Das Buch ist eine Herausforderung
Ich, die ich Männer nicht kannteSie ist die Jüngste von 40 Frauen. Alle leben gemeinsam in einem Raum, der keine Wände, sondern Gitter hat. Vor ihnen patrouillieren Männer, die sogenannten Wachen. Sobald eine der Frauen Hautkontakt sucht, ...
Sie ist die Jüngste von 40 Frauen. Alle leben gemeinsam in einem Raum, der keine Wände, sondern Gitter hat. Vor ihnen patrouillieren Männer, die sogenannten Wachen. Sobald eine der Frauen Hautkontakt sucht, knallt eine Peitsche. Nein, misshandelt wurden sie bisher noch nicht.
Das Buch ist äußerst mysteriös. Dem Leser wird weder der Grund für den Aufenthalt hinter Gittern noch der Ort des Gefängnisses mitgeteilt. Die Ich-Erzählerin berichtet von ihrem Kampf um Anerkennung der Frauen. Sie macht deutlich, dass ihr nur ein selbstbewusstes Auftreten hilft. Mit der Zeit empfindet sie sogar so etwas wie Freundschaft für ihre Mitgefangenen.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" beantwortet alleine durch den Klappentext meine oben angeführten Fragen. Im Laufe der Erzählung können alle Frauen ihr Gefängnis verlassen. Doch, fühlen sie sich tatsächlich in ihrer plötzlichen Freiheit zurecht? Wie entwickelt sich das Dasein für die Jüngste, die keine Ahnung von den Erinnerungen ihrer Leidensgenossinnen hat?
Es mag sein, dass es als „internationaler Sensationserfolg“ gefeiert wird. Für mich ist es ein Roman, der mich nicht begeistern konnte. Ja, die Sprache ist ansprechend und bildhaft. Das Erleben der jungen Frau allerdings nicht wirklich realistisch.