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Veröffentlicht am 20.02.2026

Glanzvolle Kulisse, blasse Gefühle

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Mit "Les Bouttiers – Wir sind jetzt" entführt uns Antonia Wesseling in die glamouröse Welt eines alteingesessenen Pariser Modehauses. Die Familie Bouttier steht seit Jahrzehnten für Erfolg im Modebusiness ...

Mit "Les Bouttiers – Wir sind jetzt" entführt uns Antonia Wesseling in die glamouröse Welt eines alteingesessenen Pariser Modehauses. Die Familie Bouttier steht seit Jahrzehnten für Erfolg im Modebusiness und mittendrin befindet sich Enkelin Elodie, unsere Hauptfigur, die ,seitdem ihre Mutter einen Unfalltod erlitt, nicht mehr in Paris war. Das Setting rund um Haute Couture, Familientradition und Großstadtflair hat mich insgesamt sehr gut unterhalten. Besonders das Modehaus als zentralen Schauplatz mochte ich sehr. Allerdings hätte ich mir noch mehr atmosphärische Eindrücke von Paris gewünscht, denn die Stadt selbst blieb für meinen Geschmack etwas zu blass.

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Ich-Perspektiven von Elodie, ihrem Cousin Gabriel und Konkurrent Adam. Diese Perspektivwechsel sorgten grundsätzlich für Dynamik und Einblicke in unterschiedliche Gedankenwelten. Gleichzeitig gab es jedoch eine Vielzahl an Figuren, wodurch es mir teilweise schwerfiel, den Überblick zu behalten. Der im Einband enthaltene Stammbaum war hier eine große Hilfe; ein zusätzliches Personenverzeichnis wäre aufgrund der vielen Nebenfiguren meiner Meinung nach dennoch sinnvoll gewesen.

Besonders positiv hervorheben möchte ich die kreative Idee, gemeinsam mit einem Sänger einen Song zum Buch zu entwickeln. Direkt zu Beginn des Romans findet sich der QR-Code, der einen zum Lied führt und eine kleine Erklärung der Autorin. Dieses multimediale Element finde ich richtig gelungen und es verlieh der Geschichte einen besonderen Touch. Auch das Cover ist wunderschön gestaltet und spiegelt die elegante, modische Atmosphäre des Romans sehr gut wider.

Was mir allerdings gefehlt hat, ist ein klarer übergeordneter Spannungsbogen. Die Handlung plätscherte stellenweise eher dahin, ohne dass sich ein starkes zentrales Konfliktfeld wirklich zuspitzt. Zwar gibt es einen Cliffhanger am Ende, der neugierig auf Band zwei macht, aber ich finde ihn gut auszuhalten.

Emotional blieb ich leider etwas auf Distanz. Zwischen Elodie und Gabriel konnte ich die Anziehung nicht wirklich spüren. Die beiden haben sich über ein Jahrzehnt nicht gesehen und kennen sich eigentlich kaum noch – ohne echtes Aufarbeiten der Vergangenheit oder ein glaubwürdiges erneutes Kennenlernen empfanden sie plötzlich große Anziehung zueinander. Das war mir zu wenig Entwicklung, zu wenig Gespräche, zu wenig echtes Wachstum.

2. Love Interest Adam, Sohn des konkurrierenden Modehauses Le Blanc, startete als großkotziger Charakter, durchlief jedoch eine für mich erkennbare Entwicklung. Dennoch blieb für mich bis zum Schluss die Frage offen, ob seine Motive wirklich ehrlich sind und welches Interesse er nun an Elodie hegt. Sympathisch wurde er mir ebenso wenig wie Gabriel. Beide behandelten Elodie stellenweise bevormundend – und besonders irritierend fand ich, dass sie sich das oft gefallen ließ. Einerseits wurde Elodie als selbstbewusst, modern und konfrontationsbereit beschrieben, andererseits verhielt sie sich in Bezug auf die Männer häufig überangepasst und passiv. Diese Inkonsistenz hat mich gestört. Auch die zahlreichen Spice-Szenen konnten diese fehlende emotionale Tiefe für mich nicht ausgleichen. Hinzu kam, dass ich Elodie auch jenseits des Love Triangels nur schwer greifbar fand. Hier hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht, die aufzeigt, dass Elodie aktiv gegen Machtspiele und Geheimnisse vorgeht und zudem auch ihren eigenen Lebensweg finden möchte. Erst zum Schluss des Romans gab es hier eine klarere Linie.

Ein echtes Highlight war für mich hingegen Elodies kleine Schwester Zoé. Mit ihrer direkten Art sorgte sie für unterhaltsame Momente und sprach unangenehme Wahrheiten offen an – eine Figur, die der Geschichte spürbar Frische verlieh und für meinen Geschmack deutlich mehr Anteil hätte haben dürfen. Auch sonst gab es viele weitere unterhaltsame oder auch sehr unterschiedliche Nebenfiguren, die für mich insgesamt noch mehr Anteil und damit emotionale Tiefe vertragen hätten. So hätte ich mir z.B. gewünscht, dass Elodie mehr Einsatz zeigt, um in Paris auch jenseits ihrer Familienbande Anschluss zu finden. Verbindungen zu potentiellen Freundinnen wie Claire, die im Unternehmen der Familie arbeitet, wurden aber eher oberflächlich abgehandelt.

Trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch insgesamt gut unterhalten - vor allem wegen des Mode-Settings und der familiären Dynamik. Die emotionale Tiefe und die romantische Chemie hätten für mich stärker ausgearbeitet sein dürfen, doch neugierig auf die Fortsetzung bin ich trotzdem.

Fazit: Ein atmosphärischer Auftakt mit starkem Mode-Setting, wunderschönem Design und kreativen Extras. Emotional für mich jedoch nicht ganz greifbar. Band 2 werde ich dennoch lesen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Atmosphärischer, aber auch verstörender Sog

Royal Clair Club 1: Her First Hunt
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Inez lebt im Elendsviertel Westcliff und wünscht sich eine finanziell sichere und erfolgreiche Zukunft. Um diese zu erreichen, nimmt sie das Erbe ihrer Großmutter in Anspruch, das ihr einen der begehrten ...

Inez lebt im Elendsviertel Westcliff und wünscht sich eine finanziell sichere und erfolgreiche Zukunft. Um diese zu erreichen, nimmt sie das Erbe ihrer Großmutter in Anspruch, das ihr einen der begehrten Plätze am St. Clair College finanziert. Doch kaum angekommen merkt sie schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, denn am College regieren die Söhne des Königs und treiben Machtspiele und Unterwerfung auf die Spitze. Insbesondere Calix, der jüngste Bruder der sogenannten X-Boys, hat Inez von Beginn an auf dem Kieker und macht ihr das Leben schwer. Für ihre Zukunft und um das Rätsel um den mysteriösen Unfalltod ihrer Großmutter zu lösen, versucht Inez, in den Royal Clair Club der X-Boys aufgenommen zu werden und erlebt einen albtraumhaften Wettbewerb und toxisches Machtgefälle, zugleich aber auch unerklärbare Anziehung und faszinierende Begegnungen.

Royal Clair Club hat mich atmosphärisch sehr schnell abgeholt. Das düstere Setting funktionierte hervorragend, genauso wie der Weltenbau, der durch Details wie die Karte im Einband und die Illustrationen zwischen den Kapiteln zusätzlich an Tiefe gewann. Besonders positiv hervorheben möchte ich den aufgebrochenen Text mit Artikeln und Briefen – solche Elemente erhöhen für mich enorm den Lesefluss. Trotz seines Umfangs las sich der Roman überraschend schnell, was definitiv ein Pluspunkt ist, da mich die fast 700 Seiten anfangs eher abgeschreckt haben.

Der Schreibstil war dabei insgesamt sehr flüssig, wenn auch stellenweise deutlich vulgärer, als ich es persönlich brauche. Das soll natürlich Rauheit und Härte unterstreichen, wäre für mich aber nicht zwingend notwendig gewesen. Am Ende bleib dies jedoch Geschmackssache. Grundsätzlich hatte das Buch einen starken Sog und schaffte es gut, Spannung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Inhaltlich überzeugte mich vor allem die zentrale Handlung rund um Geheimnisse, Machtstrukturen und den Weltenbau. Die vielen offenen Fragen sorgten dafür, dass ich ständig weiterlesen wollte. Mit den Dark-Romantasy-Elementen hatte ich dagegen häufiger meine Schwierigkeiten. Als jemand, der in diesem Genre noch recht neu ist, konnte mich dieser Anteil nicht durchgehend begeistern. Manche Dynamiken wirkten auf mich eher abschreckend als faszinierend, auch wenn sie offensichtlich bewusst provokant angelegt sind.

Das am College etablierte Machtsystem war düster, grotesk und für mich stellenweise schwer zu ertragen – erzählerisch aber durchaus effektiv! Gerade deshalb war mir die Hauptfigur Inez schnell sympathisch: Ihr Widerstandsgeist und der Versuch, sich nicht vollständig unterzuordnen, setzten einen wichtigen Kontrapunkt zu der allgegenwärtigen Unterdrückung. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen emotional realistischere Reaktionen gewünscht, insbesondere im Umgang mit Bedrohung und Grenzüberschreitungen.

Die Beziehung zwischen den beiden zentralen Figuren Inez und Calix ist spannend konzipiert, für mich aber ambivalent. Die Anziehung war direkt spürbar, gleichzeitig blieb ein starkes Ungleichgewicht bestehen, das ich kritisch sehe. Genau hier liegt für mich auch der größte Schwachpunkt des Romans: Der Dark-Romance-Anteil war oft sehr präsent, teilweise stark sexualisiert und nicht immer von echtem Einvernehmen getragen. Die Content-Warnung und die Altersempfehlung ab 18 halte ich daher für absolut gerechtfertigt und sinnvoll.

Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, sind die vielen Popkultur-Anspielungen, die Gossip-Girl-Vibes sowie literarische und feministische Bezüge. Diese gaben der Geschichte zusätzliche Ebenen und bildeten ein spannendes Gegengewicht zum toxischen Machtgefüge. Besonders stark wurde der Roman für mich dann, wenn er sich stärker in Richtung Dark Fantasy mit leichten Horror-Elementen bewegte – hier entfaltet die Geschichte in meinen Augen ihr größtes Potenzial.

