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Veröffentlicht am 17.10.2017

Neue Frauen fand das Land!

Der Frauenchor von Chilbury
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England, Grafschaft Kent im Frühjahr 1940: Die meisten Männer des Dorfes Chilbury sind im Krieg, nur die alten Kranken oder kleine Jungs sind noch dort. Da beschließt der Pastor, daß der Chor aufgelöst ...

England, Grafschaft Kent im Frühjahr 1940: Die meisten Männer des Dorfes Chilbury sind im Krieg, nur die alten Kranken oder kleine Jungs sind noch dort. Da beschließt der Pastor, daß der Chor aufgelöst wird, da ein Chor ohne Männerstimmen nicht funktioniere. Einige Frauen sind empört, hat ihnen das Singen in der Gemeinschaft das Leben in der schwierigen Zeit erleichtert. Doch kaum zieht die leicht exzentrische, lebenslustige Musikprofessorin Primrose Trent ins Dorf und hört von der Chorschließung, lässt sie ihn als Frauenchor von Chilbury unter ihrer Leitung wieder auferstehen. Sie fördert Talente, spricht Mut zu und versprüht Lebensfreude. Nur weil die Männer im Krieg sind, ist das kein Grund sich unterkriegen zu lassen! So erzählen vier Chormitglieder ihr Schicksal im Sommer 1940 aus ihrer Sicht: die verwitwete Krankenschwester Mrs. Tilling, die ermuntert und trostspendet, die raffgierige, skrupelose Hebamme Edwina, die nur mitsingt, um über den Chor an Informationen zu gelangen und die zwei unterschiedlichen Schwestern Kitty (13) und Venetia (18). Die schöne Venetia verdreht allen Männern die Köpfe, einfach nur, weil sie es kann, doch der gutaussehende Neuzugang Alastair Slaytor, scheint immun gegenüber ihren Reizen. Kitty träumt davon eines Tages eine berühmte Sängerin und mit Henry Brompton dem Sohn der reichsten Familie des Ortes verheiratet zu sein. Doch der Krieg ändert vieles, einige wachsen an den Herausforderungen, andere zerbrechen an dem Erlebten und Frauen werden sich ihrer Stärken und ihres Wertes bewußt.
Wer eine Geschichte vor allem eines Chores erwartet, der sollte vielleicht eher zu einem anderen Hörbuch greifen. Ja, es werden Passagen von Chorstücken angespielt und der Chor und seine Leiterin spielen auch eine Rolle, aber eben nicht die Hauptrolle. Anders als Geschichten wie „Die Kinder des M. Mathieu“ oder „Wie im Himmel“ ist dies vor allem ein Frauenroman, über vier sehr verschiedene Frauenschicksale im Kriegsjahr 1940, als das Leben nicht einfach war, aber das Schlimmste noch vor ihnen liegt. Wie und ob die 4 den Krieg überleben, bleibt der Fantasie der Zuhörerin überlassen, denn es werden nur die zentralen Schicksalserlebnisse dieses Sommers erzählt. Wer bereit ist sich darauf einzulassen und seine Erwartungen nicht zu sehr auf den Chor fixiert, darf sich auf emotionale und bewegende Frauenschicksale und teilweise empörende Intrigen freuen. Ob der Chor in der Romanvorlage für diese gekürzte Hörfassung eine größere Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ich fand den Aspekt