Wer scheut das Sonnenlicht?
We Who Will DieDas Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. ...
Das Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. In der Mitte ist ein furchteinflößendes Tier, dass eine Mischung aus Greifvogel, Raubkatze und Drachen ist. Der Tierkörper ist blutbespritzt. Der Hintergrund hingegen zeigt, fühlbar gekörnten Sand mit einem kräftigen, für mich, bei Vampiren, typischen dunklen, Aubergine Farbton, der recht edel wirkt. Der Titelschriftzug ist in unschuldigen, reinem weiß und weist ebenfalls Blutflecken auf. Und mein Buch besitzt zudem einen wunderschönen, schwarz-goldenen Farbschnitt, der zum Dahinschmelzen ist. Diesen zieren goldene Blätter und zwei spitze Schwerter, die schon von außen zeigen, dass dort einiges passieren wird. Es ist lange her, dass ich mich mit Vampiren oder Fantasy lesetechnisch beschäftigt habe, aber meine Sorge, dass ich dafür vielleicht schon zu „alt bin“ ist unbegründet. Der Plot zieht mich ruckzuck in den Bann. Das spannende Abenteuer mit machtgierigen Herrschern, allen voran „Vallius Corvus“, politischen Intrigen, tödlichen Wettkämpfen und mörderischen oder verführerischen Vampiren hat es in sich und könnte meiner Meinung nach auch gut verfilmt werden. Es gibt zahlreiche Trigger, wie zum Beispiel: Gewalt, Mord, Erpressung, Trauer oder Verlust und die Alterslesebeschränkung ist meiner Meinung nach daher für ältere Leser bestens geeignet. Die Protagonisten sind ein „wilder Mix“ aus zahlreichen Geschöpfen. Als Leser war es am Anfang für mich nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Meine Lieblingsromanfigur ist in Band 1 durchgehend Arvelle. Sie wirkt selbstbewusst und unerschrocken auf mich. Und ihr Ehrbewusstsein und die Liebe zu ihren Brüdern finde ich großartig.
… Ein unzerbrechlicher Schwur zwingt Arvelle in einen gnadenlosen Wettkampf, bei dem neben ihrem Leben auch ihr Herz auf dem Spiel steht. …
Der Schreibstil und die Wortwahl der Autorin sind fantastisch. An mancher Stelle zwar etwas derb formuliert, aber zu dieser Geschichte und zu dem „römischen Zeitalter“ passt es, für mich. Als Leser springt nach kürzester Zeit das Kopfkino an und man kann sich die beschriebenen Szenen supergut vorstellen. Im Einband (Buchdeckel vorne und hinten) ist je eine detailreiche, bunt gemalte Übersichtskarte vom „Empire of Blood“, die mir sehr gut gefällt und einem als Leser so einen besseren Überblick der geschilderten Szenen ermöglicht.
… Wer dem Tod geweiht ist, hat nichts mehr zu verlieren… Oder etwa doch? …
Ich leide ordentlich mit meiner Romanfigur Arvelle. Die zahlreichen Prüfungen und tödlichen Wettkämpfe in der Arena oder auf dem Gewässer in der Galeere, die sie überstehen muss, haben es in sich. Das Leben im gefährlichen Dorn Distrikt haben sie zwar etwas im Überlebenskampf geschult, aber dass was sie später alles erleiden und durchstehen muss, ist „kein Pappenstiel“. Der mitreißende Beginn gefällt mir sehr gut. Der Mix aus Magie, „im Geist wandeln“, Vampiren, wie „der Primus“, Rorrik oder Bran, die „andere Welt“, der Schulschwur und die Auswirkungen sind geheimnisvoll und betörend. Die Spannungskurve ist durchgehend hoch und der Verlauf dramatisch und fesselnd. Ich will unbedingt wissen, was da alles passiert und mag das Buch kaum aus der Hand legen.
… auf dem Sand zählen nur zwei Personen: jene, die dich töten will, und der Imperator selbst. …
Arvelle muss zahlreiche Prüfungen überstehen und der Verschwörung und den zahlreichen Intrigen auf den Grund gehen. Dabei ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, wem man in „diesem Reich“ vertrauen kann. Kicher und dass „forbidden love“ zu Tiernon dabei nicht wirklich hilfreich ist, weil man da ja nicht wirklich klar denken kann, ist wohl auch kein Geheimnis.
Jedenfalls bleibt es spannend bis zur letzten Seite. Und nun warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, denn ich will unbedingt erfahren, ob „Mortuss in seinem Käfig bleibt“ und ob Arvelle, ihre Brüder und Tiernon „das furchteinflößende Imperium“ verlassen konnten und wie es ihnen weiter ergeht.
Fazit: ***** „We Who Will Die“ (Empire of Blood) ist im dtv-Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit Danksagung 622 Seiten, die mich mit tödlichen Prüfungen, Magie, Vampiren und einem kleinen Liebesdreieck in den Bann gezogen haben. Mein „must read“ für diesen Monat!