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Veröffentlicht am 10.03.2026

In der Fremde

Moosland
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Mein neuer Roman „Moosland“ von Katrin Zipse hat ein ansehnliches Cover in zarten, pastelligen Farben. Als Betrachter sieht man eine stilisierte isländische Landschaft mit einer kargen Grasfläche im Vordergrund ...

Mein neuer Roman „Moosland“ von Katrin Zipse hat ein ansehnliches Cover in zarten, pastelligen Farben. Als Betrachter sieht man eine stilisierte isländische Landschaft mit einer kargen Grasfläche im Vordergrund und Schemen angedeuteten Berge im Hintergrund. Überragt von einem endlosen hellblauen und wolkenfreien Himmel. Der Titel „Moosland“ ist haptisch fühlbar und es gibt ein grünes Lesebändchen, was mir sehr gut gefällt und praktisch ist. Ich könnte mir das Szenario auch gut als großformatiges Gemälde vorstellen. Die wichtigsten Protagonisten in der vorliegenden Geschichte sind Gerda, Elsa, Sola, Inkibjörk, Joun, Oulawür, Skuhli, Haltdor und Steinunn. Die fiktive, deutsche Romanfigur Elsa ist schwer traumatisiert und kommt im Sommer 1949 nach Island, um auf einem abgelegenen Bauernhof zu arbeiten. Sie ist eine von vielen, denn rund 300 andere Frauen, wie auch Elsa oder Gerda, versuchen ebenfalls in der Fremde einen Neuanfang oder ihr Glück zu finden.

… Sie will laufen, nur laufen und niemals ankommen …

Elsa ist der Sprache nicht mächtig und kann sich daher zunächst nicht mit der Bauersfamilie verständigen. Ich hatte auch so meine Schwierigkeiten, die isländischen Namen zu lesen und am Anfang zu behalten und kann die Protagonistin daher gut verstehen. Zudem trauert sie, um ihre verstorbene Freundin Sola und zieht sich daher auch extrem zurück und schweigt. Der Schreibstil von Katrin Zipse ist sehr bildgewaltig und anschaulich. Die Autorin beschreibt einfühlsam, wie Elsa, nach und nach zu ihrer neuen Sprache und auch eine neue Heimat findet. Als Leser kann man ihre anfänglichen Fremdheitsgefühle, die harte Arbeit auf dem Gehöft, die Verständigungsproblematik, das fremde Essen usw. hautnah mitverfolgen. Ich vermute mal, dass dem „armen Menschenkind“ zwischenzeitlich alles egal war und sie nichts weiter zu verlieren hatte, als daher dem Aufruf der isländischen Bauernpartei zu folgen.
…Vom Meer aus gesehen sind alle Häuser gleich …
Der Neuanfang in der Fremde ist holperig und durchaus schwierig. Gerda, die auf einem entfernten Bauernhof untergekommen ist, wird zu ihrer Brieffreundin. Als Stadtmensch muss Elsa sich erst einmal an das harte und entbehrungsreiche Landleben gewöhnen. Besonders schwer tut sie sich mit den Hühnern, da sie diese als Furcht einflößend und abschreckend empfindet. Ich nehme an, dass Elsa diese Geflügel-Phobie durch den Tod von Sola entwickelt hat. Anders erklären, könnte ich mir diese irrationale Panik sonst nicht. Aber sie gibt sich große Mühe, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Sie lernt reiten und übt heimlich mit dem Knecht Isländisch. Ganz langsam nähren sich die Deutsche und die isländische Bauernfamilie an. Als Leser bekommt man nach und nach Einblicke in die Tradition, Sitten, Gebräuche, das Leben und die harte Landarbeit. Aber auch Elsa verändert sich im Verlauf der Geschichte, ebenso wie die beiden Bauernsöhne.
… Hier ist der Himmel immer zu weit. Es ist ein Himmel, dem man nicht entrinnen kann …
Und dann gibt es auch noch die verschwundene Tochter der Bauernfamilie, Steinunn, über die niemand spricht und die totgeschwiegen wird. Ich vermute mal, dass auch das für die damalige Zeit typisch war. Themen oder Probleme zu ignorieren und nicht darüber zu sprechen und es so „unter den Teppich zu kehren“. Aber mit der Zeit kommt Elsa den „Familiengeheimnissen“ auf dem Hof auf die Spur und akklimatisiert sich in ihrer neuen Umgebung und mit den Isländern. Der Roman von Katrin Zipse ist für mich hochaktuell und zeitgemäß, denn auch in meiner Stadt gibt es heute Kriegsflüchtlinge, wie z.B. aus der Ukraine, die „ganz neu anfangen müssen“ und unsere Sprache noch nicht beherrschen. Oder mit „unseren Sitten und Bräuchen“ nicht vertraut sind und sich fremd fühlen.

