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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein einfühlsamer Ratgeber über Selbstwert, der zum nachhaltigen Umdenken anregt

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Das Buch Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun verbindet auf überzeugende Weise fundiertes psychologisches Wissen mit sehr alltagsnahen Erklärungen. Trotz seiner großen Erfahrung als Psychiater ...

Das Buch Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun verbindet auf überzeugende Weise fundiertes psychologisches Wissen mit sehr alltagsnahen Erklärungen. Trotz seiner großen Erfahrung als Psychiater begegnet der Autor den Leserinnen und Lesern dabei auf Augenhöhe. Er wirkt eher wie ein verständnisvoller Begleiter, der einfühlsam durch das Thema führt, statt belehrend aufzutreten.
Anhand vieler alltäglicher Situationen macht er anschaulich deutlich, was Selbstwert eigentlich bedeutet, wie er entsteht und welchen Einfluss er auf zwischenmenschliche Beziehungen und das eigene Leben hat. Dabei wird klar herausgestellt, wie stark unser Selbstwertgefühl oft von der Meinung anderer geprägt ist und wie viele persönliche und soziale Probleme letztlich mit einem mangelnden Selbstwert zusammenhängen. Gleichzeitig zeigt das Buch Wege auf, wie sich negative Denkmuster entwickeln und mit konkreten Übungen Schritt für Schritt verändern lassen.
Die Inhalte sind übersichtlich gegliedert und bauen logisch aufeinander auf. Statt einfacher Motivationsparolen oder starrer Schritt-für-Schritt-Programme lädt das Buch vielmehr zur tieferen Selbstreflexion ein: Es geht um Fragen nach der Suche nach Anerkennung, um hinderliche Glaubenssätze und darum, Verantwortung für das eigene Selbstwertgefühl zu übernehmen. Die zahlreichen praxisnahen Beispiele helfen dabei, das Gelesene direkt auf den Alltag zu übertragen.
Insgesamt ist es ein Ratgeber, der zum Nachdenken anregt, viele Impulse für die persönliche Entwicklung bietet und den man immer wieder zur Hand nehmen kann, weil sich beim erneuten Lesen oft neue Erkenntnisse ergeben.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Ein Amerikaner stolpert ins Abenteuer...

Prince of Germany
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.„Prince of Germany – Die Abenteuer eines ahnungslosen Amerikaners“ ist ein warmherziges, humorvolles und überraschend tiefgründiges Memoir des US-amerikanischen Musikers Jordan Prince. Was als Sammlung ...

.„Prince of Germany – Die Abenteuer eines ahnungslosen Amerikaners“ ist ein warmherziges, humorvolles und überraschend tiefgründiges Memoir des US-amerikanischen Musikers Jordan Prince. Was als Sammlung amüsanter Anekdoten eines Auswanderers beginnt, entwickelt sich zu einer berührenden Reflexion über Identität, Kultur und das Gefühl, irgendwo neu anzufangen.

Prince beschreibt mit spürbarem Charme und Selbstironie, wie er als „ahnungsloser Amerikaner“ in Deutschland landet und dort nicht nur eine neue Heimat, sondern auch eine neue Perspektive findet. Seine Geschichten – mal absurd, mal emotional, mal herrlich peinlich – sind geprägt von einem warmen Blick auf die Menschen und die Eigenheiten des Alltags in Deutschland. Besonders gut gelingt ihm die Balance zwischen authentischem Kulturschock, liebevoller Beobachtung und persönlicher Reifung.

Der Schreibstil ist leicht, eingängig und sehr bildhaft. Man merkt, dass Prince eigentlich Musiker ist: Seine Sprache hat Rhythmus, seine Erzählungen leben von Gefühl und Timing. Immer wieder blitzt auch eine melancholische Tiefe auf, vor allem wenn es um Einsamkeit, Kreativität oder die Suche nach Zugehörigkeit geht.

"Prince of Germany" ist ein charmantes, witziges und ehrliches Buch über das Auswandern, das Anderssein und die unerwarteten Abenteuer, die entstehen, wenn man sich einfach traut. Für alle Fans von humorvollen Memoirs, Reisegeschichten und persönlichen Entwicklungsreisen eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Wissenschaft humorvoll verpackt

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Das Buch hat mich schon vom Thema her sofort neugierig gemacht – das „Ende“ in all seinen Formen: das Ende des Universums, des Lebens, aber auch kleinere Enden im Alltag. Ich finde das unglaublich spannend, ...

