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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein kompakter Städteführer, der sich sehr gut für einen ersten Überblick eignet

Reclams Städteführer Freiburg · Basel. Architektur und Kunst
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“Reclams Städteführer Freiburg - Basel” von Peter Kalchthaler führt in die Geschichte, Architektur und Kunst der Städte Freiburg, Basel und Colmar ein. Den Auftakt macht dabei ein historischer Überblick ...

“Reclams Städteführer Freiburg - Basel” von Peter Kalchthaler führt in die Geschichte, Architektur und Kunst der Städte Freiburg, Basel und Colmar ein. Den Auftakt macht dabei ein historischer Überblick über die Geschichte der drei Städte, beginnend mit der Stadtgründung, endend in der Gegenwart. Daran schließt sich ein Kalender an, der wichtige Kulturveranstaltungen je Ort datiert. Es folgen Rundgänge durch Freiburg, Basel und Colmar, wobei architektonische Highlights näher beleuchtet werden. So werden in Bezug auf Freiburg u.a. auf die Baugeschichte des Freiburger Münsters, auf das Historische Kaufhaus sowie auf die Bächle eingegangen; in Bezug auf Basel stehen insbesondere das Münster und der Fasnachtsbrunnen im Mittelpunkt; bei Colmar u.a. das Kloster Unterlinden und Klein-Venedig. Nach Vorstellung der drei Städte werden sehenswerte Ausflugsziele in der näheren Umgebung skizziert. Abschließend folgt eine kurze Porträtierung der Museen, Sammlungen und Galerien der drei Städte. Abgerundet wird der Stadtführer durch eine Vielzahl farbiger Fotografien, die Beschriebenes veranschaulichen. Insgesamt ist “Reclams Städteführer Freiburg - Basel” ein kompakter Städteführer, der sich sehr gut dafür eignet, einen ersten Überblick über die drei Städte zu gewinnen.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein spannender, mit Märchenmotiven spielender Thriller, in dem wenig so ist, wie es scheint

Böser, böser Wolf
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Inhalt: Die Thrillerautorin K. T. Hexen findet sich eingeschlossen in einem ihr fremden Raum wieder. Ihr Kidnapper, ein Mann mit Wolfsmaske, fordert von ihr, Kurzkrimis nach Grimmschen Märchen zu schreiben ...

Inhalt: Die Thrillerautorin K. T. Hexen findet sich eingeschlossen in einem ihr fremden Raum wieder. Ihr Kidnapper, ein Mann mit Wolfsmaske, fordert von ihr, Kurzkrimis nach Grimmschen Märchen zu schreiben - um diese als Vorlage für seine Morde zu nutzen. Liefert Hexen nicht, wird sie getötet… Anderswo, in einem dichten Wald, wird eine junge Frau entführt, allein ein Rotkäppchen-Umhang bleibt zurück. Detective Inspector Lyla Rondell wird mit der Suche beauftragt - und entdeckt Parallelen zu dem spurlosen Verschwinden ihrer besten Freundin vor zwanzig Jahren…

Persönliche Meinung: “Böser, böser Wolf” ist ein Stand-alone-Thriller von Alexandra Benedict. Erzählt wird die Handlung in zwei Erzählsträngen (und aus zwei Perspektiven): Während der eine Erzählstrang das Schicksal K. T. Hexens fokussiert, die versucht, ihrem Entführer durch das Schreiben von Geschichten zu entkommen (hierbei werden auch mehrere interessante Überlegungen zum Schreiben von Krimis behandelt), stehen Lylas Ermittlungen im zweiten Handlungsstrang im Mittelpunkt (Lyla ist eine eher unkonventionelle Ermittlerfigur, die Übernatürlichem nicht abgeneigt ist). Zwischen beiden Handlungssträngen finden sich immer wieder an Märchen angelehnte Kurzkrimis aus der Feder von K. T. Hexen, die der Mann mit der Wolfsmaske, der sog. “Grimm-Ripper”, in die Realität überführt. Die Handlung lässt sich grob in zwei Teile aufteilen. Die erste Hälfte von “Böser, böser Wolf” ist ein spannender, rasant erzählter Thriller, in dem die Taktung der originell ausgestalteten Morde hoch ist. Für zusätzliche Gespanntheit sorgt, dass beständig deutlicher wird, dass der Fall auf eine bestimmte Art und Weise mit Lylas Vergangenheit zusammenhängt. Die zweite Hälfte des Thrillers geht überraschenderweise in eine ganz andere Richtung: Zwar werden sorgsam “Brotkrumen” gestreut, die eine Tendenz vorgeben, doch wie die Handlung sich entwickelt, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet (ich bleibe im Folgenden bewusst vage, um nicht zu spoilern, wohlwissend, der Handlung so aber nicht vollständig gerecht zu werden). Nur so viel: Es wird mehrschichtig, komplex und “verrückt” (aber in einer positiven Art und Weise!). Die Auflösung der Handlung ist dementsprechend kaum zu erahnen; der Weg dorthin verschlungen und wendungsreich. Der Turn, den die Handlung im zweiten Teil nimmt, ist speziell, daher wird ihn vermutlich nicht jede*r mögen, mich hat er allerdings, gerade weil er so ungewöhnlich ist, abgeholt. Der Schreibstil von Alexandra Benedict ist anschaulich, flüssig zu lesen und fesselnd. Insgesamt ist “Böser, böser Wolf” ein spannender, mit Märchenmotiven spielender Thriller, in dem wenig so ist, wie es scheint.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine interessante Kriminalerzählung für zwischendurch

Der Erdspiegel
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Inhalt: Regendorf, ein kleiner Ort nahe Regensburg, zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die junge Katharina wünscht sich nichts sehnlicher, als den Hof, den sie mit ihren beiden Schwestern bewirtschaftet, ...

Inhalt: Regendorf, ein kleiner Ort nahe Regensburg, zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die junge Katharina wünscht sich nichts sehnlicher, als den Hof, den sie mit ihren beiden Schwestern bewirtschaftet, verlassen zu können. Deshalb ist sie auf dem Weg zu Andreas Bichel, einem wortgewandten Viehhändler, den jeder im Dorf mag. Dieser hatte Katharina versprochen, sie in seinen Erdspiegel schauen zu lassen, welcher die Macht habe, Katharinas zukünftigen Ehemann zu zeigen. Doch beim Bichel erwartet sie nicht die erhoffte Offenbarung…

Persönliche Meinung: “Der Erdspiegel” ist ein historischer Krimi von Andrea Maria Schenkel. Wie bereits ihr Erfolgsroman “Tannöd” sowie “Finsterau” und “Der Täuscher” basiert auch “Der Erdspiegel” auf einem realen Mordfall. Dieser trug sich nahe Regensburg zu und wurde von dem Rechtsgelehrten Paul Johann Anselm von Feuerbach festgehalten (quasi der “True-Crime”-Autor des frühen 18. Jahrhunderts). Tatsächlich erzählt Schenkel auch in der Tradition Feuerbachs: “Der Erdspiegel” ist eine synthetisch-linear erzählte Kriminalgeschichte, kein analytisch erzählter Kriminalroman/Thriller nach modernem Muster, in dem Ermittlerfiguren einen Fall aufklären. Dementsprechend steht der Täter in “Der Erdspiegel” bereits nach Kapitel 1 fest. Spannung entsteht nicht durch ein Ratespiel, sondern durch die Frage, auf welche Weise (und nach wie vielen Morden) der Täter gestellt werden kann. Dieser Weg wird von einem allwissenden Erzähler aus mehreren Perspektiven geschildert. So kommen (potentielle) Opfer, Familienmitglieder der Opfer sowie Bedienstete der Juristerei zu Wort. Der Erzählstil von Andrea Maria Schenkel ist parataktisch, stellenweise lakonisch und besitzt einen düsteren Ton. Für mich konnte “Der Erdspiegel” nicht ganz an “Tannöd” heranreichen (insbesondere, da es keine wirklichen Überraschungsmomente gibt), aber unterm Strich ist es eine flüssig zu lesende, interessante Kriminalerzählung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Ein vielversprechender, spannender Reihenauftakt

Krokodilwächter
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Inhalt: Jeppe Kørner und Anette Werner werden zu einem neuen Fall gerufen: Eine junge Frau, die vor Kurzem für ihr Literaturstudium nach Kopenhagen gezogen war, wird erstochen und von Schnitten gezeichnet ...

Inhalt: Jeppe Kørner und Anette Werner werden zu einem neuen Fall gerufen: Eine junge Frau, die vor Kurzem für ihr Literaturstudium nach Kopenhagen gezogen war, wird erstochen und von Schnitten gezeichnet aufgefunden. Als die Vermieterin der jungen Frau offenbart, dass die Tat einem Mord in ihrem Krimi-Manuskript ähnelt, hoffen Jeppe und Anette, den Täterkreis einschränken zu können. Doch dann geschieht ein neuer Mord, der nicht im Manuskript steht. Der Täter schreibt die Geschichte weiter…

