Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Absolutes Highlight!!

An dir führt kein Weg vorbei
0

Ich bin restlos begeistert … und ehrlich gesagt auch ein bisschen beschämt, dass dieses wundervolle Juwel so lange ungelesen auf meinem Stapel lag. Shame on me! Denn was Lauren Forsythe hier geschaffen ...

Ich bin restlos begeistert … und ehrlich gesagt auch ein bisschen beschämt, dass dieses wundervolle Juwel so lange ungelesen auf meinem Stapel lag. Shame on me! Denn was Lauren Forsythe hier geschaffen hat, gehört für mich ehrlich zu den besten modernen Liebesromanen überhaupt - ein echtes All-Time-Favorite.

Schon der Klappentext klang ja relativ vielversprechend, aber was mich dann inhaltlich erwartet hat … war noch so viel besser: eine romantische Komödie, die nicht nur sensationell gut unterhält, sondern berührt, überrascht und von Anfang bis Ende vollkommen überzeugt. Im Sinne von: 100%, no doubt!

Die Story ist klug, witzig und einfach nur perfekt geschrieben! Doch das wahre Herzstück sind die Figuren - Marina und Lucas (sowie die tollen Nebenfiguren!) sind keine glattgebügelten Rom-Com-Schablonen, sondern lebendige, vielschichtige Menschen mit Zweifeln und Träumen. Ihre Gedanken, Entscheidungen und Gefühle wirken so authentisch, dass ich mich ihnen sofort verbunden fühlte. Selten habe ich Charaktere erlebt, die von A bis Z derart 'echt' wirken. Die Dynamik zwischen Marina und Lucas ist schlichtweg großartig - voller Reibung, Schmunzel-Momente, Neckereien und dieser herrlich knisternden Chemistry, die man sich in jeder Enemies-to-Lovers-Geschichte nur wünschen kann. Ich. Hab's. So. Geliebt!!

Pointierte, clevere Dialoge … Humor, der genau richtig dosiert ist, charmant und treffsicher, ohne jemals übertrieben zu wirken. Auch die emotionalen und dramatischen Momente fühlen sich vollkommen natürlich an; nichts ist konstruiert oder künstlich aufgebauscht, alles wirkt glaubwürdig und lebensnah.

Es ist wirklich lange her, dass mich ein Liebesroman dermaßen positiv überrascht hat. Ich habe jede einzelne Seite genossen und mich immer wieder dabei ertappt, wie ich dachte: Warum zum Kuckuck habe ich dieses Werk nicht schon viel früher gelesen?!

Ach ja, und erwähnte ich schon, dass die traumhaften London-Vibes euch verleiten werden, am liebsten gleich ins nächste Reisebüro zu rennen? Just saying …

Abschließend noch eine Bitte: Please, please, please - don’t judge a book by its cover … zumindest nicht dieses! Denn was die Covergestaltung betrifft: Die englischsprachige Version ist in meinen Augen ein RomCom-Träumchen - die deutschsprachige hingegen wirkt komplett fade, farb- und lieblos, was mehr als nur ein Jammer ist. (Wenn ihr mich fragt, muss für Neuauflagen dringend ein anderes Cover her - und wenn es nur eine einzelne knallige Farbe wäre.)


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Absolutes Highlight! Warmherzig, romantisch und voller Leben. Lauren Forsythe hat mich komplett überzeugt, und eines ist sicher: alle weitere Bücher von ihr werden garantiert sofort auf meine Wunschliste wandern. Uneingeschränkte Leseempfehlung - 5 Sterne sind hier eigentlich noch zu wenig!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Lehrreich und inspirierend

Wie Frauen länger leben
0

Dieses gleichermaßen informative wie inspirierende Fachbuch gehört zu jenen (leider eher seltenen) Werken, die nicht nur stumpf Daten präsentieren, sondern bei der lesenden Person ein ganz neues Bewusstsein ...

