Wie eine Kuscheldecke
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstandDas Buch ist wie eine flauschige Decke, in die ich mich eingewickelt habe, immer wenn ich das Buch aufgeschlagen habe.
Das Buch war genau das, was ich gerade gebraucht habe. Ruhig, unaufgeregt, über ...
Das Buch ist wie eine flauschige Decke, in die ich mich eingewickelt habe, immer wenn ich das Buch aufgeschlagen habe.
Das Buch war genau das, was ich gerade gebraucht habe. Ruhig, unaufgeregt, über die Schönheit und Klarheit der Worte in einer stressigen Welt - ich bin immer wieder gerne in den Briefladen mit dem Holzduft und den schönen Füllfederhaltern zurückgekehrt, um einen neuen Brief eines Fremden zu lesen.
Hyoyeang nimmt widerwillig einen Job im „Lettershop“ an, nachdem sie ihren Traum, Regisseurin zu werden, wegen familiärer Probleme aufgeben musste. Doch im Lettershop begegnet sie Menschen, die durch handgeschriebene Briefe ihre Geheimnisse offenbaren - und langsam findet sie zurück zu sich selbst.
Wer einen aufregenden Roman sucht, sollte das Buch lieber schnell wieder hinlegen. Für alle anderen: Willkommen im Lettershop. Setzt euch hin, Briefpapier und Schreibutensilien stehen bereit. Am liebsten mochte ich wirklich die Atmosphäre des Lettershops - in den vier Wänden mit einer Kassentheke, einem Tisch, einer Vase voller frischer Blumen und wohlsortierten Auslagen spielt auch ein Großteil des Buches - und ich bin mit Hyongyeong jeden Morgen gerne dahin zurückgekehrt.
Die Idee des Lettershops ist, neben dem Verkauf von Karten, Briefpapier und Schreibkram, dass die Kunden anonyme Briefe hinterlassen können, die andere Menschen im Gegenzug ebenso anonym lesen und beantworten können. Die Mühe, die in jedem Brief steckt, und die Achtsamkeit, mit der diese gelesen werden, ist für mich eindringlich transportiert worden. Dabei lernt der Leser nicht nur etwas über den Briefeschreiber, seinen Job und sein Leben, sondern auch über Hyongyeong, über die Beziehung zu ihren Eltern und ihrer Schwester und ihren Freunden, über den Weg, den ihre Gedanken und Emotionen nehmen.
Diese Mischung aus Slice-of-Life und Neuausrichtung hat einfach meinen Nerv getroffen. Es war so niedlich, wie Hyoyeong sich immer wieder selbst reflektiert hat.
Das Buch ist zudem noch passend aufgemacht: Da haben wir zum Beispiel ein süßes Personenregister, die Briefe, das Herz des Romans, heben sich deutlich vom Text ab, neben Arbeitsprotokollen gibt es kurze Chatnachrichten und und und.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und das Hörbuch, eingesprochen von Mélanie Fouché, kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen.