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Veröffentlicht am 10.05.2026

Was macht Menschsein aus?

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Wow! Der Roman hat mich komplett in seinen Bann gezogen und habe ihn innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Jede Seite endet mit dem Gefühl von: Ich muss wissen, wie es weitergeht!

Die Ausgangssituation ...

Wow! Der Roman hat mich komplett in seinen Bann gezogen und habe ihn innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Jede Seite endet mit dem Gefühl von: Ich muss wissen, wie es weitergeht!

Die Ausgangssituation ist beklemmend. 40 Frauen leben seit Jahren eingesperrt in einem unterirdischen Käfig. Sie werden von Männern bewacht ohne zu wissen warum. Als ihnen plötzlich die Flucht gelingt,beginnt jedoch keine Erlösung. Sie befinden sich nun in einer menschenleeren Welt, in der es keine Antworten gibt. Diese Freiheit fühlt sich oft wie ein anderer Käfig an und hat mich stark an „Die Wand“ von Marlen Haushofer erinnert.

Besonders faszinierend fand ich die Erzählerin. Sie ist die Jüngste der Frauen und kennt als Einzige kein anderes Leben als die Gefangenschaft. Dadurch betrachtet sie die Welt mit einer Neutralität. Sie hinterfragt alles: Gesellschaft, Beziehungen, Sprache, Hoffnung, Tod. Weil ihr menschliche Sozialisation fehlt, wirken ihre Beobachtungen schonungslos ehrlich, fast wie der Blick eines Wesens, das das Menschsein von außen betrachtet. In ihr steckt unglaublich viel Hoffnung. Das hat mich am meisten berührt. Trotz dieser trostlosen Welt verliert sie nie die Neugier, ihren Wissensdurst und ihren Mut. Sie will verstehen. Antworten finden. Dem Leben einen Sinn abringen. Gerade dadurch bewahrt sie sich etwas zutiefst Menschliches.

Gefallen hat mir auch, wie das Buch mit dem Tod umgeht. In einer Welt, in der scheinbar alles seinen Sinn verloren hat, bleibt jeder Mensch bedeutsam. Die Verstorbenen werden nicht einfach vergessen, sondern behalten ihre Würde und ihren Platz in den Erinnerungen der anderen.

Dieses Buch stellt viele existenzielle Fragen, dass es noch lange nachhallt: Was macht ein Leben lebenswert? Was macht uns zu Menschen? Wie gehen wir mit unserer Freiheit um? Vieles bleibt unbeantwortet. Der Schluss ist daher etwas ernüchternd und ich hätte mir natürlich mehr Antworten gewünscht, aber genau deshalb passt er so perfekt zu dieser dystopischen Geschichte. Wie im echten Leben bleiben manche Rätsel ungelöst.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Ein Jahreshighlight!

Die Riesinnen
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Schon jetzt ein absolutes Jahreshighlight!
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner habe ich letzten Monat gemeinsam mit meinem Buchclub gelesen und wir waren uns schnell einig, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ...

Schon jetzt ein absolutes Jahreshighlight!
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner habe ich letzten Monat gemeinsam mit meinem Buchclub gelesen und wir waren uns schnell einig, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist.

Es ist ein warmes, wundervolles Werk, das mich vor allem sprachlich tief beeindruckt hat. Ganz hohe Erzählkunst! Immer wieder gab es Sätze, bei denen ich nur dachte: Wow – wie kann man so schreiben? Diese sprachliche Gewandtheit trägt die Geschichte und verleiht ihr eine besondere Tiefe.

Der Roman erzählt von drei Generationen von Frauen. Es sind Liese, Cora und Eva, die als „Riesinnen“ bezeichnet werden. Sie leben in einem Dorf im Schwarzwald, sind anders, fallen auf, und man redet über sie.

Liese ist in der Nachkriegszeit geboren und lebt in einer Welt, in der Frauen vor allem ihre Pflicht zu erfüllen haben. Selbstverwirklichung ist kein Thema. Ihre unglückliche Ehe mit Bernhard steht exemplarisch für diese Zeit. Dennoch beeindruckt sie mit einer unglaublichen inneren Stärke. Sie weiß, was sie will, und nimmt es sich, wenn sich die Gelegenheit bietet. Besonders berührend ist ihre Liebe zu ihrer Tochter Cora. In ihr zeigt sich: Weitermachen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Cora wiederum schafft es, aus dem engen Dorf auszubrechen, die Welt zu sehen. Sie ist freiheitsliebend und entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Als sie schwanger wird und zurückkehrt, steht sie vor der Frage: Bleiben oder gehen? Besonders stark fand ich ihre Haltung gegenüber Ludwig, dem sie selbstbewusst entgegentritt und klar macht: Das ist nicht ihr Leben, sie hat ihr eigenes, und das hat sie sich verdient.

