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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Berührend, emotional und tiefgründig

Eine Liebe ohne Sommer
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Als Rosa Nikolas zufällig im Treppenhaus begegnet, entwickelt sich zwischen den beiden schnell eine intensive Beziehung. Doch immer wenn Rosa Fragen zu seiner Vergangenheit stellt, weicht Nikolas aus. ...

Als Rosa Nikolas zufällig im Treppenhaus begegnet, entwickelt sich zwischen den beiden schnell eine intensive Beziehung. Doch immer wenn Rosa Fragen zu seiner Vergangenheit stellt, weicht Nikolas aus. Seine Verschlossenheit hinterlässt bei ihr viele offene Fragen und zunehmend auch Selbstzweifel. Wie gut kennt sie den Mann, den sie liebt, eigentlich wirklich?
Als Nikolas plötzlich verunglückt, bleibt Rosa mit ihrer Trauer und vielen unbeantworteten Fragen zurück. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie Menschen aus seinem Umfeld und entdeckt Schicht für Schicht neue Facetten seines Lebens. Allmählich setzt sich ein Bild zusammen, das ihr hilft, sowohl Nikolas als auch ihre gemeinsame Beziehung besser zu verstehen.
Besonders gelungen fand ich die zentrale Frage des Romans: Wie gut kann man einen Menschen überhaupt kennen? Während Rosa verschiedene Facetten der Trauer durchlebt, lernt sie auch, die Welt zunehmend aus Nikolas’ Perspektive zu betrachten. Dieser Perspektivwechsel und die emotionale Tiefe der Geschichte haben mich nachhaltig berührt und immer wieder zum Nachdenken gebracht.
Der Roman erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen – Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend spannend und die einzelnen Puzzleteile fügen sich Stück für Stück zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Besonders gefallen hat mir, dass selbst scheinbar nebensächliche Details am Ende ihre Bedeutung entfalten.
Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Er ist angenehm locker und transportiert die Schwere der Themen Liebe, Verlust und Trauer, ohne dabei bedrückend zu wirken. Die authentisch gezeichneten Figuren – allen voran einige eigenwillige Nebencharaktere – sorgen immer wieder für humorvolle Momente und verleihen der Geschichte zusätzliche Lebendigkeit.
An manchen Stellen hätte die Handlung etwas straffer erzählt werden können, da sich einzelne Passagen etwas ziehen. Da ich jedoch unbedingt wissen wollte, wie sich die Geschichte entwickelt und welche Geheimnisse noch ans Licht kommen, fiel dieser Kritikpunkt für mich kaum ins Gewicht.
Trotz der Themen Verlust und Trauer ist „Eine Liebe ohne Sommer“ ein hoffnungsvoller Roman, der lange nachhallt. Wer emotionale und tiefgründige Geschichten über Liebe, Verlust und die Frage mag, wie gut wir einen Menschen wirklich kennen können, sollte diesem Debütroman unbedingt eine Chance geben. 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Perfektion mit Rissen

Yesteryear
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Mit Yesteryear gelingt ein gesellschaftskritischer Roman, der durch seine aktuelle und spannende Thematik sofort fesselt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie das Buch die Tradwife-Bewegung analysiert, ...

Mit Yesteryear gelingt ein gesellschaftskritischer Roman, der durch seine aktuelle und spannende Thematik sofort fesselt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie das Buch die Tradwife-Bewegung analysiert, kritisch hinterfragt und verdeutlicht, wie trügerisch die perfekte Online-Welt sein kann. Nicht alles ist so, wie es durch die Social-Media-Brille erscheint – genau das macht die Geschichte so erschreckend aktuell.

Die Protagonistin Nathalie verkörpert das propagierte traditionelle Rollenbild zunächst nahezu perfekt. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker bröckelt die Fassade. Nathalie entwickelt sich enorm: von einer zunächst sympathisch wirkenden Frau hin zu einem extrem verzerrten Selbstbild und beinahe paranoidem Verfolgungswahn. Gerade diese psychologische Tiefe macht sie als Figur unglaublich faszinierend, auch wenn manche Charakterzüge und Szenen stellenweise etwas überzogen wirken. Besonders ihre widersprüchliche Haltung gegenüber ihrem Mann sowie ihre mangelnde Erziehungskompetenz sorgen immer wieder für Irritation.

Sehr gelungen fand ich außerdem die verschiedenen Zeitstränge zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Vor allem der Handlungsstrang der Pionierzeit ließ mich anfangs ratlos zurück, entwickelte aber gerade dadurch einen enormen Sog. Die zahlreichen Plot Twists und Zeitsprünge machen das Buch außergewöhnlich spannend. Hinzu kommt der bildhafte Schreibstil, der die düstere Atmosphäre und die Abgeschiedenheit perfekt transportiert.

Insgesamt ist Yesteryear ein intensives, nachhallendes Werk, das zum Nachdenken anregt – insbesondere für Leserinnen und Leser, die sich kritisch mit traditionellen Rollenbildern auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig eignet sich das Buch hervorragend für Lesekreise, da es viel Diskussionspotenzial bietet.