Dieses gleichermaßen informative wie inspirierende Fachbuch gehört zu jenen (leider eher seltenen) Werken, die nicht nur stumpf Daten präsentieren, sondern bei der lesenden Person ein ganz neues Bewusstsein für die betreffende Thematik schaffen.



Schon in den einleitenden Kapiteln wird deutlich: Hier schreibt keine Autorin, die nur Fakten zusammenträgt - hier spricht eine erfahrene Herzspezialistin, die täglich mit den Realitäten des Alterns konfrontiert ist und die mit großer Empathie über weibliche Gesundheit aufklärt. Dabei gelingt ihr etwas Wunderbares: Sie verbindet medizinisches Wissen mit einer respektvollen, beinahe philosophischen Haltung gegenüber dem Älterwerden.



Dieses Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch. Es ist geballtes Fachwissen - kompetent, strukturiert und dennoch auch für Laien gut nachvollziehbar erklärt. Themen wie biologische versus chronologische Alterung, Epigenetik, hormonelle Veränderungen, kardiovaskuläre Risiken oder entzündliche Prozesse werden präzise aufgearbeitet. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich: Unsere Gene bestimmen im Grunde nur einen kleinen Teil - der weitaus größere Hebel liegt in unserem Lebensstil: in Ernährung, Bewegung, Stressregulation (ganz wichtig!), sozialer Verbundenheit und innerer Balance.



Besonders spannend fand ich die Textstellen zu den sogenannten "Blue Zones" = Regionen wie Okinawa oder Ikaria, in denen Menschen außergewöhnlich alt werden. Die Kombination aus mediterraner Ernährung, täglicher moderater Bewegung, starken sozialen Netzwerken, Lebenssinn ("Ikigai") und Mäßigung zeigt eindrucksvoll, dass Langlebigkeit kein Zufall ist. Dieses Thema hat in mir den Wunsch geweckt, noch tiefer in diese Forschung einzutauchen.



Ein zentrales Anliegen des Buches ist die geschlechtsspezifische Medizin. Frauen sind keine "kleinen Männer" - ihr Körper altert anders, ihre Risiken sind anders, ihre Stressverarbeitung ist, ihr ahnt es, komplett anders. Dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen häufig unterschätzt werden, hormonelle Umbrüche wie die Menopause massive Auswirkungen haben können und psychosoziale Faktoren eine enorme Rolle spielen, wird hier eindrücklich dargestellt. Schlüssel-Satz: "Der alte Patient ist weiblich."



Neben all der Wissenschaft enpfand ich die persönlichen Einblicke, die Fallgeschichten aus der Praxis als sehr berührend - wie die Passage über eine Patientin, die zunächst einmal realisieren musste, dass es vollkommen legitim ist, im Alter nicht mehr "die Starke" sein zu müssen, die in der Familie alles zusammenhält.



Trotz aller Empathie handelt es sich um ein anspruchsvolles, stellenweise fachlich dichtes, forderndes Werk, das ordentlich Konzentration verlangt. Es ist kein Ratgeber im klassischen, leicht konsumierbaren Sinne, sondern eher ein fundiertes Sachbuch für alle, die bereit sind, sich intensiv mit weiblicher Gesundheit, biologischen Hintergründen und dem eigenen Altern auseinanderzusetzen.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein kluges und gesellschaftlich relevantes Werk über weibliche Langlebigkeit, das definitiv mehr Sichtbarkeit verdient und uns Frauen ermutigt, Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen - nicht aus Angst vor dem Altern, sondern aus Respekt vor der geschenkten Zeit. Absolut empfehlenswert für alle, die Gesundheit nicht dem Zufall überlassen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2026

Ich hab‘s geliebt!

The Holiday Brothers
0

Hach, war das schön!! Dieser rundum wundervolle Read war für mich einfach alles, was ich mir von einer Christmas Romance erhofft habe und noch so viel mehr! Ich bin absolut begeistert!

Freut euch auf ...