Mit Eva schließt sich der Kreis. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart.

Auch Eva hat mich sehr beeindruckt, gerade weil sie Dinge hinterfragt und ein feines Gespür für die Bedeutung von Zeit und Erinnerung entwickelt. Eine Szene ist mir besonders im Kopf geblieben. Auf einer Party steht sie an der Bar und beobachtet die anderen. Alle sind da, weil sie genau dort sein wollen. Nur sie und ihr Freund David scheinen außen vor zu sein. Während David vorschlägt, einfach zu gehen, spürt Eva, dass es um mehr geht, nämlich um diese Jahre, die nicht wiederkommen, die etwas bedeuten müssen. Sie fragt sich, was eigentlich bleibt, wenn es keine Erinnerungen gibt, an denen man sich festhalten kann. Diese Reflexionen verleihen ihrer Figur eine besondere Tiefe und machen deutlich, wie stark das Thema Erinnerung und Bedeutung durch alle Generationen hindurch wirkt.

Besonders gelungen ist, wie jede Generation ihren eigenen Raum bekommt und doch alles miteinander verwoben bleibt. Es geht um Herkunft, um Entscheidungen und um das Weitermachen. Immer weiter, egal wie schwer es ist.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Ein cooles Sachbuch im Comic-Style

Körper und Gehirn
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„Körper und Gehirn“ von Rosie Cooper ist ein richtig cooles Sachbuch für Kinder. Ein Buch, das Wissen mit Humor und jeder Menge Mitmachspaß verbindet.

Schon die Gestaltung macht sofort Lust ...


„Körper und Gehirn“ von Rosie Cooper ist ein richtig cooles Sachbuch für Kinder. Ein Buch, das Wissen mit Humor und jeder Menge Mitmachspaß verbindet.

Schon die Gestaltung macht sofort Lust aufs Lesen: Das ganze Buch ist im Comic-Stil aufgebaut, mit vielen farbigen, lebendigen Illustrationen. Überall gibt es etwas zu entdecken. Besonders witzig ist „Skletti“, ein Skelett, das die Leserinnen und Leser durch das Buch begleitet. Mit kleinen Späßen führt es durch die verschiedenen Themen rund um Körper und Gehirn.

Die Texte sind kurz, leicht verständlich und trotzdem voller spannender Informationen. Dabei ist das Buch durchaus anspruchsvoll: Fachbegriffe (Präfrontaler Kortex, Amygdala Hijack etc.) werden nicht verschwiegen, sondern kindgerecht erklärt. Und wer etwas nachschlagen möchte, findet am Ende ein hilfreiches Glossar.

Richtig toll sind die vielen Mitmach-Elemente. Rätsel, kleine Aufgaben und Tests laden dazu ein, aktiv mitzumachen. Es gibt zum Beispiel ein Gedächtnisspiel oder eine Übung, um die eigenen Sinne zu testen. Dazu gibt es kleine Lifehacks und Ideen zum Ausprobieren.

Besonders gelungen ist die Erklärung, wie das Gehirn funktioniert. Die Übertragung von Nachrichten zwischen Neuronen wird mit einem anschaulichen Alltagsbeispiel erklärt, sodass man sich richtig gut vorstellen kann, wie Informationen im Kopf hin- und herflitzen. Ganz nebenbei vermittelt das Buch eine tolle Botschaft: Dein Gehirn kann unglaublich viel. Du kannst alles lernen!

Auch Gefühle kommen zur Sprache. Das Buch erklärt verständlich, dass starke Emotionen manchmal im Gehirn die Kontrolle übernehmen können. Ebenso spannend ist das Thema Neurodiversität, also dass Menschen unterschiedlich denken und wahrnehmen.

Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz: Es gibt lustige Pupsgeschichten. Außerdem erfährt man, was Bazillen eigentlich so treiben und warum unser Körper noch Überbleibsel aus der Evolution besitzt.

„Körper und Gehirn“ ist ein spannendes, kluges und unterhaltsames Sachbuch. Es erklärt komplizierte Dinge richtig gut. Es macht dabei so viel Spaß, dass man fast vergisst, wie viel man gerade lernt. Besonders geeignet für neugierige und wissbegierige Kinder ab 8 Jahren.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein Bilderbuch über Achtsamkeit und Entschleunigung

Eilig, so unglaublich eilig!
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Das Bilderbuch „Eilig, so unglaublich eilig!“ von Christian Merveille erzählt eine Geschichte, die nicht nur Kinder anspricht, sondern auch Erwachsene.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner ...

