Wunderschöne Geschichte, die das Kind wie auch den Vorlesenden inspiriert und Sehnsüchte wahrnehmen lässt. Die fröhlichen Illustrationen laden in die bunte Welt der unendlichen Möglichkeiten ein. Letztendlich ...
Wunderschöne Geschichte, die das Kind wie auch den Vorlesenden inspiriert und Sehnsüchte wahrnehmen lässt. Die fröhlichen Illustrationen laden in die bunte Welt der unendlichen Möglichkeiten ein. Letztendlich erhalten wir mit dieser Reise Flügel, die uns auf uns selbst herunter blicken lassen. Mit diesem Blick können wir erkennen, wie perfekt alles erschaffen ist und wir mit dem Geschenk der Fantasie, Dankbarkeit und Liebe bereits vollkommen sind.
„Die Rätsel meines Großvaters“ von Masateru Konishi ist der zweite Band der Reihe um Kaede und ihren Großvater. Der Autor verarbeitet darin auch persönliche Erfahrungen aus der Pflege seines demenzkranken ...
„Die Rätsel meines Großvaters“ von Masateru Konishi ist der zweite Band der Reihe um Kaede und ihren Großvater. Der Autor verarbeitet darin auch persönliche Erfahrungen aus der Pflege seines demenzkranken Vaters – und das merkt man der Geschichte an. Viele Szenen wirken sehr einfühlsam und authentisch.
Der Roman verbindet eine Art Cozy Mystery mit einer eher ruhigen, literarischen Erzählweise. Die Struktur ist dabei recht klar: Kaede bringt ihrem Großvater einen neuen Fall, und er löst ihn ausschließlich durch logisches Kombinieren anhand ihrer Schilderungen. Die einzelnen Fälle leben weniger von Action, sondern eher von Beobachtung, kleinen Details und den Beziehungen zwischen den Figuren.
Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater. Die Demenz des Großvaters bildet den emotionalen Mittelpunkt des Buches. Eine gewisse Meloncholie kommt beim Lesen immer wieder auf. Themen wie Erinnerung, Identität und Vergänglichkeit werden sehr sensibel behandelt.
Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ein klarer roter Faden fehlt. Die Handlung springt häufig zwischen einzelnen Fällen, wodurch die Geschichte manchmal fragmentiert wirkt. Wer eine durchgehend spannende Krimihandlung erwartet, könnte daher etwas enttäuscht sein.
Für Fans von sanften, nachdenklichen Geschichten aber durchaus lesenswert.
„Erde 13 – Aufbruch ins Ungewisse“ von Andreas Langer ist ein tolles Science-Fiction-Abenteuer für Kinder ab etwa 10 Jahren. Die Idee, dass Levi und Gwendolin zu den Auserwählten gehören, die einen neuen ...
„Erde 13 – Aufbruch ins Ungewisse“ von Andreas Langer ist ein tolles Science-Fiction-Abenteuer für Kinder ab etwa 10 Jahren. Die Idee, dass Levi und Gwendolin zu den Auserwählten gehören, die einen neuen Planeten besiedeln sollen, ist zwar ein bekanntes Sci-Fi-Motiv – die Umsetzung ist hier aber richtig kindgerecht und spannend gelungen. Besonders der missglückte Start und das Stranden auf einem völlig fremden Planeten sorgen für ordentlich Nervenkitzel.
Die Geschichte wird aus Levis Ich-Perspektive erzählt. Interessant sind die fantasievollen Beschreibungen über Tier- und Pflanzenwelt von Erde 13. Gleichzeitig schwingt auch Ernsthaftes mit, etwa die zerstörte Erde oder der Abschied von Familie und Freunden.
Der Schreibstil ist bildhaft, gut verständlich und mit angenehm großer Schrift ideal für junge Leserinnen und Leser. Für mich ist „Erde 13“ ein gelungener Einstieg in die Sci-Fi-Reihe, der definitiv Lust auf die Fortsetzung macht.
Ein kleiner Minuspunkt: Einige Szenen waren mir als Erwachsene schon ziemlich gruselig – das könnte für manche Kinder vielleicht zu viel sein.
Insgesamt ein spannendes, fantasievolles Kinderbuch mit Abenteuer, Herz und einer ordentlichen Prise Gänsehaut!
