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Veröffentlicht am 11.10.2021

MEIN LIEBLINGSBUCH 2021 - Eine rasante Fahrt mit dem Cyclo-Pousse durch Madagaskar

Die Wiederentdeckung des Glücks
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Der madagassische Junge mit der roten Fahrradklingel

"Es ist ganz anders hier, als ich dachte."


So äußert sich Terjes Tochter Nora nachdem beide in Madagaskar angekommen sind. So ganz anders als in ...

Der madagassische Junge mit der roten Fahrradklingel

"Es ist ganz anders hier, als ich dachte."


So äußert sich Terjes Tochter Nora nachdem beide in Madagaskar angekommen sind. So ganz anders als in den Hochglanzprospekten der Touristikindustrie - die uns ein perfektes Weltbild vorgaukeln.


Auch wenn ich mir eingangs des Buches Madagaskar noch ganz anders vorgestellt habe (ein Paradies auf Erden mit weißen Sandstränden und Lemuren sowie anderen endemischen schützenswerten Arten - "Die Gewürzinsel") ist es Antonia Michaelis gelungen mir die Augen zu öffnen. Ihre Geschichte rund um Terje, Nora, Biscuit und Maribelle ist einfach zauberhaft erzählt auch wenn die Realität in Madagaskar nicht so zauberhaft aussieht, wie ich ich zunächst dachte. Man spürt die Zerrissenheit des Landes und auch die weitverbreitete Armut und sehr antiquierte Rollenbilder in der Gesellschaft.


Den Satz von Nora, Terjes Tochter, kann ich genau so unterschreiben und beziehe mich dabei allerdings dann auf das Buch und dessen Inhalt. So schnell hatte mich ehrlich gesagt noch nie ein Buch in Beschlag genommen. WOW!


Die Erzählweise von Antonia Michaelis ist wirklich wundervoll, detailliert und sehr bildhaft. Eine Handlung zum tief Eintauchen und Wegträumen. Durch die Kapitel bin ich nur so durchgeflogen - vergleichbar mit Biscuit auf seinem Cyclo-Pousse.


Die Handlung rund um Terje, Nora, Biscuit und Maribelle hat mich irgendwie so geflasht, dass ich meinte direkt mit an Bord des Cyclo-Pousse zu sein. Die Entwicklung vom Knirps Bisikileta (der madagassische Junge mit der roten Fahrradklingel) gegenüber vom Bahnhof mit den Seifenkisten zum Anschieben hin zum "Stehaufmännchen" Biskuit ist sehr spannend erzählt. Welche Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Protagonisten bestehen klärt sich nach um nach im Buch auf zauberhafte Weise auf.


Die atmosphärischen Eindrücke von Madagaskar gefallen mir gut und die Handlung hat es wirklich in sich. Sie regt zur Selbstreflexion an und ich tauchte immer tiefer in meine eigenen Gedanken und auch in die Story ein. Das Buch ist wie ich finde sehr tiefgründig, vor allem wenn man auch mal zwischen den Zeilen liest.


Mir hat das Buch sehr viel Spaß und Tiefgang bereitet und ich bin nach wie vor hin und weg. Ich könnte ehrlich gesagt noch lange Zeit weiter lesen. Das Buch wirkt in mir auf alle Fälle noch längere Zeit nach.


Bereits jetzt ist es "MEIN LIEBLINGSBUCH 2021" (ok das Jahr dauert noch ein wenig an aber es wird schwer das zu toppen) und eine absolute Leseempfehlung wert..

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Mit dem eigenen Taschengeld und dem Finanz-Führerschein zum Millionär

Von Geld, Gold und Guppys
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Der Kinderratgeber "Von Geld, Gold und Guppys - Wie aus deinem Taschengeld ein ganzer Schatz wird" von der Stiftung Warentest kommt bei uns in der Familie richtig gut an.

In einer Welt in der die Sozialsysteme ...

Der Kinderratgeber "Von Geld, Gold und Guppys - Wie aus deinem Taschengeld ein ganzer Schatz wird" von der Stiftung Warentest kommt bei uns in der Familie richtig gut an.

In einer Welt in der die Sozialsysteme immer mehr crashen werden kann man mit der Finanzbildung nicht früh genug anfangen.

Dort setzt dann eben auch dieses Ratgeberheft den passenden Hebel an.