der fast-männerlosen-Gesellschaft sehr interessant und wie der Krieg dadurch die Emanzipation wahrscheinlich viel stärker voran brachte, als vielen bewußt ist. Interessant fand ich auch daß es sich hier lediglich um die Kriegsbeginn handelt, die wirklich schlimmen Zeiten stehen noch bevor, aber es ist eben weniger eine Erzählung über das Kriegsleid oder den Wiederaufbau, sondern eben um diese Frauenschicksale, deren Wege sich in diesen Monaten besonders kreuzen, ehe sie auseinander gehen.
Mir haben die Dorfbewohnerinnen und ihr Leben wirklich sehr viel Freude bereitet und auch viele der Nebenrollen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Jasna Fritzi Bauer spricht die junge Kitty wunderbar natürlich und lebenshungrig. Ihre Schwester Venetia wird wirklich hervorragend von der mir bis dato unbekannten Monika Oschek verkörpert, der auch ganz toll den Wandel in Venetias Persönlichkeit gelingt. Elena Wilms als warmherzige Mrs. Tillings ist die ideale Besetzung, schon ihre warme Stimme lässt sie einen ins Herz schließen. Andrea Sawatzki hatte hörbar ihre Freude an der Rolle der intriganten, egomanischen Hebamme Edwina, deren vermeintliche Cleverness immer schiefgeht. Ich finde die Stimmen ganz ausgezeichnet gewählt, aber, und das empfinde ich als den einzigen Makel der Hörbuches: Nicht alle Stimmen sind gleich laut! Gerade auf CD 5, als Venetia ihre schlimmste Zeit mitmacht, ist ihre Tonspur deutlich leiser, als Andrea Sawatzki. Das fällt nicht sonderlich auf, wenn man in Zimmerlautstärke hört, hört man die CD jedoch leise, im Auto oder zum Einschlafen, kann man Monika Oschek nicht verstehen, obwohl ihr Part ganz entscheidend ist. Stellt man den Ton lauter, wird insbesondere die Stimme von Edwina so laut, dass man die ganze Nacht wach bleibt, um der Geschichte zu folgen. Meine Augenringe sprechen da eine deutliche Sprache.
Als großer Fan von CD’s als Tonträgern statt MP3, mochte ich die kurzen Tracks und die autofreundliche Taschenhörbuchverpackung. Diese Variante nimmt weniger Raum ein und der schnelle CD-Wechsel während der Fahrt ohne anzuhalten ist deutlich einfacher. Dabei lässt sich der Pappeinband durchaus ausdrucksstark bedrucken. Für die Kritiker, die sich über die geringe Chorpräsenz beschweren: schon das Cover zeigt ein ziemlich menschenleeres Dorf zu Kriegsbeginn und kein Chorgestühl.
Mir hat es ausgezeichnet gefallen, bis auf die Lautstärkedifferenzen in der Aufnahme der zwei besagten Sprecherinnen, die jedoch nur bei niedrigen Hörstärken ins Gewicht fallen. An der Qualität der Sprecherinnen als solche ändert dies nichts. Wer ohnehin in Zimmerlautstärke hört, dem wird dies nicht weiterauffallen, es ist nur ein Punkt, der mir bei Hörbüchern am Herzen liegt.
Ein wirklich tolles Frauenhörbuch mit starken Charakteren, ausdrucksstarken Stimmen und wunderschönen, wenn auch kurzen Choreinlagen.
Gerne vergebe ich 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Fesselnde Unterhaltung!

