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Veröffentlicht am 27.05.2026

Zwischen Tradition und Selbstfindung

John of John
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Mit John of John hat Douglas Stuart es mal wieder geschafft: ein trauriges, tragisches und tiefgründiges Buch zu schreiben, das gleichzeitig so zärtlich und schön ist.

Ich bin ehrlich: Als ich gesehen ...


Mit John of John hat Douglas Stuart es mal wieder geschafft: ein trauriges, tragisches und tiefgründiges Buch zu schreiben, das gleichzeitig so zärtlich und schön ist.

Ich bin ehrlich: Als ich gesehen habe, wie dick das Buch ist, hatte ich erstmal Respekt davor. Ich habe es normalerweise nicht so mit sehr umfangreichen Romanen. Aber diese Sorge war komplett unnötig. Mir war keine einzige Seite zu lang.

Am allerbesten haben mir die Figuren gefallen. Auch wenn sie einem manchmal alles abverlangen, sind sie so zart und feinfühlig gezeichnet, dass man sie einfach nicht loslassen will. Man schließt wirklich alle ins Herz.
Da ist zum Beispiel Kel. Er hat in Edinburgh Textilverarbeitung studiert und kehrt nun mittellos auf seine Heimatinsel zurück. Dort erwarten ihn sein Vater und seine Großmutter in der Enge des Elternhauses, in dem es eigentlich nichts gibt außer Schafen, einem Webstuhl und sehr strengen presbyterianischen Glaubensregeln. Dazu kommt, dass Kel homosexuell ist und seine wahre Identität verstecken muss.

Sein Vater John ist ein sehr strenger und gläubiger Mann. Unter dieser harten Schale steckt aber auch ein unglaublich zarter Mensch, der selbst sehr mit dem Leben kämpft und vieles andere leichter sein kann als er selbst. Ich habe alle Figuren geliebt, aber meine absolute Lieblingsfigur war Ella, die Großmutter. Sie ist einfach eine wahnsinnig coole Socke. Ella kam vor vielen Jahren mit ihrem Mann auf die Insel und gilt dort trotzdem immer noch als Außenseiterin. Weil sie kein Gälisch spricht, wird sie immer wieder ausgeschlossen und gehört nie ganz dazu. Trotzdem begegnet sie der Welt mit einer großen Portion Coolness und sehr viel Witz. Man muss sie einfach erleben.

Das Buch ist insgesamt ganz ruhig erzählt. Handlungsmäßig passiert eigentlich gar nicht so viel und gleichzeitig passiert unglaublich viel. Eben in den Figuren, den Beziehungen und dem Miteinander. Mit jeder Seite wünscht man sich für diese Menschen mehr, dass sie irgendwie ihr Happy End bekommen.

Außerdem kann ich auch das Hörbuch sehr empfehlen. Charly Hübner spricht die Figuren mit so viel Gefühl, dass er dieser Geschichte vollkommen gerecht wird.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Chaos im Kopf, Chaos im Leben

How It All Ends
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In „How it all Ends“ von Emma Hunsinger geht es um Tara, die sich am liebsten in ihre Tagträume flüchtet und dort die größten Abenteuer erlebt. Doch als sie auf die High School kommt, wird sie plötzlich ...

In „How it all Ends“ von Emma Hunsinger geht es um Tara, die sich am liebsten in ihre Tagträume flüchtet und dort die größten Abenteuer erlebt. Doch als sie auf die High School kommt, wird sie plötzlich mit der echten Welt konfrontiert. Neue Wege, neue Regeln und die Angst, etwas falsch zu machen, machen ihr den Start nicht leicht. Zum Glück trifft sie auf Libby, ein freundliches Mädchen aus ihrem Englischkurs, mit der alles gleich ein bisschen einfacher und vor allem viel lustiger wird.

Die Geschichte ist sehr witzig und einfallsreich erzählt. Besonders die Mischung aus Alltag und Tagträumen sorgt immer wieder für humorvolle Momente. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und passen perfekt zur Geschichte, wodurch das Buch noch lebendiger wirkt. Außerdem ist der Zeichenstil nicht zu kindlich.

Die Handlung ist so mitreißend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und innerhalb weniger Stunden die letzte Seite erreicht. Ein besonders schönes Zitat aus dem Buch lautet: „In meinem Kopf kann ich alles sein. Warum nur ist es dann so schwer herauszufinden, wer ich im echten Leben sein will?“ Dieser Gedanke bringt Taras Unsicherheit und ihre Suche nach sich selbst sehr gut auf den Punkt.

Insgesamt ist „How it all Ends“ eine klare Empfehlung für alle, die humorvolle Geschichten über Schule, Freundschaft und das Erwachsenwerden mögen.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Buch, das bleibt

Solange ein Streichholz brennt
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Als ich dieses Buch beendet habe, saß ich danach noch lange einfach nur da und habe die Wand angestarrt. Nicht, weil das Ende besonders schockierend gewesen wäre. Sondern weil ich dieses Gefühl nicht loslassen ...

Als ich dieses Buch beendet habe, saß ich danach noch lange einfach nur da und habe die Wand angestarrt. Nicht, weil das Ende besonders schockierend gewesen wäre. Sondern weil ich dieses Gefühl nicht loslassen wollte, das die Geschichte in mir ausgelöst hat. Es ist eines dieser Bücher, die nachhallen.

