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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Gänsehaut

Lola im Spiegel
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Ein Mädchen und ihre Mutter sind auf der Flucht. Ihren Namen kennt sie nicht, sie wohnen in einem alten Auto auf dem Schrottplatz. Nach einer schrecklichen Tragödie ist das Mädchen allein. Sie wird Drogenlieferantin ...

Ein Mädchen und ihre Mutter sind auf der Flucht. Ihren Namen kennt sie nicht, sie wohnen in einem alten Auto auf dem Schrottplatz. Nach einer schrecklichen Tragödie ist das Mädchen allein. Sie wird Drogenlieferantin und schlägt sich irgendwie durch. Als sie einem Polizisten helfen soll, bekommt sie endlich die Möglichkeit zu erfahren wer sie eigentlich ist. Doch kann sie es aushalten das zu erfahren?

Eine sehr eindringliche und berührende Geschichte erwartet den Leser hier. Verglichen wird der Roman oft mit „Demon Copperhead“. Da kommt er für mich nicht ganz ran. Die Story ist irre traurig und tragisch. Sie wächst auf und weiß nichts über sich oder ihre Familie. Auch ihr Job als Drogenkurier ist einfach furchtbar und der Weg da raus eigentlich unmöglich. Das einzige was sie aufrecht hält ist, dass sie gern immer zeichnet und den Wunsch hat sich zu verlieben. Im Buch gibt es da zu jedem Kapitel eine Zeichnung. Das hat mir richtig gut gefallen. Ab und zu hat mich das Buch etwas verloren, dann hatte es wieder richtig starke Momente. Manchmal war es poetisch, dann wieder rau und brutal. Geboten wird hier ganz viel, manchmal vielleicht schon zu ambitioniert.

Insgesamt eine spannende Idee, die auch gut umgesetzt wurde. Wer die Story aushalten kann/will, sollte gern dieses Buch lesen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Anspruchsvoll

Grüne Welle
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Ein ganz normaler Kinobesuch mit der Freundin. Anschließend ab ins Auto und wieder nach Hause. Oder doch nicht? Durch eine Umleitung kann sie nicht die gewohnte Strecke fahren. Sie fährt einfach und fährt, ...

Ein ganz normaler Kinobesuch mit der Freundin. Anschließend ab ins Auto und wieder nach Hause. Oder doch nicht? Durch eine Umleitung kann sie nicht die gewohnte Strecke fahren. Sie fährt einfach und fährt, ohne Ziel. Irgendwann ist sie auf der Autobahn aber umdrehen will sie noch nicht. Vielleicht irgendwann mal. Eine spontane Entscheidung wird zur Chance. Sie denkt über ihr Leben nach. Reflektiert ihre Beziehung, ihre Erwartungen.

Schlicht und nüchtern wird erzählt. Die Protagonistin wird als „Die Frau“ bezeichnet. Das hält sie für den Leser auf Distanz. Hier gibt es keinen Spannungsbogen, wir lauschen dem inneren Monolog der Frau. Sie fühlt sich zerrissen, hat Angst vor Veränderung aber glücklich macht ihr Leben sie nicht. Nebenbei wird auch von ihrer Freundin erzählt, mit der sie im Kino war. Sie mochte ihren Mann nie. Fand ihn immer kontrollierend und besitzergreifend.
Ab und an gab es durch den inneren Monolog auch Wiederholungen und die Nebendarsteller blieben etwas blass. Der Roman glänzt eher durch seine psychologische Tiefe und der dichten Atmosphäre und wirkt oft intellektuell.

Für Leser, die sich gern in den Gedanken der Protagonisten verlieren und anspruchsvolle Literatur mögen eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Ruhiger Roman

Das gute Leben
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Christina erbt das Haus ihrer Großmutter Anni. Sie verbringt ein paar Tage dort auf der Suche nach Erinnerungen. Anni ist vor sehr vielen Jahren aus Rumänien nach Deutschland geflüchtet. Dort hat sie ihre ...

Christina erbt das Haus ihrer Großmutter Anni. Sie verbringt ein paar Tage dort auf der Suche nach Erinnerungen. Anni ist vor sehr vielen Jahren aus Rumänien nach Deutschland geflüchtet. Dort hat sie ihre Tochter Helene und später Enkelin Christina allein aufgezogen. Beim Quelle Versand hat sie Pakete für die Kunden gepackt. Den Job hat sie geliebt.