Fazit: ***** Der Roman „Moosland“ von Katrin Zipse ist im Dumont Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit Nachwort und Dank 223 Seiten, die ich zu „Sensibilisierung“ gerne weiterempfehle, die aber auch den Wunsch einer Island-Reise in mir geweckt haben.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Wer scheut das Sonnenlicht?

We Who Will Die
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Das Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. ...

Das Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. In der Mitte ist ein furchteinflößendes Tier, dass eine Mischung aus Greifvogel, Raubkatze und Drachen ist. Der Tierkörper ist blutbespritzt. Der Hintergrund hingegen zeigt, fühlbar gekörnten Sand mit einem kräftigen, für mich, bei Vampiren, typischen dunklen, Aubergine Farbton, der recht edel wirkt. Der Titelschriftzug ist in unschuldigen, reinem weiß und weist ebenfalls Blutflecken auf. Und mein Buch besitzt zudem einen wunderschönen, schwarz-goldenen Farbschnitt, der zum Dahinschmelzen ist. Diesen zieren goldene Blätter und zwei spitze Schwerter, die schon von außen zeigen, dass dort einiges passieren wird. Es ist lange her, dass ich mich mit Vampiren oder Fantasy lesetechnisch beschäftigt habe, aber meine Sorge, dass ich dafür vielleicht schon zu „alt bin“ ist unbegründet. Der Plot zieht mich ruckzuck in den Bann. Das spannende Abenteuer mit machtgierigen Herrschern, allen voran „Vallius Corvus“, politischen Intrigen, tödlichen Wettkämpfen und mörderischen oder verführerischen Vampiren hat es in sich und könnte meiner Meinung nach auch gut verfilmt werden. Es gibt zahlreiche Trigger, wie zum Beispiel: Gewalt, Mord, Erpressung, Trauer oder Verlust und die Alterslesebeschränkung ist meiner Meinung nach daher für ältere Leser bestens geeignet. Die Protagonisten sind ein „wilder Mix“ aus zahlreichen Geschöpfen. Als Leser war es am Anfang für mich nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Meine Lieblingsromanfigur ist in Band 1 durchgehend Arvelle. Sie wirkt selbstbewusst und unerschrocken auf mich. Und ihr Ehrbewusstsein und die Liebe zu ihren Brüdern finde ich großartig.

… Ein unzerbrechlicher Schwur zwingt Arvelle in einen gnadenlosen Wettkampf, bei dem neben ihrem Leben auch ihr Herz auf dem Spiel steht. …

Der Schreibstil und die Wortwahl der Autorin sind fantastisch. An mancher Stelle zwar etwas derb formuliert, aber zu dieser Geschichte und zu dem „römischen Zeitalter“ passt es, für mich. Als Leser springt nach kürzester Zeit das Kopfkino an und man kann sich die beschriebenen Szenen supergut vorstellen. Im Einband (Buchdeckel vorne und hinten) ist je eine detailreiche, bunt gemalte Übersichtskarte vom „Empire of Blood“, die mir sehr gut gefällt und einem als Leser so einen besseren Überblick der geschilderten Szenen ermöglicht.

