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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2026

Wirklich ALLES LIEBE?

Alles Liebe
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Ein recht ungewöhnliches Buch hat Ronja von Rönne da geschrieben. Fünf Geschichten über – ja, über was eigentlich? Der Titel mit „Alles Liebe“ trifft es für mich irgendwie nicht so ganz. Für mich geht ...

Ein recht ungewöhnliches Buch hat Ronja von Rönne da geschrieben. Fünf Geschichten über – ja, über was eigentlich? Der Titel mit „Alles Liebe“ trifft es für mich irgendwie nicht so ganz. Für mich geht es eher um Bindungswünsche, Verlorenheit, Verlust, Verrat und Selbstwert. Vielleicht kann man das mit „Alles Liebe“ überschreiben, weil auch diese Fassetten dazu gehören?

Die Geschichten erzählen von Menschen, die aus der Bahn geworfen werden. Mit einer konsequenten Unausweichlichkeit steuern sie auf Ihr Unglück zu, ohne einen Ausweg zu sehen. Das macht das Lesen durchaus anstrengend.

Ronja von Rönnes Schreibstil ist bestechlich klar, ohne Schnörkel. Diese Direktheit lässt mich tief in die Geschichten eintauchen und die Schicksale mit Spannung verfolgen, jedoch ohne, dass ich emotional gefangen werde. Manche besonders schönen Formulierungen lassen mich innehalten, manchmal blitzt ein ganz feiner Humor durch das Geschriebene, der mich Sätze zweimal lesen lässt.

Mir gefällt, dass die einzelnen Geschichten Berührungspunkte haben. Diese zeigen sich meist erst in der Mitte, was für mich die Neugier auf die Verbindung zwischen den Menschen weckt.

Optisch ist das Buch toll gestaltet. Knallige Farben, außen wie innen, machen es zum Hingucker.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Schonungslos offen

Pause
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Nach einem Zusammenbruch möchte Hanna niemandem zur Last fallen, so bleiben nur die Eltern in einer beschaulichen Kleinstadt, denen sie sich zumuten möchte. Dabei hat sie doch so ein szenetypisches Leben ...

Nach einem Zusammenbruch möchte Hanna niemandem zur Last fallen, so bleiben nur die Eltern in einer beschaulichen Kleinstadt, denen sie sich zumuten möchte. Dabei hat sie doch so ein szenetypisches Leben in Berlin: coole Freunde, einen Partner, freies Arbeiten als Künstlerin, Instagram als Lebenselixier. Doch was davon hat wirklich Bestand, wenn man am Boden liegt?

Schonungslos beschreibt Lena Kupke die Verzweiflung und Traurigkeit von Hanna. Hinter ihrer (ehemals) strahlenden Fassade verbergen sich Schicksalsschläge, glücklich ist sie schon lange nicht mehr. Sich das einzugestehen, herauszufinden, was wirklich zählt, ist ein Teil des Buchs.
Der andere beschäftigt sich mit der Angst, sich zuzumuten und Zumutung auszuhalten. Was mache ich, wenn jemand trauert? Schweigen und mich zurückziehen? Oder offen fragen und wirklich für jemanden da sein? Hanna erlebt beides. Wobei sie zunächst nur das Schweigen hat. Auch in ihrem Elternhaus wird viel geschwiegen. Aus Angst zu verletzen oder Gefühlen ausgesetzt zu sein, geht man lieber zum Alltag über. Und das durchaus mit viel Liebe, aber eben auch Hilflosigkeit. Das Zugewandte erlebt Hanna eher bei Fremden, die zu Freunden werden.

Selten habe ich Gefühle so gut beschrieben gelesen. Ich kann mitfühlen und auch wenn Hanna mir im Handeln komplett fremd ist, verstehe ich doch ihre innere Welt. Das ist der Autorin wirklich großartig gelungen.

Mir gefällt sehr, dass Lena Kupke sowohl die Schweigenden als auch die Fragenden wohlwollend zeichnet. Es kann einfach nicht jeder Gefühle aushalten und zeigen. Manchmal sind es auch die kleinen Gesten, die zählen.

„Pause“ ist ein Roman, der nachhallt und der anregt, sich selbst zu fragen, wo man gerade steht. Großartig!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Einfach schön

Summer Tides
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Was für ein ausgesprochen hübsches Cover, dazu ein wunderbarer Farbschnitt - da fühle ich mich direkt zu Lesen eingeladen.

Und sie macht Spaß, diese Geschichte rund um Scarlett und Jonah. Man ahnt von ...

Was für ein ausgesprochen hübsches Cover, dazu ein wunderbarer Farbschnitt - da fühle ich mich direkt zu Lesen eingeladen.

Und sie macht Spaß, diese Geschichte rund um Scarlett und Jonah. Man ahnt von Anfang an, wie es ausgeht. Gut so für einen Wohlfühlroman! Noch besser aber gefällt mir, dass die Umwege der beiden nachvollziehbar sind und man spürt, wie sie um ihre Beziehung kämpfen. Scarlett muss lernen, an sich selbst zu glauben. Und man geht die Schritte gern mit ihr gemeinsam. Auch wenn die Kapitel mal aus Jonahs, mal aus Scarletts Sicht geschrieben sind, bleibt mir Jonah etwas fremder. Aber auch sein Bedürfnis, die eigenen Wünsche und Ziele besser zu verstehen, kann ich gut nachvollziehen.

