»Sie wollte nicht mehr erklären müssen, was so offensichtlich war. Das Leben fand ohne sie statt. Ihre Hoffnung lag in der Zukunft.«
Das schönste aller Leben»Sie wollte nicht mehr erklären müssen, was so offensichtlich war. Das Leben fand ohne sie statt. Ihre Hoffnung lag in der Zukunft.«
Ein Wechselspiel aus drei – genau genommen vier – Perspektiven, erzählt ...
»Sie wollte nicht mehr erklären müssen, was so offensichtlich war. Das Leben fand ohne sie statt. Ihre Hoffnung lag in der Zukunft.«
Ein Wechselspiel aus drei – genau genommen vier – Perspektiven, erzählt die Geschichte einer Familie.
Heimat, als Ort des Ankommens und die Unwissenheit, wo dieser Platz wirklich zu sein scheint. In Deutschland oder Rumänien? Diese Fragen stellen sich Vio und ihre Eltern, nachdem sie aus dem rumänischen Banat nach Deutschland geflohen sind.
Wie sehr der äußere Eindruck und die Meinung fremder Leute zu wiegt, weiß Vio aus ihrer Kindheit. Nachdem ihre Tochter, nach einem Unfall, Verbrennungsnarben davonträgt, wird sie daran erinnert und gibt sich die Schuld, das schöne Gesicht ihres Kindes für immer genommen zu haben.
Etwa drei Jahrhunderte früher verlieben sich Theresia und der neue Diakon Ferdinand ineinander. Als die Keuschheitskommission davon erfährt, steht außer Frage, dass sie ihn verführt hat und dafür büßen muss.
Was macht Schönheit aus, wenn auch die positive Seite Negatives mit sich ziehen kann?
Wir lassen zu, dass andere über uns oder Menschen, die uns wichtig sind, bestimmen und sich Einfluss nehmen, der ihnen eigentlich gar nicht zusteht. Was schön ist und was nicht, bestimmen wir selbst. Dafür plädiert dieser Roman, auch wenn er noch viel mehr ist und ihr ihn deshalb schlichtweg selbst lesen müsst!
Was hatte ich erwartet?
Ehrlich gesagt etwas ganz anderes …
Was Betty Boras mit ihrem ersten Roman geschafft hat, ist keineswegs nur ein lobenswertes Debüt, sondern ein Buch, das von so vielen Themen, Schicksalen und dem Leben als Ganzes erzählt und das auf so eindringliche, bewegende und nahegehende Art, die keine simple Erzählweise, sondern ausschließlich eine komplexe, wahnsinnig gut durchdachte Sprache hervorrufen kann.
Ein Roman als Kunstwerk, der sich während des Lesens immer weiter entfaltet und welchen man mehrmals lesen muss.
„Das Schönste aller Leben“ ist – und damit lehne ich mich sicher nicht bereits zu Beginn des Jahres zu weit aus dem Fenster –, eines der besten Debüts dieses Jahres.