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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Joy & Benny: Ein Podcast-Duo unter Verdacht

This Story Might Save Your Life
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​In ihrem Roman entwirft Tiffany Crumm ein spannendes Szenario rund um Joy und Benny, die nicht nur beste Freunde sind, sondern auch gemeinsam einen äußerst erfolgreichen Podcast betreiben. Die Dynamik ...

​In ihrem Roman entwirft Tiffany Crumm ein spannendes Szenario rund um Joy und Benny, die nicht nur beste Freunde sind, sondern auch gemeinsam einen äußerst erfolgreichen Podcast betreiben. Die Dynamik des Duos, das scheinbar alles miteinander teilt, bildet das Herzstück der Geschichte. Doch die Idylle zerbricht schlagartig, als Joy eines Morgens spurlos verschwindet – und mit ihr auch ihr Ehemann. Die Umstände lassen kaum Zweifel an einem Verbrechen offen; besonders die im Badezimmer gefundenen Scherben deuten darauf hin, dass Joy ihre Wohnung nicht freiwillig verlassen hat.
​Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen rückt ausgerechnet Benny immer stärker in das Visier der Beamten. Während er nach außen hin verzweifelt nach seiner besten Freundin sucht, hütet er ein dunkles Geheimnis: Er hält private Aufzeichnungen von Joy vor der Polizei versteckt. Diese Berichte offenbaren eine gefährliche Mischung aus tiefen Geheimnissen und einer großen Liebe, enden jedoch vollkommen abrupt und lassen viele Fragen offen.
​Mein Fazit
​Besonders gut gefallen hat mir die kreative Umsetzung des Podcast-Themas; die Idee, Joy und Benny als Duo über dieses Medium zu charakterisieren, fand ich sehr cool. Auch wenn die Crime-Story und die Ermittlungsarbeit zu Beginn fesselnd waren, verlor die Handlung im weiteren Verlauf leider an Kraft. Ab einem gewissen Punkt wurde die Geschichte für mich zu vorhersehbar. Das wirkte sich letztlich auch auf den Schluss aus: Mit der Auflösung des Falls war ich am Ende leider nicht wirklich glücklich.
​Ein interessanter Ansatz mit einem starken Setting, dem es im Finale jedoch etwas an der nötigen Überraschung fehlte.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Humorvolle und kritische Einblicke in die Welt der Lieferfahrer

Liefern
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Der Roman „Liefern“ von Tomer Gardi greift ein sehr aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema auf: die Arbeitsrealität von Essenslieferanten und anderen Dienstleistenden in der Plattformökonomie. ...

Der Roman „Liefern“ von Tomer Gardi greift ein sehr aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema auf: die Arbeitsrealität von Essenslieferanten und anderen Dienstleistenden in der Plattformökonomie. Gerade in Zeiten von Liefer-Apps und digital vermittelter Arbeit eröffnet das Buch einen Blick auf eine Welt, die für viele Menschen alltäglich ist, über die man jedoch oft nur wenig weiß.
Der Roman ist in mehrere Episoden gegliedert, die an unterschiedlichen Orten der Welt spielen – unter anderem in Berlin, Tel Aviv oder Buenos Aires. In diesen einzelnen Geschichten begleitet man verschiedene Figuren, die als Lieferfahrer arbeiten und häufig einen Migrationshintergrund haben. Sie alle versuchen, unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dabei geht es nicht nur um Arbeit, sondern auch um Themen wie Migration, Zugehörigkeit, Familie, Hoffnung und Zukunft.
Besonders eindrucksvoll ist, wie Gardi gesellschaftliche Kritik mit einer teilweise humorvollen und sehr lebendigen Erzählweise verbindet. Manche Szenen sind durchaus witzig oder leicht erzählt, gleichzeitig wird aber immer wieder deutlich, wie prekär die Lebenssituationen vieler Figuren sind. Das Lachen bleibt einem daher gelegentlich im Halse stecken, wenn sichtbar wird, wie stark Ungleichheit, Ausbeutung oder fehlende Perspektiven den Alltag der Lieferfahrer prägen.
Die Figuren wirken meist nahbar und sympathisch, ihre Geschichten zeigen unterschiedliche Facetten von Flucht, Neuanfang und dem Versuch, irgendwo anzukommen. Dadurch entsteht ein globales Panorama von Menschen, deren Leben sich zwar an verschiedenen Orten abspielt, die aber mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen.
Allerdings wirkt die episodenhafte Struktur nicht immer ganz rund. Manche Geschichten beginnen vielversprechend, bleiben aber relativ kurz oder enden recht offen. Dadurch können einzelne Abschnitte etwas fragmentarisch wirken, als würden eher Momentaufnahmen als vollständig ausgearbeitete Erzählungen präsentiert. Gerade gegen Ende entsteht dadurch ein leicht irritierender Eindruck, weil sich nicht alle Handlungsstränge zu einem klaren Abschluss zusammenfügen.
Insgesamt ist „Liefern“ ein origineller und zum Nachdenken anregender Roman, der auf eindrucksvolle Weise auf die Menschen hinter unserem alltäglichen Komfort aufmerksam macht. Trotz kleiner Schwächen in der Struktur überzeugt das Buch vor allem durch sein wichtiges Thema, seine lebendigen Figuren und den gelungenen Mix aus Unterhaltung und gesellschaftlicher Kritik.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein einfühlsamer Ratgeber über Selbstwert, der zum nachhaltigen Umdenken anregt

