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Veröffentlicht am 24.03.2026

Bewegender Roman über 3 Generationen

Die Frauen der Familie
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Es wird die Geschichte von Phönix, Cedar, Elfi und Margarete erzählt. Phönix ist in Jugendhaft und bekommt ihr erstes Kind, welches sofort zur neuen Familie kommt. Innerlich von Wut und Aggression zerfressen, ...

Es wird die Geschichte von Phönix, Cedar, Elfi und Margarete erzählt. Phönix ist in Jugendhaft und bekommt ihr erstes Kind, welches sofort zur neuen Familie kommt. Innerlich von Wut und Aggression zerfressen, ist Phönix kein leichter Charakter. Mir langsam öffnet sie sich ihrem Sozialarbeiter und lässt jemanden an sich heran. Cedar ist ihre Schwester, aufgewachsen bei Pflegefamilien ist sie eher ruhig und clever, konzentriert sich auf die Schule und vermisst ihre Mutter. Doch sie hat Glück und wird von der Familie ihres Vaters aufgenommen. Elfie ist die Mutter der beiden. Ein Leben voller Drogen, Abhängigkeit und Armut bildet die Grundlage, dass ihre Mädchen nicht bei ihr sind. Und Margaretes Geschichte - als Oma - bildet den Rahmen der Erzählung und gibt Hintergründe der Familie preis.

Abwechselnd wird über 5 Jahre aus Sicht dieser 4 Frauen erzählt und zwar offen, schonungslos und direkt. Man möchte die Mädchen in den Arm nehmen, ihnen Stabilität geben. Der Roman wird beschrieben mit dem Fokus auf indigenen Frauen. Dies kommt an einigen Stellen deutlich raus. Vielmehr empfand ich die Geschichte aber als eine traurige Lebensgeschichte in Armut und Sucht, wie sie zum Teilnahme unabhängig ethnischer Herkunft geschehen könnte. Nichtsdestotrotz war dies ein intensives Leseerlebnis, welches mich dank SchreibStil und atmosphärischer Darstellung richtig tief mitgenommen und bewegt hat. Die Charaktere sind nicht unbedingt zum gernhaben, man reibt sich an ihnen. Rabiat wenig Liebe spürbar, und doch steckt ganz viel Gefühl in den Zeilen. Und in einer Hinsicht hat die Ethnie dann doch eine Rolle gespielt - Phönix findet dadurch ihre Identität und dadurch Halt. Sie findet Zugang zu ihrem Sozialarbeiter und lernt sich zu öffnen. Hier haben die gemeinsamen Hintergründe Raum geschaffen, der Sicherheit bietet. Ein tolles Buch

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Zart und leise, aber intensiv

Wie Inseln im Licht
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Zoey kehrt nach dem Tod ihrer Mutter zurück an den Ort ihrer Kindheit, an die französische Atlantikküste. Mit 7 Jahren verbringt sie einen Sommer mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf einem Campingplatz, ...

Zoey kehrt nach dem Tod ihrer Mutter zurück an den Ort ihrer Kindheit, an die französische Atlantikküste. Mit 7 Jahren verbringt sie einen Sommer mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf einem Campingplatz, doch aus diesem Urlaub kehrt die Schwester nicht mehr mit heim. Fortan lebt Zoey mit ihrer Mutter allein, pflegt sie gar in den letzten Jahren. Doch die Schwester ist ein unausgesprochenes Tabu. Manches mal zweifelt Zoey gar daran, dass es sie gab. Zoey möchte ihre Mutter dort, am Ort der Kindheit, bestatten. Während ihres Aufenthaltes trifft sie auf Marlene, mit der sie unbeschwert über das Erlebte sprechen kann, und auf Kitty, deren Oma ebenfalls auf diesem Campingplatz lebt und sich erinnern kann. Nach und nach gelingt es Zoey das Rätsel zu entziffern und ihre Vergangenheit zu verstehen.

