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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Mehr erwartet

Das gute Leben
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Anni flieht aus einem kleinen rumänischen Dorf nach Deutschland. Sie ist schwanger und kommt erst mal bei ihrem Bruder unter. Die anderen Verwandten unterstützen sie nicht. Nach der Geburt des Kindes beginnt ...

Anni flieht aus einem kleinen rumänischen Dorf nach Deutschland. Sie ist schwanger und kommt erst mal bei ihrem Bruder unter. Die anderen Verwandten unterstützen sie nicht. Nach der Geburt des Kindes beginnt sie, bei Quelle zu arbeiten und zieht auf ein Dorf in die Nähe von Nürnberg. Ihre Tochter geht nach Amerika und lässt die Enkelin bei Anni.

Das Buch lässt mich etwas traurig zurück. Weil ich finde, dass man aus der Geschichte viel mehr hätte machen können. Keine der Figuren war mir wirklich sympathisch. Anfangs tat mir Anni noch leid. Sie kämpft sich allein durch, bekommt wenig Unterstützung. Allerdings finde ich ihr Verhalten gegenüber ihrer Tochter oft grenzwertig. Diese wiederum flieht ebenfalls und lässt ihre eigene Tochter zurück und holt sie auch nicht nach. Ebenfalls grenzwertig für mich. Die Enkelin ist mich sich und der Welt auch nicht wirklich zufrieden und das Ausräumen (oder eher Nicht-Ausräumen) wird zwar zu einer Reise in die Vergangenheit, aber sie wirkt auf mich einfach nur lethargisch. Annis Hauptleben spielt sich in der Quelle ab – doch selbst da bekommt sie einen Tritt in den A…llerwertesten und wird 2 Jahre vor der Rente entlassen. Alles zusammen bekommt für mich keine der Figuren irgendwie eine Tiefe und die Geschichte ist zwar in weiten Teilen gut lesbar, aber bleibt bei mir nicht richtig hängen. Es läuft so vor sich hin, aber leider nicht mehr.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Unbehaglich

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam erhält überraschend eine Einladung ihrer Halbschwester Nia zu deren 40 Geburtstag auf die Familieninsel. Mirjam selbst steckt in einer tiefen Krise, denn ihr langjähriger Freund hat sie verlassen. ...

Mirjam erhält überraschend eine Einladung ihrer Halbschwester Nia zu deren 40 Geburtstag auf die Familieninsel. Mirjam selbst steckt in einer tiefen Krise, denn ihr langjähriger Freund hat sie verlassen. Auch die Einladung macht sie nicht direkt glücklich, denn sie weiß, dass es in der Ehe ihrer Schwester riesige Probleme und viel Gewalt gibt. Trotzdem fährt sie zu dieser Feier…

Das Buch lässt mich extrem unbehaglich zurück. Zum einen brauchte ich ungefähr bis zur Mitte des Buches, um mich einzulesen. Mir fiel es unheimlich schwer und ich fühlte mich oft extrem gelangweilt. In der Mitte gibt es dann eine überraschende Wendung (ich will nicht spoilern) und ab da konnte ich etwas flüssiger lesen. Trotzdem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass es so gut wie keine einzige positive Person in diesem Buch gibt. Beide Schwestern konnten mich nicht überzeugen. Mir kam es vor, sie definieren sich ausschließlich über ihre Beziehungen und zumindest Nia macht von Jugend an immer den gleichen Fehler. Was natürlich keinesfalls häusliche Gewalt rechtfertigt. Trotzdem kam mir das ganze nicht wie eine Freundschaft oder Familie, sondern eher wie eine Zweckgemeinschaft vor. Insgesamt kann ich eigentlich keine Leseempfehlung aussprechen

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Klaustrophobisch

Die Kammer
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Ellen arbeitet als Tiefseetaucherin. Und zwar als eine sehr spezielle. Sie ist in diesem Beruf derzeit die einzige Frau. Zusammen mit fünf Männern kommt sie in eine Druckkammer für einen Reparaturauftrag ...