Hach, war das schön!! Dieser rundum wundervolle Read war für mich einfach alles, was ich mir von einer Christmas Romance erhofft habe und noch so viel mehr! Ich bin absolut begeistert!

Freut euch auf drei warmherzig erzählte Geschichten voller Feel-Good-Atmosphäre, herrlich sympathische Figuren, realistische Begebenheiten, humorvolle Dialoge, grandiose Tropes, ein tolles Setting (Montana-Liebe! - die Anspielung auf Kevin Costners herausragende "Yellowstone"-Serie habe ich so gefeiert!) …

Maddox, Heath und Tobias Holiday sind drei vollkommen unterschiedlich gezeichnete Männer, doch jeder von ihnen ist ein Glücksgriff! Sie eint Ihre Wertschätzung von Familie, Zusammenhalt und Heimat.

A Single Dad for Christmas war für mich ein absoluter Herzensauftakt und der der klare Favorit der drei Stories. Hot Single Dad & Nanny, zweite Chancen - yes, please! Maddox hat mich sehr berührt - seine grenzenlose Liebe zu seiner Tochter Violet, seine Hilflosigkeit in Bezug auf ihr rebellisches Verhalten (erst recht nach 30+ vielen gescheiterten Nanny-Versuchen) und ihre Mutter ... Und Violet - was für ein großartig geschriebenes Kind! Temperamentvoll, sensibel, missverstanden … alles an ihr wirkte unglaublich echt. Nat ist hier der perfekte Gegenpol: warmherzig, klug, loyal, bodenständig. Ihre ruhige Art, ihr Gespür für Violet und die leise, langsam wachsende Nähe zwischen ihr und Maddox lasen sich ganz zauberhaft!

Doch auch "A Secret Crush for Christmas" und "A Second Chance for Christmas" stehen dem in nichts nach. Ob Brother's Best Friend oder überraschende Schwangerschaft - jede Geschichte steckt voller Emotionen, Konflikte und romantischer Highlights. Besonders schön fand ich, dass trotz aller Romantik auch ernstere, realistische Themen Raum bekommen und den Geschichten zusätzliche Tiefe verleihen.

Das Setting in Montana ist einfach perfekt gewählt: gemütliches Kleinstadtflair, familiäre Wärme und dieses ganz besondere Weihnachtsgefühl, das sich Seite für Seite entfaltet. Man möchte am liebsten selbst Teil der Holiday-Familie sein.

Für mich war die Lektüre tatsächlich mein erstes Perry-Buch - und ganz sicher nicht mein letztes. Ich bin restlos begeistert von ihrem Schreibstil, der emotional, einladend, humorvoll und gleichzeitig stimmungsvoll ist.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Ein absolutes Must-Read für alle Romance-Fans, die Weihnachten lieben, starke Familienbande schätzen und sich nach Geschichten sehnen, die gleichzeitig romantisch, cozy und lebensnah sind. Ich freue mich jetzt schon sehr auf weitere Werke der Autorin!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2026

Wundervoller Abschluss einer grandiosen Trilogie

Sparkles like Moonlight
0

Gemäß dem Motto "Save the best for last" kann ich nur sagen: YES, dieses rundum wunderbare Werk ist für mich das emotionale Herzstück der bezaubernden Tennessee Dreams-Trilogie - ein absolut würdiges Finale, ...

Gemäß dem Motto "Save the best for last" kann ich nur sagen: YES, dieses rundum wunderbare Werk ist für mich das emotionale Herzstück der bezaubernden Tennessee Dreams-Trilogie - ein absolut würdiges Finale, das mir direkt unter die Haut gegangen ist. Dabei hätte ich nicht gedacht, dass Band 1 noch zu toppen sei.

