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Veröffentlicht am 11.02.2026

Zart, langsam, atmend.

Halber Stein
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Halber Stein ist ein sehr zartes, langsames Buch. Eine Geschichte, die sich in der Natur entfaltet und Leser*in wie auf einem leichten Windhauch durch die Geschichte trägt. Das Buch handelt von Fragen ...

Halber Stein ist ein sehr zartes, langsames Buch. Eine Geschichte, die sich in der Natur entfaltet und Leser*in wie auf einem leichten Windhauch durch die Geschichte trägt. Das Buch handelt von Fragen wie Ankommen, Heimat und Identität. Davon, was wir aufgeben und zurücklassen, wenn wir gen Zukunft gehen, aber auch davon, dass wir bei aller Progression auch zurückblicken dürfen und dort - im Zurück - etwas auf uns warten kann. Die Protagonistin steht vor der Frage der Integration dieser beiden Anteile: der Vergangenheit, ihrer Herkunft, einen Teil, den sie lange ignoriert hat und der Zukunft. Ausgelöst durch einen traurigen Umstand reist sie zusammen mit ihrem Vater zu diesem Teil und stellt sich all den Fragen. Konfrontiert mit der Vergangenheit erleben wir mit der Protagonistin genau diese Auseinandersetzung.

Halber Stein hat mir sehr durch seine Ruhe gefallen und durch die Sanftheit, mit der ich durch die Geschichte geführt wurde. An vereinzelten Stellen ist es mir etwas schwer gefallen, mich auf die Geschichte einzulassen, aber im Großen und Ganzen hat mich der Roman sehr überzeugt. Eine Empfehlung für alle, die ruhige, tiefe Geschichten mögen und sich gerne auf malerische Szenen und Reflexionsmomente einlassen möchten.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Spannende Kriminalreportage

Protokoll eines Verschwindens
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Ich fand die Geschichte sehr gelungen – vor allem journalistisch ist sie extrem stark geschrieben. Alexander Rupflin versteht es, uns direkt in die Szenen hineinzuführen. Es hat sich oft so angefühlt, ...

Ich fand die Geschichte sehr gelungen – vor allem journalistisch ist sie extrem stark geschrieben. Alexander Rupflin versteht es, uns direkt in die Szenen hineinzuführen. Es hat sich oft so angefühlt, als würde ich einen langen, hervorragend recherchierten Artikel aus dem ZEITmagazin hören: voller atmosphärischer Details, die sofort Bilder im Kopf entstehen lassen.
Mit der Stimme des Sprechers konnte ich allerdings nicht ganz warm werden – in schriftlicher Form hätte mir das Buch vermutlich noch besser gefallen. Schade fand ich auch, dass es keine endgültige Auflösung des Falls gibt. Gleichzeitig ist das wohl einfach die Realität, und dafür kann der Autor natürlich nichts.
Insgesamt eine sehr gut aufbereitete Kriminalgeschichte, die dem Opfer mehr Raum gibt als dem Täter und die moralische Graubereiche auslotet, statt einfache Gut-und-Böse-Bilder zu zeichnen.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Zauberhafter Ausflug ins Schwanenhotel

Schwanentage
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„Schwanentage“ ist eine kleine, zauberhafte Geschichte, die uns einen Einblick gerät in ein eigentlich so geordnetes Leben, das aus den Fugen gerät. Die Protagonistin findet sich in einer nicht vorhersehbaren ...

„Schwanentage“ ist eine kleine, zauberhafte Geschichte, die uns einen Einblick gerät in ein eigentlich so geordnetes Leben, das aus den Fugen gerät. Die Protagonistin findet sich in einer nicht vorhersehbaren Situation wieder, in der sie all ihre Pläne einmal umwerfen muss. Ihren Job als Kindermädchen, den sie eigentlich aufgeben wollte und jetzt auf einmal aber die Alleinverantwortung über ihr Ziehkind hat. Ein kleiner Blick in ihr Leben und ein Peek auf die chinesische Gesellschaft. Einfühlsam und zart auf der einen Seite und mit ganz viel Reflexion auf der anderen wird sich diesem Thema gewidmet.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut - vor allem, dass die Autorin es geschafft hat, auf so wenigen Seiten so viel zu transportieren. Die Charaktere wirken nachvollziehbar, authentisch und nahbar. Einzig und allein durch meine Unwissenheit über das Gesellschaftssystem von China blieben bei mir manche Verweise und Metaphern unverstanden.

