... die noch mehr hätten ausgearbeitet werden können.
Das Buch hat mir als Coming-of-Age-Geschichte eines queeren Jungen, der mit seiner Identität, seinen Lebens- und Familienverhältbissen struggelt und ...
... die noch mehr hätten ausgearbeitet werden können.
Das Buch hat mir als Coming-of-Age-Geschichte eines queeren Jungen, der mit seiner Identität, seinen Lebens- und Familienverhältbissen struggelt und in den ersten Liebesbeziehungen nach Glück sucht, gut gefallen. Die eingewebte fantastische Storyline (Gedächtnisanpassungen, um schlimme/belastende Erinnerungen zu vergessen) war mir aber irgendwie zu wenig ausgearbeitet und für die Handlung auch nicht so wirklich nötig. Ich persönlich hätte eine rein "realistische" Geschichte besser gefunden.
Ich habe die Ausgabe mit dem "neuen" letzten Kapitel gelesen, das hat mir als Abschluss nochmal gut gefallen.
Als Millenial habe ich diesen Roman auf einer anderen Ebene gefühlt. Die Beschreibung der Kleinstadt in NRW, die Straßen, die Schule, der Ausflug zum Müller oder Mecces, Krümeleistee, das erste Mal kiffen ...
Als Millenial habe ich diesen Roman auf einer anderen Ebene gefühlt. Die Beschreibung der Kleinstadt in NRW, die Straßen, die Schule, der Ausflug zum Müller oder Mecces, Krümeleistee, das erste Mal kiffen - irgendwie haben wir doch alle dieselbe Teenagerzeit gelebt.
Einen Typen wie Klapper hatte auch fast jede:r in der Klasse (oder war es selbst), seine Wahrnehmung des Kleinstadtlebens 2011 fand ich toll beschrieben, sowohl rein sprachlich als auch die kleine Beobachtungen des Alltags, die natürlich von seinem teenagertypischen "alle missverstehen mich"-Gehabe dominiert werden.
Klapper (eigentlich Thomas, von seinen Mitschüler:innen so genannt, weil seine Gelenke immer laut knacken), knapp 16, Computernerd und Außenseiter, hat die Sommerferien alleine vor dem PC verbracht. Am ersten Schultag kommt ein neues Mädchen in die Klasse, das "Bär" genannt werden möchte. Sie setzt sich überraschenderweise neben ihn, und nach und nach entsteht eine Art Freundschaft, die vom gemeinsamen Basteln an einer Counter Strike-Map (und von Bär, die den Ton angibt) dominiert wird. Gleichzeitig kommt Bär aber auch bei den "coolen" Jungs gut an, steht mit ihnen in der Raucherecke und ist quasi der Inbegriff von Coolness.
Für meinen Geschmack hätte der Roman noch mehr in die Tiefe gehen können. Beide leben zwar in einem nach außen schicken Neubaugebiet (Bär im "Bonzenviertel"), hinter den Fassaden liegen aber größere Probleme verborgen. Klappers Mutter nimmt täglich Tabletten und ist regelmäßig in Kliniken, Bärs Mutter scheint ein ernsthaftes Alkoholproblem zu haben, sodass sie sich oft alleine um ihre 5 jüngeren Geschwister kümmern muss. Was genau ihr Vater macht - außer den ganzen Tag in Birkenstocks zu telefonieren - war mir irgendwie unklar, auch Klappers Vater zeichnet außer Neid auf die Nachbarn und hässliche karierte Hemden nichts aus. Er ist einer der typisch gleichen Reihenhausväter.
Die Gespräche zwischen den beiden Teenagern sind aber sehr einsilbig. Sie scheinen wohl zu merken, dass beim jeweils anderen etwas los ist, sprechen es aber nie aus. Das fängt zwar die Charaktere der etwas eigenwilligen Teenager ein, ist für die Story aber etwas schwierig und macht beide nur schwer greifbar.
Abwechseld wird dann aus der "Jetzt"-Zeit 2025 erzählt - Klapper, beruflich unbedeutender "Computer-Mann", stößt zufällig auf Bärs alten Counter Strike-Account - sie war seit 13 Jahren nicht mehr eingeloggt. Der größte Teil des Textes spielt 2011 und man erfährt, was damals passiert ist.
Am Ende ging es mir ein bisschen schnell, der Twist (den ich nicht habe kommen sehen), und die Folgen wurde recht knapp erzählt, komplett habe ich nicht rauslesen können, was genau nun passiert war, da kamen leider auch nicht wirklich viele Gefühle rüber.
Teilweise wirkten mir die "Nerd-Begriffe" etwas zu gewollt, die Figuren zu klischeehaft und das Ende unnötig schwer - ich hatte einen anderen Ausgang erhofft, aber es war realistisch.
Alles in allem aber ein gut erzählter Coming-of-Age-in-den-2010ern-Roman mit unerwarteter Dramatik.
Ich fand das Buch im Großen und Ganzen sehr interessant, weil ich vieles über das späte Mittelalter, die Berufe und Gepflogenheiten etc. erfahren habe, was ich vorher nicht wusste (oder nur sehr oberflächlich).