… Wer dem Tod geweiht ist, hat nichts mehr zu verlieren… Oder etwa doch? …

Ich leide ordentlich mit meiner Romanfigur Arvelle. Die zahlreichen Prüfungen und tödlichen Wettkämpfe in der Arena oder auf dem Gewässer in der Galeere, die sie überstehen muss, haben es in sich. Das Leben im gefährlichen Dorn Distrikt haben sie zwar etwas im Überlebenskampf geschult, aber dass was sie später alles erleiden und durchstehen muss, ist „kein Pappenstiel“. Der mitreißende Beginn gefällt mir sehr gut. Der Mix aus Magie, „im Geist wandeln“, Vampiren, wie „der Primus“, Rorrik oder Bran, die „andere Welt“, der Schulschwur und die Auswirkungen sind geheimnisvoll und betörend. Die Spannungskurve ist durchgehend hoch und der Verlauf dramatisch und fesselnd. Ich will unbedingt wissen, was da alles passiert und mag das Buch kaum aus der Hand legen.

… auf dem Sand zählen nur zwei Personen: jene, die dich töten will, und der Imperator selbst. …

Arvelle muss zahlreiche Prüfungen überstehen und der Verschwörung und den zahlreichen Intrigen auf den Grund gehen. Dabei ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, wem man in „diesem Reich“ vertrauen kann. Kicher und dass „forbidden love“ zu Tiernon dabei nicht wirklich hilfreich ist, weil man da ja nicht wirklich klar denken kann, ist wohl auch kein Geheimnis.
Jedenfalls bleibt es spannend bis zur letzten Seite. Und nun warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, denn ich will unbedingt erfahren, ob „Mortuss in seinem Käfig bleibt“ und ob Arvelle, ihre Brüder und Tiernon „das furchteinflößende Imperium“ verlassen konnten und wie es ihnen weiter ergeht.

Fazit: ***** „We Who Will Die“ (Empire of Blood) ist im dtv-Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit Danksagung 622 Seiten, die mich mit tödlichen Prüfungen, Magie, Vampiren und einem kleinen Liebesdreieck in den Bann gezogen haben. Mein „must read“ für diesen Monat!

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Dunkle Kapitel …

Eine vergessene Schuld
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Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, ...

Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, eingedenk des aktuell spürbaren deutlichen Rechtsrucks in der deutschen politischen Landschaft. Das Cover ist zudem passend gewählt, als Betrachter sieht man eine typische Häuserzeile aus den Niederlanden. Davor steht Auge in Auge ein altmodisch, wirkendes Paar. Das Buch startet mit einer Widmung:

…Für die Opfer von Gewalt, Verfolgung und Entrechtung…

Jetzt folgt ein treffendes Zitat von Albert Einstein:

Frieden kann nicht mit Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.

Ich muss zum ersten Mal kräftig schlucken und muss ihm innerlich beipflichten. Vorsorglich lege ich mir mal ein paar Taschentücher bereit, denn dies scheint keine einfache Lektüre zu werden und es gibt auch ein paar Trigger (Gewalt, Krieg, Tote), die Zartbesaitete berücksichtigen müssen. Das Buch startet in Köln-Deutz, im Juni 2023. Es gibt verschiedene Zeitebenen, z.B. Görlitz, Sommer 1942 sowie verschiedene Handlungsorte, wie exemplarisch Wiesbaden oder Köln. Die verschiedenen Perspektiven, von den unterschiedlichsten Romanfiguren, auf die Sicht der Dinge gibt dem Buch enorme Spannung. Es geht um historische Geschichte, das Thema Schuld und zahlreiche Traumata. Die wichtigsten, fiktiven Romanfiguren sind der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner, die Kriminalpsychologin Jasina Behrens, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und des BKA sowie der Halbjude Raimund Bach.

.. Schuld verjährt nicht. Niemals ...

