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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Spannende und komplexe Geschichte

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur ...


Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur kleinere Vergehen geahndet werden müssen, wird der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem Haus tot aufgefunden, erschossen aus nächster Nähe. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen erste Ermittlungen auf. Offenbar war der schwerreiche Solberg einer, der sehr gut bei den Frauen ankam und seine Freundinnen sehr oft wechselte. Schon kurz darauf wird in einer abgelegenen Hütte im Wald ein Mann erstochen aufgefunden.
Jetzt haben Anta und Hans es mit zwei Toten und zwei Tatorten zu tun. Haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun? Immerhin kannten sich die beiden Toten offenbar…
Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, viele kurze, unverknüpfte Sätze. Doch eigentlich passt dieser Stil sehr gut zur kantigen Hauptfigur Anta Thorsen, die sehr hart zu sich selbst, aber auch zu anderen ist und ohne ihre täglichen Sporteinheiten ungenießbar wird.
Eine spannende und komplexe Geschichte mit interessanten Ermittlerfiguren. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Der Italiener

Der Italiener
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1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. ...



1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. Als die verwitwete Buchhändlerin Elena Arbués eines Nachts den schwer verletzten Taucher Teseo am Strand findet, schleppt sie ihn in ihr Haus und pflegt ihn. Doch kurz darauf wird er von seinen Leuten abgeholt. Als sie sich Wochen später im Hafen von Alcegiras wieder begegnen, beginnt eine riskante Liebe zwischen den beiden. Elena, die als Spanierin Zugang zur britischen Exklave Gibraltar hat, beginnt sogar, für die Italiener zu spionieren. Die Handlung hört sich ziemlich nach Spionagethriller oder James Bond an. Sie wird aber sehr viel leiser und eindringlicher erzählt und wirkt gerade dadurch authentisch.
Eine hochinteressante, mir bisher unbekannte Seite aus dem 2. Weltkrieg, verknüpft mit einer berührenden Liebesgeschichte, die sich entgegen jeder Vernunft entwickelt. Beruhend auf einer wahren Begebenheit. Sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Packender Krimi mit literarischem Anspruch

Die Farbe des Schattens
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Hauptkommissar Arno Groth ist nach der Wende in seine Heimatstadt Wechtershagen in Mecklenburg zurückgekehrt. Trotz seiner ostdeutschen Herkunft wird er von einigen als Wessi und als ,,Aufbauhelfer Ost“ ...


Hauptkommissar Arno Groth ist nach der Wende in seine Heimatstadt Wechtershagen in Mecklenburg zurückgekehrt. Trotz seiner ostdeutschen Herkunft wird er von einigen als Wessi und als ,,Aufbauhelfer Ost“ wahrgenommen. Im Januar 1992 langweilt er sich mit aussichtslosen und frustrierenden Ermittlungen, jugendlichen Autodieben und Kioskeinbrüchen, als plötzlich ein Junge verschwindet. Der elfjährige Matti kehrte vom Einkaufen nicht mehr in die elterliche Wohnung in der Plattenbausiedlung Mönkeberg zurück. Trotz einer großangelegten Suchaktion findet sich zunächst keine Spur des Jungen. Sowohl der Vater als auch der Bruder Mattis wirken verdächtig. Doch dann wird die Leiche des Jungen in einem Keller gefunden und die Spuren weisen auf einen Täter hin, der schon früher Kinder ermordet hat. Parallel zu dieser Handlungsebene begleitet man die Taxifahrerin Ina Paul, die sich vor ihrem äußerst gewalttätigen Mann versteckt. Sie hat vermutlich den Täter gesehen, will aber auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen und meldet sich daher nicht bei der Polizei.
Hauptkommissar Arno Groth ist eine nachdenkliche, zweifelnde Figur. Er kämpft bis zur Erschöpfung für die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Sein eigenes Leben und die Trauer um seine verstorbene Tochter bekommt er allerdings nur schwer in den Griff. Die etwas melancholische und bedrückende Atmosphäre der Nachwendezeit wird authentisch und anschaulich eingefangen.
Ein packender Krimi mit literarischem Anspruch!

Veröffentlicht am 03.08.2025

Täter oder Opfer?

Gerächt sein sollst du
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Im Hafenbecken des finnischen Küstenorts Kristinestad wird die Leiche des siebzehnjährigen Jonas Snellman gefunden. Da der Junge ein ziemlicher Außenseiter war, deutet einiges auf Selbstmord hin. Doch ...