Myriad High - Was Hannah nicht weiß
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Myriad High im Silicon Valley Kalifornien ist keine normale High School, sondern ein Internat auf dem zukunftsweisenden Myriad Forschungs- und Entwicklungsgelände. Eigentlich dürfen hier nur die Kinder ...

Myriad High im Silicon Valley Kalifornien ist keine normale High School, sondern ein Internat auf dem zukunftsweisenden Myriad Forschungs- und Entwicklungsgelände. Eigentlich dürfen hier nur die Kinder der Mitarbeiter zur Schule gehen, also meistens Kinder von Forschern und Entwicklern. Aber außer der Ausnahme von Hannah Montgomery, der Tochter des verstorbenen Firmenmitbegründers gibt es in diesem Jahr erstmals 3 Schüler von außerhalb: der coole und gutaussehende Ryan, die modelschöne entsetzliche Allyssa und Evan, der unbedingt zu den Coolen gehören will, aber noch nicht weiß, wie er es anstellen soll.
Hannah ist froh, daß sie nun mit ihren Freundinnen, der schönen und hilfsbereiten Sophie und der burschikosen, superschlauen Hausmeisterstochter Chloe ins Internat ziehen darf und Myriad nicht verlassen muß, um nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters zu ihrer Mutter außerhalb zu ziehen. Das 9. Schuljahr wird nicht nur toll, weil sie nun als Internatsschüler alle ein E-Auto zugewiesen bekommen (mit 15 Jahren), sondern auch, weil die Schüler der Myriad High als Schulfächer die neuesten Myriad Entwicklungen und Erfindungen testen und bewerten sollen, ehe sie auf den Markt kommen. Zu dumm nur, daß ausgerechnet Hannah und ihre Freundinnen in dem völlig uncoolen Projekt gelandet sind und mit den Einladungen zum Homecoming Ball will es auch nicht so recht klappen.
Ein Buch wie die High-School Zeit: spannend, romantisch und voller Intrigen. Da ich früher sowohl Hanni & Nanni, Dolly und Schreckenstein liebte, als auch die Teenie Filme John Hughes (Breakfast Club, Pretty in pink etc.) war ich hier genau richtig! Gut, für dieses Buch sollte man älter sein, als für Enid Blyton (das kann man zwar immer lesen, aber ab der 3. Klasse zu beginnen ist völlig in Ordnung). Auf Grund der angesprochenen Themen und der Art wie die Mädels mit den Intrigen und der familiären Vorbelastung umgehen, fände ich 12 Jahre als Einstiegsalter besser, als die vom Verlag empfohlenen 10 Jahre, auch weil man die technischen Finessen von Myriad mit 12 eher zu würdigen weiß und bestaunen kann.
Die drei Freundinnen sind sehr unterschiedlich. Da Sophie ein leichtes Helfersyndrom hat und sehr gutwillig ist, trotz ihrer perfekten kalifornischen Schönheit, kann man sie nur lieben. Sie kommt aus einer intakten Familie und alles wäre eigentlich vollkommen für sie, bekäme man als Leserin nicht immer mehr Zweifel an der Wahl ihres Freundes. Hannah hat gleich zwei Verehrer, von denen einer sympathischer ist als der andere und Hannah mittendrin in der Zwickmühle. Da auch sie einen anständigen Charakter hat, will sie auch keine Spielchen spielen. Ihre zarte Künstlerseele ist dafür wohl auch zu geradlinig. Chloe ist ein echter weiblicher Nerd, deren Attraktivität sie unter bequemen Klamotten unbewußt versteckt. Die meisten Jungs verstehen ihre Genialität auch gar nicht zu schätzen. Umso erstaunlicher ist daher für viele, daß ausgerechnet Chloe so einen guten Draht zu Connor, dem Millionärssohn mit den angesagtesten Partys hat. Nein, dies hier ist kein Abklatsch von American Pie oder Pitch Perfect. Beworben wird das Buch als Soap, aber so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Dafür sind die drei Mädels doch zu feinfühlig und auch wenn sie sich Teenie-Gedanken machen, sind es doch reale Probleme und keine eingebildeten. Dass die Geschichte in Kalifornien spielt gibt ihr allerdings einen filmischeren Touch, eben kein deutscher Schulalltag. Naja, neben den Problemen die Teenager so haben, verbergen einige auch ein dunkles Geheimnis, welche im ersten Band nur teilweise aufgedeckt werden. Hierdurch wird dieses Buch deutlich spannender als einige Krimis die ich dieses Jahr gelesen habe.
Sprachlich halten sich Begriffe wie „geil“ in Grenzen und abgedroschene Begriffe wie „Digger“ oder so, bleiben einem gänzlich erspart. Der Stil ist jung und frisch, ohne sich durch die Verwendung vermeintlicher Jugendbegriffe anbiedern zu wollen. Das finde ich sehr angenehm zu lesen und es verdirbt auch nicht die Sprache der Lesenden. Die jeweiligen Kapitel sind aus der Sicht verschiedener Personen, jeweils aus der Ich-Perspektive geschrieben. Die Kapitelüberschriften werden hier durch den Namen des jeweiligen Protagonisten ersetzt, so daß man nicht durcheinander kommt. Selbst die Unsympathen kommen zu Wort, weshalb man anfangs schon gut aufpassen sollte, wer wer ist. Wer aber Soap mag, wird diese Herausforderung ohne weiteres wuppen. Mir half zu Beginn immer ein Blick auf das Cover.
Daher eine tolle spannende und romantische neue Jugendserie ab 12 Jahre, für Mädels zum dahin schmelzen. Vielleicht keine Weltliteratur, aber unheimlich unterhaltsam und zum Mitfiebern.