Gleich zu Anfang wird auf den pensionierte Verfassungsrichter Heppner, während einer TV-Show ein Attentat verübt, dass den Leser in den Bann zieht. Der Charakter dieser Romanfigur, ist zudem sehr negativ belastet, denn im Vorfeld hatte Heppner „rechtsradikale Äußerungen zu Desserteuren und der NS-Justiz gemacht. Als Leser ist es zudem gar nicht so einfach „das Kuddelmuddel“ auseinanderzuhalten und im Blick zu behalten, welche Organisation da gerade agiert. Ich musste mich stark konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber nach einiger Zeit ging es Seite um Seite besser und ich habe mich mehr in die „alten Zeiten“ eingelesen. Besonders bewegt haben mich dabei die Schilderungen von Raimund. Aber auch die syrische Kriminalpsychologin Jasina Behrens hat mich zum Nachdenken angeregt.
Fazit: *****Der Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat mit Nachwort 477 Seiten, die den Leser teilweise fassungslos und sprachlos zurücklassen. Man wünscht sich nie wieder solche Zeiten und auch die Frage nach der „Schuld“ beschäftigt einen noch lange nach Beenden des Romans und lässt einen nicht mehr los.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Was es ist …

Chasing Our Forever – Based on Roxy's & Abdul's Story
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Mein neues Buch “Chasing Our Forever” von Sofia Kus ist in meinen Augen genial. Es basiert auf der wahren Liebesgeschichte von Roxanne und dem pakistanischen Moslem Abdul, was ich bezaubernd finde. Der ...

Mein neues Buch “Chasing Our Forever” von Sofia Kus ist in meinen Augen genial. Es basiert auf der wahren Liebesgeschichte von Roxanne und dem pakistanischen Moslem Abdul, was ich bezaubernd finde. Der True-Fiction-Roman punktet außerdem mit einem wunderschönen Farbschnitt, der mich an ein Holi Farbrausch Festival erinnert. Die fiktiven Romanfiguren Riley und Zayn verkörpern das vorher genannte Liebespaar im Buch, dass in Berlin lebt. Sofia Kus hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, der mir sehr gut gefällt. Die Wortwahl und die Beschreibungen sind zeitgemäß und passend. Kicher und sogar an die TV-Trendstaffel „Bridgerton“ oder aktuelle Musiktrends sowie Chatverläufe bei WhatsApp wurde gedacht, wodurch das Gelesene hochaktuell wirkt. Der Plot ist zudem sehr lesenswert und spannend. Das nähere Kennenlernen, die Gespräche, das Versteckspiel in der Öffentlichkeit, die Nächte im Auto, lassen mich das Gefühl haben, ganz nah dabei zu sein. Die mir vorher unbekannte Autorin zeigt dem Leser ebenfalls verschiedene Sichtweisen, kulturelle sowie religiöse Unterschiede von „Riley und Zayn“ mit viel Feingefühl auf. Man erfährt einiges über Moslems, Pakistan, Traditionen und strenge Regeln. Mir gefällt, dass die Autorin dabei sehr respektvoll und ohne Wertung vorgeht. Als Leser sollte man allerdings auch wissen, dass es einige Trigger, wie z.B. psychische Belastungen, Panikattacken, Depressionen oder auch einen Todesfall gibt, die daher beim Lesen emotional herausfordernd sein können. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor meinen Augen dahin. Ich empfehle euch vorsorglich auch Taschentücher bereit zu legen, da es manchmal sehr traurig wird. Eins schafft der Roman vor allem, er geht ins Herz und unter die Haut. Cool und erwähnenswert finde ich auch, dass es am Ende eine Seite mit „sinngemäßen Übersetzungen“ gibt oder auch eine Playlist der Songs, die im Buch vorkommen und die für das Paar eine Bedeutung haben.

… Liebe kennt keine Religion.
Liebe sieht keine Hautfarbe.
Liebe ist
BEDINGUNGSLOS …

Und wie bei jedem guten Liebesroman, gibt es auch hier ein Happy End, dass mich von Herzen freut.

