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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2026

Wunderbar unaufgeregt

Sommer auf Perigo Island
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"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten ...

"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten Insel vor der Küste Kanadas aufwächst. Wir begleiten ihn, beim Fischen, dabei wie er sein erstes Geld mit herausgeschnittenen Kabeljauzungen verdient, bei der ersten Liebe und der Suche auf der vermissten Anna. Anna, die Pierce eigentlich gar nicht so gut kennt, die ihn aber trotzdem in ihren Bann gezogen hat. Und was hat der seltsame Festländer, in dem heruntergekommenen Haus auf dem Hügel mit dem Ganzen zu tun?

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Pierce erzählt und diese Erzählweise, der Stil, ist einfach wunderbar passend für einen Zwölfjährigen. Die Erzählung kommt wunderbar unaufgeregt daher und kommt ohne großes Drama aus. Sie lebt von ihren verschrobenen Insel-Charakteren, vom Wetter und von den Gewalten der Insel, vom Niedergang der Fischerei und von den Hürden des Erwachsenwerdens. Die Insel fungiert wie ein kleiner stehengebliebener Mini-Kosmos und schafft so eine ganz eigene, eigentümliche, aber auch sehr stimmungsvolle Atmosphäre.

Die Entwicklungen im letzten Drittel hätte ich mir noch etwas unaufgeregter gewünscht, um dem ganzen noch mehr Wucht zu verleihen, aber auch so hat sich das Ende auf jeden Fall rund angefühlt. Auf den Epilog hätte ich verzichten können, aber das ist Geschmackssache.

Insgesamt war "Sommer auf Perigo Island" eine sehr schöne, stimmungsvolle und toll erzählte Geschichte, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Ungeschönt

Half His Age
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In "Half his Age" wird die Geschichte der 17jährigen Waldo erzählt, die sich in Mr. Korgy, ihren Lehrer für Kreatives Schreiben, verliebt und eine Affäre mit ihm beginnt. Waldo ist in ärmlichen Verhältnissen ...

In "Half his Age" wird die Geschichte der 17jährigen Waldo erzählt, die sich in Mr. Korgy, ihren Lehrer für Kreatives Schreiben, verliebt und eine Affäre mit ihm beginnt. Waldo ist in ärmlichen Verhältnissen bei ihrer alleinerziehenden, bindungsgestörten Mutter aufgewachsen und kommt also mit so manchem Päckchen. Aber Waldo ist ein sehr starkter Charakter, sie weiß, was sie will und wie sie es sich zu holen hat.

Die Geschichte an sich ist nicht neu, wurde so ähnlich schon des öfteren erzählt, aber das macht sie nicht weniger wichtig, nur vielleicht nicht mehr ganz so schockierend. Was mir gut gefallen hat, ist dass das Buch einfach nur berichtet, aber nicht urteilt, weder über Mr. Korgy noch über Waldo. Natürlich ist das Leseerlebnis maximal unangenehm und Mr. Korgys Verhalten nur schwer auszuhalten, und die Message am Ende ganz klar und auch wichtig.

Besonders hervorzuheben ist die Sprache. McCurdys Stil ist roh, ungefiltert, teilweise vulgär und schönt nichts. Gleichzeitig wirkt Waldos Stimme ihrem jungen Alter angemessen und ich finde, der Stil hat sehr gut zu ihrer Persönlichkeit gepasst und wunderbar die Atmosphäre des Buches einfangen können.

"Half his Age" war mein erste Buch von McCurdy und ich bin jetzt auch gespannt, auf ihr anderes Werk. Insgesamt ein Buch, das man sehr gut und auch flott lesen kann, das wichtige Themen behandelt, inhaltlich vielleicht nicht unbedingt neues beiträgt, ich trotzdem aber auf jeden Fall empfehlen kann.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Voller Abgründe

Belladonnas
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Die "Belladonnas" sind eine Gruppe einflussreicher und erfolgreicher Influencerinnen - eine streng abgeschirmte Runde zu der nur Ausgewählte Zutritt erhalten. Julies Zwillingsschwester Chloe war eine von ...

Die "Belladonnas" sind eine Gruppe einflussreicher und erfolgreicher Influencerinnen - eine streng abgeschirmte Runde zu der nur Ausgewählte Zutritt erhalten. Julies Zwillingsschwester Chloe war eine von ihnen. Doch dann stirbt Chloe unerwartet und Julie wird die einzige Zeugin. Getrennt von ihrer Schwester in völlig anderen Verhältnissen aufgewachsen, ist sie fasziniert vom schillernden Influencer-Leben ihrer Schwester und ohne lange nachzudenken, gibt sie sich als Chloe aus und erklärt stattdessen Julie für tot. Doch als sie in Kontakt mit den Belladonnas kommt, muss sie entdecken, dass auch im Leben ihrer Schwester so manche Abgründe lauern - und die sind finster, sehr finster ...

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Julie erzählt und ich mochte ihre Stimme sehr gerne, ein sehr angenehmer Stil, der sich wunderbar weglesen lies. Keine der Figuren ist so richtig sympathisch, aber gerade das hat sie für mich auch real und interessant gemacht.

