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Veröffentlicht am 04.03.2018

Zu wenig Psychothriller

Lass mich los
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Das Jahr 2000: als die junge Rechtsanwältin einen Heiratsantrag von Ed erhält, kann sie ihr Glück kaum fassen, es scheint, als könnte sie endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues, glückliches ...

Das Jahr 2000: als die junge Rechtsanwältin einen Heiratsantrag von Ed erhält, kann sie ihr Glück kaum fassen, es scheint, als könnte sie endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues, glückliches Leben führen. Dann erhält sie ihren ersten großen Fall, sie soll die Verteidigung eines Mannes übernehmen, dessen Fall wieder zu erneuten Anhörung kommen soll. Beschuldigt wurde er, seine damalige Lebensgefährtin getötet zu haben. Lily schwankt zunächst noch, was sie glauben soll, doch so nach und nach glaubt sie ihm. Währenddessen läuft privat nicht mehr alles so, wie Lily sich das vorgestellt hat, wäre da nicht Carla, die kleine Nachbarstochter auf die sie Sonntags aufpassen, würde das junge Ehepaar sich wohl immer mehr entzweien.
Meine Meinung:
Bei diesem Buch war es einmal der Klappentext, der mir richtig gut gefallen hat und nach einer Menge Spannung klang, doch dieser gibt nur einen ganz geringen Teil der eigentlichen Handlung dieser Geschichte wieder und führt auch ein wenig in die Irre.
Der Schreibstil der Autorin Jane Corry hat mir sehr gut gefallen, sie erzählt anschaulich und detailliert, so dass Personen und Umgebungen schnell Form annahmen. Dieser sehr angenehme Schreibstil ist es auch, der mir die Geschichte, trotz einiger Längen, recht leicht gemacht hat. Allerdings habe ich hier ein wenig die typischen Psychothrillerelemente vermisst. Zwar gibt es hier viele Ereignisse, die sich durchaus auf die Psyche der Charaktere auswirkten, aber für einen Psychothriller war dies leider zu wenig, vom Klappentext her hätte ich da Psychospielchen aus einer ganz anderen Richtung erwartet.
Die Spannung in der Geschichte ließ recht lange auf sich warten, denn gerade in der ersten Hälfte lernt man eher intensiv die Charaktere kennen. Dabei kam es aber immer mal wieder zu Widerholungen und Szenen, bei denen ich aufpassen musste, nicht zu sehr abzudriften. Zwar gibt es auch hier immer mal wieder Momente, die nicht vorhersehbar waren oder die zum kurzen innehalten einluden, aber sie blieben noch zu wenig. Während das Buch in zwei verschiedenen Zeiten spielt, einmal im Jahr 2000, danach 15 Jahre später, gibt es auch Wechsel in den Perspektiven. Auf der einen Seite verfolgen wir die Rechtsanwältin Lily, auf der anderen Seite das kleine Mädchen Carla, das mit seiner Mutter aus Italien nach London kam und das bei beiden Strängen recht intensiv. Erst als wir dann in die Gegenwart wechseln, kristallisiert sich heraus, wie sich die Charaktere, teilweise auch durch die vorangegangenen Ereignisse, weiterentwickelten. Hier wurde es auch spannender und vom Gefühl her auch ein bisschen intensiver, was den Psychoaspekt der Geschichte betrifft.
Als Erzähler dienen hier gleich zwei unterschiedliche Formen, während man Lilys Erlebnisse in der Ich-Form miterlebt, betrachten wir Carlas und deren Erlebnisse durch einen Erzähler in der dritten Person. Dadurch lernen wir beide Seiten sehr intensiv kennen und kann mitfühlen oder sich in die Charaktere hineinversetzen.
Lily war mir zu Beginn sehr sympathisch, auch wenn man deutlich spürte, dass sie etwas aus der Vergangenheit belastete, was zu großen Teilen mit dem Tod ihres Bruders zu tun hatte. Worum es da genauer geht, erfährt man allerdings erst recht weit zum Schluss. Bis dahin erlebt man eher sehr viele und sehr detaillierte Momente aus ihrem Leben. Lilys Entwicklung innerhalb des Zeitsprungs hat mich dann doch ein wenig überrascht. Kam sie mir zunächst noch wie eine etwas unsichere und leicht schüchterne Frau vor, wird aus ihr eine starke Karrierefrau. Zwischendurch war ich mir dann gar nicht mehr so im Klaren, wie sehr sie mir noch sympathisch war.
Auch das Mädchen Carla lernen wir sehr intensiv kennen und wenn man zu Beginn noch glaubt, hier ein kleines, einsames und unsicheres Mädchen zu sehen, wird so nach und nach erleben, wie Carla geschickt Situationen zu ihrem Vorteil ausnutzt. Sie war hier ein Charakter, der mich faszinierte, diese Zielstrebigkeit, aber auch diese Raffinesse hätte ich hier zunächst nicht vermutet, auch wenn es den ein oder anderen Hinweis dazu gab.
Neben diesen Beiden blieben die Nebencharaktere eher blass, auch wenn man durchaus ein gutes Gesamtbild erhielt. Der Fokus liegt hier mehr auf Lily und Carla. Gerade Joe homas, den Lily verteidigt und im Klappentext erwähnt wird, kommt mir hier viel zu kurz. Da hätte ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet.
Mein Fazit:
Für einen Psychothriller fehlten mir hier deutlich die Aspekte, die einen solchen ausmachen. Zwar gab es gute, spannende Momente, aber auch leider zu viele Wiederholungen. Das Buch hat sehr viel Potential, jedoch wurde hier einiges davon verschenkt. Gerade wenn hier der Fokus mehr auf Joe Thomas gerückt wäre, hätte es ein interessantes Psychotspielchen werden können, doch dieser blieb mir viel zu blass. Auch die beiden Protagonistinnen Lily und Carla riegen unterschiedliche Gefühle in mir vor.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Nicht gänzlich überzeugt

