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Veröffentlicht am 08.02.2026

Den eigenen Ahnen auf der Spur - Zurück zu den eigenen Wurzeln

Ich möchte zurückgehen in der Zeit
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Der kurze Roman "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" mit nur knapp über 150 Seiten von Judith Hermann hinterlässt bei mir persönlich leider ein sehr zwiegespaltenes und vor allem nachdenkliches Gefühl.

Hermanns ...

Der kurze Roman "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" mit nur knapp über 150 Seiten von Judith Hermann hinterlässt bei mir persönlich leider ein sehr zwiegespaltenes und vor allem nachdenkliches Gefühl.

Hermanns Werk ist insbesondere geprägt von den leisen Tönen, die sie bei ihrer Suche nach dem Menschen hinter dem Bild ihres Großvater und dessen mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Polen anschlägt.

Ich selbst bin auch einer dieser Suchenden, mit kaum verwertbaren Ansätzen meiner beiden Großväter, die ich so leider nie persönlich kennenlernen durfte. Mir bleiben wenige schwarzweiße Aufnahmen von ihnen, auf denen sie mir ehrlich gesagt einfach nur fremd sind.

Genau dies ist auch der Ausgangspunkt des Romans von Judith Hermann, deren Großvater im NS-Regime in Polen gedient hat und dort vielleicht sogar auch an den damaligen Verbrechen beteiligt war. Ein einprägsames Foto ihres stolz posierenden Großvaters in Uniform auf einem großen Platz in Polen soll sie dabei auf die richtige Fährte führen. Sie, die Suchende möchte Licht ins Dunkel bringen und folgt den wenigen bekannten Spuren ihres Großvaters nach Polen vor Ort.

Nach diesem "Ausflug" nach Polen verschlägt es sie nach Italien zu ihrer Schwester. Hier hätte ich mir persönlich mehr gewünscht, diese wenigen Spuren in Polen besser und intensiver zu verfolgen, als diese andere innerfamiliäre Perspektive zu thematisieren.

Die Geschichte selbst ist wenig spektakulär geschildert. Vielmehr sind es die leisen Bilder, die Judith Hermann von der Stilistik her bemüht. Wie auch im echten Leben gestaltet sich solch eine Suche quasi wie ein Riesenpuzzle, bei dem man noch nicht mal alle Teile beisammen hat.

Im Plot selbst geht es vielmehr auch um die innerfamiliären Beziehungen zu anderen Mitgliedern (z.B. Mutter und Schwester), wie jeder seine eigene Sicht auf die Dinge hat und diese individuellen Erinnerungen pflegt.

Jeder von uns hat einen eigenen Blickwinkel auf die unterschiedlichen Facetten seiner Beziehungen und genau dies macht diesen Roman auch aus.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Alles, was bleibt, sind die Erinnerungen

Das Buch der verlorenen Stunden
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Das Romandebüt von Hayley Gelfuso hatte mich persönlich bereits bei den Introsequenzen komplett abgeholt und gefangen genommen.

Man taucht dort sofort mit der Protagonistin Lisavet in Deutschlands dunkelste ...

Das Romandebüt von Hayley Gelfuso hatte mich persönlich bereits bei den Introsequenzen komplett abgeholt und gefangen genommen.

Man taucht dort sofort mit der Protagonistin Lisavet in Deutschlands dunkelste Stunde ein und erlebt die Reichspogromnacht sehr eindrücklich mit. Dies setzt in gewisser Art und Weise auch den Rahmen des Buches.

Genau deshalb wandelt Gelfusos Roman zwischen verschiedensten Genres, die nicht eineindeutig ausschließlich dem Fantasyfach zugeschrieben werden können. Der Genremix machte das Buch für mich auf alle Fälle spannend zu lesen, auch wenn ich persönlich ganz gerne weniger von der Liebesgeschichte gehabt hätte.

Das A und O für mich sind nachvollziehbare Charaktere, die mich einnehmen. Hier traf Gelfuso dann direkt ins Schwarze. Ich konnte mich sehr schnell mit den Handelnden identifizieren und sie boten auch genügend Ecken und Kanten, um sich auch an ihnen reiben zu können.

Die unterschiedlichen Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten werden stringent voran getrieben. Mitunter war ich da leider ziemlich schnell auf der richtigen Fährte und hätte mir persönlich noch etwas mehr Spannung bzw. Mistery gewünscht.

Trotz des Zeitreisethemas und des Fantasycharakters wirkte der Roman auf allen Ebenen sehr eindrücklich. Reflektiert man das Gelesene, so bekommt der Inhalt auf einmal noch viel mehr Tiefe und verbindet sich mit unserer realen aktuellen Weltsituation. Die angesprochenen Themen wirken dabei hochaktuell und vor allem sehr brisant und wirken dabei auch auf unsere individuellen Erinnerungen ein.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Gelingt es Vivien, die Sprache der Drachen zu entschlüsseln?

Die Sprache der Drachen
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Drachen funktionieren eigentlich immer im Fantasybereich, so zumindest meine bescheidene Meinung.

Also kein Wunder, dass die Autorin S. F. Williamson bei ihrem Buchdebüt dann Drachen in den Mittelpunkt ...


Drachen funktionieren eigentlich immer im Fantasybereich, so zumindest meine bescheidene Meinung.