Im Hafenbecken des finnischen Küstenorts Kristinestad wird die Leiche des siebzehnjährigen Jonas Snellman gefunden. Da der Junge ein ziemlicher Außenseiter war, deutet einiges auf Selbstmord hin. Doch sein Körper weist auch Spuren von Misshandlungen auf und schnell stellt sich heraus, dass Jonas von einer Gruppe gleichaltriger Jungen drangsaliert wurde. War es womöglich doch Mord? Mit den Ermittlungen wird Kriminalkommissar Mats Bergholm betraut, der sich gerade zufällig in seinem Sommerhäuschen in der Gegend aufhält. Dabei trifft er auch auf seine Jugendliebe Eevi Manner, die als Journalistin ein ganz eigenes Interesse an dem Fall hat. Beide versuchen auf ihre Art, Jonas’ Tod aufzuklären. Doch dann erfährt Eevi Manner, dass Jonas Snellman offenbar nicht nur ein Opfer, sondern auch ein Täter war. Er soll ein Mädchen sexuell missbraucht, die Tat gefilmt und ins Internet gestellt haben. Der Fall entwickelt sich damit in eine völlig andere Richtung.
Die beiden Hauptfiguren sind sympathisch und authentisch gezeichnet. Dazu kommt, dass beide in ihrer jetzigen Beziehung nicht ganz glücklich sind und durch die Begegnung Erinnerungen an ihre jugendliche Liebe wieder wach werden. Das Privatleben der beiden drängt sich jedoch nicht allzu sehr in den Vordergrund. Das Hauptaugenmerk bleibt auf dem Fall, der sich zunehmend rätselhaft und komplex entwickelt. Immer wieder rücken andere Verdächtige in den Fokus, bis zum überraschenden Ende.
Zu Recht ein Bestseller in Finnland!

Veröffentlicht am 28.07.2025

Spannend und überzeugend

Der dunkle Sommer
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Nach einem Unglück will die deutsche Architektin Tilda alle Brücken in Deutschland hinter sich abbrechen. Im Zimmer ihres verstorbenen Vaters findet sie einen Artikel über ein verlassenes Dorf auf Sardinien, ...


Nach einem Unglück will die deutsche Architektin Tilda alle Brücken in Deutschland hinter sich abbrechen. Im Zimmer ihres verstorbenen Vaters findet sie einen Artikel über ein verlassenes Dorf auf Sardinien, wo sie schließlich für einen Euro eine verfallene Villa ersteht. Das Haus, das ihr die Maklerin eher widerwillig verkauft, möchte sie renovieren und hier, fernab jeglichen Trubels, sich selbst wiederfinden. Doch das Haus scheint ein Eigenleben zu führen, nachts hört Tilda merkwürdige Geräusche. Zudem wirkt das verlassene Dorf gar nicht so verlassen, immer mal wieder läuten die Kirchenglocken oder es geschehen andere, merkwürdige Dinge. Tilda trifft auf den Journalisten Enzo, der die Geschichte des Dorfes erforscht und hin und wieder den letzten Einwohner, den alten Silvio, besucht und interviewt. Plötzlich taucht Tildas jüngerer Bruder Nino bei ihr auf und will einige Zeit bei ihr wohnen, da er sein Unternehmen in Deutschland in den Sand gesetzt und einen Berg Schulden angehäuft hat. Tilda ist zunächst genervt von Ninos Anwesenheit, die beiden Geschwister nähern sich aber allmählich an, indem sie ihre Familienerinnerungen teilen. Doch plötzlich ist Nino wieder verschwunden, ohne ein Lebenszeichen……
Parallel zu dieser Handlungsebene erfährt man aus der Sicht des Mädchens Franca, wie das Leben vierzig Jahre früher in dem Dorf aussah, mit welchen teils grausamen Traditionen und verfestigten Strukturen junge Menschen und vor allem Mädchen zu kämpfen hatten. Ganz allmählich werden die beiden Handlungsebenen zu einem raffinierten, schlüssigen Ganzen miteinander verknüpft. Während der erste Teil eher langsam und reflektierend wirkt, wird die Handlung zunehmend dynamischer und dramatischer bis zum überraschenden Ende.
Mich konnte ,,Der dunkle Sommer“ restlos überzeugen.