Am besten lässt es sich vielleicht als eine Art modernes Märchen beschreiben: ruhig, eindringlich und dabei nie kitschig. Gleichzeitig steckt unglaublich viel gesellschaftliche Relevanz darin.

Besonders hervorheben möchte ich die Darstellung von Obdachlosigkeit. Dieses Thema findet in Büchern viel zu selten Raum, und hier wird es nicht nur am Rande behandelt. Einer der beiden Hauptcharaktere ist selbst obdachlos. Man merkt deutlich, dass sich der Autor intensiv damit auseinandergesetzt hat. Nichts wird beschönigt, und genau das macht die Geschichte so authentisch und berührend.

Aber nicht nur inhaltlich überzeugt das Buch, auch sprachlich ist es einfach wunderschön geschrieben. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man komplett eintaucht. Ich habe mitgefiebert, gelacht und geweint.

Ein Detail, das sich für mich total verändert hat, ist das Cover. Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat es mich überhaupt nicht angesprochen. Nach dem Lesen liebe ich es aber richtig. Ich mag es total, wenn die Covergestaltung plötzlich Sinn ergibt und man denkt: Das ist einfach richtig gut umgesetzt.

Für mich ist das eine klare Leseempfehlung: ein berührendes, besonderes Buch, das noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Anders sein ist okay

Starfish
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Ich habe „Starfish“ zusammen mit meiner 11-järhigen Tochter gelesen. Als Mutter möchte ich, dass meine Kinder lernen sich in andere hineinzuversetzen und gerade dieses Thema ist in dem Alter meiner Tochter, ...


Ich habe „Starfish“ zusammen mit meiner 11-järhigen Tochter gelesen. Als Mutter möchte ich, dass meine Kinder lernen sich in andere hineinzuversetzen und gerade dieses Thema ist in dem Alter meiner Tochter, in dem die Körper der Mädchen eine immer größere Rolle spielen besonders wichtig. Ich war mir unsicher, ob sie die poetische Sprache des Buches ansprechend findet, wir waren uns aber schnell einig: gerade diese macht dieses Buch besonders emotional. Das Buch ist ab 11 Jahren empfohlen und ich denke, das passt auch, mit einem jüngeren Kind würde ich es noch nicht lesen. Es ist teilweise schon hart und auch ich musste ein paar Mal schlucken.

Hier ist der Leseeindruck meiner Tochter:

„Starfish“ von Lisa Fipps ist ein Jugendbuch über Ellie. In der Geschichte geht es um viele Diäten, um Mobbing und um die sogenannten „Dicke-Mädchen-Regeln“, die Ellie von anderen beigebracht bekommt.

Ellie fühlt sich im Wasser am wohlsten. Dort ist sie schwerelos und frei. Das Schwimmen ist ihr sicherer Ort, an dem sie einfach sie selbst sein kann. Zum Glück ist Ellie nicht ganz allein. Ihr Vater, ihre Therapeutin und ihre neue Freundin Catalina stehen auf ihrer Seite. Mit ihrer Hilfe lernt Ellie langsam, auch im echten Leben mutig zu sein.

Ich finde das Buch sehr gut, weil es sehr emotional ist. Manche Figuren sind witzig, aber vieles ist auch traurig. Beim Lesen hatte ich mehrmals Tränen in den Augen und war oft wütend auf bestimmte Personen. Ich habe richtig mit Ellie mitgefühlt.

Der Schreibstil ist besonders, weil das Buch in Versform geschrieben ist. Es sieht ein bisschen aus wie ein Gedicht, aber es reimt sich nicht. Das macht die Geschichte noch intensiver.

Ich finde es wichtig, dass das Buch zeigt, wie es Menschen geht, die gemobbt werden. „Starfish“ gibt einem die Möglichkeit, in das Leben eines Mädchens zu schauen, das solche Erfahrungen macht.

Veröffentlicht am 21.01.2026

Leise, schön und sehr berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich.

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt ...


Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich.

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt die Geschichte von Bo, der neunundachtzig Jahre alt ist. Seine Frau lebt im Pflegeheim, er selbst ist allein mit seinem Hund, der für ihn mehr ist als nur ein Haustier. Als sein Sohn entscheidet, Bo könne sich nicht mehr ausreichend um den Hund kümmern, gerät sein ohnehin fragiler Alltag ins Wanken. Was folgt, ist das stille Porträt eines alten Mannes, dessen Tage lang sind und dessen Welt immer kleiner wird.

Wir begleiten Bo durch seinen Alltag, durch seine gegenwärtigen Sorgen und Einschränkungen. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Erinnerungsräume: Episoden aus seiner Kindheit, aus seinem Erwachsenenleben, aus der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau und aus der Beziehung zu seinem Sohn. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind fein austariert und verleihen der Geschichte eine große Tiefe.

Das Buch ist sehr emotional, ohne jemals kitschig zu werden. Es ist sanft, warm und schmerzhaft zugleich. Ein Wohlfühlbuch im besten Sinne, das tief ins Herz trifft und lange nachhallt. Mich hat es schon auf den ersten Seiten erwischt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Ein sehr schönes, berührendes Buch und eine große Empfehlung. Taschentücher bereithalten.

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