Also kein Wunder, dass die Autorin S. F. Williamson bei ihrem Buchdebüt dann Drachen in den Mittelpunkt der Geschichte rückt. Ebenso ist es nicht gerade verwunderlich, dass Vivien die Sprache der Drachen entschlüsseln soll, um so urplötzlich ihre Familie zu retten. Wer hier vielleicht Parallelen zur beruflichen Situation der Autorin erkennt liegt vielleicht nicht ganz falsch.

Was ist man selbst bereit zu opfern bzw. auf sich zu nehmen, um seine Familie vor akuten Bedrohungen zu retten?

Das Setting gefiel mir persönlich von Anfang durch weg gut und ich konnte mich auch mit den Protagonisten schnell vertraut machen. Insbesondere mit Vivien erschafft Williamson eine Charaktere, die dann im Lauf der Zeit über sich hinaus wachsen muss, um das spannende Abenteuer zu bestehen. Wird es Vivien gelingen die Sprache der Drachen zu entschlüsseln?

Der Plot mag vielleicht nicht ganz neu sein und trotz des Fantasygenres enthält er auch sehr viele relevante tiefergehende Themen, die aktuell auch unsere Gesellschaft widerspiegeln und betreffen. Wer beginnt zwischen den Zeilen zu lesen, taucht nochmals in eine sehr viel tiefere Ebene der erzählten Geschichte ein.

Die Liebelei am Rande hätte ich nicht gebraucht und ich persönlich würde mir auch mal wieder einen Fantasyroman ganz ohne Romance-Element sehr wünschen.

Alles in allem ein starker Auftakt von S. F. Williamson, der sich flüssig liest und im Gedächtnis bleibt. Band 2 ist international bereits für das nächste Jahr angekündigt. Mal sehen, wie es mit Vivien weitergeht.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Ein fabelhafter Auftakt einer neuen Jugend-Fantasy-Buchreihe im maritimen Setting

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird ...


Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird die Autorin doch über den grünen Klee gelobt und sogar mit den Koryphäen Tolkien und Pullman verglichen. Beide genannten Autoren sind für mich keine Unbekannten und stehen für mich persönlich für richtig gute Fantasyunterhaltung. Kann Rundells Werk dort dann wirklich mithalten?

Die Ausstattung zum Buch stimmte mich bereits sehr froh. Mit einer Karte, um das turbulente Geschehen während dem Lesen besser zu verfolgen sowie einem anfänglichen Überblick zu den fabelhaften Wesen (inklusive Illustrationen) ist das Buch von aller Anfang bestens gerüstet.

Die Stilistik Rundells selbst lädt dazu ein sich bereits zu Beginn fallen zu lassen und sehr eng mit den beiden Hauptprotagonisten auf Tuchfühlung zu gehen. So stolpert man dann fast, wie Christopher im Buch, in ein rasantes maritimes Abenteuer.

Mal und Christopher bilden das Duo, das sich sehr schnell anfangs im Buch findet. Beide Charakteren sind zwar schnell greifbar, ich hätte mir allerdings dann hier und dort noch mehr Details zu ihren Hintergründen gewünscht. Dies würde auch der abenteuerlichen Erzählung noch mehr Tiefgang geben.

Teilweise kommt mir dieser Band vor wie ein Prequel. Dies macht allerdings der durchweg spannenden Story keinen wirklichen Abbruch.

Die bereits zuvor genannten Vorschusslorbeeren sowie die Vergleiche mit renommierten Fantasyautoren kommen daher nicht von ungefähr und Rundell kann sich schon mit den Werken von Pullman messen lassen. An einen Tolkien kommt die Autorin allerdings dann nicht ganz ran. Aber dies hatte ich ehrlich gesagt auch so nicht wirklich erwartet. Am ehesten ist das vorliegende Werk wohl mit Pullmans "His Dark Materials"-Büchern und der Narnia-Buchreihe von Lewis vergleichbar.

Alles in allem bietet sich hier eine neue maritime Fantasywelt, die entdeckt werden möchte. Für mich persönlich bot das Werk richtig gute Unterhaltung, bei der man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert.

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Dem Garten mal richtig zeigen, was ne Harke ist

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll
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Der aktuelle Ratgeber "Blumen, Kohl & Rock'n'Roll - So macht Gärtnern gute Laune" von Anja Klein ist unheimlich vielfältig von den Themen her und besticht bereits durch die exzellente Bildauswahl.

Man ...

Der aktuelle Ratgeber "Blumen, Kohl & Rock'n'Roll - So macht Gärtnern gute Laune" von Anja Klein ist unheimlich vielfältig von den Themen her und besticht bereits durch die exzellente Bildauswahl.

Man möchte kurz nachdem man das Buch zur Seite gelegt hat kurz raus in den heimischen Garten und selbst Hand anlegen.

Die beleuchteten Themen sind unheimlich vielfältig, auch wenn mir manches Thema dann leider etwas zu stiefmütterlich bzw. zu oberflächlich behandelt wird.

Auf den ersten Blick ist man vielleicht von der Themenvielfalt auch ein klein wenig erschlagen. Auf den zweiten Blick lichtet sich dann aber auch schon das Feld und man kann nach seinem Gusto dann die entsprechend interessantesten Themen bevorzugt beackern.

Wer bis dato vielleicht immer mit der Gartenarbeit gehadert hat, der wird vielleicht auch von Anjas Tipps und Tricks profitieren können. Die eigenen beiden Daumen könnten nach dem Lesen des Buches dann urplötzlich grün erstrahlen.

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