Das Buch hat mich schon vom Thema her sofort neugierig gemacht – das „Ende“ in all seinen Formen: das Ende des Universums, des Lebens, aber auch kleinere Enden im Alltag. Ich finde das unglaublich spannend, weil es etwas ist, das uns alle betrifft, und die Science Busters schaffen es, das Ganze mit einer Mischung aus Witz und Wissen anzugehen.

Das Cover ist eher schlicht, fast schon nüchtern, aber das passt gut. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern wirkt sachlich und ein bisschen geheimnisvoll – so, als würde es einen still in die Tiefe ziehen. Ich mag, dass es nicht überladen ist.

Inhaltlich hat mir gefallen, wie locker das Buch geschrieben ist. Die Autorinnen nehmen sich selbst nicht zu ernst und schaffen es, auch komplexe Themen so zu erklären, dass man dranbleibt. Man merkt, dass sie aus der Kabarett-Ecke kommen – vieles liest sich fast wie ein Gespräch auf der Bühne, mit kleinen Seitenhieben und viel Humor. Das macht das Lesen angenehm leicht. Manchmal verliert sich der Text aber ein bisschen in Abschweifungen oder Wortwitz, und da hätte ich mir gewünscht, dass sie wieder klarer zum Punkt kommen.

Ich finde, der Schreibstil passt gut zum Thema, weil er eben nicht trocken ist. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht – manchmal bleibt es auf der Oberfläche, wo man sich denkt: „Das war jetzt witzig, aber ich hätte gerne noch ein bisschen mehr gewusst.“

Da es sich um ein Sachbuch handelt, gibt es keine klassischen Figuren, aber man spürt deutlich die Persönlichkeit der Autor
innen. Sie wirken echt, neugierig und sympathisch – und genau das macht das Buch glaubwürdig. Es fühlt sich an, als würde man sich mit klugen, leicht schrägen Freunden über das Ende der Welt unterhalten.

Für mich war das Buch interessant, weil es diese Mischung aus Wissenschaft, Humor und Philosophie hat. Ich mag Bücher, die mich gleichzeitig unterhalten und zum Nachdenken bringen, und das gelingt hier meistens sehr gut. Außerdem finde ich es toll, wenn Wissenschaft zugänglich gemacht wird – und genau das tun die Science Busters seit Jahren mit ihren Shows und Büchern.

Insgesamt hat mir Aus! Die Wissenschaft vom Ende gefallen, auch wenn es zwischendurch etwas unstrukturiert wirkt. Es ist kein klassisches Sachbuch, sondern eher eine humorvolle, manchmal absurde, aber immer anregende Reise durch das Thema „Ende“.

Fazit:
Ein Buch für alle, die sich für Wissenschaft interessieren, aber keine trockene Lektüre wollen. Wer Lust hat, über das große und kleine Ende im Leben nachzudenken – und dabei auch mal zu schmunzeln –, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Intensive Liebesgeschichte voller Gegensätze

WARDA
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In Warda – Die Dornen der Rose erzählt Rose Daniel eine Geschichte, die sich um die Gegensätze von Liebe und Hass dreht. Erinnerungen, Schuld und die Schwierigkeit, loszulassen, ziehen sich wie ein roter ...

In Warda – Die Dornen der Rose erzählt Rose Daniel eine Geschichte, die sich um die Gegensätze von Liebe und Hass dreht. Erinnerungen, Schuld und die Schwierigkeit, loszulassen, ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman. Dabei wirkt die Handlung ernst und stellenweise bedrückend, ohne ins Melodramatische abzurutschen.

Die Umsetzung des Themas ist gelungen. Die Entwicklung zwischen den Figuren wird nachvollziehbar dargestellt, und es entsteht eine Spannung, die nicht allein aus äußeren Ereignissen besteht, sondern vor allem aus den inneren Konflikten der Charaktere. Das macht den Roman weniger zu einer klassischen Liebesgeschichte und mehr zu einem Drama, das Fragen aufwirft, ohne einfache Antworten zu liefern.