Amy & Rile, Friends to Lovers - und trotzdem fühlt sich alles so frisch an. So real, so tief. Die leise Spannung, die unausgesprochenen Gefühle, die Amy zunächst kaum benennen kann, ihre Angst vor Nähe, Riles stilles, loyales Herz … ich habe jede Seite gefühlt. SIE ist laut, impulsiv, direkt, zweifelt aber gleichzeitig an sich und ihren Entscheidungen. Liebe kennt sie nicht wirklich, ihre Eltern sind emotional distanziert, Beziehungen für sie bisher eher etwas Unverbindliches, Kurzfristiges. ER hingegen ist ruhig, ein absoluter Good Guy mit riesengroßem Herz (& er liebt Bücher!).
Die Charakterzeichnung ist schlichtweg grandios, ich hatte das Gefühl, Amy und Rile wirklich zu kennen.

Überhaupt ist der Schreibstil just wow!! - Unglaublich berührend, lebensnah, null übertriebene Dramatik, sondern echte Emotionen, echte Entwicklung.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein traumhaftes NA-Herzensbuch voller Gefühl & herrlichen Small-Town-Vibes - und mein persönliches Highlight der gesamten Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2026

Sehr lesenswert - klare Empfehlung!

„We Did Ok, Kid”
0

Normalerweise vergebe ich fünf Sterne nur an absolute Herzensbücher, an Geschichten, zu denen ich immer wieder zurückkehren möchte. Und doch bekommt auch diese Autobiografie von Anthony Hopkins von mir ...

Normalerweise vergebe ich fünf Sterne nur an absolute Herzensbücher, an Geschichten, zu denen ich immer wieder zurückkehren möchte. Und doch bekommt auch diese Autobiografie von Anthony Hopkins von mir ganz klar fünf Sterne - weil sie literarisch, menschlich und stilistisch so aufrichtig, reflektiert und berührend ist, dass ich daran schlicht nichts auszusetzen weiß.

Hier schreibt ein Mann, der zurückblickt auf seine Kindheit, seine Fehler, seine Abgründe, seine Erfolge, seine Verluste. Ohne Pathos, Selbstbeweihräucherung oder falsche Dramatik, dafür mit erstaunlicher Klarheit, Ehrlichkeit und oft auch mit trockenem Humor.

Besonders getroffen hat mich die Schilderung seiner Kindheit. Wie ihm von Lehrern immer wieder vermittelt wurde, er sei nichts, könne nichts, werde es zu nichts bringen, wie er geohrfeigt, gedemütigt, klein gemacht wurde.

"Je mehr Ohrfeigen ich bekam, umso häufiger griff ich auf einen Kniff zurück, der mir schließlich mein Überleben sicherte: Ich setzte eine Miene auf, aus der reine Dummdreistigkeit sprach. Dieser Blick war Ausdruck meiner Gleichgültigkeit gegenüber allem, was ich in meiner Umgebung als feindlich empfand. Zeig bloß keine Reaktion. Starr den Feind nieder. Tu so, als würde er gar nicht existieren. […] Zeig keinen Schmerz! Vergrab den Schmerz, kehr ihn unter den Teppich, mach weiter."

"Ungeschickt. Unbeholfen. Unzureichend. Untüchtig, Untauglich. Ungeeignet. Meine Lehrer hatten meinem Problem einen Namen gegeben, es mir in den Schädel gekerbt wie ein Kainsmal […]."

Die Fotos von ihm als kleinem Jungen haben mir regelrecht das Herz gebrochen. Als Mutter fragt man sich unwillkürlich: 'Wie kann man so mit einem Kind umgehen?' Kein Wunder, dass er früh einen harten, beinahe verbitterten Blick auf die Welt entwickelte, sich dieses "Reiß dich zusammen, zeig keine Schwäche, kämpf dich durch"-Denken aneignete. Dieses Buch macht sehr verständlich, woher diese innere Rüstung stammt.

