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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2026

Kaum zu ertragen (Hörbuchrezension)

Der Reisende
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Ulrich Alexander Boschwitz' "Der Reisende" ist mir seit seinem Erscheinen 2018 im Kopf geblieben, doch erst jetzt habe ich das erschütternde Hörbuch gehört. Das Buch ist zum ersten Mal bereits 1939 erschienen ...

Ulrich Alexander Boschwitz' "Der Reisende" ist mir seit seinem Erscheinen 2018 im Kopf geblieben, doch erst jetzt habe ich das erschütternde Hörbuch gehört. Das Buch ist zum ersten Mal bereits 1939 erschienen und daher ein eindringliches Zeugnis seiner Zeit, das man kaum ertragen kann. So wird der Roman manchem vielleicht etwas langatmig scheinen, da der Reisende Otto Silbermann eben stets auf Reisen ist, doch nur die Länge der Erzählung und die langsame, aber stetige Verschlimmerung der Situation zeigen die Ausweglosigkeit der Situation, aber auch die Unbarmherzigkeit der meisten Begegnungen des Herrn Silbermann auf.

Dabei ist Silbermann ein großer Sympathieträger: Als ehrbarer Geschäftsmann mit erwachsenem Sohn und Ehefrau ist er zu einigem Wohlstand gekommen. Er scheint tugendhaft, gebildet, er steht auch voll im Leben. Doch die Verfolgung der Juden holt auch ihn ein, der einzige (kurzfristige) Ausweg scheint das Reisen durch Deutschland zu sein. Dabei versucht Silbermann alles, um der Lage zu entkommen.

Ich fand die Handlung von Anfang bis Ende sehr spannend und habe mitgefiebert. Man wünscht Herrn Silbermann einen guten Ausweg aus der Lage, ist er doch ein guter Deutscher (der im 1. Weltkrieg für Deutschland an der Westfront war), der nun aber nur noch zwei Dinge hat, die ihm auf seinem Weg helfen: sein Geld und sein nichtjüdisches Aussehen.

Der Roman zeigt die Grausamkeit der Zeit auf, zeigt, wie die anderen nun Silbermanns Situation schamlos ausnutzen oder ihn fallenlassen oder sich gar gegen ihn wenden. Er macht sich so unsichtbar wie möglich, muss stets aufmerksam bleiben und bewegt sich in der Menschenmenge doch relativ selbstsicher. Überhaupt hat mich sein Durchhaltevermögen überrascht, da die Situation auch immer auswegloser wird, wobei man aber nicht vergessen darf, dass sich die gesamte Handlung nur über wenige Tage erstreckt.

"Der Reisende" hat mich emotional sehr berührt. Besser als jedes Sachbuch ist dieser Roman ein Geschichtsdokument, das als Schullektüre gelesen werden sollte. Ich denke, diesem Buch sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für mich war es ein Hörhighlight des Jahres und bekommt natürlich die volle Sternzahl.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Frischer Look

Pflück dich glücklich!
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Sandra Jägers' "Pflück dich glücklich!" ist eine Einladung, sich einen Naschgarten anzulegen. Dies kann auch auf kleinen Gartenflächen oder auf dem Balkon gut gelingen. Während früher jede Ecke im Garten ...

Sandra Jägers' "Pflück dich glücklich!" ist eine Einladung, sich einen Naschgarten anzulegen. Dies kann auch auf kleinen Gartenflächen oder auf dem Balkon gut gelingen. Während früher jede Ecke im Garten für die Selbstversorgung genutzt wurde, herrschen heute fast nur noch Ziergärten vor, wenn nicht sogar die pflegeleichten, unproduktiven Schottergärten.

Mir gefällt das Layout des Buches sehr, vor allem auch, dass die meisten Fotos eine Bildunterschrift haben. Das ist nur leider nicht bei allen so. Weiterhin sind die meisten Koch- und Gartenbücher heute lediglich eine Inszenierung der Autorin. Hier gibt es zwar auch Fotos der Autorin im Buch, sie scheint mir aber nicht komplett in den Vordergrund gerückt zu sein.

Das Buch stellt eine Vielzahl von Naschgartenpflanzen vor; hier gibt es manche, an die ich nicht gedacht hätte. Natürlich sind nicht alle Pflanzen Naschpflanzen (z.B. Spargel, Meerettich), aber man kann ja selbst überlegen, was einem passt.

Weiterhin gibt es viele Anleitungen zu den Arbeiten, die über das Jahr verrichtet werden müssen, ebenso sehr viele interessante Infos zu Schädlingen, dazu sehr gute Fotos. Und auch Wildobst (sehr interessant) und die Pflege der (gewünschten) Insekten im Garten findet einen Raum in diesem Ratgeber.

Alles in allem würde ich eine volle Empfehlung aussprechen für alle, die sich endlich an einen Naschgarten wagen, die bisher aber noch nicht viel über das Thema wissen. Hier bekommt man viele Inspirationen, die einem bei gezielter Internetrecherche nicht begegnen würden. Es bleibt die Hoffnung, dass mehr Hobbygärtnernde wieder leckere Pflanzen selbst anbauen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

So läuft es im Kindergarten

Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Kindergarten
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Das "Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft Kindergarten" ist die perfekte Vorbereitung auf den Kindergarten. Hier können Eltern und Kinder gemeinsam den Kindergarten entdecken; an alle Aspekte wurde ...