Die Geschichte um Zoey besticht durch ihre leisen Töne, die tiefe Atmosphäre und die bildhafte, poetische Sprache. Die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, so dass ich recht schnell auch nur noch wissen wollte, was damals geschehen ist. Die Geschichte zeigt auf, dass (Ver)Schweigen niemandem hilft und das Problem nicht löst. Aber auch, dass Kinder doch mehr mitbekommen, als man glauben mag. Nach und nach tauchen Erinnerungen auf, die längst tief in Zoey verborgen lagen, da ein Mantel des Schweigens darüber an ihrer Existenz hat bereits zweifeln lassen. Und doch kann sich Zoey auf ihr Gefühl verlassen. Ein kurzes, aber intensives Leseerlebnis,

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Veröffentlicht am 21.02.2026

zuckersüße Verführung

Der Duft von Schokolade
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Der junge Soldat August kehrt nach Jahren in der Armee zurück – und soll nun als Einkäufer in der Schokoladenfabrik seines Onkels Fuß fassen. Ein sicherer Weg, vorgezeichnet und vernünftig. Doch innerlich ...

Der junge Soldat August kehrt nach Jahren in der Armee zurück – und soll nun als Einkäufer in der Schokoladenfabrik seines Onkels Fuß fassen. Ein sicherer Weg, vorgezeichnet und vernünftig. Doch innerlich steht August noch immer suchend am Rand seines eigenen Lebens.

In diese leise Orientierungslosigkeit tritt Elena. Geheimnisvoll, unangepasst, mit einem feinen Trotz gegenüber den Konventionen des Wien im Jahre 1881. Sie spricht frech, denkt frei und bewegt sich mit einer Selbstverständlichkeit durch die Welt, die August gleichermaßen irritiert wie fasziniert. Elena lebt nicht nach Erwartung – sie lebt nach ihrem Gefühl. Und genau das zieht ihn in ihren Bann.

Durch sie entdeckt August etwas, das lange in ihm geschlummert hat: seine Leidenschaft und er findet er einen eigenen Ausdruck und damit einen Weg zu Elena.

Doch über allem liegt ein Schleier. Wer ist diese Frau wirklich? Welches Geheimnis begleitet sie?

Ewald Arenz schreibt mit einer unverwechselbaren Handschrift. Es ist mittlerweile das vierte Werk von ihm, das ich gelesen oder gehört habe – und wieder hat mich seine Sprache tief berührt. Seine Erzählweise ist poetisch, ohne je schwer zu wirken. Selbst ernste Töne tragen eine Leichtigkeit in sich, die einen sanft durch die Geschichte führt – wie eine Erinnerung an die erste Liebe: zart, intensiv und leidenschaftlich.

In seiner Atmosphäre und der sensiblen Figurenzeichnung fühlte ich mich sehr an „Katzentage“ erinnert. Und doch erzählt diese Geschichte auf ganz eigene Weise davon, wie man – manchmal durch einen anderen Menschen – den Mut findet, sich selbst zu entdecken.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Eine erschreckende Geschichte

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lale ist das Kind einer drogensüchtigen Mutter und einem Vater, der in einer Kommune lebt. Nachdem Lale sich beinahe selbst vergiftet hätte während ihrer Mutter durch die Drogen nicht ansprechbar war, ...

Lale ist das Kind einer drogensüchtigen Mutter und einem Vater, der in einer Kommune lebt. Nachdem Lale sich beinahe selbst vergiftet hätte während ihrer Mutter durch die Drogen nicht ansprechbar war, wächst sie in den 80ern bei ihrem Vater auf. Strenge Regeln, ein strukturiertes Umfeld, elterliche Sorge - all dies sind Dinge, die Lale in der WG eher weniger erfährt. Materiell mangelt es ihr an wenig, die Männer kümmern sich. Doch Drogen, Alkohol, wechselnde Frauen bringen Lale früh in Kontakt mit einer Welt, die nicht für Kinder gedacht ist. Vernachlässigung, Missbrauch, Sucht sind in diesem Buch klare Themen.

Im Buch werden eindrucksvoll einzelne Szenen geschildert, wie jemand neben Lales Bett uriniert beispielsweise oder neben ihr (schlafend) onaniert. Es ist stellenweise harter Tobak und alles andere als eine leichte Lektüre. Mich hat es zum Teil stark mitgenommen. Lale wird älter und macht später eigene Erfahrungen. Während sie zu Beginn eine sehr gute Schülerin ist (die Schule gibt klare Strukturen), lässt sie dies als Jugendliche später schleifen und droht ebenso abzurutschen, wie ihre Mutter.