Trotz kleiner Schwächen und teilweise überzogener Szenen vergebe ich starke 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Hoffnungsvoll und vielseitig

Der andere Arthur
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Tiefgründig, berührend und sehr einfühlsam erzählt Liz Moore in ihrem Frühwerk über zerbrochene Lebensträume und -entwürfe sowie einer tiefen Einsamkeit, die uns alle betreffen kann. Auf zwei Erzählsträngen ...

Tiefgründig, berührend und sehr einfühlsam erzählt Liz Moore in ihrem Frühwerk über zerbrochene Lebensträume und -entwürfe sowie einer tiefen Einsamkeit, die uns alle betreffen kann. Auf zwei Erzählsträngen kommt der Leser den Protagonisten immer näher. Beide Erzählstränge verbindet eine jahrelange Brieffreundschaft, die für beide überlebenswichtig ist. Der Roman handelt aber auch davon, wie man schrittweise wieder ins Leben zurückfindet und unerwartete Neuanfänge wagt. Manchmal benötigt man nur kleine Stupser. Der tiefgründige Einblick in die unterschiedlichen Leben der Protagonisten gehen dem Leser unter die Haut. Einsamkeit und Krankheit sowie das Ausbrechen aus Konventionen werden hierbei auch thematisiert. Arthur ist mir als Figur besonders ans Herz gewachsen. Gutmütig, feinfühlig, verletzt sendet er viele Hilfezeichen aus und durch eine glückliche Fügung bekommt er diese auch. Die einzelnen Figuren sind besonders und heben sich von anderen Romanen deutlich ab. Insgesamt ist es ein Roman, der unter die Haut geht, Hoffnung schenkt und den Leser durch seine Vielseitigkeit zum Nachdenken anregt. 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Geschwisterliebe auch unter Bären

Zusammen sind wir bärenstark – Vom Streiten und Versöhnen
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Yuki und Yari sind zwei kleine Bärengeschwister. Die beiden unternehmen sehr viel gemeinsam und hecken auch allerlei zusammen aus. Aber wie es so ist unter Geschwistern, streiten auch Yuki und Yari sich ...

Yuki und Yari sind zwei kleine Bärengeschwister. Die beiden unternehmen sehr viel gemeinsam und hecken auch allerlei zusammen aus. Aber wie es so ist unter Geschwistern, streiten auch Yuki und Yari sich ab und zu. Eines Tages unternehmen sie ein Wettrennen und kommen das erste Mal nicht gemeinsam ins Ziel, weil Yuki eine Abkürzung nehmen möchte. Aber die Abkürzung entpuppt sich als Sackgasse und so kommt Yuki erst ans Ziel, als Yari schon die den gesamten Wabenvorrat aufgefressen hat. Yuki ist von Yaris Verhalten so enttäuscht, dass ihm dicke Tränen in die Augen treten und er richtig wütend wird.
Wie im wirklichen Leben müssen Yuki und Yari mit dieser Situation zurechtkommen. Yari muss erkennen, dass die Wabe zu essen ein großer Fehler war. Auch die Konfrontation danach ist nicht optimal verlaufen.
Das Autorenduo hat ganz wunderbar die Stimmung zwischen den Geschwistern eingefangen und aufgezeigt, dass man über sein Verhalten nachdenken sollte. Ein wunderbarer Lerneffekt für kleine Zuhörer, die auch erst lernen müssen mit ihren Emotionen und Empfindungen klarzukommen. Der Schreibstil ist absolut altersgerecht und verständlich. Die Illustrationen sind herzerwärmend und man schließt die beiden Bärenkinder sofort ins Herz. Wichtige Botschaft ist auch, dass die zwei den Streit unter sich ausmachen, ohne dabei ihre Mama hineinzuziehen.
Ein rundum gelungenes Vorlesebuch, dass immer wieder hervorgeholt wird und Kindern aufzeigen soll, dass es wichtig ist, miteinander zu sprechen und sich zu entschuldigen. 4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Erfolgsschlüssel finden

This isn't happiness
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Ein Roman, der mich sehr berührt hat. Dank des wunderbaren Schreibstils konnte ich den Gedanken der Protagonisten folgen und daran teilhaben. Witzige Passagen wurden von ernsten abgelöst. Tiefgründig wurde ...

Ein Roman, der mich sehr berührt hat. Dank des wunderbaren Schreibstils konnte ich den Gedanken der Protagonisten folgen und daran teilhaben. Witzige Passagen wurden von ernsten abgelöst. Tiefgründig wurde die Beziehungsdynamik beleuchtet und dies hat mich zum Nachdenken angeregt. Beide Charaktere Amy und Josh sind mehr mit sich selbst als mit dem Gegenüber beschäftigt. Routine soll durch neuen Schwung abgelöst werden. Aber alles bringt nichts, wenn man nicht miteinander kommuniziert. Zwar sind am Ende ein paar Passagen übertrieben dargestellt, aber die Botschaft der Autorin ist klar. Ich persönlich würde dieses Buch eher Lesern empfehlen, die nicht immer nur die heile Welt lesen, sondern zum Nachdenken angeregt werden möchten. 4,5/5 Sterne 

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