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Veröffentlicht am 09.02.2026

Familiensache mit Tiefgang

Alle glücklich
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In „Alle glücklich“ von Kira Mohn begleitet man eine Familie, die genauso gut nebenan wohnen könnte. Der Vater arbeitet als Oberarzt, die Mutter jongliert ihren Teilzeitjob als Arzthelferin und zusätzliche ...

In „Alle glücklich“ von Kira Mohn begleitet man eine Familie, die genauso gut nebenan wohnen könnte. Der Vater arbeitet als Oberarzt, die Mutter jongliert ihren Teilzeitjob als Arzthelferin und zusätzliche Schichten an der Supermarktkasse. Der Sohn steckt mitten im Studium und die Tochter geht noch zur Schule. Eine ganz normale Familie und gerade deshalb so nahbar.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder erzählt. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild ihrer Gedankenwelt, geprägt von Sorgen, Hoffnungen und unausgesprochenen Konflikten. All dies wird greifbar und bemerkenswert authentisch. Man findet sich schnell in den Figuren wieder und erkennt eigene Gefühle oder Situationen. Beim Vater fiel mir das etwas schwerer, was ihn jedoch nicht weniger interessant macht, denn vielmehr zeigt es, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Lebensrealität innerhalb einer Familie sein können.

Besonders die Herausforderungen der beiden Jugendlichen greifen Themen auf, die viele junge Menschen heute bewegen. Unsicherheiten, Erwartungen und das Ringen um den eigenen Platz im Leben werden sensibel und glaubwürdig dargestellt.

Ein zentrales Motiv des Romans ist die schleichende Entfremdung innerhalb der Familie. Gleichzeitig stellt die Geschichte die leise, aber wichtige Frage, ob gemeinsame Rituale (wie z. B. ein Abendessen am selben Tisch) helfen können, wieder zueinanderzufinden und echte Gespräche zu ermöglichen.

Der Roman liest sich angenehm leicht, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Die Sprache ist zugänglich, die Emotionen ehrlich und die Handlung entwickelt einen ruhigen Sog, der neugierig macht. Gerade weil die Figuren so lebensnah gezeichnet sind, entsteht schnell eine Verbindung. Ich habe mitgefiebert, versucht zu verstehen, gezweifelt und gemeinsam mit den Charakteren gehofft

Für mich ist „Alle glücklich“ ein warmherziger, nachdenklicher Roman über Nähe, Missverständnisse und das fragile Gleichgewicht des Familienlebens.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2025

Spuren der Herkunft

Lebensbande
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In den letzten Tagen habe ich Lebensbande gelesen und selten hat mich ein Buch so überrascht. Eigentlich greife ich nur ungern zu Romanen, die während der Kriegs- oder Nachkriegszeit spielen. Oft empfinde ...

In den letzten Tagen habe ich Lebensbande gelesen und selten hat mich ein Buch so überrascht. Eigentlich greife ich nur ungern zu Romanen, die während der Kriegs- oder Nachkriegszeit spielen. Oft empfinde ich diese Geschichten als belastend und ich habe das Gefühl, schon so vieles darüber gelesen zu haben. Doch weil ich viel Gutes über Mechthild Borrmann gehört habe und mich eine Lesung zu Lebensbande interessiert hat, wollte ich diesem Buch eine Chance geben. Und ich bin sehr froh darüber.
Schon nach wenigen Seiten war ich tief in der Geschichte verankert. Die Figuren haben mich sofort erreicht - ihr Schmerz, ihre Wut und ihre Unsicherheit. Besonders beeindruckt hat mich, wie spürbar und echt all diese Emotionen waren. Ich konnte mitfühlen, manchmal sogar mitleiden. Die Handlung selbst ist dabei erstaunlich kurzweilig. Trotz der Schwere des Themas bin ich regelrecht durch die Seiten geflogen.
Was mich besonders fasziniert hat, ist die Art, wie Borrmann die Identitätsfrage aufgreift und verschiedene Lebenswege miteinander verwebt. Die Geschichten der drei Frauen und die des kleinen Leo, die allesamt auf wahren Begebenheiten beruhen. Das hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Zumal ich zu dieser Thematik noch kein Buch gelesen habe und es etwas Neues für mich war. Die Zeitsprünge wurden großartig miteinander verwoben, wodurch die Dramatik dieser Geschichten gut abgebildet werden konnten.
Des Weiteren macht es mich auch nachdenklich, wie wenig Zeitzeugen es inzwischen noch gibt, die von dieser Epoche aus erster Hand erzählen können.
Auch Mechthild Borrmanns Schreibstil hat mich überzeugt, so klar, authentisch und niemals überladen. Alles wirkt wahrhaftig und geerdet, sodass ich den Figuren ganz nah gekommen bin. Lebensbande hat mich so bewegt, dass ich mir direkt ein weiteres Buch der Autorin gekauft habe.
Für mich ist Lebensbande ein eindringlicher, berührender Roman, der lange nachhallt. Eine klare Fünf-Sterne-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Wenn Worte umarmen

