Profilbild von MelB2508

MelB2508

Lesejury Star
online

MelB2508 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MelB2508 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Nicht ganz so spannend wie gewohnt...

Das flüsternde Haus
0

Harry Adams ist ein riesiger Horrorfilmfan und hat diese Begeisterung an ihren Sohn Gabe weitergegeben, den sie alleine aufzieht. Als sie eine Putzstelle im Haus des berühmten Horrorfilmregisseurs Javier ...

Harry Adams ist ein riesiger Horrorfilmfan und hat diese Begeisterung an ihren Sohn Gabe weitergegeben, den sie alleine aufzieht. Als sie eine Putzstelle im Haus des berühmten Horrorfilmregisseurs Javier Costillo antritt, ist sie begeistert. Er ist wie sie ein zurückgezogen lebender Mensch, der sich niemandem aufdrängt und ihre Arbeit besteht im wesentlichen daraus, die Requisiten und Kostüme, die er in seinem Haus stehen hat, abzustauben und das leere Haus penibel sauber zu halten. Doch dann hört Harry immer wieder Klopfen und eine Stimme, die um Hilfe zu bitten scheint - könnte das mit dem Zimmer zusammen hängen, das sie nie betreten darf und das immer abgeschlossen ist?

Die Geschichte entwickelt leider erst recht langsam den von der Autorin gewohnten Spannungsbogen und sehr lange lesen wir hauptsächlich von Harrys Problemen als alleinerziehende, arme Mutter, die als Schulabbrecherin und ehemalige Obdachlose nur sehr niedrig bezahlte Jobs findet und sich und ihren Sohn sehr mühevoll durchbringt. Als während der Covid Pandemie, zu der die Geschichte spielt, dann noch ihre Möglichkeiten, in der Gastronomie zu arbeiten, fast völlig weg fallen und sie daher auf die Putzstelle in dem gruseligen Haus angewiesen bleibt und ihr auch noch ihr Vermieter kündigt, fühlt man natürlich sehr mit Harry, aber es wurde mir dann doch etwas zu ausufernd, vor allem, weil darunter die eigentliche Geschichte etwas blass blieb.
Da ich aber ein Fan der Autorin bin und die Reihe einfach so mag, vergebe ich trotzdem 4 Sterne und hoffe, dass das nächste Buch dann wieder ein Highlight wird!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2026

Berührender Generationenroman

Das schönste aller Leben
0

Das schönste aller Leben ist trotz des geringen Umfangs ein Buch, das es in sich hat. Wir lesen von Theresia, die im 18. Jahrhundert ein hartes Leben führt und parallel dazu von Viola und ihrer Familie, ...

Das schönste aller Leben ist trotz des geringen Umfangs ein Buch, das es in sich hat. Wir lesen von Theresia, die im 18. Jahrhundert ein hartes Leben führt und parallel dazu von Viola und ihrer Familie, die aus dem heutigen Rumänien zurück nach Deutschland kommen, um dort ein besseres Leben zu führen.
Das alles beherrschende Grundthema ist die Schönheit, vor allem bei Frauen. Theresia wird ihre Schönheit zum Verhängnis und sie Opfer der Keuschheitskommission (ich wusste nicht, dass es eine solche Kommission gab!). Viola hat eine schwierige Zeit als Jugendliche, in der sie sich unter den "Hiesigen" manchmal fremd fühlt und immer wieder bemerkt, wie anders ihre Familie ist. Als sie dann selbst Mutter wird und es einen Unfall mit ihrer Tochter gibt, für den sie sich schuldig fühlt, setzt sie sich ständig und schonungslos damit auseinander, wie wichtig Schönheit für Menschen und vor allem Frauen ist - und was sie zerstört hat bei ihrer Tochter...
Mich hat der Roman sehr berührt. Der Vergangenheitsstrang um Theresa war für mich persönlich der stärkste Strang. Aber auch das, was Viola als Mutter fühlt, hat mich - die ich ebenfalls Mutter von Töchtern bin - tief ins Herz getroffen.
Die drei Kapitel aus Sicht der Banater Erde waren ungewöhnlich, aber jeweils passend in die Geschichte eingewebt und haben das Buch nochmal etwas literarischer wirken lassen.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Ein entschleunigender Roman - auch, aber nicht nur für Buchmenschen

Mathilde und Marie
0

Mathilde und Marie ist ein Roman, der beim Lesen wirkt wie ein Beruhigungsmittel.

Als die junge Französin Marie der hektischen Großstadt Paris den Rücken kehrt und zufällig über eine Bekanntschaft im ...

Mathilde und Marie ist ein Roman, der beim Lesen wirkt wie ein Beruhigungsmittel.