Ellen arbeitet als Tiefseetaucherin. Und zwar als eine sehr spezielle. Sie ist in diesem Beruf derzeit die einzige Frau. Zusammen mit fünf Männern kommt sie in eine Druckkammer für einen Reparaturauftrag an einer Ölpipeline, doch bereits nach einem Arbeitstag stirbt einer der Männer. Der Grund ist unbekannt und noch denken sie an ein gesundheitliches Problem. Doch er bleibt nicht der einzige Tote…

Ich fand das Buch richtig gut. Die Spannung ergibt sich allein aus diesen klaustrophobischen Beschreibungen der Kammer und der Arbeit unter Wasser. Ich hatte bisher nie mit diesem Beruf zu tun und so war es für mich ungeheuer interessant, etwas darüber zu lesen. Das Buch hätte von mir fast die volle Punktzahl bekommen, wenn nicht das Ende wäre. Über das war ich ehrlich gesagt einfach nur enttäuscht.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Nicht meins

Was vor uns liegt
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1934 in einem Konvikt in Rom. Acht junge Frauen studieren dort mehr oder weniger. Offiziell sind sie Freundinnen, doch jede von ihnen hält etwas zurück und verschweigt vieles.

Dieser Debütroman der Autorin ...

1934 in einem Konvikt in Rom. Acht junge Frauen studieren dort mehr oder weniger. Offiziell sind sie Freundinnen, doch jede von ihnen hält etwas zurück und verschweigt vieles.

Dieser Debütroman der Autorin wird als Neuentdeckung hochgelobt, er war bei den Nazis verboten. Aus heutiger Sicht fehlt mir etwas die Vorstellung, warum das Buch verboten wurde. Ist es nur wegen dem Spanienkrieg? Denn die Lebenswege der Frauen sind eigentlich gar nicht so sehr modern, die meisten möchten zwar freier leben, suchen im Endeffekt aber eigentlich nur einen Mann. Und auch untereinander tun sie so als wären sie große Freundinnen. Doch sobald eine aus dem Kreis ausbricht, vergisst sie die Freundinnen und umgekehrt ist es ähnlich. Eine junge Frau stirbt und die Trauer hält sich in sehr engen Grenzen. So gesehen fand ich das Buch nicht besonders gut. Außerdem fand ich es extrem langatmig und langweilig geschrieben. Daher spreche ich keine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Nett

Mathilde und Marie
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Marie lebt und studiert in Paris und hat erneut einen familiären Verlust zu beklagen. Damit fällt sie in eine Art Burnout und verlässt Paris fluchtartig. Unterwegs lernt sie Jonina kennen, die sie mit ...

Marie lebt und studiert in Paris und hat erneut einen familiären Verlust zu beklagen. Damit fällt sie in eine Art Burnout und verlässt Paris fluchtartig. Unterwegs lernt sie Jonina kennen, die sie mit in ihr kleines Dorf Redu nimmt. Ein Bücherdorf ohne Internet und Handyempfang. Marie bleibt erst einmal dort...

Das Buch ist sehr nett zu lesen und man hat dabei ein gutes Gefühl. Die Absicht schimmert aus jeder Zeile und manchmal war mir dies zu viel. Ehrlich gesagt, nervte mich die dauernde Bezeichnung: Isländerin oder junge Französin. Spätestens nach dem zweiten Mal wusste man, wer damit gemeint ist und ich fand diese Bezeichnungen sehr distanziert. Auch manche Dialoge fand ich zwischen altmodisch und gestelzt. Hier kam die Intention des Buches so stark in den Vordergrund, dass es mir zu viel wurde. Ansonsten ist es eine schöne Geschichte, die gut unterhält und deren Ansatz man nachvollziehen kann. Allerdings hat das Buch bei mir keine tiefgreifenden Spuren hinterlassen. Man kann es lesen, man muss es aber nicht

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