Sonnenaufgang Nr. 5
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Carsten Henn gehört für mich zu den Autoren, deren Bücher man erlebt. Er hat eine besondere Art, Geschichten mit Wärme, Lebensweisheit und feinem Humor zu erzählen. Auch in "Sonnenaufgang Nr. 5" beweist ...

Carsten Henn gehört für mich zu den Autoren, deren Bücher man erlebt. Er hat eine besondere Art, Geschichten mit Wärme, Lebensweisheit und feinem Humor zu erzählen. Auch in "Sonnenaufgang Nr. 5" beweist er erneut, wie sensibel er Menschen und Stimmungen einzufangen vermag.
Dementsprechend ist auch Carsten Henns Sprache ruhig und feinfühlig. Hiermit malt er Bilder, die Lesenden wirklich Nahe gehen können und teilweise sehr real erscheinen. Genau das finden wir bereits auf dem Cover. Es spiegelt die Atmosphäre des Romans perfekt wider - ruhig, nachdenklich und zugleich hoffnungsvoll.
Wer den „Buchspazierer“ unter anderem aufgrund seiner Buch-Thematik geliebt hat, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Denn Bücher und das Schreiben sind das Herzstück der Geschichte und dienen als Spiegel für das Erinnern und das Verstehen des eigenen Lebens. Es geht um Abschiede, Anfänge und einem Gemälde namens „Sonnenaufgang Nr. 5“, deren Bedeutung sich erst im Laufe des Buches erschließt.
Die beiden Protagonist:innen Jonas und Stella könnten unterschiedlicher nicht sein und dennoch haben sie Gemeinsamkeiten. Jonas findet als Ghostwriter von Stella Begegnungen, Erinnerungen und vor allem sich selbst.
Stella hingegen wirkt sehr exzentrisch und eigenwillig. Teilweise sogar etwas unsympathisch. Doch in ihren Gesprächen mit Jonas wird ihre Verletzlichkeit deutlich und damit all ihre verpassten Chance und die Kraft der Erinnerung.
Trotz allem muss ich gestehen, dass mir der Roman in der Mitte der Handlung stellenweise etwas konstruiert erschien und die Melancholie der Handlung unauthentisch wirkte. Dennoch hat mich „Sonnenaufgang Nr. 5“ begeistern können, da es ein Gefühl von Wärme hinterlässt und das Glück, Teil einer Geschichte gewesen zu sein, die einem etwas über das Leben erzählt.

Ein Buch das berührt, nachklingt und sich leise ins Herz schleicht. Trotz kleiner Schwächen erneut ein Highlight für mich aus der Feder von Carsten Henn. Wieder mal ein Zeichen, dass einem Literatur so viel vermitteln und geben kann. Ein Küstenroman, der nach Meer duftet und nach Leben klingt.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Ayurveda fürs Herz

Die Nelkentochter (Die Blumentöchter 3)
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„Die Nelkentochter“ von Tessa Collins ist der dritte Band der atmosphärischen Familien-Saga. Auch wenn sich die Hintergründe der Figuren vertrauter anfühlen, wenn man Teil 1 und 2 bereits gelesen hat, ...