Tiefer Grund
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Im kleinen Örtchen Cherringham ist ausgelassene Stimmung unter den Lehrern und Schülern, denn es sind die Abschlussfeiern an der Highschool und auch der junge und allseits beliebte Lehrer Josh Owen ist ...

Im kleinen Örtchen Cherringham ist ausgelassene Stimmung unter den Lehrern und Schülern, denn es sind die Abschlussfeiern an der Highschool und auch der junge und allseits beliebte Lehrer Josh Owen ist mit von der Partie. Doch irgendetwas ist heute anders an ihm, findet zumindest seine Kollegin Maggie, die ebenfalls in der Kneipe dabei ist. Als Josh dann plötzlich verschwindet, ist dies Maggie nicht geheuer und sie macht sich draußen auf die Suche. Plötzlich vernimmt sie ein Geräusch und kurz darauf entdeckt sie auch Josh, leblos am Rande der Klippen. Jede Hilfe kommt zu spät und Josh stirbt, doch bei den Untersuchungen kommen Ungereimtheiten auf, denn der Lehrer soll Drogen genommen haben. Hat er sie freiwillig genommen oder hat man sie ihm eingeflößt und warum ist er überhaupt an dieser Stelle gestürzt. War es Mord oder ein Unfall? Kurzentschlossen setzt sich die Schuldirektorin mit der gerade erst nach Cherringham zurückgekehrten Sarah auseinander, die schon häufiger Fälle gelöst hat, allerdings immer gemeinsam mit Jack, dem Ex-Cop. Sie heuert Sarah an und diese geht auf Spurensuche.
Meine Meinung:
Schon das Cover sieht nach einem typischen, britischen Krimi aus und auch der Klappentext versprach gute Unterhaltung. Doch ich muss zugeben, dass mir die Handlung des Krimis über weite Teile zu ruhig und ereignislos und somit auch wenig überraschend oder spannend war. Erschwerend kam hinzu, dass ich den Eindruck hatte, dass mir die Personen hätten bekannt vorkommen müssen, ich hatte das Gefühl, hier keinen ersten Teil in den Händen zu halten. Tja, tatsächlich gibt es wohl auch schon einige Fälle für das Ermittlerduo, auch wenn diese nicht in Krimilänge bisher erschienen sind. Somit war es doch ein wenig irreführend für mich. Es ist nicht so, dass man dem Inhalt nicht folgen kann, aber trotzdem fühlte ich mich beim Lesen wie eine Fremde unter lauter Leuten, die sich untereinander kennen. Genau dieses Gefühl zog sich dann auch durch die gesamte Geschichte und mir fiel es sehr schwer, hier am Ball zu bleiben.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist leicht verständlich, flüssig zu lesen und geradlinig. Ich denke, dass es hier durchaus einige Fans der Reihe (und das ist dieses Buch auf jeden Fall, Teil einer Reihe) gibt.
Die Autoren schaffen es definitv, eine sehr britisch anmutende Atmosphäre entstehen und Umgebung und Charaktere lebendig wirken zu lassen. Es war so ein wenig wie den Ermittlungen einer jüngeren Miss Marple zuzusehen.