Das spielerisch kindliche Konzept mit den beiden Guppys Goldi und Fondia wurde von unseren beiden Lütten sehr gut aufgenommen. Der sonst vielleicht eher trockene Stoff wird realitätsnah mit guten Beispielen vermittelt. Da versteht dann eben keiner Bahnhof, sondern wird fast punktgenau dort abgeholt, wo er gerade steht.

So wird sehr sorgsam kompetentes Wissen an die zukünftigen Millionäre von morgen vermittelt.

Goldi und Fondia, die beiden Guppys, bringen quasi auch die gewisse Kurzweil mit rein, damit die Lesekinder auch brav am Ball bleiben und das große Lernziel, den großen Abschlusstest sowie den "Finanz-Führerschein", am Ende des Ratgeberheftes erfolgreich absolviert werden kann. Hier würden wir uns persönlich allerdings vielleicht drei Exemplare dieser Finanz-Führerscheine wünschen, damit wirklich jedes Kind ein Original erhält. Alternativ würden wir uns auch freuen, wenn dieser Führerschein online zum selbst Ausdrucken zur Verfügung stehen würde.

Immer wieder werden auch Interaktionen eingebaut, um die Themen abwechslungsreich und vor allem kindgerecht darzubieten.

Am Schluss des Ratgebers wartet dann noch das große Geld-ABC. Dort werden im Kurzüberblick dann nochmals die wichtigsten Begriffe erklärt. Die Schriftgröße hätten wir uns dabei allerdings genauso groß wie zuvor bei den anderen Kapiteln gewünscht. Auch ist hier leider die Farbgebung der schwarzen Schrift auf mittelblauem Grund für uns persönlich eher suboptimal gewählt.

Mit Goldi und Fondia ist es nahezu fast ein Klacks, sein wertvolles Taschengeld dann über die Zeit zu vermehren. Der Ratgeber gibt immer wieder gute Anstöße, sich mit seinen eigenen Finanzen frühzeitig auseinanderzusetzen. Nur so kann der Kindheitstraum vom Millionär erfüllt werden.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Den eigenen Ahnen auf der Spur - Zurück zu den eigenen Wurzeln

Ich möchte zurückgehen in der Zeit
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Der kurze Roman "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" mit nur knapp über 150 Seiten von Judith Hermann hinterlässt bei mir persönlich leider ein sehr zwiegespaltenes und vor allem nachdenkliches Gefühl.

Hermanns ...

Der kurze Roman "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" mit nur knapp über 150 Seiten von Judith Hermann hinterlässt bei mir persönlich leider ein sehr zwiegespaltenes und vor allem nachdenkliches Gefühl.

Hermanns Werk ist insbesondere geprägt von den leisen Tönen, die sie bei ihrer Suche nach dem Menschen hinter dem Bild ihres Großvater und dessen mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Polen anschlägt.

Ich selbst bin auch einer dieser Suchenden, mit kaum verwertbaren Ansätzen meiner beiden Großväter, die ich so leider nie persönlich kennenlernen durfte. Mir bleiben wenige schwarzweiße Aufnahmen von ihnen, auf denen sie mir ehrlich gesagt einfach nur fremd sind.

Genau dies ist auch der Ausgangspunkt des Romans von Judith Hermann, deren Großvater im NS-Regime in Polen gedient hat und dort vielleicht sogar auch an den damaligen Verbrechen beteiligt war. Ein einprägsames Foto ihres stolz posierenden Großvaters in Uniform auf einem großen Platz in Polen soll sie dabei auf die richtige Fährte führen. Sie, die Suchende möchte Licht ins Dunkel bringen und folgt den wenigen bekannten Spuren ihres Großvaters nach Polen vor Ort.

Nach diesem "Ausflug" nach Polen verschlägt es sie nach Italien zu ihrer Schwester. Hier hätte ich mir persönlich mehr gewünscht, diese wenigen Spuren in Polen besser und intensiver zu verfolgen, als diese andere innerfamiliäre Perspektive zu thematisieren.

Die Geschichte selbst ist wenig spektakulär geschildert. Vielmehr sind es die leisen Bilder, die Judith Hermann von der Stilistik her bemüht. Wie auch im echten Leben gestaltet sich solch eine Suche quasi wie ein Riesenpuzzle, bei dem man noch nicht mal alle Teile beisammen hat.

Im Plot selbst geht es vielmehr auch um die innerfamiliären Beziehungen zu anderen Mitgliedern (z.B. Mutter und Schwester), wie jeder seine eigene Sicht auf die Dinge hat und diese individuellen Erinnerungen pflegt.