Die ...
Ich fand das Buch im Großen und Ganzen sehr interessant, weil ich vieles über das späte Mittelalter, die Berufe und Gepflogenheiten etc. erfahren habe, was ich vorher nicht wusste (oder nur sehr oberflächlich).
Die Geschichte selbst war mir aber zu weit verstrickt. Es kamen zu viele Figuren vor, die ich mir irgendwann nicht mehr alle merken konnte. Vor allem, wenn sie mehrere Kapitel lang nicht erwähnt wurden und dann plötzlich wieder auftauchten.
Elsbeth ist eine starke Hauptfigur, das hat mir gut gefallen. Sie ist Wirtin eines Dirnenhauses und man erfährt durch Rückblicke in die Vergangenheit, wie sie sich ein großes Netzwerk an Kontakten aufgebaut hat, wodurch sie zu einer einflussreichen Frau werden konnte.
Die Aufklärung des Mordes, wovon ich aufgrund des Klappentextes annahm, dass es die Haupthandlung sein würde, kam aber nur sehr am Rande vor und wurde dann (für meine Begriffe) irgendwann zwischendurch nicht besonders spannend geklärt (und auch die Begründung fand ich etwas schwach).
Daneben verliert sich die Handlung in vielen Nebenschauplätzen und Beziehungen der ganzen Figuren untereinander. Die "spicy" Szenen im Dirnenhaus hätte ich persönlich nicht gebraucht, weiß aber, dass viele Leser:innen das mögen. Zumindest hat man so einen (teils krassen) Eindruck davon bekommen, was dieser Beruf für die Frauen bedeutete.
Mit einer fokussierteren Handlung und ein bisschen weniger Drumherum hätte ich das Buch spannender gefunden, denn die Idee war sehr gut und man merkt, wie viel Mühe und Recherche hineingeflossen ist!
Im Nachwort der Autorin wird auch nochmal deutlich, dass wir bspw. in Filmen oder sogar selbst der Schule nur ein sehr einseitiges Bild der damaligen Zeit erhalten. Henker werden bspw. oft als brutal dargestellt und als ob sie Spaß daran hätten, tagtäglich Leute umzubringen oder Gließmaßen zu entfernen. Dass der Beruf (wie viele andere) sehr viel komplexer war und Henker sogar mit am meisten über den Körper und die Versorgung von Wunden wussten, war neu für mich.
Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich ...
Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich habe recht früh die richtige Person verdächtigt. Für ein Debüt kann sich das Buch aber wirklich sehen lassen (da habe ich von etablierten Autor:innen schon sehr viel schlechteres gelesen).
Der Schreibstil hat mit auch gefallen, man darf aber keinen hochkomplexen Stil erwarten. Lässt sich angenehm und flüssig lesen!
Hinsichtlich der Story hatte ich recht früh eine Vermutung, der Weg zur Aufklärung konnte aber einige spannende Passagen und Elemente aufweisen, die sich zum Schluss zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. So blieben fast keine Fragen mehr offen und die Lösung ergibt Sinn (wenn man auch über die Glaubwürdigkeit streiten kann). Der Showdows hat mir auch gefallen.
Frieda Klein ist noch dabei, sich von den Vorfällen am Ende des letzten Bandes zu erholen, als sie unfreiwillig wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Gleichzeitig versucht der unsympathische Polizei-Psychologe, ...
Frieda Klein ist noch dabei, sich von den Vorfällen am Ende des letzten Bandes zu erholen, als sie unfreiwillig wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Gleichzeitig versucht der unsympathische Polizei-Psychologe, sie mit einem gefakten Psychopathen hereinzulegen, der sie im Endeffekt aber auf die Spur zahlreicher verschwundener Mädchen bringt. In ihrem gewohnten Stil macht Frieda sich natürlich auf, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Dieser Band las sich für mich leider mühsamer als die bisherigen. Mit über 500 Seiten ist es recht lang und streckenweise auch (zu) langatmig geschrieben. Die Stimmung ist durchgehend düster und regnerisch, gleichzeitig ist es irgendwie überall, wo Frieda hinkommt – durch die Umstände auch in ihrem eigenen Zuhause – chaotisch, laut und dreckig.
Ganz London, so bekommt man den Eindruck, ist eigentlich ein dreckiges Loch, voller unfertiger Baustellen, Müll und ungewaschener Menschen. Da Frieda immer zu Fuß geht und dabei ausführlich beschrieben wird, was sie sieht, wird dieser Eindruck auch stetig aufrecht erhalten.
Auch DCI Karlsson und Yvette sind natürlich wieder dabei, diesmal ermitteln die Protagonist:innen aber parallel an zwei unterschiedlichen Fällen, sodass man teilweise den Eindruck hat, zwei Bücher gleichzeitig zu lesen. Für mich hätte es insgesamt temporeicher erzählt werden können, das Ende war gewohnt tragisch und irgendwie hoffnungslos.