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Das Buch Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun verbindet auf überzeugende Weise fundiertes psychologisches Wissen mit sehr alltagsnahen Erklärungen. Trotz seiner großen Erfahrung als Psychiater ...

Das Buch Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun verbindet auf überzeugende Weise fundiertes psychologisches Wissen mit sehr alltagsnahen Erklärungen. Trotz seiner großen Erfahrung als Psychiater begegnet der Autor den Leserinnen und Lesern dabei auf Augenhöhe. Er wirkt eher wie ein verständnisvoller Begleiter, der einfühlsam durch das Thema führt, statt belehrend aufzutreten.
Anhand vieler alltäglicher Situationen macht er anschaulich deutlich, was Selbstwert eigentlich bedeutet, wie er entsteht und welchen Einfluss er auf zwischenmenschliche Beziehungen und das eigene Leben hat. Dabei wird klar herausgestellt, wie stark unser Selbstwertgefühl oft von der Meinung anderer geprägt ist und wie viele persönliche und soziale Probleme letztlich mit einem mangelnden Selbstwert zusammenhängen. Gleichzeitig zeigt das Buch Wege auf, wie sich negative Denkmuster entwickeln und mit konkreten Übungen Schritt für Schritt verändern lassen.
Die Inhalte sind übersichtlich gegliedert und bauen logisch aufeinander auf. Statt einfacher Motivationsparolen oder starrer Schritt-für-Schritt-Programme lädt das Buch vielmehr zur tieferen Selbstreflexion ein: Es geht um Fragen nach der Suche nach Anerkennung, um hinderliche Glaubenssätze und darum, Verantwortung für das eigene Selbstwertgefühl zu übernehmen. Die zahlreichen praxisnahen Beispiele helfen dabei, das Gelesene direkt auf den Alltag zu übertragen.
Insgesamt ist es ein Ratgeber, der zum Nachdenken anregt, viele Impulse für die persönliche Entwicklung bietet und den man immer wieder zur Hand nehmen kann, weil sich beim erneuten Lesen oft neue Erkenntnisse ergeben.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Ein Amerikaner stolpert ins Abenteuer...

Prince of Germany
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.„Prince of Germany – Die Abenteuer eines ahnungslosen Amerikaners“ ist ein warmherziges, humorvolles und überraschend tiefgründiges Memoir des US-amerikanischen Musikers Jordan Prince. Was als Sammlung ...

.„Prince of Germany – Die Abenteuer eines ahnungslosen Amerikaners“ ist ein warmherziges, humorvolles und überraschend tiefgründiges Memoir des US-amerikanischen Musikers Jordan Prince. Was als Sammlung amüsanter Anekdoten eines Auswanderers beginnt, entwickelt sich zu einer berührenden Reflexion über Identität, Kultur und das Gefühl, irgendwo neu anzufangen.