Leicht zu lesen, mit Tiefgang - für mich ein sehr gelungener Erstkontakt mit chinesischer Literatur. Gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Gelunges Mulan-Retelling

The Night Ends With Fire
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Ich fand das Buch sehr gelungen und mitreißend. Besonders spannend war für mich der Ansatz, die Geschichte von Mulan neu zu erzählen – diesmal mit einem stärkeren Fokus darauf, dass es nicht nur Gut und ...

Ich fand das Buch sehr gelungen und mitreißend. Besonders spannend war für mich der Ansatz, die Geschichte von Mulan neu zu erzählen – diesmal mit einem stärkeren Fokus darauf, dass es nicht nur Gut und Böse gibt, sondern sich alle Charaktere in Graubereichen bewegen. Meilin verfolgt ihre eigenen Ziele und ist nicht einfach nur die selbstlose Tochter, die ihren Vater retten möchte. Dieser Perspektivwechsel macht die Geschichte vielschichtiger und tiefgründiger.

Auch die Figuren Tiantang und Lei fand ich interessant, sie haben für mich die Handlung zusätzlich bereichert. Vor allem aber bin ich gespannt, wie es weitergeht und für wen Meilin sich letztlich entscheiden wird. Bisher fand ich hat die Story überwiegt, was ich aber keineswegs als schädlich empfunden habe. Ein guter Kontrast zu den aktuellen Fantasybüchern, in denen kaum noch Story vorhanden ist. Wer also ein Fantasy Buch sucht, das den Plot im Fokus hat, ist hier richtig. Ich bin natürlich trotzdem gespannt, wie der Romance-Part in Buch 2 umgesetzt wird.

Erwähnenswert ist außerdem, wie wunderschön das Buch eingebunden ist – ein echtes Highlight! Ich habe mir bereits den zweiten Band bestellt, was wohl das beste Zeichen dafür ist, dass hier alles richtig gemacht wurde.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Die Endlichkeit der Unendlichkeit

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Das Gefühl von Unendlichkeit erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Biologiestudierender bzw. -forschender, die sich nicht nur emotional, sondern auch intellektuell schnell aneinander binden ...

Das Gefühl von Unendlichkeit erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Biologiestudierender bzw. -forschender, die sich nicht nur emotional, sondern auch intellektuell schnell aneinander binden – vielleicht zu schnell. Gemeinsam jagen sie einer Idee hinterher - fast schon von der Endlichkeit getrieben - bis alles langsam, aber unaufhaltsam den Bach runtergeht.
Das Buch greift Themen wie jugendlichen Übermut, die Verklärung von Liebe und die Blindheit gegenüber Menschen, die wir lieben, sehr feinfühlig auf. Gleichzeitig schwingt immer eine leise, aber spürbare Auseinandersetzung mit dem Thema Endlichkeit mit – ein schöner Kontrast zum Titel.
Ich fand den Roman angenehm zu lesen, auch wenn mir nicht immer der Sprachstil oder thematische Fokus voll entsprochen hat. Trotzdem hat mich die Geschichte auf ihre ruhige Art beeindruckt und der kühle Kontrast der Wissenschaft zur Romantik überzeugt. Es ist definitiv keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine, die mich überrascht hat, weil sie anders verlief, als ich erwartet hatte.
Ein lesenswertes Buch, das mit leisen Tönen und ungewohnten Wendungen überzeugt – nicht perfekt, aber eigenständig, angenehm zu lesen und mit ein paar Überraschungen gespickt.

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