„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase ist schon äußerlich ein echter Hingucker: Der wunderschöne Buchumschlag hat mich sofort angesprochen und passt perfekt zur feinen, zurückhaltenden Stimmung der Geschichte.
Der ...
„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase ist schon äußerlich ein echter Hingucker: Der wunderschöne Buchumschlag hat mich sofort angesprochen und passt perfekt zur feinen, zurückhaltenden Stimmung der Geschichte.
Der Roman zeichnet ein spannendes Bild einer starren Beziehungskultur, in der die Figuren ihre gesellschaftlich erwarteten Rollen nahezu perfekt spielen – und dabei ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse kaum äußern. Daraus folgen zum Teil passiv-aggressive, oft unangenehme Dynamiken zwischen den Figuren. Anhand der drei Büroangestellten Nitani, Ashikawa und Oshio bekommt man einen Einblick in die japanische Arbeitswelt und die Denkweisen, die Leistungsdruck und Konventionen mit sich bringen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung des Arbeitsumfelds: streng reglementiert, aber gleichzeitig unterschwellig absurd, fast schon skurril.
Der Roman lebt von feinen Beobachtungen, schrägen Situationen und dem Kontrast zwischen Anpassung und persönlichen Bedürfnissen. Die Figuren gehen alle auf ihre Art und Weise mit Erwartungen und Druck um. Der Schreibstil ist eher distanziert mit einem trockenen, manchmal schrägen Humor, der die Schwächen im menschlichen Miteinander darstellt.
Allerdings blieb mir emotional alles etwas zu kühl: Ich konnte mit keiner Figur wirklich mitfühlen, trotz der wechselnden Perspektiven. Dafür gab es einige Passagen, die mich durchaus zum Nachdenken gebracht haben, und die vielen Dialoge haben mir zum Teil gut gefallen. Insgesamt passiert nicht besonders viel, und eine klare Entwicklung fehlt, aber man bekommt einen interessanten Einblick in den japanischen Arbeitsalltag und kann einige gesellschaftliche Aspekte reflektieren.
Unterm Strich ein ruhiger, beobachtender Roman mit subtiler Kritik und eigenem Ton – eher für Fans und Interessierte der japanischen Kultur und Arbeitsleben.
Tage des Lichts von Megan Hunter erzählt die Geschichte von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie viel Mut es braucht, Träume loszulassen – oder für sie zu kämpfen. Die Grundidee ...
Tage des Lichts von Megan Hunter erzählt die Geschichte von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie viel Mut es braucht, Träume loszulassen – oder für sie zu kämpfen. Die Grundidee fand ich sofort spannend: ein ganzes Leben, verdichtet auf wenige Momente.
Wir begleiten Ivy, die 1938 in England am Übergang zum Erwachsenwerden steht. Mit 19 träumt sie von einem besonderen Leben, von Kunst, Freiheit und Abenteuern. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag verändert alles. Statt großer Entwürfe folgt ein scheinbar normales Leben mit Ehe, Kindern und Anpassung. Erst viele Jahre später, als sie Frances wieder begegnet – jener Frau, die sie an diesem entscheidenden Ostersonntag kennengelernt hat – wird Ivy schmerzhaft klar, wie leer sich ihr Leben für sie anfühlt.
Der Roman ist sehr poetisch geschrieben. Allerdings driftet der Ton für meinen Geschmack manchmal zu sehr ins Melancholische ab. Vieles bleibt unausgesprochen, angedeutet statt erzählt – was atmosphärisch sein kann, mich aber emotional etwas auf Abstand gehalten hat. Sowohl Ivy als auch Frances blieben für mich dadurch leider etwas blass und distanziert.
Die Idee, eine Lebensgeschichte auf nur sechs Tage zu konzentrieren, ist sehr originell. Trotzdem empfand ich die Handlung insgesamt als etwas zu langatmig, da sich Stimmung und Gedanken oft wiederholen.
Fazit: Ein stiller, feinfühliger Roman mit schöner Sprache und einer interessanten Struktur – berührend in seiner Idee, aber emotional nicht ganz so nah, wie ich es mir gewünscht hätte.