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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Sehr reflektiert

Schwarzer September
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Es ist Sommer in Fiumetto an der ligurischen Küste, ein Sommer voller Sonne für den zwölfjährigen Gigio. Doch er wartet auf seine Freundin Astel, mit der er seine Stunden am Strand verbringen will. In ...

Es ist Sommer in Fiumetto an der ligurischen Küste, ein Sommer voller Sonne für den zwölfjährigen Gigio. Doch er wartet auf seine Freundin Astel, mit der er seine Stunden am Strand verbringen will. In diesem Jahr, 1972, wartet er lange vergeblich und muss seine Zeit mit seiner jüngeren Schwester Gilda und seiner irischen Mutter verbringen. Aber als Astel endlich kommt, beginnt ein Sommer voller Glück und Verheißungen für die beiden Kinder. Sie übersetzen englische Songtexte, schauen die Olympiade in München bis zu jedem schrecklichen Tag, als das Attentat auf die Spiele stattfindet und außerdem Gigios und Astels ganze Welt plötzlich zusammenbricht.
Gigio, der Ich-Erzähler, schildert die Ereignisse aus seiner Sicht als Erwachsener, aber er kann sich noch gut in den Zwölfjährigen hineinversetzen, der er einmal war. Dabei reflektiert er seine Gedanken und die Ereignisse sehr intensiv. Allerdings macht genau das das Buch auch etwas langatmig. Man möchte unbedingt wissen, wie der Sommer weitergeht und Gigios Gedanken halten diesen Fluss der Ereignisse immer wieder auf. Deshalb ist das Buch nicht einfach zu lesen und man braucht Geduld. Allerdings formuliert Veronesi sehr gekonnt und in einer ausgesprochen schönen Sprache, was mich mit der Langatmigkeit etwas versöhnt hat.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Chance oder Risiko?

Happy Head
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Sebastian ist 17, schüchtern und ängstlich. Nun bekommt er seine große Chance bei einer Teilnahme an der Maßnahme "Happy Head", bei der Jugendliche auf das Erwachsenenleben vorbereitet werden sollen. Abgesondert ...

Sebastian ist 17, schüchtern und ängstlich. Nun bekommt er seine große Chance bei einer Teilnahme an der Maßnahme "Happy Head", bei der Jugendliche auf das Erwachsenenleben vorbereitet werden sollen. Abgesondert auf einem riesigen Grundstück in Schottland sollen die Jugendlichen Verantwortung, Wachstum und Dankbarkeit lernen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass einige der Challenges recht grausam sind und eine gnadenlose Auslese stattfindet. Sebastian schlägt sich gut, aber auch ihm kommen Zweifel, besonders als er sich in Finn verliebt, der ihm sagt, er solle niemandem trauen.
Das Buch ist von der Aufmachung her mit dem auffälligen Farbschnitt eher für Jugendliche gedacht, aber auch ich als älterer Mensch habe es gern gelesen. Die Entwicklung von Sebastian vom schüchternen Jungen zum kreativen Anführer hat mich fasziniert, er holt alles aus sich heraus, als die Gefahr immer größer wird.
Das Thema finde ich hochaktuell, die Manipulationen, denen die Jugendlichen ausgesetzt sind, machen nachdenklich und haben mich an die "Camps" der rechten Szene denken lassen, in denen schon Kinder und Jugendliche auf die rechtsradikale Linie eingeschworen werden.
Leider endet das Buch mit einem heftigen Cliffhanger, es schreit geradezu nach einer Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Lost lässt grüßen

Die Tote von Nazaré
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Eine deutsche Polizistin, die nach Portugal kommt und dort bei der Aufklärung eines Mordfalls hilft? Das erinnert an die Krimis über Lost in Fuseta, die ebenfalls von einem deutschen Schriftsteller unter ...

Eine deutsche Polizistin, die nach Portugal kommt und dort bei der Aufklärung eines Mordfalls hilft? Das erinnert an die Krimis über Lost in Fuseta, die ebenfalls von einem deutschen Schriftsteller unter Pseudonym geschrieben werden. Dieses Buch erinnert schon mit der Aufmachung an die Lost-Krimis, ist aber doch ganz anders. Nicht nur, dass mit Hauptkommissarin Maren Berger eine Frau die Hauptperson ist, auch in Stil und Intensität weicht das Buch ab.
Berger will sich in Nazaré, dem Surfer-Hotspot am Atlantik, von einer schweren Schussverletzung erholen und findet direkt am ersten Tag eine Frauenleiche am Strand. Dass diese Leiche mit Marens Verletzung in Zusammenhang steht, stellt sich erst heraus, als ein Kollege aus Köln ebenfalls in Nazaré erschossen wird.
Das Buch ist zuerst etwas verwirrend, dann wird es aber spannend. Allerdings erreicht es nicht die Qualität der Lost-Krimis, da Leander Lost durch seinen Autismus ein ganz besonderer Ermittler ist. Auch fehlt es bisher noch an Lokalkolorit, der Ort und die Menschen dort spielen nur eine Nebenrolle. Da ist noch Spielraum, sollte das Buch sich zu einer Reihe entwickeln. Aber als Urlaubskrimi ist es voll okay.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Erben und Sterben

Ostfriesenerbe
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Der zwanzigste Ostfriesenkrimi beginnt mit einem Knaller. Kommissarin Ann Kathrin Klaasen “erbt” das geheime Archiv einer Ermittlergruppe, das ihr illegal Zugriff auf viele geheime Daten verschafft. Doch ...

Der zwanzigste Ostfriesenkrimi beginnt mit einem Knaller. Kommissarin Ann Kathrin Klaasen “erbt” das geheime Archiv einer Ermittlergruppe, das ihr illegal Zugriff auf viele geheime Daten verschafft. Doch die Erblasserin liegt wenig später tot vor dem Norder Teemuseum. Was nun? Es bleibt aber nicht bei einem Mord. Auch am Krimimuseum liegt eine Leiche und es folgen noch weitere, alle aus dem Umfeld von Onkel Heinz, einem Bauunternehmer. Ist da ein Erbschleicher unterwegs?

Wer die Ostfriesenkrimis kennt und liebt, wird auch von diesem Buch begeistert sein. Die genaue Beschreibung der Landschaft, die zahlreichen echten Personen, die im Text vorkommen, und der unvergleichliche Stil von Klaus-Peter Wolf gehören immer zu einem echten Ostfriesenkrimi. Allerdings hatte ich anfangs ein paar Probleme, um in die Geschichte hineinzufinden, denn der Beginn ist etwas unübersichtlich. Und am Schluss wird es sehr hektisch, dabei hätte ich doch gern gewusst, was im Testament von Onkel Heinz wirklich steht. Ein kleiner Epilog hätte Aufklärung bringen können.

Aber insgesamt wieder ein solider Krimi, der die Erwartungen erfüllt, mit viel Lokalkolorit und am Schluss richtig spannend.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Japanische Lebensart

Inspektor Takeda und der tödliche Ruhm
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Es gibt schon mehrere Bücher über Inspektor Ken Takeda, der als Japaner in Hamburg lebt und dort zusammen mit seiner Kollegin Claudia Harms ermittelt. aber für mich war es der erste Band der Reihe.

Der ...

Es gibt schon mehrere Bücher über Inspektor Ken Takeda, der als Japaner in Hamburg lebt und dort zusammen mit seiner Kollegin Claudia Harms ermittelt. aber für mich war es der erste Band der Reihe.

Der Spitzenkoch Tom Trautmann wurde ermordet und alle Spuren führen zu einem japanischen Sushi-Koch, der in seiner Heimat berühmt war und plötzlich verschwand. Ist er in Hamburg untergetaucht und kannte Trautmann? Takeda taucht tief in die japanische Community ein und kommt auf die Spur von Drogen, illegalem Fischfang und anderen dunklen Geheimnissen.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn es vermittelt nicht nur einen Einblick in die japanische Lebensart und Denkweise, die sich in vielen Punkten von unserer europäischen unterscheidet. Man erfährt aber auch viel über die Esskultur und die Geheimnisse der Sushi-Zubereitung, die eine echte Kunst ist und wenig mit dem zu tun hat, was man verpackt im Supermarkt kaufen kann. Auch ist das Buch sehr spannend bis zum überraschenden Ende. Und dann noch der Cliffhanger…

Das wird nicht das letzte Buch sein, das ich aus der Reihe lesen werde.

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