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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Gelungener Reihenauftakt

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und ...

Capitano Enzo Rossi führt ein sehr bequemes Ermittlerdasein im Tessiner Süden, nahe der italienischen Grenze. Richtige Kriminalfälle gab es schon lange nicht mehr. Und durch seinen sehr wohlhabenden und einflussreichen Bruder Fabrizio kann sich Enzo Rossi auch fast alles erlauben.
Doch als ihn seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli gleich über zwei Leichen informiert, ist für Enzo Rossi das Faulenzerleben erst einmal vorbei. Vor allem, nachdem sich bei beiden Todesfällen ziemlich schnell herausstellt, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt. Als sich dann auch noch die ersten Hinweise verdichten, dass sein Bruder Fabrizio in die Fälle involviert ist, wird es für Enzo Rossi kompliziert. Zudem gibt es zwischen ihm und seiner Schwägerin Jackie, der Frau Fabrizios, ein brisantes Geheimnis, das Enzo unter allen Umständen auch geheim halten will.
Ein interessanter, durch Enzo Rossis teilweise lapidare Sicht auch sehr amüsanter Krimi, der durch die Verknüpfung von Familiengeschichte und Kriminalhandlung gut unterhält.
Gut, dass man am Ende weiß, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt!

Veröffentlicht am 23.02.2026

Klare Leseempfehlung

Fünf Fremde
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Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden ...

Die abgelegene Nordseeinsel Neuwerk ist der Schauplatz der Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Vor 30 Jahren verschwanden zwei Jugendliche spurlos aus dem Schullandheim. Für die begleitenden Lehrer und Lehrerinnen, aber auch für die anderen Jugendlichen, ja selbst für die Inselbewohner ist dies ein einschneidendes Ereignis, das sie ihr Leben lang nicht losgelassen hat.
Im Jahr 2025 befinden sich fünf Passagiere auf der Fähre, die bei stürmischem Wetter die Insel anfährt. Doch fünf „Fremde“ sind sie eigentlich nicht, alle haben in irgendeiner Form mit den damaligen Ereignissen zu tun und kehren nun aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Nordseeinsel zurück.
Schon bei der Überfahrt geschehen merkwürdige Dinge. Nach und nach erfährt man mehr über die Figuren und wie sie in die damaligen Ereignisse involviert waren. Das ist überaus spannend, wozu die stürmische und teilweise durchaus gruselige Atmosphäre beiträgt.
Die Auflösung am Ende ist überraschend, aber schlüssig. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Spannende und komplexe Geschichte

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur ...


Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur kleinere Vergehen geahndet werden müssen, wird der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem Haus tot aufgefunden, erschossen aus nächster Nähe. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen erste Ermittlungen auf. Offenbar war der schwerreiche Solberg einer, der sehr gut bei den Frauen ankam und seine Freundinnen sehr oft wechselte. Schon kurz darauf wird in einer abgelegenen Hütte im Wald ein Mann erstochen aufgefunden.
Jetzt haben Anta und Hans es mit zwei Toten und zwei Tatorten zu tun. Haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun? Immerhin kannten sich die beiden Toten offenbar…
Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, viele kurze, unverknüpfte Sätze. Doch eigentlich passt dieser Stil sehr gut zur kantigen Hauptfigur Anta Thorsen, die sehr hart zu sich selbst, aber auch zu anderen ist und ohne ihre täglichen Sporteinheiten ungenießbar wird.
Eine spannende und komplexe Geschichte mit interessanten Ermittlerfiguren. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Der Italiener

Der Italiener
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1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. ...



1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. Als die verwitwete Buchhändlerin Elena Arbués eines Nachts den schwer verletzten Taucher Teseo am Strand findet, schleppt sie ihn in ihr Haus und pflegt ihn. Doch kurz darauf wird er von seinen Leuten abgeholt. Als sie sich Wochen später im Hafen von Alcegiras wieder begegnen, beginnt eine riskante Liebe zwischen den beiden. Elena, die als Spanierin Zugang zur britischen Exklave Gibraltar hat, beginnt sogar, für die Italiener zu spionieren. Die Handlung hört sich ziemlich nach Spionagethriller oder James Bond an. Sie wird aber sehr viel leiser und eindringlicher erzählt und wirkt gerade dadurch authentisch.
Eine hochinteressante, mir bisher unbekannte Seite aus dem 2. Weltkrieg, verknüpft mit einer berührenden Liebesgeschichte, die sich entgegen jeder Vernunft entwickelt. Beruhend auf einer wahren Begebenheit. Sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Packender Krimi mit literarischem Anspruch

Die Farbe des Schattens
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Hauptkommissar Arno Groth ist nach der Wende in seine Heimatstadt Wechtershagen in Mecklenburg zurückgekehrt. Trotz seiner ostdeutschen Herkunft wird er von einigen als Wessi und als ,,Aufbauhelfer Ost“ ...


Hauptkommissar Arno Groth ist nach der Wende in seine Heimatstadt Wechtershagen in Mecklenburg zurückgekehrt. Trotz seiner ostdeutschen Herkunft wird er von einigen als Wessi und als ,,Aufbauhelfer Ost“ wahrgenommen. Im Januar 1992 langweilt er sich mit aussichtslosen und frustrierenden Ermittlungen, jugendlichen Autodieben und Kioskeinbrüchen, als plötzlich ein Junge verschwindet. Der elfjährige Matti kehrte vom Einkaufen nicht mehr in die elterliche Wohnung in der Plattenbausiedlung Mönkeberg zurück. Trotz einer großangelegten Suchaktion findet sich zunächst keine Spur des Jungen. Sowohl der Vater als auch der Bruder Mattis wirken verdächtig. Doch dann wird die Leiche des Jungen in einem Keller gefunden und die Spuren weisen auf einen Täter hin, der schon früher Kinder ermordet hat. Parallel zu dieser Handlungsebene begleitet man die Taxifahrerin Ina Paul, die sich vor ihrem äußerst gewalttätigen Mann versteckt. Sie hat vermutlich den Täter gesehen, will aber auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen und meldet sich daher nicht bei der Polizei.
Hauptkommissar Arno Groth ist eine nachdenkliche, zweifelnde Figur. Er kämpft bis zur Erschöpfung für die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Sein eigenes Leben und die Trauer um seine verstorbene Tochter bekommt er allerdings nur schwer in den Griff. Die etwas melancholische und bedrückende Atmosphäre der Nachwendezeit wird authentisch und anschaulich eingefangen.
Ein packender Krimi mit literarischem Anspruch!