Die Autorin zeichnet ein schönes Bild von St. Ives, seinen Bewohnern und ihrem Zusammenhalt. Die Charaktere sind einfach, aber liebevoll gezeichnet. Man könnte sich vorstellen, direkt Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Beim Lesen ist man jedenfalls mittendrin im Geschehen und mag eigentlich gar nicht raus aus dieser Welt.

Ich mag die Sprache, auch wenn mir manchmal etwas zu viele Schmetterlinge durch die Luft fliegen.

Vor allem aber freue ich mich, dass es noch drei weitere Jahreszeiten gibt, in denen man in die Welt von St. Ives eintauchen kann.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Einfühlsam und sprachlich schön

Sie wollen uns erzählen
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„Autobahnen nennt Rottensteiner das. Ann bildet einfach keine Autobahnen. Jeder noch so kleine Gedanke, jede noch so winzige Irritation führt auf Seitenstraßen, Abwege, Verzweigungen“. Und genau das sind ...

„Autobahnen nennt Rottensteiner das. Ann bildet einfach keine Autobahnen. Jeder noch so kleine Gedanke, jede noch so winzige Irritation führt auf Seitenstraßen, Abwege, Verzweigungen“. Und genau das sind die Herausforderungen für Ann und ihren Sohn Oz. Ob das nun als ADHS oder neurotypisch oder wie auch immer diagnostiziert wird, es macht beiden den Alltag schwer.
Und so umkreisen sie sich den ganzen Tag. Beobachten, versuchen zu auszugleichen und gegenzusteuern. Sehr
feinfühlig sind sie beide und haben stets ihre Antennen ausgefahren. Oz möchte die Wut- und Schreiausbrüche der Mutter verhindern („Oz betrachtet seine Mutter, wie sie hinauf zum Leipziger schaut und ihre Ader bekommt. …. Seine Mama weiß, dass man Fremde nicht anschreit, …, besinnt Ozzy sich und hofft, dass auch sie selbst das im Augenblick nicht vergisst“). Ann ist bemüht, ihrem Sohn Stabilität und das Gefühl des „Normalen“ zu geben. Diese Anstrengung beschreibt Birgit Birnbacher mit tollen Worten, und Gedanken. Wie sich Oz flüchtet in eine hochkomplexe Phantasiewelt, wie Ann versucht, allem gerecht zu werden.

Erst als auch noch Anns Mutter verschwindet und die Situation fast unbewältigbar erscheint, lernen beide, etwas loszulassen. Anzunehmen, was ist und sich wirklich zu stützen.

Das Buch geht unter die Haut. Birgit Birnbacher beschreibt aus neutraler Position beide Rollen, Mutter und Sohn. Und so ist man als Leser auch beiden gleichermaßen verbunden, möchte unterstützen beim Kampf um Zufriedenheit und sie selbst sein.
Bei den wunderbaren Sprachbildern bedient sich die Autorin ihrer österreichischen Sprache. Das bringt wirklich Abwechslung, sind manche Begriffe doch für mich nicht im alttäglichen Sprachgebrauch üblich.

Toll ist auch das Cover. Es erinnert in den Farben an „Wovon wir leben“.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Einfach schön zu lesen

Leuchtturmzauber
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Marie Merburg entführt uns mit ihrem Roman auf die Insel Juist. Mit wunderbaren Naturbeschreibungen weckt sie sofort Reiselust. Man möchte in eine der Kutschen steigen, die den Inselverkehr regeln. Am ...

Marie Merburg entführt uns mit ihrem Roman auf die Insel Juist. Mit wunderbaren Naturbeschreibungen weckt sie sofort Reiselust. Man möchte in eine der Kutschen steigen, die den Inselverkehr regeln. Am liebsten natürlich in eine, die von Julia gesteuert wird.

Diese Julia ist Hauptperson des Buchs, leitet praktisch ein Fuhrunternehmen, da ihr Vater dazu aktuell nicht in der Lage ist. Seit 5 Jahren verzweifelt er am plötzlichen Weggang von Julias Mutter. Niemand weiß, warum sie einfach so gegangen ist. Kleine Andeutungen im Buch lassen den Leser ahnen, was hinter dieser plötzlichen Flucht stecken könnte.

Dies ist der eine Zweig der Geschichte. Der andere ist eine wunderbare Liebesgeschichte. Julia trifft auf ihren Schwarm aus Jugendzeiten. Doch der hat sie damals versetzt, was sie ihm nicht verzeihen kann. Ob die beiden eine Chance haben?

Mit viel Gefühl erzählt die Autorin auch die kleinen Begebenheiten, die das Leben ausmachen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Zuhören und ehrliche Bindung. Die Hauptpersonen sind mit all ihren Schwächen sympathisch. Und das ist für mich ein großes Plus des Buchs. Nicht nur die Liebe der Autorin zur Insel, sondern auch zu ihren Menschen ist in jeder Zeile spürbar.

Besonders schön ist das Cover gestaltet. Wann immer man drauf guckt, man kann sich Julia direkt in dieser Szenerie vorstellen.

Ein echtes Wohlfühlbuch, das Freude beim Lesen macht und in das man tief eintauchen und

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