Während wir im ersten Teil Einblicke in die Influencer-Welt erhlaten, driftet die Geschichte in der zweiten Hälfte des Romans ein bisschen in Richtung Horror ab und bei der ein oder anderen Szene musste ich schon ganz schön schlucken, das ist auf jeden Fall nichts für ganz zart Besaitete. Die Spannung war für mich auf jeden Fall den gesamten Plot vorhanden und auch mit dem Ende war ich wirklich außerordentlich zufrieden.

Kein 5-Sterne-Buch, dafür war manches zu schnell oder zu abgedreht, aber ein sehr unterhaltsamer Lesespaß.

Veröffentlicht am 22.12.2025

Macht Spaß trotz gewichtiger Themen

Hazel sagt Nein
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Hazel zieht mit ihrer Familie nach Maine. An ihrem ersten Schultag an der neuen High School wird sie ins Büro des Direktors gerufen, der ihr verkündet, dass er jedes Jahr ein Mädchen auswählt, mit dem ...

Hazel zieht mit ihrer Familie nach Maine. An ihrem ersten Schultag an der neuen High School wird sie ins Büro des Direktors gerufen, der ihr verkündet, dass er jedes Jahr ein Mädchen auswählt, mit dem er das Jahr über Sex haben wird und dass sie dieses Jahr die Auserwählte wäre. Hazel ist schockiert und macht, was bisher noch keine vor ihr gemacht hat - sie sagt "Nein!" Und damit tritt sie einen Gang an Ereignissen los, der nicht nur ihr Leben, sondern das komplette Städtchen auf den Kopf stellen wird.

Die Geschichte wird aus verschiedenne POV erzählt, sämtliche Mitglieder aus Hazels Familie, ihre Mutter Claire, ihr Vater Gus und ihr kleiner Bruder Wolf kommen zu Wort. Diese verschiedenen Sichtweisen auf die Geschichte und die unterschiedlichen Handlungen zu kennen, macht großen Spaß und hat für mich gut zur Geschichte gepasst, weil sie einfach auch gezeigt hat, wie groß die Auswirkungen sind und welche Kreise das Ganze ziehen kann.

Das Buch greift viele wichtige Themen auf - Missbrauch, Selbstbestimmung, ADHS, Familie, Frauenrechte, Me Too, Erwachsenwerden und viele mehr. Daduch hat das Buch viel zum Nachdenken angeregt. Auch die Entwicklung, die die Geschichte genommen hat, hat mir gut gefallen.

Womit ich tatsächlich ein bisschen gestruggelt habe, war das Ende. Ich werde jetzt hier natürlich nicht spoilern, aber die Geschichte hätte für mich locker um 50 Seiten gekürzt werden können. Ein bisschen wirkte es auf mich, als hätte die Autorin einfach den Absprung nicht gefunden und immer noch ein paar Seiten hinzugefügt. Das hat dem Ganzen für mich leider etwas die Kraft genommen und hätte etwas roher, unauszerzählter mehr Aussagekraft gehabt.

Insgesamt habe ich "Hazel sagt nein" sehr gerne gelesen und hatte eine gute Zeit mit dem Buch.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Hat mich happy gemacht

This isn't happiness
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Ich muss sagen, "This isn't happiness" hat mir sehr viel Spaß gemacht beim Lesen. Es ist wundervoll humorvoll und ironisch erzählt, trifft leise Töne und problematische Themen und schafft es dabei auch ...

Ich muss sagen, "This isn't happiness" hat mir sehr viel Spaß gemacht beim Lesen. Es ist wundervoll humorvoll und ironisch erzählt, trifft leise Töne und problematische Themen und schafft es dabei auch noch, nichts ins Dramatische oder zu Ernste abzurutschen. Ich mochte auch sehr, dass immer wieder kleine Listen zur Hochzeitsvorbereitung oder Chatverläufe eingebaut waren - von beidem hätte es für meinen Geschmack gerne noch ein bisschen mehr sein dürfen :)

Amy war mir super sympathisch, sie war so wunderbar realistisch zurückhaltend und auch in ihrer Art, wie sie sich von der Außenwelt überrollen lässt in Punkto Hochzeitsvorbereitungen, konnte ich sie sehr gut verstehen. Sie hatte so viele Struggle, Sorgen, aber auch Hoffnungen, die mir selbst nicht fremd waren und mit denen ich mich sehr gut identifizieren konnte. Die anderen Personen sind vielleicht hier und da ein bisschen überzeichnet und eher stereotypisch angelegt, aber das hat mich überhaupt nicht gestört, weil sie seltsamerweise gerade durch ihre Klischees, oft so nah an der Realität waren.

Leider hat mich die Entwicklichung der Handlung im letzten Drittel ein bisschen enttäuscht. Ich möchte hier jetzt nichts vorwegnehmen, aber für meinen Geschmack hätte es manches nicht gebraucht und wäre etwas schlichter noch feministischer und eindrücklicher gewesen.

Das ändert aber nichts daran, dass ich den Roman mit großem Spaß gelesen habe und wirklich eine gute Zeit mit Amy hatte. Eine viel unterhaltsamerer und lustigere als erwartet sogar. "This isn't happiness" ist ein toller Roman über Selbstständigkeit, keine Angst vor der Veränderung, Verlorensein und zu sich selbst finden, eine ermutigende und wirklich hurmorvolle Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Ich hatte eine sehr gute Zeit beim Lesen.

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