Die Handlung ist mehr ein recht typischer Ermittlerkrimi, wobei mir das allerdings alles zu geradlinig blieb und nicht viel passierte, was mich jetzt verblüffen oder überraschen konnte. Es wird hier nämlich auch viel aus dem Privatleben der beiden ermittelnden Personen erzählt, was teilweise zu unnötigen Wiederholungen führte und es immer wieder Längen gab, bei denen ich einfach zu unkonzentriert gelesen habe. Aber auch hier spiele ich wieder ein bisschen auf das Gefühl des Fremdseins an, was mich da immer wieder begleitete.
Ein Erzähler in der dritten Person erzählt die Geschichte, Atmosphäre entsteht dabei durchaus und es kommt auch alles sehr glaubhaft rüber. Alles in allem machte die Geschichte einen soliden und durchdachten Eindruck. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven zwischen Sarah und Jack.
Sarah ist Hausfrau, Mutter von zwei Teenagern, scheinbar alleinerziehend und hat Spaß an privaten "Schnüffeleien". Allerdings wurde ich nicht richtig warm mit ihr, da ich mich so wenig in sie hineindenken konnte und einfach zu wenig von ihr wusste. Warum ist sie nach Cherringham, in dem sie aufgewachsen ist, zurückgekehrt? Was hat sie zuvor gemacht? Woher kennt sie Jack? Was ist mit ihrem Mann? Alles in allem machte sie einen sehr sympathischen und warmherzigen Eindruck und ich würde durchaus mehr über sie wissen wollen. Jack war noch recht undurchschaubar, denn auch über seine Hintergründe habe ich nicht viel erfahren, ausser das er einst bei der Polizei war. Alles in allem war mir das ohne Kenntnisse zu den Beiden zu oberflächlich.
Mein Fazit:
Ein eher ruhiger Krimi, der mir zwar vom Schreibstil sehr gut gefallen hat, bei dem mir aber einfach die Vorkenntnisse fehlten. Es war nicht so, dass ich dem Geschehen nicht folgen konnte, doch wenn auf einem Buch Band 1 steht, gehe ich davon aus, keine Vorkenntnisse haben zu müssen. So fehlte mir oftmals ein Zusammenhang, gerade im Privatleben. Für Liebhaber der Reihe bestimmt eine tolle Geschichte, als Seiteneinsteiger fühlte ich mich fremd und es kam mir dadurch recht oberflächlich vor. Trotz allem fand ich die Charaktere so interessant, dass ich hier nach den vorangegangen Geschichten einmal forschen muss.

Veröffentlicht am 13.02.2018

Der letzte Band der Gilde der Duellanten

Fechter und Feiglinge
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Nach einem harten Kampf zwischen Reyes und Ikaras sind Kacha und ihr Bruder Vocho zurück an die Gilde der Duellanten gekehrt und ihr guter Ruf als beste Schwertkämpfer der Gilde ist wiederhergestellt. ...