„Die Nelkentochter“ von Tessa Collins ist der dritte Band der atmosphärischen Familien-Saga. Auch wenn sich die Hintergründe der Figuren vertrauter anfühlen, wenn man Teil 1 und 2 bereits gelesen hat, lässt es sich dennoch auch unabhängig hiervor lesen. Für mich persönlich war allein der Handlungsort Grund genug, sofort zu diesem Teil zu greifen. Diesmal führt uns die Autorin nach Sri Lanka, wo Lali, unsere Protagonistin, ihre Mutter aufsuchen möchte.
Das ganze wird durch zwei Zeitebenen geschildert und zu einem Geflecht aus Familiengeheimnissen und Selbstfindung verwoben.
Besonders berührend ist, wie Lali ihrer Mutter begegnet, an die sie kaum Erinnerungen hat, und wie sich die beiden einander langsam annähern. Diese Beziehungsgeschichte in der Gegenwart ist bereits bewegend. Gleichzeitig erfährt man durch eine weitere Perspektive in der Vergangenheit auch etwas über die Geschichte Sri Lankas. Der Bürgerkrieg wird mit all seinen Folgen thematisiert und sind dezent in die Handlung eingebunden und dadurch so schön gelungen. Des Weiteren erfahren wird auch etwas über die Kultur des Inselstaates wie z. B. die Begegnungen mit der religiösen Vielfalt, wodurch die Geschichte noch lebendiger wird. All das wird getragen von Tessa Collins atmosphärischem, bildhaftem Schreibstil, der einen förmlich in die Teeplantagen, an die Strände und in die Dörfer Sri Lankas versetzt.
Sehr schön fand ich außerdem, dass die Liebe in diesem Band nicht zu kurz kommt. Die romantischen Elemente werden sympathisch, authentisch und lebendig in die Geschichte eingebunden. Lali ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen, da sie so eine toll Entwicklung durchlebt und von einer zurückhaltenden jungen Frau zu mehr Selbstvertrauen findet.
Die Mischung aus Familiengeschichte, exotischer Atmosphäre und kulturellen Einblicken macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Es passt für mich in jede Jahreszeit, weil es sowohl Geborgenheit als auch Fernweh schenkt. Eine wunderbare Wohlfühlgeschichte!
„Die Nelkentochter“ ist für mich eine gelungene Fortsetzung, die mich mit einem wohlig-warmen Gefühl zurückgelassen hat. Tessa Collins versteht es, authentische Figuren, emotionale Themen und atmosphärische Schauplätze miteinander zu verbinden. Ich vergebe daher fünf Sterne und empfehle dieses Buch von Herzen weiter. Schon jetzt freue ich mich riesig auf den nächsten Band, der uns nach Neuseeland führen wird – ein weiteres Abenteuer, auf das ich mich sehr freue.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Wo Trauer lebt, wacht Wut

Der Trailer
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Als Vielleserin mit einer großen Leidenschaft für Thriller – und als jemand, der bereits Werke von Linus Geschke kennt und schätzt – hat mich „Trailer“ vom ersten Moment an abgeholt. Dieses Buch ist nicht ...

Als Vielleserin mit einer großen Leidenschaft für Thriller – und als jemand, der bereits Werke von Linus Geschke kennt und schätzt – hat mich „Trailer“ vom ersten Moment an abgeholt. Dieses Buch ist nicht nur der packende Auftakt einer Trilogie, sondern auch ein echtes Leseerlebnis, das lange nachhallt.
Gleich zu Beginn wird deutlich, dass die Geschichte komplex, durchdacht und exzellent konstruiert ist. Die Spannung baut sich Stück für Stück auf. Ich hatte während der Lektüre immer wieder neue Theorien, ständig war jemand anderes verdächtig. Linus Geschke versteht es, Leser:innen auf falsche Fährten zu führen. Die Auflösung? Überraschend, klug, und vor allem völlig anders, als ich es erwartet hatte. Genau so muss ein Thriller sein!
Was „Trailer“ für mich aber wirklich besonders macht, sind die Figuren. Im Zentrum steht die Kommissarin Frieda – eine starke, vielschichtige Frau, die man sofort ernst nimmt. Parallel dazu lernen wir ein eigenartiges Dreiergespann kennen. Was mich an diesen Figuren beeindruckt hat, ist die emotionale Ambivalenz - einige von ihnen sind auf eine Art kriminell oder moralisch fragwürdig, dass man es kaum glauben mag – und trotzdem hat Linus Geschke es geschafft, dass sie mir direkt ans Herz gewachsen sind. Ich mochte sie, gerade wegen ihrer Ecken und Kanten.

Ein echtes Highlight war für mich das Nachwort. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern vermittelt auch eine gesellschaftlich wichtige Botschaft. Es verleiht dem Buch eine zusätzliche Tiefe, die „Trailer“ weit über einen „gewöhnlichen“ Thriller hinaushebt. Ich liebe und feiere Linus Geschke für diese Zeilen, denn sie haben das Gelesene für mich noch einmal in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Für mich war „Trailer“ ein echter Page-Turner – eines jener Bücher, die man kaum aus der Hand legen kann. Ich hatte beim Lesen sogar ein paar schlaflose Nächte, weil mich die Spannung bis in den Schlaf hinein begleitet hat – im besten Sinne.
Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten beiden Bände. Denn was Linus Geschke hier begonnen hat, verspricht eine Trilogie, die nicht nur unterhält, sondern auch berührt, erschüttert und zum Nachdenken anregt. „Trailer“ trifft einfach ins Schwarze – auf ganzer Linie.

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