Persönliche Meinung: “Krokodilwächter” ist ein Kopenhagen-Krimi von Katrine Engberg. Es handelt sich um den Auftakt einer Krimireihe um die beiden Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner, die unterschiedlich wie Tag und Nacht sind - wodurch die Ermittlungen nicht immer reibungslos verlaufen. Auffällig ist, dass, obwohl beide Ermittlerfiguren Namensgeber des Reihentitels sind, Jeppe plastischer dargestellt wird als seine Partnerin Anette. Tatsächlich konnte ich Anette bis zum Ende der Lektüre nicht wirklich greifen; ob sie in den Nachfolgebänden ähnlich plastisch wird wie Jeppe, kann ich noch nicht beurteilen. Jeppe hingegen besitzt eine stark gezeichnete Hintergrundgeschichte: Eigentlich wollte er sich in einem kreativ-künstlerischen Beruf betätigen, hat sich dann aber nach einiger Zeit für die Polizei entschieden, um einen sicheren Job zu haben. Dieser vereinnahmte ihn aber sehr, sodass seine Frau ihn verlassen hat - was ihn psychisch angeschlagen zurücklässt. Auch die Figurenzeichnug der Nebenfiguren ist sehr gelungen. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Figuren mit ihren Eigenheiten rufen beim Lesenden unweigerlich starke Gefühle hervor - sei es Antipathie, Mitleid oder Sympathie. Je weiter der Fall voranschreitet, desto deutlicher wird auch, dass es kaum eine Figur gibt, die kein hintergründiges Geheimnis mit sich trägt (zu den Geheimnisträgern zählt auch das Opfer selbst). Auch der Fall um die ermordete junge Frau namens Julie ist spannend konstruiert: Der Tatort und die Vorgehensweise imitieren ein Krimi-Manuskript, an dem die Vermieterin von Julie arbeitet und das eigentlich nur einem engen Kreis von Schriftstellerkolleg*innen bekannt ist (die zudem ein wasserdichtes Alibi haben). Dementsprechend überraschend ist auch die Auflösung des Falls, die mit einigen Wendungen auftrumpft und in einem actionreichen Finale gipfelt. Der Schreibstil von Katrine Engberg ist anschaulich, flüssig zu lesen und fesselnd. Insgesamt ist “Krokodilwächter” ein spannender, vielversprechender Krimi-Auftakt mit vielen dreidimensional dargestellten Figuren.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Ein Krimi nach klassische Format mit weihnachtlicher Stimmung

Mord im Christmas Express
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Inhalt: Einen Tag vor Weihnachten muss die frisch pensionierte Polizeibeamtin Roz den Nachtzug von London ins schottische Fort William nehmen - um dort rechtzeitig ihre Tochter bei der Geburt der Enkelin ...

Inhalt: Einen Tag vor Weihnachten muss die frisch pensionierte Polizeibeamtin Roz den Nachtzug von London ins schottische Fort William nehmen - um dort rechtzeitig ihre Tochter bei der Geburt der Enkelin unterstützen zu können. Doch mitten in den schottischen Highlands setzt starkes Schneetreiben ein, der Zug entgleist. Als Roz gemeinsam mit dem Bahnpersonal überprüft, ob es allen der 18 Passagiere gut geht, stoßen sie auf eine grausam entstellte Leiche. Ein Mörder scheint im Zug umzugehen…

Persönliche Meinung: “Mord im Christmas Express” ist ein Kriminalroman von Alexandra Benedict. Der Roman wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Hauptperspektive ist Roz, die als Ermittlerfigur auftritt. Roz hatte keine unbeschwerte Vergangenheit: Als junge Frau ist sie vergewaltigt worden, der Kontakt zu ihrer Tochter war nicht immer gut, jetzt - wo sie Großmutter wird - will sie Vieles anders machen. Daneben findet sich die Perspektive von Meg, einer Influencerin, die in einer toxischen Beziehung (die plastisch beschrieben wird) feststeckt. Zuletzt wird stellenweise unter dem Pseudonym “Killa” die Täterperspektive eingenommen. Die Handlung von “Mord im Christmas Express” hat mich insgesamt zweigespalten zurückgelassen. Positiv hervorheben möchte ich das interessante Setting (Looked Room-Muster in einem Zugabteil), die Figur Roz mit ihrer tragischen Hintergrundgeschichte sowie die Spannungserzeugung auf mehreren Ebenen. Letztere entsteht einerseits durch die Frage nach der Mörderidentität, weitere Spannungsmomente finden sich in der Vergangenheit von Roz sowie im Verlauf der Geburt der Enkelin, die nicht komplikationslos verläuft. Auf der anderen Seite fiel mir allerdings der Überblick über die auftretenden Figuren schwer: Viele bleiben eher Scherenschnitte, sodass man gerade zu Beginn nicht genau wusste, wer jetzt wer ist. Auch braucht der Krimi etwas, um in Fahrt zu kommen. Erst ab ca. der Hälfte wird es spannend, davor wird sich mit den einzelnen Figuren beschäftigt (ohne dass diese allerdings Tiefenscharf werden). Dennoch kann ich den Krimi unterm Strich weiterempfehlen: Die Auflösung des Falls, die zuletzt mit mehreren überraschenden Wendungen auftrumpft, hat für mich zu einem versöhnlichen Ende geführt. Insgesamt ist “Mord im Christmas Express” ein Krimi nach klassischem Muster, für den man einen längeren Atem bedarf. Letztlich wird man allerdings für das Durchhalten belohnt.

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