Humorvolle Satire auf Japanisch
Richtig gutes EssenNitani zeigt sich angepasst gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen. Er befolgt die gesellschaftlich vorgegebenen Regeln im Büroalltag, leistet also stets mehr als von ihm erwartet wird. In Zeiten einer ...
Nitani zeigt sich angepasst gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen. Er befolgt die gesellschaftlich vorgegebenen Regeln im Büroalltag, leistet also stets mehr als von ihm erwartet wird. In Zeiten einer angespannten Auftragslage, arbeitet er ohne zu Murren mehr als sein Pensum ab, macht Überstunden, so dass kaum Zeit für den erholsamen Schlaf übrigbleibt. Mit seiner Kollegin Oshio pflegt er dagegen einen eher lockeren Umgang nach der Arbeit. Ihr verrät er sogar seine große Leidenschaft, die jedoch für ihn keine berufliche Perspektive aufzeigen. So liefert er Tag für Tag einfach ab, ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden, ob er Erfüllung in seiner Tätigkeit verspürt. Ashikawa verwöhnt das Büro fast täglich mit Selbstgebackenem. Nitani ist befreundet mit Ashikawa, macht sich allerdings wenig aus einer gepflegten, ausgewogenen Esskultur. Ihm genügen Instantramen, am liebsten täglich.
Welche skurrilen zwischenmenschlichen Situationen durch differente Auffassungen zur pünktlichen Erledigung der Arbeitsaufgaben und einer gesunden Esskultur gerade für unser westliches Empfinden hervorgerufen werden, erzählt die japanische Autorin Junko Takase in ihrem Roman ‘Richtig gutes Essen‘. Der Schreibstil ist typisch japanisch, eher distanziert und reduziert. Mit einer Portion schrägem Humor macht sie aufmerksam auf Schwächen im Miteinander, um dem kulturellen Regelwerk der Nation zu genügen. Wer bei Nichtbeachtung dieser Konventionen dabei auf der Strecke bleibt, hebt die Geschichte deutlich hervor.