Der Schreibstil ist klar und flüssig. Er liest sich angenehm, bleibt dabei aber atmosphärisch dicht. Besonders die Beschreibungen von Gefühlen und inneren Gedanken sind überzeugend, ohne überladen zu wirken.

Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet. Warda (Agnesa) und Tamer sind keine makellosen Protagonisten, sondern Menschen mit Schwächen und Brüchen. Gerade das macht sie authentisch. Ihre Entscheidungen und Reaktionen sind nicht immer leicht, aber in sich stimmig.

Interessant ist auch der Hintergrund der Autorin. Rose Daniel, die in Armenien geboren wurde und in Deutschland lebt, bringt eine besondere Perspektive in ihre Geschichten ein. Man merkt, dass ihr filmisches Arbeiten Einfluss auf ihre Erzählweise hat, da viele Szenen sehr bildhaft wirken.

Warda – Die Dornen der Rose ist ein intensiver Roman, der sich für LeserInnen eignet, die ernste, emotionale Geschichten schätzen. Die Kombination aus einem klaren Schreibstil, vielschichtigen Figuren und einem nachdenklichen Thema macht das Buch lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Zwischen Reis und Erinnerung – Yuko Kuhns leiser Roman Onigiri

Onigiri
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Yuko Kuhns Debütroman Onigiri erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die von Krankheit, Erinnerung und kultureller Herkunft geprägt ist. Im Mittelpunkt steht Aki, deren Mutter Keiko an ...

Yuko Kuhns Debütroman Onigiri erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die von Krankheit, Erinnerung und kultureller Herkunft geprägt ist. Im Mittelpunkt steht Aki, deren Mutter Keiko an Demenz erkrankt ist. Nach dem Tod der Großmutter beschließt Aki, mit ihrer Mutter nach Kobe in Japan zu reisen – zurück an den Ort, den Keiko einst verlassen hat und der tief in ihrem Gedächtnis verwurzelt ist. Diese Reise wird zu einer leisen, aber intensiven Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, Identität und familiären Bindungen.

Die titelgebenden Onigiri, kleine japanische Reisbällchen, sind dabei mehr als nur ein Symbol für Heimat. Sie stehen für Trost, Nähe und die unsichtbaren Fäden, die Familienmitglieder auch in Zeiten der Sprachlosigkeit miteinander verbinden. Immer wieder schafft Kuhn in kleinen Szenen Momente der Nähe zwischen Mutter und Tochter – sei es beim gemeinsamen Essen oder in kurzen Augenblicken, in denen Keikos Erinnerung wieder aufflackert. Gerade diese stillen, alltäglichen Beobachtungen sind es, die dem Roman seine besondere poetische Kraft verleihen.

Sprachlich überzeugt Onigiri durch seine ruhige, klare und oft zärtliche Erzählweise. Kuhn schildert die Begegnungen, Rückblenden und inneren Monologe mit einer Zurückhaltung, die dem Thema Demenz gerecht wird, ohne ins Sentimentale abzurutschen. Die Sprache ist schlicht, aber atmosphärisch dicht, sodass schon kleine Details eine große emotionale Wirkung entfalten können.

Gleichzeitig ist der Roman nicht frei von Schwächen. Mehrere Rückblenden und Zeitsprünge sorgen dafür, dass die Handlung stellenweise fragmentarisch wirkt. Manchmal fällt es schwer, die Zeitebenen klar auseinanderzuhalten. Auch der Ton bleibt bewusst distanziert – was einerseits zur Ruhe und Sanftheit des Textes passt, andererseits aber dazu führen kann, dass manche Leserinnen und Leser eine stärkere emotionale Nähe zu den Figuren vermissen.

Insgesamt ist Onigiri ein stiller, feinfühliger Roman, der weniger durch äußere Spannung als durch innere Atmosphäre überzeugt. Yuko Kuhn gelingt es, die Themen Erinnerung, Herkunft und Mutter-Tochter-Liebe auf unaufdringliche Weise zu verknüpfen. Wer eine laute, dramatische Geschichte erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer sich jedoch auf die ruhige Erzählweise einlässt, wird mit einem berührenden, poetischen Leseerlebnis belohnt, das lange nachklingt.

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