Ein stiller, berührender Roman über Zugehörigkeit, Einsamkeit und der Suche nach dem guten Leben. Was ist das eigentlich? Reicht das wir haben was wir eigentlich brauchen oder müssen wir immer nach noch mehr streben? Die vielen Ängste aus Rumänien hat Anni mitgebracht. Ihre Tochter musste sie allein großziehen. Das hat Spuren hinterlassen. Unausgesprochene Erwartungen, Schuldzuweisungen gibt’s hier obendrauf. Bei ihrer Enkelin wollte sie dann alles richtig machen. Die Sprache im Roman hat mir sehr gut gefallen. Poetisch, ruhig und sehr klar. Die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit waren manchmal recht abrupt. Da musste ich dann erstmal überlegen wo wir gerade sind. Auch war mir manche Story etwas zu kurz erzählt.

Sprachlich stark, tolle Idee aber es gab für mich Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Toller Protagonist

Heaven's Gate
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Eine philippinische Insel. Ein Paradies für Surfer und Touristen aber nicht ganz ungefährlich. Dort lebt Caruso, ein ehemaliger deutscher Profisurfer. Er ist Privatdetektiv aber nicht so ganz erfolgreich ...

Eine philippinische Insel. Ein Paradies für Surfer und Touristen aber nicht ganz ungefährlich. Dort lebt Caruso, ein ehemaliger deutscher Profisurfer. Er ist Privatdetektiv aber nicht so ganz erfolgreich und schlägt sich irgendwie durch. Als eine schöne und reiche Spanierin vor ihm steht und ihn damit beauftragt ihren verschollenen Sohn zu finden, fühlt er sich eigentlich überfordert. Des Geldes wegen nimmt er trotzdem an und ist plötzlich mittendrin im Drogenhandel, Machtspielchen und Gewalt.

Das war mal ein ganz anderer Krimi. Caruso ist der typische Antiheld, etwas verpeilt aber liebenswert. Dann gibt’s noch den Drogenboss Diego, der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde. Auch er ist wunderbar ambivalent. Einerseits der Kriminelle aber auch hilfsbereit, pragmatisch und nicht einfach nur böse. Viele zwielichtige Gestalten, eine paradiesische Kulisse und ein paar Intrigen runden die Geschichte ab. Besonders gut hat mir hier die Sprache gefallen. Locker, direkt und humorvoll wird geschrieben. Die Story an sich war okay. An manchen Stellen für erfahrene Krimileser vielleicht etwas vorhersehbar. Die große Stärke in diesem Buch ist für mich absolut der Schreibstil und der unkonventionelle Protagonist. Da dies der Auftakt einer Reihe ist, freue ich mich sehr auf die nächsten Teile.

Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Gruselig

Die stillen Gefährten
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Wenige Wochen nach der Hochzeit mit Rupert stirbt er und Elsie zieht auf sein abgelegenes Anwesen „The Bridge“. Dort findet sie lebensgroße Holzfiguren, die „stillen Gefährten“. Sie wirken sehr realistisch, ...

Wenige Wochen nach der Hochzeit mit Rupert stirbt er und Elsie zieht auf sein abgelegenes Anwesen „The Bridge“. Dort findet sie lebensgroße Holzfiguren, die „stillen Gefährten“. Sie wirken sehr realistisch, wechseln scheinbar ihren Standort. Was anfangs noch etwas unheimlich wirkt, entwickelt sich zum Albtraum. Was ist noch Einbildung und was ist schon die Realität?

Der Roman besticht für mich durch seine herrlich unheimliche Atmosphäre in dem alten, verfallenen Geisterhaus. Diese merkwürdigen Figuren und die bedrückende Stille passen da perfekt. Langsam wird die Spannung aufgebaut mit einem eher subtilen als blutigem Horror. Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Das war für mich manchmal etwas verwirrend, klärt sich dann aber immer mehr auf. Der Roman ist insgesamt eher ruhig. Setzt viel auf die unheimliche Stimmung. Gothic Horror wird hier ordentlich geboten. Der Roman wirkt fast schon wie ein klassischer Gruselroman.

Für alle Fans von viktorianischen Gruselgeschichten eine Empfehlung.

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