Nach einem harten Kampf zwischen Reyes und Ikaras sind Kacha und ihr Bruder Vocho zurück an die Gilde der Duellanten gekehrt und ihr guter Ruf als beste Schwertkämpfer der Gilde ist wiederhergestellt. Während Kacha die neue Gildenmeisterin wurde, ist ihr Bruder Vocho mit der Ausbildung junger Schwertkämpfer betraut. Doch Kacha versinkt immer mehr in Selbstmitleid und vor lauter Kummer um Petri, so dass Vocho oft allein mit den Entscheidungen da steht. Als eine Diebesbande ihr Unwesen treibt, hält Vocho dies für die Gelegenheit, seine Schwester aus ihrem Tief zu holen, denn die Diebe sind ihnen nicht unbekannt und Kacha soll sich ihrer annehmen.
Meine Meinung:
Mit Fechter und Feiglinge endet die Trilogie rund um die Gilde der Duellanten und somit auch rund um die Geschwister Kacha und Vocho. Mit diesem Mix aus Fantasy, Mantel und Degen und ein wenig Steampunk (zumindest in den ersten beiden Teilen) brachte die Autorin ein für mich völlig neues Genre aufs Tapet. Der Schreibstil ist, wie auch in den Vorgängern, der Zeit in der das ganze spielt angepasst und nicht immer ganz leicht, so dass auch dieses Buch durchaus ein wenig Konzentration verlangt beim Lesen, doch zum Inhalt passt es sehr gut. Was mir allerdings nicht so gut gefiel, war die Entwicklung der Charaktere. Aber dazu später mehr.
Was mir hier, im Gegensatz zu den Vorgängerbänden, sehr aufgefallen ist, ist die Handlung, die nicht so fortschreitet, wie ich es gewohnt war. Ich hatte tatsächlich nach dem zweiten Band das Gefühl, dass die Geschichte auch dort hätte enden können, so kam mir der dritte Band vor, als hätte die Autorin hier einfach für jeden Charakter unbedingt ein Ende erzwingen müssen, dabei waren der ein oder andere lose Faden gar nicht so übel, denn im Großen und Ganzen gab es zuvor eine gute Auflösung. Dafür, dass es hier wesentlich ruhiger von der Handlung wird, bekommt der Leser dafür aber deutlich mehr über die Gefühlswelt und Gedanken der Charaktere geliefert. Erst im letzten Viertel der Geschichte kommt dann doch noch Spannung und Tempo, leider hat mir dies einfach zu lange gedauert und auch wenn viele Beschreibungen wieder sehr detailliert war, musste ich mich an manch einer Stelle zusammenreißen, um nicht den Faden zu verlieren.
Ein Erzähler in der dritten Person erzählt auch hier die Geschichte der Geschwister Kacha und Vocho und wie diese sich innerhalb der Geschichte entwickelt haben. Auch hier wechselt sich die Perspektive immer wieder ab und wir erfahren von Kacha und Vocho aus deren Perspektive, aber auch von Petri, somit bekommt der Erzähler auch hier wieder die auktoriale Form, da der Leser doch den Charakteren oftmals im Wissen überlegen ist.
Gut gefallen hat mir die Darstellung über Kachas gesamte Gefühlswelt, wobei sie von der doch sehr toughen Frau des ersten Bandes zu einer ganz anderen Kacha wurde. Ich bin hier ein wenig hin- und hergerissen, ob ich ihr diese Rolle wirklich abkaufe, denn eigentlich mochte ich die kampfbereite Kacha sehr, aber Petri macht aus ihr etwas ganz anderes, was ich nicht so sehr an ihr mochte. Aber manchmal geht die Liebe doch merkwürdige Wege. Vocho ist und bleibt mein Lieblingscharakter mit seinem losen Mundwerk, mit dem er sich immer wieder gerne in Schwierigkeiten bringt. Aber auch er macht hier eine neue Erfahrung, denn der Weiberheld Vocho lernt die Soldatin Corrolla kennen und diese ruft Gefühle in ihm vor, die er so gar nicht kannte.
Neben den Geschwistern tauchen auch hier bekannte Gesichter auf, aber es gibt auch wieder neu hinzukommende Figuren. Im Grunde bleibt die Autorin aber hier ihrer Linie treu und gibt den Charakteren den nötigen Spielraum, die sie für die Entwicklung der Geschichte benötigen.
Mein Fazit:
Leider war für mich der Abschlussband der Trilogie auch der schwächste Band der Reihe, allein aus dem Grund, dass die Handlung doch sehr langatmig wurde und sich über weite Strecken nicht allzu viel tat. Die Geschwister, die hier die Protagonistenrolle innehalten, sind mir trotz allem ans Herz gewachsen, allem voran der charmante großspurige Vocho. Wer Mantel und Degen Geschichten mag, dem empfehle ich sehr gerne diese Geschichte, allerdings ist dieser dritte Band eher ein auf die Gefühlswelt ausgelegter Teil, der nur langsam Fahrt aufnimmt.

Veröffentlicht am 07.02.2018

Atmosphärisch, aber mit Schwachstellen

Wie Wölfe im Winter
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Seit sieben Jahren lebt Gwendolynn, Lynn genannt, mitten im Yukon in einer Hütte. Denn mittlerweile ist es sieben Jahre her, dass fast die gesamte Erdbevölkerung an einer Grippe starb, die nach einem großen ...

Seit sieben Jahren lebt Gwendolynn, Lynn genannt, mitten im Yukon in einer Hütte. Denn mittlerweile ist es sieben Jahre her, dass fast die gesamte Erdbevölkerung an einer Grippe starb, die nach einem großen Krieg ausbrach. Auch Lynns Vater starb damals und Lynn und der Rest ihrer Familie verließen die Stadt Easton. Nun jagd sie, um zu überleben und streift durch das verschneite Yukon, ohne das irgendetwas passiert. Bis eines Tages ein junger Mann mit seinem Husky auftaucht. Lynn fühlt sich zu ihm hingezogen und lädt ihn ein, bei ihrer Familie zu essen. Sehr zum Missfallen dieser, denn heute kann man niemandem mehr trauen. Tatsächlich scheint Jax, der Fremde, etwas zu verbergen, denn er verhält sich manchmal mehr als merkwürdig. Was verbirgt er? Wer ist er? Woher kam er?
Meine Meinung:
Das Cover finde ich zu dieser Geschichte absolut gelungen, denn es spiegelt die Kälte und den Schnee des Yukon perfekt wieder. Auch der Klappentext ist ansprechend und macht ebenfalls neugierig, zumal ich Dystopien unheimlich gerne lese, denn so ein bisschen steckt doch immer wieder der erhobene Zeigefinger hinter solch einer Geschichte.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn der Schreibstil des Autors Tyrell Johnson ist sehr leicht und locker und lässt sich dadurch gut und flüssig lesen. Auch sonst hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen und mit kleineren Details versetzt er den Leser schnell in das eiskalte und verschneite Yukon. Auch die Atmosphäre, die er hier zu Beginn geschaffen hat, fand ich richtig gut, denn man spürte förmlich die Kälte und die Einsamkeit. Man bekommt hier einfach Zeit, seine Eindrücke zu sammeln und sich an die neue Situation zu gewöhnen und herauszufinden, wie die Welt in der Gegenwart aussieht.

Spannend wird es eher ab dem Moment, wo der Fremde, Jax, mit seinem Hund auftaucht, denn ab hier kommen immer mehr Ereignisse aufeinander. Trotzdem fand ich es auch davor nicht langweilig, denn durch die lebhafte Beschreibungen schafft der Autor dem Leser einen guten Überblick auf die Gesamtsituation. Doch auch ab dem Moment, in dem Jax auftaucht, passiert so einiges, was für mich nicht immer ganz schlüssig war, z. B. waren Lynn und ihre Familie sieben Jahre lang unentdeckt und plötzlich, mit dem Auftauchen eines Fremden, ändert sich das alles. Ich möchte hier nicht spoilern, nur so viel, es gab einiges, was zu glatt lief, zu wenig Komplikationen brachte und mich dadurch auch nicht richtig überzeugen konnte.

Erzählt wird die Geschichte von Lynn in der Ich-Perspektive. Gefallen hat mir hier, dass sie auch immer wieder, meist am Kapitelanfang, dem Leser einen Rückblick gibt, auf das was vor der Grippe geschah. Das Szenario, das sie beschreibt, klingt glaubhaft und mit Hinblick auf heutige Ereignisse schlüssig.

Lynn lernt man sehr gut kennen und ich mochte sie zu Anfang durchaus sehr gerne. Allerdings muss ich zugeben, dass ich sie auf Grund ihres Verhaltens eher für deutlich jünger halten würde, als beschrieben. Viele ihrer Reaktionen und Aktionen lassen sie naiv wirken, dabei machte sie gerade zu Beginn einen recht toughen Eindruck.

Alle weiteren Charakteren, selbst Jax, bleiben hier sehr nebensächlich und ich hätte mir gerne noch viel mehr Informationen gewünscht. So blieben leider die meisten sehr blass und nicht allzu gut greifbar.
Mein Fazit:
Mit dem Einstieg in die Geschichte konnte mich der Autor durchaus überzeugen und fesseln, doch ab einem bestimmten Punkt wurde es für mich nicht immer ganz glaubwürdig. Sehr schade, denn der Schreibstil und die damit erschaffene Atmosphäre haben mir richtig gut gefallen. Auch mit seiner Protagonistin konnte ich letzten Endes nicht richtig überzeugt werden, denn sie kam mir an manch einer Stelle einfach zu naiv vor, gerade wenn man die Situation in der sie lebt, bedenkt.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Mir fehlte etwas die Spannung

Deadly Ever After
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Zehn Jahre ist es her, dass Sasha ihre Heimat verließ, um ihre grausigen Erlebnisse hinter sich zu lassen. Doch nun ist sie zurück, zurück in der kleinen Pension ihrer Großeltern, zurück in die Nähe ihrer ...