Veröffentlicht am 09.05.2026

Sehr lecker!

Backen & der Sinn des Lebens
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Nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch das Glück und der Sinn des Lebens! Autorin Helen Goh ist nicht nur Konditorin, sondern auch Psychologin und bietet uns hier 100 unterschiedliche Rezepte sowohl ...

Nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch das Glück und der Sinn des Lebens! Autorin Helen Goh ist nicht nur Konditorin, sondern auch Psychologin und bietet uns hier 100 unterschiedliche Rezepte sowohl süße, als auch salzige, die unsere Stimmung heben, durch den puren Genuss! Lassen wir uns von ihr verführen!

Das Buch glieder sich wie folgt:

-Einleitung
-Geben, Nehmen und Teilen
-Umsorgen
-Feiern
-Erinnern und Bewahren
-Gemeinschaft und Zugehörigkeit
-Rituale & Traditionen
-Lernen, Wachsen & Erfolge feiern

In der Fastenzeit, als wir alle auf Zucker verzichtet haben, gab es bei uns aus dem Kapitel Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit „Cheddar-Scones mit eingelegten Jalapenos“ gebacken. Sie waren schön saftig und käsig (die Jalapenos habe ich weg gelassen, da ich keine vertrage). Das Rezept war einfach und unkompliziert, und ganz einfach zu befolgen Da konnte eigentlich nichts schief gehen. Da sie anders als sonst Scones viereckig sind, bleibt nicht so viel Rest übrig, was ich wirklich ein gutes Argument finde. Ich habe sie zu einem Spieleabend mitgebracht und sie sind super angekommen! Ich darf sie wieder machen! Sehr hilfreich finde ich, auch die Rubrik unter einigen Rezepten: Tipps zum Servieren und zur Zubereitung.

Die einzelnen Rezeptschritte sind übrigens durch nummeriert, so das man auch bei aufwendigeren Rezepten nicht so schnell den Überblick verliert. Für noch mehr Struktur beim Backen gibt es auch ein praktisches Lesebändchen in warmen dunkelrot, das sehr gut zur Farbe des Einbands passt. Da spürt man die Psychologin, die um das ganzheitliche Wohlbefinden bedacht ist. Sofern ein Rezept vegan oder glutenfrei ist, ist dies mit VG oder GF direkt hinter dem Rezeptnamen verzeichnet, nicht im Register, aber im der jeweiligen Kapitel in der Rezeptübersicht.... Außerdem ist stets angegeben für wieviele Personen das Rezept geeignet ist, direkt im jeweiligen Rezept.

Die Rezepte sind nicht nur mit Liebe ausgewählt, sondern auch fotografiert. Da läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen! Dafür muss ich allerdings einräumen, dass dieses Buch nicht barrierefrei für Menschen mit nicht optimalen Augen ist. Die Angaben wie vegan, sind so fein und klein gedruckt und mit wenig Kontrast, dass es für ältere Bäckerinnen eine gewisse Herausforderung ist. So sieht es ausgesprochen elegant aus, ich fühlte mich allerdings etwas diskriminiert, weil mein Sehsinn nicht optimal angesprochen wurde, obwohl genügend weißer Rand auf den Seiten für größeren Druck und mehr Fettdruck gewesen wäre. Eine Übersicht über die Vorbereitungs- und Zubereitungszeit gibt es nicht, allerdings natürlich die erforderlichen Angaben für die Backzeit und die Backtemperatur (gebacken wird mit Umluft, es gibt aber auch Hinweise vorne, sofern jemand mit Ober- und Unterhitze backt, doch wie immer gilt: jeder Ofen ist etwas anders, es hilft auch Erfahrung).

Sehr gut gefällt mir, dass es wirklich Rezepte für sämtliche Lebenslagen gibt neben Kuchen auch Brote und salziges Gebäck und die Torten sind solcher Hingucke, dass man gleich dem nächsten Fest entgegen fiebert!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Apokalypse, oder was wirklich zählt

Ins fahle Herz des Sommers
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Nordfrankreich in naher Zukunft. Nach einer Pandemie ist die Menschheit deutlich dezimiert. Nur wer genetisch immun war, hat überlebt. Dennoch sind es noch immer zu viele, denn die Sonne brennt erbarmungslos ...