Speziell eine traurige Mutter-Kind-Szene hat sich ganz besonders in sein (und mein!) Gedächtnis eingebrannt:

"»Was würdest du tun, wenn ich davonlaufen würde und du mich nie wieder sehen würdest?« […] warum stellte sie mir so eine Frage? Wenn sie davonlaufen würde, wäre ich dann schuld? Ich fühlte mich wie ein Hund oder eine Katze, die nicht weiß, ob ihre Besitzerin je wieder zurückkehrt, wenn sie fortgeht. Die Worte meiner Mutter fielen in meine blecherne Hirnschale und blieben dort sicher weggeschlossen wie das Ersparte eines ganzen Lebens. […] Wollte sie tatsächlich davonlaufen, würde sie einfach verschwinden und ich sie nie wieder sehen?"

Um Himmels Willen! Was war ich erschüttert. … und vollkommen fassungslos. Wie kann man denn einem kleinen Kind solch ein traumatisches Szenario ausmalen??! Der arme Junge …

Die Zeitsprünge zwischen den Jahren sind so fließend, inhaltlich harmonisch und passend gesetzt worden, dass sich alles wie aus einem Guss liest. Hopkins erzählt schonungslos von seinen Beziehungen, von gescheiterten Ehen, die mitunter auch zum schmerzhaften Bruch mit seiner Tochter führten, von seiner Flucht aus Situationen, die er selbst kaum ertragen konnte, und von der tiefen Reue, die bis heute geblieben ist. Gerade diese Passagen sind tough zu lesen, aber sie wirken nie voyeuristisch. Der Ton ist zwar nüchtern, fast sachlich gehalten, gleichzeitig aber so eindringlich, dass man fast vergisst, dass es sich um eine Autobiografie handelt - alles liest sich wie ein Roman. … und mit dem Wissen, dass jedes Wort wahr ist, wirkte es doppelt intensiv auf mich.

Ein zentrales Thema ist auch Hopkins' Alkoholismus. Wie er trank, um zu funktionieren … und fast daran zerbrach. Dann: der Moment kam, in dem er begriff: 'Ich bin Alkoholiker, und ich brauche Hilfe.' Diese Stellen sind von einer ruhigen Würde geprägt, ohne Selbstmitleid, ohne moralischen Zeigefinger. Man spürt: Er ist durch die Hölle gegangen und heute dankbar, noch hier zu sein.

Natürlich nimmt auch seine Karriere viel Raum ein, vor allem seine ikonische Rolle als Hannibal Lecter. Die Entstehung von "Das Schweigen der Lämmer" zu lesen, war faszinierend, seine Gedanken zur Stille, zur Präsenz, zur Angst … zur "Spinne in der Bäckerei seines Vaters" - man versteht danach nicht nur die Figur besser, sondern auch, wie tief Hopkins über Schauspiel nachdenkt.

Was mich aber vielleicht am meisten berührt hat, ist der Wandel, der Reifeprozess, den er im Laufe seines Lebens durchlebt. Hopkins wirkt heute wie ein Mann, der sich nicht mehr beweisen muss. Der gelernt hat, mit seinen Brüchen zu leben. Er weiß, dass Erfolg, Preise und Ruhm nichts sind im Vergleich zu echter menschlicher Nähe. Seine Beziehung zu seiner heutigen Frau Stella, die späte Familie, die er gefunden hat, seine Dankbarkeit für das Leben, all das wird mit einer sanften, fast demütigen Haltung beschrieben.

Dazu kommen die vielen Gedichte, Musikempfehlungen und literarischen Zitate, die das Buch durchziehen. Kunst war für ihn nie bloß Karriere, sondern immer auch Rettung, Trost, Orientierung, Hoffnung.

Diese Autobiografie ist kein glamouröser Blick hinter die Kulissen Hollywoods, kein Selbstbeweihräucherungsprojekt, sondern vielmehr das Porträt eines Menschen, der lange vor dem Leben davongelaufen ist, und im Alter langsam lernt, ihm nicht mehr auszuweichen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein kluges, rundum lesenswertes, ehrliches, teils melancholisches, zutiefst menschliches Buch über Einsamkeit, Angst, emotionale Verdrängung, zwischenmenschliche Beziehungen, Kunst, Verlust und die Suche nach Sinn. Klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere