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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Berührend

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Titel und Cover sind bei diesem Buch nicht nur wunderbar aufeinander abgestimmt, sondern auch auf den Inhalt des Buches. Die Geschichten rund im den anonymen Brieffreunde-Service und die abgedruckten Briefe ...

Titel und Cover sind bei diesem Buch nicht nur wunderbar aufeinander abgestimmt, sondern auch auf den Inhalt des Buches. Die Geschichten rund im den anonymen Brieffreunde-Service und die abgedruckten Briefe haben mir sehr gut gefallen und stellenweise wirklich berührt und zum nachdenken angeregt.

Es gefällt mir, dass die Geschichte, anders als bei asiatischen Romanen häufig, nicht episodisch in Einzelgeschichten sondern kontinuierlich erzählt wird. Es gibt zwar auch hier Begegnungen mit den verschiedensten Kunden, die ganz eigene Wünsche, Sorgen und Hoffnungen haben, aber man trifft auch diese immer wieder, sodass man sie näher kennenlernt und ihre Entwicklung verfolgen kann.

Vor allem Protagonistin Hyoyeong und ihre Familiengeschichte fand ich bewegend und neben den Briefen selbst ist sie für mich das Herzstück der Geschichte. Die Themen rund um Familie, Liebe, Verlust, Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und Suche nach Bestätigung sind sehr authentisch und ich fand es sehr heilsam, wie unbekannte Menschen sich hier Mut zusprechen, einander bestärken und aufrichtig bewundern. Das ganze Buch ist dadurch so freundlich und herzlich.

Ich habe die Geschichte sehr genossen und werde bestimmt noch oft an dieses Buch zurückdenken.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Viel Schein, wenig Sein

Alle glücklich
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Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern ...

Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern versuchen, ihre Unsicherheiten und Probleme mit sich auszumachen.

Es ist schon bemerkenswert wie die Familie aneinander vorbeilebt und es trotzdem alle, jeder für sich selbst, schaffen, sich der Lebebssituation und dem Verhalten der anderen aufzureiben. Und sich gegenseitig zu verletzen.

Das Ende war schon tough. Als generell die ganze Geschichte war eine wilder Achterbahnfahrt aus toxischen Verhaltensmustern, fehlender Kommunikation und Desinteresse, aber das Ende war nochmal richtig heftig. Der Titel kommt einem da wie purer Hohn vor. Das Buch macht betroffen, man beginnt eigene Beziehungsmuster zu hinterfragen- kann man sich schleichend verlieren?

Die stetig wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, auch wie jedes Kapitel durch eine Frage eingeleitet wird, die den Kern dessen widerspiegelt, was die Figuren umtreibt. Die Autorin schreibt einfühlsam, scheut aber auch nicht vor Konfrontationen zurück, was mir richtig gut gefällt.
Die Geschichte zeigt gut, dass Idylle trügerisch sein kann und ein vermeintlich schönes Leben nicht für sich erfüllend sein muss. Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt, wirklich? Stark, tolles Buch.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Richtig cooler Suspense-Roman

Firewatch
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Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie ...

Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie was zu verbergen. Stark geplottet und einfach spannungsgeladen.

Die Geschichte schwankt zwischen Gegenwart und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden. Die Perspektiven konzentrieren sich auf Aaron selbst und seinen besten Freund Robin, der versucht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Es gibt eigentlich die gesamte Zeit über nur einen Verdächtigen für Robin. Doch nichts ist so leicht, wie es schien-vor allem Aaron selbst nicht.

Das Setting der Feuer-Wachtürme fand ich super gewählt- mal was anderes und zugleich direkt atmosphärisch. Und auch Robins Wechselbad der Gefühle was Kian betrifft fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar. Die gesamte Situation ist vulnerabel und dadurch mitreißend.

Und dann kommt ein Ende, das einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Phänomenal, absolut spektakulär und grausig.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Fantastisch

This Story Might Save Your Life
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Dieses Buch ist eines meiner absoluten Thriller-Highlights. Absoluter Glücksgriff, dieses Buch gelesen zu haben, ich habe wie gebannt an den Seiten gehangen und konnte es nicht weglegen. Selten so gefesselt ...

Dieses Buch ist eines meiner absoluten Thriller-Highlights. Absoluter Glücksgriff, dieses Buch gelesen zu haben, ich habe wie gebannt an den Seiten gehangen und konnte es nicht weglegen. Selten so gefesselt gewesen wie von dem, was sich auf diesen Seiten entfaltet.

Die Story beginnt eher seicht, die Handlung wird eingeleitet und vorbereitet, was mir richtig gut gefällt. Es werden direkt zu Beginn schon ein paar kryptische Andeutungen gemacht, aber alles sehr vage. Dann: ein Verschwinden. Und was danach passiert, ist eine absolute Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich finde die Story wirklich richtig stark geplottet, es gibt Konflikte, Verdachtsmomente, Konfrontationen und verletzte Gefühle.

Besonders zu Anfang könnte die Geschichte sich in jede nur erdenkliche Richtung entwickeln, was sie unvorhersehbar und spannend macht. Man weiß gar nicht so richtig, worauf man sich hier mental einstellen soll- ein Verbrechen? Ein freiwilliges Verschwinden? Dadurch hängt man praktisch an den Seiten, weil man wie im Wahn ist.

Als stimmungsvolles Stilmittel entpuppen sich die Seiten aus Joys Manuskript. Ein Buch im Buch. Und was diese Seiten offenbaren war einfach nur wie ein Schlag in die Magengrube. Wichtiges Thema super stark und atmosphärisch aufgegriffen. Mir war richtig schlecht beim Lesen. Ich hab gefühlt mitgelitten.

Und die Auflösung war nochmal ein absoluter Oberknüller. Richtig starker Twist mit dem ich so nicht gerechnet habe. Ich fand das Buch einfach richtig gut.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Wow

Der andere Arthur
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Die Geschichte geht unter die Haut. Ich liebe Geschichten über besondere Freundschaften, über Außenseiter und Antihelden, die ihre eigene Geschichte in die Hand nehmen. Und man, war dieses Buch ein Erlebnis. ...

Die Geschichte geht unter die Haut. Ich liebe Geschichten über besondere Freundschaften, über Außenseiter und Antihelden, die ihre eigene Geschichte in die Hand nehmen. Und man, war dieses Buch ein Erlebnis. Kann es eigentlich nur jedem wärmstens empfehlen. Eine absolut besondere Geschichte.

Sowohl Arthur als auch Kel sind tragische Gestalten. Während Arthurs Misere hausgemacht ist, kann Kel nichts für seine Lebenssituation. Und trotzdem sind ihrer beider Gedankenspiralen, Gefühle, Sorgen und Ängste sehr präsent und nahbar aufbereitet. Das Innenleben der Figuren spielt hier eine zentrale Rolle, fühlt sich authentisch an und war das, was mich so berührt hat.

Das Buch ist fantastisch geschrieben und liest sich wirklich flüssig. Die Geschichte wird stark von den Charakteren und ihrer Entwicklung vorangetrieben und irgendwann merkt man, dass Arthur und Kel doch mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheint.

Die Geschichte endet an einer fast schon bittersüßen Stelle, die das „was wäre wenn“ unbeantwortet lässt. Und gleichzeitig markiert es einen hoffnungsvollen Punkt im Leben der beiden Hauptfiguren, die zuvor erst den Tiefpunkt erreicht haben.

Es ist eine sanfte, schöne Geschichte darüber, den Halt zu verlieren und ihn in einem anderen Menschen wiederzufinden. Das Buch bringt etwas zum Schwingen und regt zum Verweilen und Nachdenken ein. Durchaus bewegend und wirklich schön zu lesen.

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