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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Interessante und authentische Familiengeschichte

Alle glücklich
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Im Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn wird eine interessante und authentische Familiengeschichte erzählt. Mutter Nina hat ihr Medizinstudium abgebrochen, um Kinder zu bekommen und sich der Familie zu ...

Im Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn wird eine interessante und authentische Familiengeschichte erzählt. Mutter Nina hat ihr Medizinstudium abgebrochen, um Kinder zu bekommen und sich der Familie zu widmen. Sie arbeitet halbtags als MFA und hat noch einen anderen Job, von dem die Familie nichts weiß. Vater Alexander ist Oberarzt in der Klinik und beruflich sehr eingespannt. Emilia ist eine typische Teenagerin, die noch zur Schule geht und seit drei Monaten einen festen Freund hat. Ben studiert und sein einziges Hobby ist das Zocken am PC. Alle vier Familienmitglieder leben zwar räumlich zusammen, aber doch mehr oder weniger nebeneinander her und haben mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen. Jeder ist unzufrieden aber in seinem Leben gefangen und das Familienidyll bekommt nach und nach Risse, bis sich die Situation zuspitzt und sich die Wahrheit ihren Weg in die Freiheit bahnt.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Die einzelnen Familienmitglieder sind authentisch und werden vielschichtig dargestellt. Ihre Entwicklung im Laufe des Romans ist sehr interessant. Die Geschichte ist mitten aus dem Leben gegriffen und zeigt, dass hinter der idyllischen Fassade einer Familie jede Menge Probleme und unausgesprochene Sehnsüchte lauern, die ein Konfliktpotenzial darstellen, weil sie nicht angesprochen werden. Diese Realitätsnähe hat mir besonders gut gefallen, da sie zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und die Geschichte lässt sich angenehm leicht lesen. Der Roman verfügt über einen guten Spannungsbogen. Durch die vier Perspektiven der jeweiligen Familienmitglieder gelingt es dem Leser, tief in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere einzutauchen und hautnah beim Geschehen dabei zu sein. Ich fand insbesondere die Sichtweise von Emilia und Ben sehr interessant, da ihre Selbstzweifel, Ängste und ihr pubertäres Verhalten mich an meine eigenen Kinder erinnern. Aber auch Nina, als Mutter und Mädchen für alles, kommt mir als Charakter sehr bekannt vor. Das Ende der Geschichte fand ich etwas zu abrupt, da hätte ich mir einfach noch mehr gewünscht. Mir persönlich waren es ein paar Themen zuviel in diesem Buch. Ich hätte mir weniger Themen aber mit mehr Tiefe gewünscht. Insgesamt aber ein interessanter Familienroman, der sich spannend liest und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Intensiver, eindringlicher Roman, der zum Nachdenken anregt

Das schönste aller Leben
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Das Buch „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras handelt von mehreren Generationen von Frauen, die eine Beziehung mit dem Banat in Rumänien haben. Da ist zum einen Theresia, die von der Keuschheitskommission ...

Das Buch „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras handelt von mehreren Generationen von Frauen, die eine Beziehung mit dem Banat in Rumänien haben. Da ist zum einen Theresia, die von der Keuschheitskommission im 18. Jhd. Ins Banat verschleppt wurde und dort Zwangsarbeit leisten musste. Dann eine ihrer Nachfahrinnen Violet, genannt Vio, die mit ihrer Familie nach dem Fall des Regimes aus dem Banat nach Deutschland auswandert. Wir erleben sowohl die Zeit der Auswanderung und Eingliederung in Deutschland aus der Sicht Vio, als auch einige Zeit später, als Violet selbst Mutter eines Mädchens ist. Außerdem ist da noch die Perspektive der Banater Erde, die die Einwanderung und Auswanderung sehr berührend kommentiert.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Eingebettet in eine Familiengeschichte über mehrere Generationen und Jahrhunderte, behandelt es so unglaublich viele Themen wie Identität, Herkunft, Zugehörigkeit, Schönheitsideale, Mutterschaft und verbindet diese mit den persönlichen Geschichten der Frauen. Der Schreibstil ist ruhig und eindringlich und man kommt den Protagonistinnen in ihren Gedanken und Gefühlen richtig nahe. Theresia hadert mit ihrer Schönheit, da ihr diese nicht das Leben gebracht hat, das sie sich wünscht, sondern sie in der Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen ihr Dasein fristen muss. Die kindliche und jugendliche Vio möchte möglichst so sein, wie alle anderen in Deutschland, um bloß nicht aufzufallen und die erwachsene Violet würde alles dafür geben, die Schönheit ihrer Tochter, die nach einem Unfall entstellt ist, wieder herzustellen. Da meine Familiengeschichte väterlicherseits auch von Flucht und Vertreibung geprägt ist, konnte ich viele Themen, die in dem Buch tiefgründig behandelt werden, wie Heimat, Sehnsucht, Identitätssuche und Zugehörigkeit so gut nachvollziehen. Man möchte nicht auffallen und möglichst deutsch sein und alles richtig machen, um dazuzugehören. Und erst wenn man ein Haus, ein schönes Auto und Kinder in erfolgreichen Berufen hat oder sie gut verheiratet sind, hat man es geschafft und sich erfolgreich in Deutschland integriert. Das habe ich als Kind auch immer gepredigt bekommen. Ein sehr interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt.