Das Bilderbuch „Eilig, so unglaublich eilig!“ von Christian Merveille erzählt eine Geschichte, die nicht nur Kinder anspricht, sondern auch Erwachsene.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner Hase, der es schrecklich eilig hat. Er rennt unaufhörlich, stolpert, verliert seinen Hut und zieht mit seiner ungestümen Art sofort in die Geschichte hinein. Alles scheint dringend und alles scheint sofort erledigt werden zu müssen. Dabei übersieht der Hase so viel Schönes: die kleinen Begegnungen, die freundlichen Gesichter und die schöne Natur um ihn herum. Der kleine Hase verpasst quasi alles, was den Tag besonders macht.

Mit sanfter Leichtigkeit zeigt die Geschichte, wie anstrengend dieses ständige Rennen sein kann und wie wohltuend es ist, einfach einmal stehen zu bleiben und innezuhalten. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Feingefühl lädt das Buch dazu ein, über das eigene Tempo nachzudenken. Müssen wir wirklich immer schneller sein? Oder liegt das Glück vielleicht im bewussten Wahrnehmen?

Die farbenfrohen, detailreichen Bilder von Lorenzo Sangiò unterstreichen diese Botschaft auf liebevolle Weise. Sie erzählen oft noch ein wenig mehr als der Text und laden dazu ein, viel zu entdecken.

Gelungen finde ich das Ende. Es lädt dazu ein, das Buch noch einmal von vorn zu lesen und genauer hinzuschauen. Beim erneuten Anschauen des Bilderbuches entdeckt man in den Bildern viele kleine Details, die zuvor vielleicht übersehen wurden. So wird die Geschichte selbst zu einer Übung in Achtsamkeit. Ich schaue genauer hin und nehme dadurch mehr wahr.

Das Buch ist eine zarte Erinnerung daran, dass Zeit nicht nur etwas ist, das uns antreibt, sondern auch ein Geschenk, das wir genießen dürfen. Ein Buch, das Kinder behutsam begleitet und Erwachsene vielleicht ebenfalls einen Moment lang innehalten lässt.

Lesenswert!

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Kraft gebend, lebensbejahend, inspirierend!

Love and be loved
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Kraft gebend, lebensbejahend, inspirierend
„Love and be loved“ von Cleo Wade ist ein wundervolles und zärtliches Bilderbuch. Es ist kraftgebend, inspirierend und lebensbejahend. Cleo Wade richtet ihre ...

Kraft gebend, lebensbejahend, inspirierend
„Love and be loved“ von Cleo Wade ist ein wundervolles und zärtliches Bilderbuch. Es ist kraftgebend, inspirierend und lebensbejahend. Cleo Wade richtet ihre Worte nicht nur an Kinder, sondern genauso an die Erwachsenen, die sie begleiten. Und vielleicht sogar noch mehr an das innere Kind in uns selbst.

„Gestolpert“ bin ich vor allem über den Satz: „Mögest du jemand sein, den du liebst.“ Er hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Nicht nur unseren Kindern sollten wir diesen Glaubenssatz immer wieder nahebringen. Wir sollten vor allem uns auch selbst dies immer wieder vor Augen führen. Oft gehen wir mit uns selbst so hart ins Gericht, dabei sollten wir viel öfter liebevoller mit uns umgehen. Selbstliebe ist schließlich kein Luxus, sondern das Fundament für alles.

Auch folgende Affirmation fand ich besonders schön und inspirierend:

„Möge dein Geist immer aufgeschlossen sein und mögest du immer ein wenig merkwürdig sein. Oder auch sehr, sehr merkwürdig. Möge deine Merkwürdigkeit deine Superkraft sein. Möge sie dich ermuntern, dich in nahe und ferne Abenteuer zu stürzen.“

Das ist geradezu eine Einladung, so zu sein, wie man ist. Eine liebevolle Erlaubnis zur Eigenheit. Ich bin genau richtig, wie ich bin.

Aber auch tiefgründige und berührende Affirmationen zum Beispiel zum Thema Angst sind in dem Bilderbuch zu finden. Sie verdeutlichen, dass Angst und negative Gefühle normal und auch zum Leben dazugehören. Sie dürfen da sein, entscheidend ist nur, dass sie uns nicht beherrschen.

Es sind so viele weitere wundervolle Affirmationen in dem Buch. Ihr müsst sie einfach selbst entdecken!

Die Illustrationen im Inneren sind zart und zauberhaft. Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch nicht mit Bildern überladen ist. Jedes einzelne Bild darf mit der jeweiligen Affirmation für sich wirken. Die Illustrationen unterstützen die Worte, drängen sich aber nicht in den Vordergrund.

„Love and be loved“ ist ein Buch, das man nicht nur einmal liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt. Es eignet sich wunderbar als Geschenk, für Kinder, für Jugendliche, aber ebenso für Erwachsene.

Ein Buch voller liebevoller Erinnerungen daran, wer wir im Kern sind: wertvoll, einzigartig und liebenswert.

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