Nordfrankreich in naher Zukunft. Nach einer Pandemie ist die Menschheit deutlich dezimiert. Nur wer genetisch immun war, hat überlebt. Dennoch sind es noch immer zu viele, denn die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel und ein Leben im Süden ist unerträglich. Wer konnte hat sich in den hohen Norden, Grönland, Sibirien, Island, Skandinavien Kanada, gerettet, doch jetzt sind diese Gebiete für alle, die es sich nicht leisten konnten, abgeriegelt. Die die zurückblieben müssen sehen, wie sie mit dem zurecht kommen, was sie vorfinden. Ob diese anderen Gebiete noch regiert und verwaltet werden? Wer weiß? Es herrscht das Recht der Überlebenden und Fausto ist einer von ihnen. Er hat sich ein Haus in Nordfrankreich ausgesucht, den Garten mit Sonnensegeln überschattet, einen eigenen Brunnen, Solarpaneele auf dem Dach, die den riesigen, energiearmen Kühlschrank betreiben... und er hat ein paar Nachbarn, den alten Pastor, die alte Madame Marveaux und eine isolierte 7 köpfige Bauernfamilie die Bracques.... bis Valterie, eine junge, schöne, Frau mit blasser, kühler Haus auftaucht. Ihr scheint die Hitze nichts auszumachen und sie isst die Kakteen, die sich überall ausbreiten... Er verliebt sich in sie und er schöpft Hoffnung, doch wo kommt sie her? Hat ihre Liebe eine Zukunft?

Die Crux liegt hier im Detail, denn der Autor spielt mit unseren Erwartungen an das Genre und an ihn. Oft kommt es anders, als wir es erwarten und das hat uns in der Hörrunde ganz schön verwirrt. Man sollte sich also nicht ablenken lassen und sich alles gut merken....

Matthias Koeberlin spricht auch diesen Eschbach wunderbar ausdrucksstark. Fausto ist eigentlich nicht der Typ für große Gefühle, wie sollte er auch, wenn er nur von Tag zu Tag leben kann? Wenn er eigentlich keine Perspektive mehr hat. Also ist er nüchtern, rational... bis sich etwas ändert und die Menschlichkeit ins Spiel kommt, mit all ihren Gefühlen und dem Unerwarteten. All diese Nuancen fängt er geschickt ein, ebenso wie die Interaktionen mit den übrigen Überlebenden. Dabei schafft er ein unterschwelliges Gefühl der unterschwelligen Bedrohung.... die unbewusste Gewissheit, da kommt noch was, knüppeldick... nur was? Es scheint ja gar nicht viel zu passieren, wie auch, es gibt keinen Niederschlag und kaum noch Menschen und Struktur...

Ich glaube Andreas Eschbach will nicht unbedingt die Xte Dystopie zum Klimawandel erzählen, sondern unser Bewusstsein schärfen, dafür was wichtig ist, dafür was zählt und ob es uns nicht wichtig genug ist, das zu erhalten und bewahren. Es ist eine Ode an die Menschlichkeit. Es passiert augenscheinlich nicht so viel, der Reiz liegt in der Interaktion der Charaktere und der Veränderung die auftritt, als in der bestehenden Gemeinschaft Fremde auftauchen und bleiben....

Ich fand es sehr eindringlich, berunruhigend und es hat mich nachhaltig beschäftigt, auch wenn ich nun keine Kakteen essen werde, eher nach einem Brunnen bohren... Brilliant gelesen und geschickt mit meinen Erwartungen gespielt, ist dieser Eschbach ganz anders, als gedacht... Was ich einen Reiz an sich finde, auch wenn das Ende uns alle vor den Kopf gestoßen hat.... Es erklärt übrigens den Titel... Ist aber durchaus schlüssig, entspricht nur nicht dem natürlichen Wunsch nach einem Happy End ;)

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Lesejury für diese wirklich intensive und kontroverse Hörrunde!

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Lo Blackwood is back!

