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Veröffentlicht am 23.03.2026

Super Ratgeber für naturnahes Gärtnern

Mein wilder, bunter Garten – Einfach naturnah gärtnern
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Silvia Hardt hat mit ihrem Sachbuch Mein wilder, bunter Garten – Einfach naturnah gärtnern ein gut lesbares, mit vielen praktischen Tipps ein Grundlagenwerk zum naturnahen Gärtnern vorgelegt.

Ich kannte ...

Silvia Hardt hat mit ihrem Sachbuch Mein wilder, bunter Garten – Einfach naturnah gärtnern ein gut lesbares, mit vielen praktischen Tipps ein Grundlagenwerk zum naturnahen Gärtnern vorgelegt.

Ich kannte Silvia Hardt bereits von ihrem Instagram-Account "Kleine Baummanufaktur", wo sie mich immer wieder mit ihren naturnahen und zugleich dekorativen Ideen zur Gartengestaltung begeistert.

Ihr Buch nun bietet Praxiswissen zur Gestaltung insektenfreundlicher Naturgärten, inklusive Beetplänen und DIY-Anleitungen. Man merkt, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt, denn sie betreibt eine Baumschule. In ihrem Buch ist alles ist gut verständlich beschrieben und reich bebildert. Ein großer Teil widmet sich der Frage, wie man gezielt Lebensräume für Nützlinge schafft und welche Pflanzen welche Insekten anziehen.

Dieses schöne Buch hat einen festen Platz in meinem Bücherregal bekommen und wird mit Sicherheit immer mal wieder hervorgeholt.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Tiefgründig und humorvoll

Liefern
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Der israelische Autor Tomer Gardi hat mit seinem neuen Buch, das den schlichten Titel "Liefern" trägt, einen globalen Roman geschrieben und lässt die Lesenden damit hinter die Kulissen eines ausbeuterischen ...

Der israelische Autor Tomer Gardi hat mit seinem neuen Buch, das den schlichten Titel "Liefern" trägt, einen globalen Roman geschrieben und lässt die Lesenden damit hinter die Kulissen eines ausbeuterischen Systems blicken.

Wer sich noch nie Gedanken über die Essenslieferanten mit ihren großen eckigen Rucksäcken auf dem Rücken gemacht hat - hatte ich bisher auch nicht - dem lege ich Liefern sehr ans Herz. Die prekären Verhältnisse, in denen sich das Arbeiten in verschiedenen Ländern, für unterschiedliche Lieferdienste abspielt, kann man sich mit etwas Phantasie noch selber zusammen reimen. Welche menschlichen Schicksale sich dahinter verbergen erzählt dagegen Tomer Gardi auf berührende Weise. Wie Schlaglichter erscheinen seine Geschichten, die in den Metropolen der Welt angesiedelt sind. Kurierfahrer sind Menschen mit Privatleben, mit zum Teil qualifizierten Ausbildungen oder aber mit der Sehnsucht nach einem besseren Leben.
Das Buch ist an keiner Stelle langweilig oder rührselig. Im Gegenteil: oft humorvoll besteht Tomers Kunst darin, die globale Vernetzung der Menschen in kleinen letztendlich zusammenhängenden Geschichten aufzuzeigen. Sein Verdienst ist es nicht nur, eine sehr angebrachte Kritik gegenüber einem unwürdigen System zu üben, sondern auch Menschen sichtbar zu machen, die in unserem Alltag einfach da sind und zu gern übersehen werden.

Liefern: ein wichtiges Buch, von dem in diesem Jahr noch viel zu hören sein wird.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Lieblingsbuch

Tage des Lichts
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Megan Hunter hat mit "Tage des Lichts" eine so wunderbar poetisch und melancholische Geschichte geschrieben, sodass dieses Buch schon jetzt zu meinem Jahreshighlight geworden ist. Bestimmt werde ich es ...