Fazit: Eine eindringlich und atmosphärisch geschriebene Familiengeschichte, die so unglaublich viele wichtige Themen anspricht. Von Beginn bis zum Ende sehr interessant geschrieben und durch den Wechsel der Perspektiven immer vielfältig und abwechslungsreich. Ein Buch das berührt und über das man noch lange nachdenkt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Intensives, berührendes und anspruchsvolles Buch

Die Namen
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Im Buch „Die Namen“ geht es laut Klappentext darum, dass eine Mutter 1987 in England entscheiden muss, welchen Namen sie ihrem Sohn gibt. Je nachdem für welchen Namen sie sich entscheidet, wird ihr Sohn ...

Im Buch „Die Namen“ geht es laut Klappentext darum, dass eine Mutter 1987 in England entscheiden muss, welchen Namen sie ihrem Sohn gibt. Je nachdem für welchen Namen sie sich entscheidet, wird ihr Sohn ein komplett anderes Leben führen. Soll sie ihm den Namen Gordon geben, wie ihr tyrannischer Ehemann es verlangt, nur um die Familientradition fortzuführen? Oder lieber Julian, der Name, der ihr gefällt? Oder vielleicht Bear, wie Coras Tochter es sich wünscht?

Der Schreibstil der Autorin ist von Beginn an mitreißend und sehr einnehmend. Die Gedanken, die sich Cora über die Namenswahl macht, sind so unglaublich fürsorglich und wir können durch den Schreibstil tief in ihre Gedanken eintauchen. Ich konnte ihre Gedanken so gut nachvollziehen, weil ich über die Namen meiner Kinder ebenfalls sehr viel nachgedacht habe, um eine weise Entscheidung zu treffen. Neben der Erzählung in 1987 folgen noch fünf weiter Erzählabschnitte in jeweiligen Sieben-Jahres Schritten. In jedem dieser fünf Abschnitte wird die Erzählung mit den drei Namen Gordon, Julian und Bear fortgeführt, d. h. wir erhalten fünfmal einen Einblick, wie das Leben von Coras Sohn verlaufen wäre, hätte er den jeweiligen Namen erhalten. Und diese Namenswahl betrifft nicht nur ihn, sondern die ganze Familie und das Umfeld. Ich finde die Idee hinter dem Buch sehr interessant, die einzelnen Abschnitte aber manchmal etwas verwirrend und anspruchsvoll zu Lesen, was das Buch für mich zeitweise sehr herausfordernd hat werden lassen. Desweiteren werden Themen wie häusliche Gewalt und Femizid behandelt, für die ich mir eine Triggerwarnung gewünscht hätte, da ich aus dem Klappentext nicht ersehen konnte, auf welche schwierigen und herausfordernden Themen ich mich hier einlasse.

Was mir an diesem Buch neben dem mitreißenden Schreibstil sehr gefallen hat, ist die eindringliche, teilweise bildhafte Erzählweise der Autorin, die ich ganz großartig fand. Des Weiteren ist die Geschichte wirklich sehr gut ausgestaltet. Es ist unglaublich spannend zu beobachten, wie sich Coras Sohn mit den drei unterschiedlichen Namen entwickelt, da er ja eigentlich ein und derselbe Mensch mit derselben Genetik ist. Jede Version seines Lebens ist wirklich sehr interessant, vor allem, wenn man sie miteinander vergleicht. Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht, aber aufgrund der ernsten Themen auch sehr schockiert. Ich habe da viele Emotionen durchleben dürfen und wurde teilweise sehr gefordert, denn das Buch ist keine einfache Kost, so wie der Klappentext es vermittelt. Sehr berührend fand ich Coras eigene Art mit den Erlebnissen umzugehen und die Liebe zu ihren Kindern, für die sie sich ein besseres Leben wünscht. Gerade die Dialoge mit ihrer Tochter am Anfang fand ich ganz toll.

Fazit: Anspruchsvolles Buch mit ernsten Themen, auf die es einen Hinweis im Klappentext oder Buchanfang hätte geben sollen. Wundervoller Schreibstil und eine interessante Geschichte die fordert und noch lange nachhallt. Kein leichter aber für mich bereichernder Read.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Wunderbar berührendes und eindringliches Leseerlebnis

Halber Stein
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Das Buch „Halber Stein“ der Autorin Iris Wolff erzählt die Geschichte von Sine, die nach dem Tod ihrer Großmutter Agneta wieder an den Ort ihrer Kindheit nach Siebenbürgen zurückreist. Dort beginnt für ...