Das "Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft Kindergarten" ist die perfekte Vorbereitung auf den Kindergarten. Hier können Eltern und Kinder gemeinsam den Kindergarten entdecken; an alle Aspekte wurde gedacht. Es ist auch ein gutes Buch für Kinder, deren Geschwister schon in den Kindergarten kommen. So wissen auch die Jüngsten, was die Geschwister dort machen.

Das Buch enthält recht viele Sticker, so dass man sich lange damit beschäftigen kann. Die Sticker sind sogar betitelt mit dem jeweiligen Wort, das aber verloren geht, wenn man den Sticker entnimmt. Ich bin noch unentschlossen, fände es aber ganz gut, wenn das Wort mit dem Sticker verklebt würde, um sich auch an die Worte zu erinnern, wenn man Lesen lernt.

Das Stickerbuch würde ich empfehlen für Kinder ab ca. 2 Jahre vor dem Kindergarten und alle, die schon im Kindergarten sind. Es gibt auch eine gute Erzählgrundlage über das, was so im Kindergarten passiert, wenn man mit den Kindergartenkindern die Seiten gemeinsam füllt oder wieder einmal durchgeht. Am Ende ist auch noch eine freie Seite für ungelenkte Kreativität. Es ist einfach ein gut durchdachtes, gut gelungenes Mitmachbuch!

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Wieder ein Meisterwerk!

Tod zur Teestunde
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Anthony Horowitz ist seit Jahren einer meiner absoluten Lieblingsautoren, einer der wenigen, dessen Bücher ich sofort nach Erscheinen unbedingt lesen muss. In gewohnter Roman-im-Roman-Manier geht es in ...

Anthony Horowitz ist seit Jahren einer meiner absoluten Lieblingsautoren, einer der wenigen, dessen Bücher ich sofort nach Erscheinen unbedingt lesen muss. In gewohnter Roman-im-Roman-Manier geht es in "Tod zur Teeestunde" weiter, wie ich es schon von ihm kenne. Dabei muss man hier auch immer die Buchcover ganz genau anschauen, aber sie ergeben erst am Ende wirklich einen Sinn.

Die Lektorin Susan Ryeland hat ihr Leben in Griechenland satt und baut sich wieder ein bescheidenes Leben in London auf. Nun soll noch ein letzter Atticus-Pünd-Fall auf den Markt kommen (der 12. und letzte, obwohl es bisher nicht so viele gab), aber da der Autor verstorben ist, soll der Roman durch einen eher zwielichtigen Zweitautor beendet werden. Realität und Fiktion scheinen nicht mehr voneinander trennbar...

Ich liebe den flüssigen, unspektakulären Schreibstil des Autors. Schon nach den ersten Seiten möchte man den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Wenn man die Susan-Ryeland-Romane kennt, ist man mit dem Roman-im-Roman bereits vertraut. Geschickt sind die Geschichten ineinander verwoben. Im Krimi muss Atticus Pünd den Mord an Lady Chalfont lösen, im Rahmenroman geschieht aber auch ein Mord, den Ryeland lösen muss.

Der Roman bleibt spannend bis zum Schluss. Es war für mich keine Überraschung, dass es am Ende doch noch viele Überraschungen gibt. Die Auflösung konnte ich auch diesmal wieder nicht vorhersehen. Alles ist genial verwoben, ein Meisterwerk des Kriminalromans. Mit Anthony Horowitz kann ich gut ein paar Stunden der Wirklichkeit entfliehen und mich voll und ganz vertiefen. Ich freue mich schon auf den nächsten niveauvollen Krimi mit 5-Sterne-Garantie!

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Allumfassend

Ausgesorgt
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Nicht alle Kapitel dieses Ratgebers für Frauen sind für jede relevant, doch habe ich alle Kapitel gelesen. "Ausgesorgt" von Ulrike Sosalla hat einen sehr prägnanten Titel, doch so einfach ist es natürlich ...

Nicht alle Kapitel dieses Ratgebers für Frauen sind für jede relevant, doch habe ich alle Kapitel gelesen. "Ausgesorgt" von Ulrike Sosalla hat einen sehr prägnanten Titel, doch so einfach ist es natürlich nicht. Ausgesorgt hat nur, wer ganz klar plant und anlegt. Und das geht in jungen Jahren am besten, auch, wenn dann wenig Startkapital mit am Start ist, doch würde ich gerade jungen Frauen dazu raten, dieses Buch sehr früh zu lesen und dann mit dem Finanzplan anzufangen.

Einige Kapitel richten sich an spezielle Lebenslagen, z.B. Ehe und Kinder. Das braucht sicher nicht jede, aber das macht nichts und muss auch im Buch sein. Und Zukunftsplanung sollte auch für Jüngere unbedingt schon ein Thema sein. Am Ende läuft - wie in allen Finanzplanungsbüchern - alles wieder auf ETFs hinaus, doch auch hier macht es Sinn, sich einmal einzulesen, auch, wenn dazu das Kapital (noch) fehlt oder man andere Planungen im Kopf hat.

Eine klare Gliederung sorgt dafür, dass man diesen Ratgeber auch kapitelweise lesen kann und nicht chronologisch lesen muss. Etwas nervig ist es, wenn die Autorin auf kostenpflichtige Angebote der Stiftung Warentest hinweist, doch das kann ich überlesen. Alles in allem ist der Ratgeber sehr konkret und brauchbar, ein Buch, das ich gern immer wieder zur Hand nehme und eine stetige Erinnerung, dass man unbedingt vorsorgen muss, um irgendwann ausgesorgt zu haben.

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