Megan Hunter hat mit "Tage des Lichts" eine so wunderbar poetisch und melancholische Geschichte geschrieben, sodass dieses Buch schon jetzt zu meinem Jahreshighlight geworden ist. Bestimmt werde ich es mit einigem Abstand erneut lesen.
Hauptfigur ist Ivy, die in einem künstlerisch geprägten Elternhaus auf dem Land im England der 1930er Jahre aufwächst. Ivy verlebt unbeschwerte Tage, gedanklich damit beschäftigt, was sie aus ihrem Leben machen soll. Das sorglose Leben nimmt am Ostersonntag des Jahres 1938 ein schicksalhaftes Ende. Ihr geliebter Bruder Joseph kehrt vom Baden in einem Fluss nicht zurück. Ivy wird sogar Augenzeugin des Verschwindens. Fortan belasteten die Geschehnisse vom Ostersonntag ihr Leben. Und ein weiterer Lebensfaden begleitet Ivy bis zum Schluss: die Liebe und das Verlagen zu einer anderen Frau. Durch gesellschaftliche Zwänge verursacht, kann diese Liebe über viele Jahre nicht ausgelebt werden.Ivy bleibt eine Suchende bis zum Schluss.

Auf überaus feinfühlige Weise gibt Megan Hunter Ivys Geschichte und ihre Gedanken wieder. Ich hatte das Gefühl, ihr bis in die Verästelungen ihrer Seele folgen zu dürfen. Aus meiner Sicht ist es eine große Kunst, eine Geschichte so zu gestalten.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ehrlich und tiefgründig

All the Way to the River
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All the way to the river – das neue, aus meiner Sicht geniale Werk der Autorin des Bestsellers Eat, pray love, ist ein schonungslos ehrliches, bedrückendes Werk über Abhängigkeit in all ihren Formen.

Elisabeth ...

All the way to the river – das neue, aus meiner Sicht geniale Werk der Autorin des Bestsellers Eat, pray love, ist ein schonungslos ehrliches, bedrückendes Werk über Abhängigkeit in all ihren Formen.

Elisabeth Gilbert beschreibt in ihrem Memoir die Geschichte ihrer an Krebs erkrankten Partnerin Rayya Elias. Rayya hat eine lange Sucht- und Leidensgeschichte hinter sich bevor sie an Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs stirbt. Bis zuletzt – all the way tot he river – ist Elisabeth Gilbert an ihrer Seite.
Aus all der Traurigkeit hat Gilbert ein bis zum Schmerz durchanalysiertes Selbstzeugnis auch ihrer eigenen Sucht abgelegt. Sie mutet dem Lesenden einiges zu, doch die brilliant und ehrlich geschriebenen Zeilen punkten mit einer Tiefe, die ich selten bei Autoren erlebt habe. Nicht nur sprachlich, auch inhaltlich inspiriert All the way to the River in jeder Hinsicht. Ein Lesehighlight in diesem Herbst.

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Bittere Freundschaft

Der ehrliche Finder
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Auch in ihrem neuen Roman "Der ehrliche Finder" verschont Lize Spit die Leser und Leserinnen nicht: die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Jungen steuert unerbittlich auf das nicht nur bittere sondern ...

Auch in ihrem neuen Roman "Der ehrliche Finder" verschont Lize Spit die Leser und Leserinnen nicht: die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Jungen steuert unerbittlich auf das nicht nur bittere sondern auch grausame Ende zu. Zum Schluss ist nichts mehr, wie es war.

Jimmy und Tristan sind gleichaltrige Jungs. Mit sehr unterschiedlichen Problemen. Jimmy leidet darunter, dass der Vater die Familie verlassen hat und freut sich, in Tristan jemanden gefunden zu haben, mit dem er seine Sammelleidenschaft für Flippos teilen kann. Tristan ist mit seinen Eltern und vielen Geschwistern aus dem Kosovo geflüchtet. Familie Ibrahimi hat in dem belgischen Dorf Bovenmeer Fuß gefasst und eine große Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner erfahren. So weit so gut. Bis eines Tages die Ausweisung der Familie Ibrahimi auf dem Tisch liegt. Ab nun wird eine Beklemmung beim Lesen spürbar. Denn Tristan hat einen unheilvollen Plan geschmiedet. Mit einer Heldentat will er seine Familie vor der Ausweisung retten.

Auf einer wahren Geschichte basierend erzählt Liz Spit einerseits in liebevollem Detailreichtum von der Freundschaft zwischen Jimmy und Tristan. Das muss als Trost reichen, denn die Unmenschlichkeit des Realen mutet sie am Ende ebenso zu. Ein lesenswertes Buch!

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