Zeitweise findet sie weibliche Vorbilder in den Freundinnen ihres Vaters, doch trotz aller Bemühungen ist dies nie von Dauer.

In einzelnen Kapiteln erfährt man einen Ausblick auf das aktuelle Leben von Lale und es lässt sich erahnen, dass sie es geschafft hat.

Mich hat das Buch sehr berührt, obwohl es nicht unbedingt emotional geschrieben ist. Es spricht eine gewisse Verbitterung aus den Zeilen und teilweise wurde ich beim Lesen fast wütend, welches Leben einem Kind zugemutet werden kann. Es ist tragisch, erschütternd und gleichzeitig doch hoffnungsvoll.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

starke Gefühle, Leidenschaft und Mut einer Frau

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Orsola ist die Tochter eines angesehenen Glasmachers auf Murano, wo das Handwerk im Jahr 1468 noch strengen familiären Traditionen unterliegt. Der Beruf wird innerhalb der Familie weitergegeben, feste ...

Orsola ist die Tochter eines angesehenen Glasmachers auf Murano, wo das Handwerk im Jahr 1468 noch strengen familiären Traditionen unterliegt. Der Beruf wird innerhalb der Familie weitergegeben, feste Rollen sind klar definiert. Als Orsolas Vater Lorenzo Rosso durch einen tragischen Unfall viel zu früh ums Leben kommt, gerät das Gleichgewicht der Familie ins Wanken. Die Glaswerkstatt soll vom Sohn übernommen werden, doch dessen dominanter Charakter erweist sich als Hindernis. Die Familie kämpft zunehmend um ihr wirtschaftliches Überleben.

In dieser Situation beginnt Orsola, sich der Kunst des Perlenmachens zu widmen – einer Tätigkeit, die als minderwertig gilt und abfällig als „Hasenköttel“ bezeichnet wird. Auch ihr Bruder begegnet diesem Handwerk zunächst mit Spott. Doch gerade diese kleinen Glasperlen werden es sein, die der Familie in schweren Zeiten das Überleben sichern.

In großen Zeitsprüngen begleitet die Leserschaft die Familie Rosso vom späten Mittelalter über die Zeit der Pest bis hinein in die Gegenwart. Der Roman ist dabei von einer spürbaren Leidenschaft für Glas und das damit verbundene Handwerk – oder vielmehr für die Kunst – durchdrungen. Mit Orsola steht eine einfache, zugleich jedoch außergewöhnlich willensstarke Frau im Mittelpunkt, die mit Mut, Ausdauer und klugem Verhandlungsgeschick maßgeblich dazu beiträgt, die Werkstatt ihrer Familie zu bewahren. Ihr Weg ist geprägt vom Widerstand gegen gesellschaftliche Erwartungen, vom Mut zur Selbstbehauptung und von der Entschlossenheit, sich auch gegen den eigenen Bruder durchzusetzen.

Das Geheimnis der Glasmacherin ist ein eindrucksvoller historischer Roman. Bereits das Cover ist ein Blickfang und lässt die Lagunenstadt Venedig vor dem inneren Auge lebendig werden. Ein besonderes erzählerisches Merkmal des Buches ist die außergewöhnlich lange Zeitspanne, die über mehrere Jahrhunderte hinweg anhand einer einzigen Familie erzählt wird, deren Mitglieder dennoch auf „normale“ Weise altern. Die Übergänge zwischen den Epochen werden bildhaft gestaltet, durch das Motiv eines kleinen Kieselsteins, der über das Meer hüpft und so den zeitlichen Sprung markiert.

Dieses Stilmittel empfand ich als originell und reizvoll, auch wenn mir das zugleich verlangsamte Altern der Familie Rosso stellenweise schwer nachvollziehbar erschien. Dies ist jedoch eine rein persönliche Wahrnehmung und hat meinen Lesegenuss nicht geschmälert. Insgesamt handelt es sich um einen sehr gelungenen, atmosphärisch dichten Roman, der seine Leserschaft mitnimmt in die zauberhafte Welt Venedigs und die Faszination eines jahrhundertealten Handwerks eindrucksvoll vermittelt.

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