Als die junge Französin Marie der hektischen Großstadt Paris den Rücken kehrt und zufällig über eine Bekanntschaft im Zug im verschlafenen Ort Redu ankommt, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben. Statt Hektik, Lärm und Geldsorgen lebt sie nun von Tag zu Tag in einem Dorf mit 400 Einwohnern, in dem es am Tag nur eine Stunde Internet gibt, dafür aber an jeder Ecke einen Buchladen.

Maries Ankunft ändert aber nicht nur ihr eigenes Leben zum Vorteil, sondern wirkt auch auf die Dorfgemeinschaft und allen voran auf die einsame und zurückgezogen lebende Mathilde, die einen schweren Verlust zu verarbeiten hat.

Ich habe das Buch beim Lesen wirklich genossen. Die Stimmung und Atmosphäre ist absolut besonders und wie schon eingangs gesagt wirkt sofort entschleunigend auf mich. Der Roman ist - wie es der Autor auch im Vorwort erklärt - ein durchweg positiver Roman, eine Geschichte, die guttut.

Es gibt keine unerwarteten oder schlimmen Wendungen, die Gespräche und Beobachtungen, die die Figuren miteinander teilen, sind empathisch und warmherzig und es gibt im Grunde nichts und niemanden, was einem beim Lesen "aufregen" oder stören könnte. Ich habe das Lesen des Romans als absolut positiven Kontrapunkt zum aktuellen Weltgeschehen wahrgenommen und es wie eine Flucht vor dem manchmal zu stressigen Alltag erleben können. Die vielen Bezüge zu guten Büchern sind ein Bonus, den der Autor, der aus der Buchbranche kommt, uns Buchmenschen noch zusätzlich beim Lesen schenkt.

Ich habe nichts zu bemängeln und kann diesen Roman einfach nur von Herzen weiterempfehlen - die Lektüre tut im wahrsten Sinne des Wortes wirklich von Herzen gut!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2026

Interessantes Sachbuch

Beklaute Frauen
0

Gute Vorsätze - ich lese mal meinen SUB runter - und auf Beklaute Frauen habe ich mich sehr gefreut. Leonie Schölers Buch rückt Frauen in den Fokus, die in Vergessenheit geraten sind und deckt Strukturen ...

Gute Vorsätze - ich lese mal meinen SUB runter - und auf Beklaute Frauen habe ich mich sehr gefreut. Leonie Schölers Buch rückt Frauen in den Fokus, die in Vergessenheit geraten sind und deckt Strukturen auf, die daran Schuld sind.

Das Buch ist in 6 Kapitel unterteilt und sehr gut lesbar. Die Beispiele, die die Autorin gut recherchiert und sehr lesbar beschreibt und die Verknüpfung damit, dass es oft an den patriarchalen Strukturen liegt und wie tief verwurzelt diese sind, haben mir sehr gefallen.

Einiges kannte ich, manches war - erwartungsgemäß - politisch bzw. neigungsgemäß gefärbt, aber doch neutraler formuliert als andere Autor*innen das bei ähnlichen Büchern tun. Mich haben nur 2 Kleinigkeiten gestört - das viele Gendern (ich empfinde es einfach als ausgrenzend für Menschen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben) und die vielen Ausrufezeichen, die teilweise zu kindlich - naiv rüberkamen und einfach nicht nötig waren. Alles in allem ist das Buch aber wirklich lesbar und sehr interessant gewesen für mich. Und ich habe ein paar Dinge erfahren und von Personen gelesen, die ich noch nicht kannte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannender Cold Case Thriller

Fünf Fremde
0

Im Herbst 2025 erreichen 5 Passagiere die Insel Neuwerk, kurz bevor ein heftiger Herbststurm diese erreichen wird. Mitten im Unwetter wird es für die 5 Menschen aber nicht nur wegen des Unwetters brandgefährlich ...

Im Herbst 2025 erreichen 5 Passagiere die Insel Neuwerk, kurz bevor ein heftiger Herbststurm diese erreichen wird. Mitten im Unwetter wird es für die 5 Menschen aber nicht nur wegen des Unwetters brandgefährlich und es stellt sich heraus, wie diese Menschen miteinander verbunden sind durch den Sommer 1995...

Der Thriller entwickelt sich sehr atmosphärisch und die Figuren und einzelnen Stränge werden immer greifbarer. Vor allem der Mittelteil ist wirklich sehr spannend geschrieben. Welche Geheimnisse jede/r Einzelne hat und wie die Vorfälle im Sommer 1995 noch auf das JETZT einwirken, wird alles aufgelöst, was ich immer sehr schätze. Das Ende war mir dann ein bisschen zu vorhersehbar und die Spannung blieb leider ein bisschen hinter dem zurück, was ich im Mittelteil so mochte. Aber alles in allem auf jeden Fall ein gut geschriebener Cold Case Thriller mit 2 Zeitebenen und plastischen Figuren und einem wirklich beeindruckenden Setting! Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere