Faszinierender Einblick in die japanische Mythologie
Der Tengu von TokioSollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung ...
Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung weist doch einige Schwächen auf. So ist Leo erwachsener Student, der auch mal Sake trinkt, benimmt sich aber und klingt wie ein jüngerer Teenager. In der ersten Hälfte ist er ein nörgeliger Miesepeter, der andauernde kritisiert was ihm nicht passt, dabei aber relativ passiv rüber kommt statt selbst etwas zu entscheiden.. Das bessert sich zum Glück im Verlauf der Geschichte, als Leo merkt das Tokio doch gar nicht so übel ist wie er es sich eingeredet hat. Trotzdem hatte ich in meinem Kopf immer das Bild eines 15-16 jährigen Jungen, nicht das eines erwachsenen jungen Mannes. Abgesehen davon hat das Buch viele Längen, in denen gefühlt gar nichts passiert. Es braucht weit über die erste Hälfte, bevor es interessant und vor allem spannend wird. Davor gibt es zwar viel informative Details über Tokio, Tee und anderes, und man merkt wie begeistert der Autor sein Faible für Japan mitteilen möchte, doch die Handlung treibt das leider so gar nicht voran. Auch fehlte mir dann letztlich ein Glossar, in dem man verschiedene Begriffe noch einmal genauer erklärt bekommt. Die Idee mit dem Tengu hingegen fand ich klasse, andersartig und ja auch ein wenig exotisch, bringt sie mir doch die japanische Mythologie näher, mit der ich mich bisher kaum beschäftigt habe. Darüber möchte ich gerne noch mehr erfahren, was hoffentlich in der Fortsetzung geschieht. Dafür wünsche ich mir auch, das Leo erwachsener dargestellt als es im ersten Band der Fall ist. Dann stürze ich mich gerne wieder mit Leo in die Fabelwelt Tokios.