The Woman in Suite 11
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Lo Blackwood is back! Die Heldin von The Woman in cabin 10 ist mittlerweile erfolgreiche Buchautorin und hat einen Bestseller über ihre traumatischen Erlebnisse damals geschrieben. Dann kam die Pandemie ...

Lo Blackwood is back! Die Heldin von The Woman in cabin 10 ist mittlerweile erfolgreiche Buchautorin und hat einen Bestseller über ihre traumatischen Erlebnisse damals geschrieben. Dann kam die Pandemie und die 2 Söhne und jetzt will sie endlich wieder durchstarten als Journalistin. Doch nach so einer langen Pause ist es schwierig. Die Einladung zur Eröffnung des neuen exklusiven Grand Hotel du Lac am Genfer See der Leidman Group scheint da ihre Chance zu sein! Wenn sie auch noch ein Interview mit dem über 70 jährigen Patriachen Marcus Leidmann ergattern könnte, wäre der Erfolg garantiert. Also besteigt sie den Flieger, sich wundernd, wer für sie ein Upgrade auf die 1. Klasse gebucht hat. Vor Ort ist ihr Staunen nicht geringer, da außer ihr noch weitere Mitreisende der damaligen Horror-Kreuzfahrt auf der Aurora anwesend sind. Die größte Überraschung ist jedoch die nächtliche Einladung auf Marcus Leidmans Zimmer. Dort erwartet sie eine alte Bekannte, der gegenüber sie mehr als zwiespältige Gefühle hegt. Erst brachte Carrie sie in Lebensgefahr, dann rettete sie ihr das Leben. Nun bittet sie Lo um Hilfe: Marcus Leidman hält sie wie in einem goldenen Käfig gefangen, da sie weltweit als Mörderin gesucht wird. Doch er tut ihr unglaubliches an und Lo ist ihre einzige Chance zur Flucht!

Julia Nachtmann verkörpert wunderbar glaubhaft die ebenso beharrliche, wie intelligente aber auch psychisch angegriffene Journalistin, die nur der Wahrheit und ihrem Gewissen verpflichtet scheint. Ihre warme Stimme schafft sofort Sympathien für die Mutter, die endlich wieder professionell wahrgenommen werden will. Geschickt wandelt sie situationsbedingt ihre Stimme und baut dadurch zusätzliche Spannung auf und unterstützt den flüssigen und packenden Schreibstil von Ruth Ware. Diese spielt gekonnt mit unseren Erwartungen und Sympathien und man weiß nicht wem man trauen kann, außer Lo. Der an „The Woman in Cabin 10“ erinnernde Titel lässt ein ähnliches Verbrechen vermuten, doch dies ist kein einfacher Abklatsch des früheren Erfolgs. Es ist eher eine Spiegelung der Geschichte. Nicht die Leiche einer unbemerkten Passagierin verschwindet und man glaubt ihr nicht, Lo lässt dieses mal eine Frau verschwinden, in der Hoffnung, dass ihnen niemand auf die Spur kommt, obwohl einer der reichsten und mächtigsten Männer eben diese Frau vermissen und suchen wird. Sobald Julia Nachtmann in den lebendigen Dialogen in die Rolle der Carrie schlüpft klingt sie gleich sprunghafter und impulsiver, nicht so ruhig und bedacht wie als Lo. Sie klingt dynamisch und attraktiv aber auch unüberlegt und hitzig. Eine explosive Mischung, die Lo einiges an Nerven kosten wird.

Man kann diesen Thriller gut ohne Vorkenntnisse hören. Die Figuren werden nach und nach eingeführt, so dass man selbst beim Zuhören nicht durcheinander kommt. Ich kannte den Vorgänger auch nicht und hatte keinerlei Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Wobei es sicherlich noch interessanter ist, zu erfahren, was auch der Hälfte der Mitreisenden der Aurora wurde, wenn man dieses Abenteuer auch kennt. Zwischen den zwei Frauen entspannt sich eine merkwürdige Sympiose, eine Abhängigkeit, die Lo immer wieder zweifeln lässt, ob sie das Richtige tut und warum.

Trotz einiger Ungereimtheiten und Zufälle definit hörenswert und spannend.

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