Das Buch „Halber Stein“ der Autorin Iris Wolff erzählt die Geschichte von Sine, die nach dem Tod ihrer Großmutter Agneta wieder an den Ort ihrer Kindheit nach Siebenbürgen zurückreist. Dort beginnt für sie eine Reise in die Vergangenheit. Diese beinhaltet nicht nur das Haus ihrer Großmutter mit allen Erinnerungen, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, den Erzählungen der Dorfbewohner und die Wiederbegegnung mit Julian, dem Freund ihrer Kindheit.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist still, leise aber sehr eindringlich. Wir reisen mit Sine nach Siebenbürgen in Rumänien und tauchen nicht nur tief in das Leben von Sine und ihrer Großmutter ein, sondern durch die Erzählungen der Dorfbewohner auch in die kulturelle Vielfalt der Menschen und ihre Lebensgeschichten in Siebenbürgen. Die Landschaft Siebenbürgens ist so zauberhaft und bildgewaltig beschrieben, dass man das Gefühl hat, dort zu sein und alles selbst zu erleben. Der Schreibstil ist auch so schön poetisch und hat mich wirklich verzaubert. Sine ist eine sehr spannende Protagonistin auf der Suche nach ihren Wurzeln, ihrer Identität und nach Zugehörigkeit. Die Entwicklung von Sine hin zu sich selbst und ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie ihre Sehnsucht nach Identität ist sehr spannend und einfühlsam beschrieben. Da die Familie meines Vaters aus dem Sudetenland stammt und ich lebenslang mit dieser Identitätssuche, Sehnsucht nach Heimat und Trauer um deren Verlust konfrontiert worden bin, kann ich Sines Familiengeschichte sehr gut nachvollziehen und fand sie sehr berührend. Der Buchtitel ist übrigens benannt nach dem in Michelsberg gelegene „Halbe Stein“, ein jahrhundertealtes Naturmonument. Dieser steht im Buch auch als Symbol für Sines Suche und ihre Erkenntnisse des Wesentlichen.

Fazit: Eine berührend erzählte und tiefgehende Familiengeschichte, verfasst in einer wunderbarer, poetischer Sprache. Ein Roman, bei dem die großen Lebensthemen wie Identität, Heimat und Sehnsucht behandelt werden. Eine Erzählung die Spuren hinterlässt und noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Interessanter und wertvoller, praxisnaher Ratgeber

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Das Buch „Deinen Selbstwert bestimmst nur du“ ist geschrieben von Dr. Yoon Hong Gyun, einem renommierten Psychiater und Direktor einer Klinik für Psychiatrie. In diesem Buch zeigt uns der koreanische Autor, ...

Das Buch „Deinen Selbstwert bestimmst nur du“ ist geschrieben von Dr. Yoon Hong Gyun, einem renommierten Psychiater und Direktor einer Klinik für Psychiatrie. In diesem Buch zeigt uns der koreanische Autor, wie unser Selbstwertgefühl entsteht und gibt uns praktische Anleitungen, wie wir uns vom Urteil anderer lösen, negative Gedanken überwinden und ein starkes Selbstbild aufbauen können. Denn echter Selbstwert kommt von innen – und das Buch soll uns in einer Schritt - für Schritt Anleitung dabei helfen, ihn aufzubauen.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Es ist in siebe Teilen strukturiert aufgebaut. Der Autor geht auf viele verschiedene Aspekte des Selbstwerts ein. Er beschreibt, warum Selbstwert wichtig ist und wie sich Selbstwert und Liebesbeziehungen sowie soziales Miteinander verhalten. Er beleuchtet die emotionalen Hürden auf dem Weg zu einem gesunden Selbstwert ebenso wie die Gewohnheiten, die den Aufbau des Selbstwerts sabotieren können und stellt die Hindernisse beim Wiederaufbau des Selbstwerts dar. Innerhalb dieser sieben Teile gibt es viele Übungen, die wir gedanklich oder schriftlich ausführen können und die der Selbstreflexion dienen. Die Übungen sind leicht durchzuführen sowie praxisnah und wie das ganze Buch leicht verständlich geschrieben. Das finde ich wirklich ganz toll. Besonders gut gefallen hat mir auch die wertschätzende und motivierende Art des Autors, den Lesern das Thema näher zu bringen. Man merkt hierbei, dass es wirklich ein Herzensanliegen des Autors ist, den Menschen zu helfen, ihren Selbstwert und damit auch ihre mentale Gesundheit zu stärken. Der Autor gibt im Buch auch viele allgemeingültige Ratschläge, wie die Präsenz im Hier und Jetzt, die regelmäßige Bewegung des Körpers und den Tipp, oft spazieren zu gehen. Dies wirkt zunächst vielleicht banal, kann jedoch durchaus einen großen Effekt auf den Selbstwert und die mentale Gesundheit haben.

Im letzten Teil lernen wir noch fünf Methoden zur Stärkung des Selbstwerts kennen. Diesen Teil hätte ich mir persönlich etwas tiefgehender und ausführlicher gewünscht. Dieser Teil umfasst 30 Seiten, was bei über 340 Seiten insgesamt etwas wenig ist. Dies spiegelt aber nur meine persönliche Meinung wieder.

Fazit: Interessanter und wertvoller Ratgeber mit hohem Praxisbezug. Wertschätzend sowie motivierend geschrieben und strukturiert aufgebaut. Das Buch regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an und hat in mir noch lange nachgehallt.

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