Fazit: *****Der Roman „Chasing Our Forever“ von Sofia Kus ist bei heartlines erschienen. Das broschierte Buch hat 445 Seiten, die mich tief berührt und verzaubert haben.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Küsse unterm Mistelzweig …

Schottische Weihnacht in Bonny Bridge
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Mein neuester Roman „Schottische Weihnacht in Bonny Bridge“ von Julie Clairmont / Jeanine Krock hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Im kleinen Winterroman, der mit einem ...

Mein neuester Roman „Schottische Weihnacht in Bonny Bridge“ von Julie Clairmont / Jeanine Krock hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Im kleinen Winterroman, der mit einem wunderschönen, heimelig anmutenden Cover punktet, sieht man als Betrachter, rechts oben einen Mistelzweig mit roter Schleife. Am linken Bildrand ist ein prächtig geschmückter Tannenbaum mit vielen roten, weißen und grünen Kugeln zu sehen, darunter sind liebevoll verpackte Geschenke zu erahnen. Am rechten Bildrand sitzt ein dunkler Gordon Setter mit seidigem Fell. Im Hintergrund sieht man durch eine Butzen-Fensterscheibe, die Umrisse eines innig, küssendes Paares.
Die wichtigsten Protagonisten sind Gartenarchitektin Evie Clark, ihre Freundin Mairie, Bestsellerautor Connor Mac Lean, aus Südfrankreich Yale, David, Fleurie sowie Anthony, Duncan, Charlotte und Isla Murray. Nennenswert ist dazu Haushälterin Lexi und die zwei Gordons (Hunde) Suki & Gordon.
Der Plot spielt kurz vor Weihnachten im schottischen Dorf Bonny Bridge. „Garten-Fee“ Evie soll dort einen historischen Schlosspark begutachten, um die barocke Anlage, bei Auftragserteilung wieder herzurichten. Kicher, unterschiedlicher können Romanfiguren wohl nicht sein? Was meint ihr? Das wird bestimmt spannend! Jedes Kapitel im Buch ziert ein Mistelzweig, was ich sehr passend finde und zusätzlich für ein leichtes Vorfreudiges Kribbeln in meinem Bauch sorgt. Der Schreibstil und die Wortwahl, der mir vorher unbekannten Autorin, sagen mir sehr zu. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft und lassen sich gut lesen. Als Stilmittel benutzt sie die figurale Erzählperspektive. Das schafft in meinen Augen eine gewisse Nähe und Distanz gleichermaßen. Die zahlreichen Charaktere sind zudem gut erdacht und fein, mit vielschichtigen differenzierten Eigenschaften, beschrieben. Die bunte Mischung wirkt erfrischend und authentisch auf mich, selbstverständlich passt die kleine Liebesgeschichte, die sich bei zwei Protagonisten anbahnt, ebenfalls. Beim Lesen, wärmt dass das Herz in der Winterzeit. Besonders gut gefallen haben mir zudem die Beschreibungen der Natur und Kultur, Sitten und Brauchtum. Selbstverständlich passen Legenden über Kobolde in Schottland perfekt und erklären beim Lesen auch die Entstehung des Ortes und der „Bonny Bridge“ im Titelschriftzug, was ich genial fand. Die Autorin hat sich zudem bemüht, dem Leser wissenswerte Fakten und Infos zum romantischen „Yule-Fest“, zahlreichen köstlichen regionalen Speisen (kicher, da hätte ich gerne die Rezepte im Anhang gehabt, denn ich koche leidenschaftlich gern) und den traditionellen schottischen Bräuchen. Leider ist das Büchlein ruckzuck durchgelesen und wie die Weihnachtsfeiertage viel zu schnell vorbei!

Fazit: ***** Der Roman „Schottische Weihnacht in Bonny Bridge“ von Julie Clairmont / Jeanine Krock ist bezaubernd und passt perfekt in die Winterzeit. Das broschierte Taschenbuch hat mit Leseempfehlung 191 Seiten. Und ich könnte mir gut eine Fortsetzung vorstellen, da ich wissen möchte, was die Romanfiguren weiter so erleben und ob der historische Garten wieder erblüht.

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