Zehn Jahre ist es her, dass Sasha ihre Heimat verließ, um ihre grausigen Erlebnisse hinter sich zu lassen. Doch nun ist sie zurück, zurück in der kleinen Pension ihrer Großeltern, zurück in die Nähe ihrer großen Liebe Cole. Doch einfach ist es nicht, denn Sasha war die einzige Überlebende eines Serienkillers, der in ihrer Heimat Frauen entführte und hinrichtete, nur um sie anschließend als Bräute zu drapieren. Kaum zu Hause angekommen, begegnet sie Cole wieder und ihr verräterisches Herz schlägt schneller und auch Cole konnte Sasha nicht vergessen. Doch dann geschieht etwas furchtbares: eine Frau wird ermordet aufgefunden und ausgerechnet an der Stelle, an der auch der Bräutigam damals die Frauen zurückließ. Aber was bedeutet das für Sasha? Ist sie erneut in Gefahr?
Meine Meinung:
Nicht nur allein das Cover dieses Buches schreit nach Aufmerksamkeit, sondern auch der Name der Autorin, die sich gerade im Fantasybereich bereits in mein Herz geschlichen hat. Dementsprechend neugierig war ich auch auf diesen Romanticthrill aus ihrer Feder. Der Einstieg in die Geschichte fällt sehr leicht, denn Jennifer L. Armentrout kann einfach sehr gut mit Worten umgehen. Mit ihrem Schreibstil bringt sie Gefühle und bestimmte Situtationen dem Leser sehr nahe und man kann sich schnell in die Charaktere versetzen. Das hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen, denn dadurch wirkt es leicht und flüssig und sehr klar.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Perspektiven aus Sicht des Täters, die sie in ihren Roman immer wieder einbaut. Das sorgte auch bei Deadly Ever After durchaus für Abwechslung und Spannung. Allerdings habe ich hier recht früh eine Ahnung gehabt, in welche Richtung sich alles bewegen wird und vieles war mir einfach zu geradlinig und wenig durchschaubar. Dadurch gab es für mich einfach zu wenige Momente, die mich erschrecken oder überraschen konnten. Hier hätte es mir gefallen, wenn sie mich länger und intensiver an der Nase herumgeführt hätte.
Was die Liebesgeschichte angeht, so ist diese auch eher wenig überraschend, wenn ich aber genau auch damit gerechnet habe. Ladythriller oder Romantic Thrill nennt sich dieses Genre ja auch nicht umsonst. Ich fand die Geschichte zwischen den Beiden sehr stimmig, aber wie auch im Thrillerbereich alles ein wenig zu konstruiert, zu gewollt..
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Form aus der Perspektive Sashas. Dabei konnte ich mich schnell in ihre Siuation versetzen, auch wenn ich nur nach und nach erfuhr, was wirklich mit ihr geschah.
Sasha als Protagonistin war mir durchaus sympathisch und so nach und nach gelang es mir, mich deutlicher in sie hineinversetzen zu können. Auch wenn ihre Erlebnisse in der Vergangenheit schrecklicher kaum sein können, ist ihr Auftreten doch sehr mutig.
Cole ist ein toller Charakter, der mit Sicherheit so einige Herzen der Damen zum Schmelzen bringen wird, natürlich auch das Herz der Protagonistin Sasha. Etwas zu konstruiert fand ich, dass ein Mann wie er auf jemanden wartet, der vor zehn Jahren, ohne sich jemals zu melden, einfach verschwand. Da hätte ich gerade zu Beginn wohl eher etwas Konfliktpotential erwartet und das Ganze lief mir zu glatt.
Neben Sasha und Cole gibt es noch ein paar Nebencharaktere, von denen mir vor allem Sashas beste Freundin sehr gut gefallen hat.
Mein Fazit:
Ich habe schon länger keine Bücher aus diesem Bereich, sprich dem Romantic Thrill, gelesen und für mein Empfinden konnte man doch spüren, dass es nicht ganz das Genre ist, in dem die Autorin sonst agiert. Für mich war es einfach zu schnell zu durchschauen und konnte mich nicht allzu sehr schockieren. Trotz allem liebe ich einfach ihren Schreibstil, die Momente, in denen sie mir Stimmungen und Gefühle nahe bringt. Dadurch, dass es zu oft vorhersehbar blieb, war es für mich leider nicht ganz so spannend wie erhofft. Ich bin doch auch irgendwie gespannt, ob Jennifer L Armentrout weiterhin in diesem Genre schreiben wird, denn durchdacht und logisch gelöst war es auf jeden Fall.