliffhanger

The Factory – Es gibt kein Entkommen
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Mit "The Factory - Es gibt kein Entkommen" hat Catherine Egan eine sehr spannende Dystopie geschrieben. Der Roman wird empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren. Ich stimme dieser Einschätzung zu.

Faszinierend ...

Mit "The Factory - Es gibt kein Entkommen" hat Catherine Egan eine sehr spannende Dystopie geschrieben. Der Roman wird empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren. Ich stimme dieser Einschätzung zu.

Faszinierend an Romanen wie "The Factory" ist, wie spannend Jugendliteratur sein kann. Selbst ich als Erwachsene habe mitgefiebert, wie es Asher und seinen FreundInnen wohl ergehen mag.

Zum Inhalt:

Asher wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Mutter gerät regelmäßig in Schwierigkeiten und hat einen Haufen Schulden angesammelt. Da kommt das Angebot, für viel Geld an scheinbar harmlosen Experimenten teilnehmen zu können, gerade recht. Zwar hat Ashs Großmutter Bedenken, allerdings bleibt ihnen keine andere Wahl, als das Angebot anzunehmen. In der Factory angekommen, stellt Asher fest, dass die Experimente bei weitem nicht so harmlos sind, wie sie in den verführerischen Katalogen dargestellt wurden. Gemeinsam mit seinen neuen FreundInnen versucht Asher nun, herauszufinden, was genau in der Factory vorgeht.

Meine Meinung:

Die Autorin hat entschieden, dass der 13jährige Asher die Erzählstimme sein soll. Dies ist ihr überzeugend gelungen. Asher ist ein Junge, der hohes Identifikationspotential bietet. Ich habe ihn als sympathisch empfunden und ich mochte seine Entwicklung innerhalb des Romans sehr. Ich habe ihn durchweg als glaubwürdig empfunden. Er und seine FreundInnen Faith, Vi und Troy sind mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich ab etwa der Mitte des Romans mitgefiebert und mitgerätselt habe, was in der Factory eigentlich genau mit den Kindern angestellt wird. Dieses Rätsel wird erfreulicherweise erst am Ende gelöst.

Die Charakterzeichnungen sind gelungen. Es gibt einige sehr einseitige Charaktere (Ashers Vater zum Beispiel), andere wiederum sind vielschichtig, was mir sehr gefallen hat.

Sehr gut gefallen hat mir aber auch, wie Catherine Egan nach und nach die Welt auferstehen lässt, in der die Menschen leben. Die Klimakatastrophe und ihre Auswirkungen werden realistisch und quasi nebenbei eingebunden. Das Leben außerhalb der Factory, der Aufbau der Städte, die Menschen, die dorthin fliehen, wo es noch halbwegs lebenswert ist - das alles sind Elemente, die nach und nach auftauchen, nie im Zentrum stehen, aber dennoch eine nachvollziehbare Welt entstehen lassen.

"The Factory - Es gibt kein Entkommen" richtet sich zwar vor allem an Jugendliche, ist aber auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.

Ich hätte dem Roman gerne 5 Sterne gegeben, aber der Roman endet mit einem so fiesen Cliffhanger, dass er ohne die Fortsetzung nur wenig Sinn ergibt. Schade.

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