Durchquälen bis zum Schluss
Durch deine Augen„Durch deine Augen“ war ein Geschenk und als ich den Klappentext las, war ich wirklich sehr neugierig auf den Inhalt, den es versprach eine spannende Geschichte zu werden. Meine Euphorie hielt nur leider ...
„Durch deine Augen“ war ein Geschenk und als ich den Klappentext las, war ich wirklich sehr neugierig auf den Inhalt, den es versprach eine spannende Geschichte zu werden. Meine Euphorie hielt nur leider nicht lange an. Doch bevor ich darauf eingehe, möchte ich erst kurz vorstellen, um was es in diesem Werk eigentlich geht.
Simon hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Um ihm zu helfen, nimmt sein Freund Peter Kontakt mit Lisa auf, die in Bereichen forscht, welche man sich kaum mit dem menschlichen Verstand vorstellen kann. Sie hat herausgefunden, wie man das Bewusstsein des Menschen als Hologramm sichtbar machen kann. Simon, Peter und Lisa lernten sich im Kindergarten kennen, doch Lisa kann sich an ihre 7 Jahre nicht erinnern und somit sind auch die Erinnerungen an Simon und Peter verschüttet. Kann Lisa Simon helfen?
Tja, anfangs fand ich das Thema mit dem Hologramm und dem Eintauchen in das menschliche Bewusstsein einen interessanten Gedanken. Doch je mehr ich las, desto frustrierter wurde ich. Um Simon geht es kaum in diesem Buch, sein Suizidversuch wird erstmal nur angekratzt und die Charaktere Simon und Lisa sind unglaublich oberflächlich dargestellt. Ich konnte keinerlei Verbindung zu den Protagonisten aufbauen. Mehr noch: Lisa wurde mir immer unsympathischer und auch Peter konnte keine Punkte machen. Zur Oberflächlichkeit kam noch hinzu, dass andere Personen, die eigentlich auch noch eine Rolle spielen sollten, wie Peters Exfrau und seine Kinder, keine Namen hatten. Die Geschichte blieb kalt und ich musste mich immer mehr aufraffen, überhaupt weiterzulesen. Im Grunde geht es hier eher um Macht über Menschen als um alles andere und Gefühle konnte man in dem Werk nicht mal erahnen. Manchmal hatte ich das Gefühl, der Autor hat verzweifelt versucht, dem Buch eine Tiefe zu geben, aber meiner Meinung nach ist dieser Versuch kläglich gescheitert. Die Kapitel sind kurzgehalten, was es ermöglicht, auch mal zwischendurch ein Kapitelchen zu lesen, aber ich musste mich erstmal erst motivieren. Ich lese jedes Buch, das ich anfange, auch bis zum Schluß und bei diesem hier habe ich mich über Wochen hindurchgequält.
Fazit:
Schade! Der Grundgedanke klang spannend, aber die Umsetzung empfand ich als katastrophal und mir ist völlig schleierhaft, warum manche dieses Buch mit 5 Sternen bewerten. Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Ich werde jedoch definitiv nichts mehr von diesem Autor lesen.