Jeder von uns hat einen eigenen Blickwinkel auf die unterschiedlichen Facetten seiner Beziehungen und genau dies macht diesen Roman auch aus.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Alles, was bleibt, sind die Erinnerungen

Das Buch der verlorenen Stunden
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Das Romandebüt von Hayley Gelfuso hatte mich persönlich bereits bei den Introsequenzen komplett abgeholt und gefangen genommen.

Man taucht dort sofort mit der Protagonistin Lisavet in Deutschlands dunkelste ...

Das Romandebüt von Hayley Gelfuso hatte mich persönlich bereits bei den Introsequenzen komplett abgeholt und gefangen genommen.

Man taucht dort sofort mit der Protagonistin Lisavet in Deutschlands dunkelste Stunde ein und erlebt die Reichspogromnacht sehr eindrücklich mit. Dies setzt in gewisser Art und Weise auch den Rahmen des Buches.

Genau deshalb wandelt Gelfusos Roman zwischen verschiedensten Genres, die nicht eineindeutig ausschließlich dem Fantasyfach zugeschrieben werden können. Der Genremix machte das Buch für mich auf alle Fälle spannend zu lesen, auch wenn ich persönlich ganz gerne weniger von der Liebesgeschichte gehabt hätte.

Das A und O für mich sind nachvollziehbare Charaktere, die mich einnehmen. Hier traf Gelfuso dann direkt ins Schwarze. Ich konnte mich sehr schnell mit den Handelnden identifizieren und sie boten auch genügend Ecken und Kanten, um sich auch an ihnen reiben zu können.

Die unterschiedlichen Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten werden stringent voran getrieben. Mitunter war ich da leider ziemlich schnell auf der richtigen Fährte und hätte mir persönlich noch etwas mehr Spannung bzw. Mistery gewünscht.

Trotz des Zeitreisethemas und des Fantasycharakters wirkte der Roman auf allen Ebenen sehr eindrücklich. Reflektiert man das Gelesene, so bekommt der Inhalt auf einmal noch viel mehr Tiefe und verbindet sich mit unserer realen aktuellen Weltsituation. Die angesprochenen Themen wirken dabei hochaktuell und vor allem sehr brisant und wirken dabei auch auf unsere individuellen Erinnerungen ein.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Gelingt es Vivien, die Sprache der Drachen zu entschlüsseln?

Die Sprache der Drachen
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Drachen funktionieren eigentlich immer im Fantasybereich, so zumindest meine bescheidene Meinung.

Also kein Wunder, dass die Autorin S. F. Williamson bei ihrem Buchdebüt dann Drachen in den Mittelpunkt ...


Drachen funktionieren eigentlich immer im Fantasybereich, so zumindest meine bescheidene Meinung.

Also kein Wunder, dass die Autorin S. F. Williamson bei ihrem Buchdebüt dann Drachen in den Mittelpunkt der Geschichte rückt. Ebenso ist es nicht gerade verwunderlich, dass Vivien die Sprache der Drachen entschlüsseln soll, um so urplötzlich ihre Familie zu retten. Wer hier vielleicht Parallelen zur beruflichen Situation der Autorin erkennt liegt vielleicht nicht ganz falsch.

Was ist man selbst bereit zu opfern bzw. auf sich zu nehmen, um seine Familie vor akuten Bedrohungen zu retten?

Das Setting gefiel mir persönlich von Anfang durch weg gut und ich konnte mich auch mit den Protagonisten schnell vertraut machen. Insbesondere mit Vivien erschafft Williamson eine Charaktere, die dann im Lauf der Zeit über sich hinaus wachsen muss, um das spannende Abenteuer zu bestehen. Wird es Vivien gelingen die Sprache der Drachen zu entschlüsseln?

Der Plot mag vielleicht nicht ganz neu sein und trotz des Fantasygenres enthält er auch sehr viele relevante tiefergehende Themen, die aktuell auch unsere Gesellschaft widerspiegeln und betreffen. Wer beginnt zwischen den Zeilen zu lesen, taucht nochmals in eine sehr viel tiefere Ebene der erzählten Geschichte ein.

Die Liebelei am Rande hätte ich nicht gebraucht und ich persönlich würde mir auch mal wieder einen Fantasyroman ganz ohne Romance-Element sehr wünschen.

Alles in allem ein starker Auftakt von S. F. Williamson, der sich flüssig liest und im Gedächtnis bleibt. Band 2 ist international bereits für das nächste Jahr angekündigt. Mal sehen, wie es mit Vivien weitergeht.

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