Prince beschreibt mit spürbarem Charme und Selbstironie, wie er als „ahnungsloser Amerikaner“ in Deutschland landet und dort nicht nur eine neue Heimat, sondern auch eine neue Perspektive findet. Seine Geschichten – mal absurd, mal emotional, mal herrlich peinlich – sind geprägt von einem warmen Blick auf die Menschen und die Eigenheiten des Alltags in Deutschland. Besonders gut gelingt ihm die Balance zwischen authentischem Kulturschock, liebevoller Beobachtung und persönlicher Reifung.

Der Schreibstil ist leicht, eingängig und sehr bildhaft. Man merkt, dass Prince eigentlich Musiker ist: Seine Sprache hat Rhythmus, seine Erzählungen leben von Gefühl und Timing. Immer wieder blitzt auch eine melancholische Tiefe auf, vor allem wenn es um Einsamkeit, Kreativität oder die Suche nach Zugehörigkeit geht.

"Prince of Germany" ist ein charmantes, witziges und ehrliches Buch über das Auswandern, das Anderssein und die unerwarteten Abenteuer, die entstehen, wenn man sich einfach traut. Für alle Fans von humorvollen Memoirs, Reisegeschichten und persönlichen Entwicklungsreisen eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Wissenschaft humorvoll verpackt

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Das Buch hat mich schon vom Thema her sofort neugierig gemacht – das „Ende“ in all seinen Formen: das Ende des Universums, des Lebens, aber auch kleinere Enden im Alltag. Ich finde das unglaublich spannend, ...

Das Buch hat mich schon vom Thema her sofort neugierig gemacht – das „Ende“ in all seinen Formen: das Ende des Universums, des Lebens, aber auch kleinere Enden im Alltag. Ich finde das unglaublich spannend, weil es etwas ist, das uns alle betrifft, und die Science Busters schaffen es, das Ganze mit einer Mischung aus Witz und Wissen anzugehen.

Das Cover ist eher schlicht, fast schon nüchtern, aber das passt gut. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern wirkt sachlich und ein bisschen geheimnisvoll – so, als würde es einen still in die Tiefe ziehen. Ich mag, dass es nicht überladen ist.

Inhaltlich hat mir gefallen, wie locker das Buch geschrieben ist. Die Autorinnen nehmen sich selbst nicht zu ernst und schaffen es, auch komplexe Themen so zu erklären, dass man dranbleibt. Man merkt, dass sie aus der Kabarett-Ecke kommen – vieles liest sich fast wie ein Gespräch auf der Bühne, mit kleinen Seitenhieben und viel Humor. Das macht das Lesen angenehm leicht. Manchmal verliert sich der Text aber ein bisschen in Abschweifungen oder Wortwitz, und da hätte ich mir gewünscht, dass sie wieder klarer zum Punkt kommen.

Ich finde, der Schreibstil passt gut zum Thema, weil er eben nicht trocken ist. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht – manchmal bleibt es auf der Oberfläche, wo man sich denkt: „Das war jetzt witzig, aber ich hätte gerne noch ein bisschen mehr gewusst.“

Da es sich um ein Sachbuch handelt, gibt es keine klassischen Figuren, aber man spürt deutlich die Persönlichkeit der Autor
innen. Sie wirken echt, neugierig und sympathisch – und genau das macht das Buch glaubwürdig. Es fühlt sich an, als würde man sich mit klugen, leicht schrägen Freunden über das Ende der Welt unterhalten.

Für mich war das Buch interessant, weil es diese Mischung aus Wissenschaft, Humor und Philosophie hat. Ich mag Bücher, die mich gleichzeitig unterhalten und zum Nachdenken bringen, und das gelingt hier meistens sehr gut. Außerdem finde ich es toll, wenn Wissenschaft zugänglich gemacht wird – und genau das tun die Science Busters seit Jahren mit ihren Shows und Büchern.

Insgesamt hat mir Aus! Die Wissenschaft vom Ende gefallen, auch wenn es zwischendurch etwas unstrukturiert wirkt. Es ist kein klassisches Sachbuch, sondern eher eine humorvolle, manchmal absurde, aber immer anregende Reise durch das Thema „Ende“.

Fazit:
Ein Buch für alle, die sich für Wissenschaft interessieren, aber keine trockene Lektüre wollen. Wer Lust hat, über das große und kleine Ende im Leben nachzudenken – und dabei auch mal zu schmunzeln –, ist hier genau richtig.

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