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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Stiller Überlebenskampf

Westlake Soul
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Leider kann ich dem Hype um dieses Buch nicht ganz folgen. Obwohl die Geschichte wirklich beeindruckend ist und ich Westlake für seinen Kampfgeist bewundert und für seine Situation bemitleidet und überhaupt ...

Leider kann ich dem Hype um dieses Buch nicht ganz folgen. Obwohl die Geschichte wirklich beeindruckend ist und ich Westlake für seinen Kampfgeist bewundert und für seine Situation bemitleidet und überhaupt bis zum bittersüßen Ende mitgefiebert habe, konnte mich die Geschichte nicht so packen wie ich es mir gewünscht hätte. Was sich schon allein daran zeigt, dass ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt und etwas anderes eingeschoben habe. Das Gefühl, nicht mit dem Lesen aufhören zu können, wollte sich leider so gar nicht einstellen, und über weite Strecken war es eher so etwas wie Pflichtgefühl, das Buch endlich fertig lesen zu wollen/müssen, als echtes Interesse daran die Story weiterzuverfolgen. Fazit: vermutlich tolle Geschichte, aber für mich leider falscher Zeitpunkt und falsche Chemie.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Page-Turner mit zu vielen Seiten

Missing Page - Tödliche Worte
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Ein spannender Whodunit Krimi mit interessanten, aber oft anstrengenden Charakteren, der stark anfängt, sich dann aber zu viel Zeit lässt um zum Ende zu kommen. Es wird immer noch ein bisschen komplexer ...

Ein spannender Whodunit Krimi mit interessanten, aber oft anstrengenden Charakteren, der stark anfängt, sich dann aber zu viel Zeit lässt um zum Ende zu kommen. Es wird immer noch ein bisschen komplexer und hat man einen Verdacht, wie alles abgelaufen sein könnte, wirft die nächste Wendung sämtliche schönen Theorien wieder über den Haufen. Das ist eigentlich eine gute Eigenschaft eines Krimis - wenn in Maßen dosiert. Hier hat sich die Autorin aber wohl nicht dazu hinreißen können, zum Ende zu kommen, und so zieht sich das Buch nach der Hälfte immer mehr in die Länge. Eigentlich möchte man langsam zur finalen Auflösung gelangen, stattdessen werden neue Details und Hintergrundinformationen enthüllt, die zugegebenermaßen faszinierend und unerwartet waren, mich aber dennoch immer weniger fesseln konnten. Und so tauche ich zwiegespalten aus dem Buch auf, denn eigentlich ist die Handlung schon sehr geschickt konstruiert, jedoch konnte sie mich gegen Ende nicht mehr uneingeschränkt fesseln. Fazit: origineller Krimi mit Längen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Mässiger Horror

REM
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Bei diesem Buch hat mich alleine das Wort Horror neugierig gemacht, das Autorenteam kannte ich bisher nur dem Namen nach. Der Klappentext klang dann auch ziemlich verheißungsvoll, und so stürzte ich mich ...

Bei diesem Buch hat mich alleine das Wort Horror neugierig gemacht, das Autorenteam kannte ich bisher nur dem Namen nach. Der Klappentext klang dann auch ziemlich verheißungsvoll, und so stürzte ich mich mit Alysee in die Suche nach ihrer Vergangenheit und dem Rätsel um den tödlichen REM-Schlaf. Die erste Hälfte des Buches war leider weder spannend und schon gar nicht gruselig - wo blieb denn da der Horror? Erst in der zweiten Hälfte wurde es dann blutig und fast ein bisschen unheimlich, allerdings wirkte es mehr so, als würden hier verschiedene Stationen perverser Mordszenarien abgehakt werden. Zu diesem Zweck wurden auch gleich drei zufällig dazugekommene "Mitstreiter" als Kanonenfutter verbraten. Die eigentliche Geschichte, was es denn nun mit REM auf sich hat, wieso Alysee bloß nicht träumen darf und ob es eine Heilung gibt - das wurde häppchenweise serviert und gefiel mir streckenweise sogar richtig gut und selbst die Auflösung war nicht schlecht, auch wenn ich noch hadere ob ich sie passend oder übertrieben abgehoben finde. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten, war aber weder gefesselt noch schockiert, dafür kamen die Horrorszenen für meinen Geschmack zu sehr von der Stange. Während mich die Grundidee durchaus überzeugen konnte, war mir die Umsetzung etwas zu sehr effektheischender Mainstream.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Starker Anfang, mittleres Ende

Noch fünf Tage
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Das Buch fängt sehr spannend an, verliert im Laufe des Geschehens aber an Fahrt. In 5 Tagen wird Lis sterben - vergiftet, und die Polizei hält sie noch dazu für die Täterin, die als Köchin ihre Arbeitgeber ...

Das Buch fängt sehr spannend an, verliert im Laufe des Geschehens aber an Fahrt. In 5 Tagen wird Lis sterben - vergiftet, und die Polizei hält sie noch dazu für die Täterin, die als Köchin ihre Arbeitgeber ermorden und dabei einen Fehler begangen hat. Um ihre Tochter noch einmal sehen zu dürfen, muss Lis der Polizei einen anderen Mörder präsentieren, und natürlich folgt sie dabei erst einmal einer falschen Fährte. Als sie sich dann darüber klar wird, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll, muss sie erneut handeln und diesmal tatsächlich alles daran setzen, den wahren Verbrecher zu enthüllen. Und das alles nur anhand ihrer Erinnerungen und mithilfe ihrer Krankenpflegerin, mit der sie ihre Theorien und Verdachtsmomente austauscht.
Im Großen und Ganzen hat mich die Idee schon fesseln können, und als Lis in ihre Vergangenheit zurückgeht und sich erinnert, wie das Machtgefüge innerhalb der Familie und auch zu einigen Freunden oder Feinden aussieht, ist das durchaus spannend. Allerdings war mir zuviel Belangloses und Oberflächliches drumherum gepackt - Designermarken, abgehobene Kocherei, die verwöhnte Tochter der Arbeitgeberfamilie mit ihren ewigen Marotten - das hat die Spannung immer wieder ausgebremst und vom eigentlichen Thema abgelenkt. Auch wenn hier die Welt der Reichen und deren mögliche Mordmotive dargestellt werden sollten, fand ich diese Beschreibungen eher langweilig.
Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi, der mit seiner einfallsreichen Idee punkten konnte, aber die Ausstattung und das Setting waren einfach nicht mein Geschmack.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Faszinierender Einblick in die japanische Mythologie

Der Tengu von Tokio
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Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung ...

Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung weist doch einige Schwächen auf. So ist Leo erwachsener Student, der auch mal Sake trinkt, benimmt sich aber und klingt wie ein jüngerer Teenager. In der ersten Hälfte ist er ein nörgeliger Miesepeter, der andauernde kritisiert was ihm nicht passt, dabei aber relativ passiv rüber kommt statt selbst etwas zu entscheiden.. Das bessert sich zum Glück im Verlauf der Geschichte, als Leo merkt das Tokio doch gar nicht so übel ist wie er es sich eingeredet hat. Trotzdem hatte ich in meinem Kopf immer das Bild eines 15-16 jährigen Jungen, nicht das eines erwachsenen jungen Mannes. Abgesehen davon hat das Buch viele Längen, in denen gefühlt gar nichts passiert. Es braucht weit über die erste Hälfte, bevor es interessant und vor allem spannend wird. Davor gibt es zwar viel informative Details über Tokio, Tee und anderes, und man merkt wie begeistert der Autor sein Faible für Japan mitteilen möchte, doch die Handlung treibt das leider so gar nicht voran. Auch fehlte mir dann letztlich ein Glossar, in dem man verschiedene Begriffe noch einmal genauer erklärt bekommt. Die Idee mit dem Tengu hingegen fand ich klasse, andersartig und ja auch ein wenig exotisch, bringt sie mir doch die japanische Mythologie näher, mit der ich mich bisher kaum beschäftigt habe. Darüber möchte ich gerne noch mehr erfahren, was hoffentlich in der Fortsetzung geschieht. Dafür wünsche ich mir auch, das Leo erwachsener dargestellt als es im ersten Band der Fall ist. Dann stürze ich mich gerne wieder mit Leo in die Fabelwelt Tokios.

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