Zum Ende hin hatte ich stellenweise das Gefühl, dass einige Aspekte zu schnell abgehandelt wurden und Figuren etwas oberflächlich blieben, während andere Elemente, insbesondere Spice-Szenen, recht viel Raum einnahmen. Trotzdem blieb der Roman durchgehend unterhaltsam, unvorhersehbar und endete so, dass ich neugierig auf die Fortsetzung bleibe.

Unterm Strich ist Royal Clair Club ein atmosphärisches, spannendes Buch mit starkem Rätselcharakter, gelungenem Weltenbau und effektiven Fantasy-Momenten. Auch wenn ich persönlich mit Dark Romance nur begrenzt etwas anfangen kann und mir hier insbesondere mehr eindeutiges Einvernehmen gewünscht hätte, hat mich die Geschichte konstant am Lesen gehalten. Nun heißt es Warten auf Band 2.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Flammenherz

Lucia 1. Flüsterin der Flammen
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Lucia entdeckt auf dem Geburtstag ihrer besten Freundin, dass sie eine Feuermagierin ist. Während sie sich zunächst noch große Sorgen macht, weil diese verboten ist, kommen bald schon größere Probleme ...

Lucia entdeckt auf dem Geburtstag ihrer besten Freundin, dass sie eine Feuermagierin ist. Während sie sich zunächst noch große Sorgen macht, weil diese verboten ist, kommen bald schon größere Probleme auf sie zu: Sie wird von Nebelwesen gejagt und als ihr der gleichaltrige Finn offeriert, dass sie wegen ihrer Fähigkeiten nach Feuerland an die Akademie gehört, flieht sie mit ihm kurzerhand nach Flammaris. Dort lernt sie nicht nur, mit ihrer Magie umzugehen, sondern auch, was es mit den Nebelwesen auf sich hat.

"Lucia – Flüsterin der Flammen" ist ein magischer und spannender Reihenauftakt, der mich schnell in seine Welt gezogen hat und mir auch als erwachsene Leserin viel Freude bereitet hat.

Lucia als Hauptfigur ist mutig, aufgeweckt und trägt eine bewundernswerte innere Stärke in sich, auch wenn ich mich in manchen Situationen fragte, ob ich selbst nur halb so gefasst reagieren könnte.

Neben Lucia sind auch die Nebenfiguren mit viel Gefühl gezeichnet: Freundschaften und erste zarte Gefühle wirkten auf mich authentisch und warm. Ein absolutes Highlight war für mich Lucias kleiner Begleiter: Feuersalamander Yuki, der niedlich, frech und mein Herz im Sturm eroberte. Er stahl jeder Szene ein bisschen die Show mit seinem Hang zu Süßigkeiten und frechen Antworten. ;)

Das italienisch-sizilianisch angehauchte Setting empfand ich als atmosphärisch und stimmig, der Schreibstil war stets leicht, flüssig und sehr bildhaft. Ich las mich mühelos durch die Seiten und hatte ständig das Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. Flammen, Magie und kleine fantasievolle Details sorgten immer wieder für schöne Akzente. Besonders diese liebevollen Ideen machten die Geschichte für mich sehr lebendig.

Die Handlung blieb durchgehend spannend und schlug im Verlauf auch ernstere, dunklere Töne an. Der Konflikt zwischen den magischen Parteien sorgte für echte Spannung und viele offene Fragen, die mich förmlich dazu zwangen, weiterzulesen. Besonders gelungen fand ich, dass man stellenweise auch andere Perspektiven kennenlernte – das verstärkte die Bedrohung und verlieh der Geschichte zusätzliche Tiefe.

An manchen Stellen hätte ich mir jedoch emotional etwas mehr Zeit gewünscht wie z.B. beim Zurücklassen der Eltern in der nicht-magischen Welt oder beim Ankommen an neuen Orten. Auch der Alltag an der Akademie und einige Nebenfiguren hätten für meinen Geschmack noch mehr Raum verdient. Der Fokus lag klar auf dem zentralen Konflikt, was zwar die Spannung hoch hielt, aber hier und da etwas erzählerisches Potenzial liegen ließ. Zudem war der Schreibstil eher einfach gehalten, was für die Zielgruppe stimmig ist, mir als erwachsener Leserin stellenweise aber etwas zu schlicht war.

Der Abschluss war dramatisch, düster und endete schließlich mit einem fiesen Cliffhanger, der unzählige Fragen offen gelassen hat.

Fazit: Trotz kleiner Schwächen hat mir dieses Buch wirklich viel Freude bereitet. Es ist eine magische, fantasievolle Geschichte voller Bilder im Kopf, Herzmomente und Spannung und sie funktioniert auch gut für erwachsene LeserInnen. Das liebevolle Layout, die kleinen Illustrationen zu Kapitelbeginn sowie die optische Gestaltung des Farbschnitts runden das Leseerlebnis dazu noch ab.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Winterliche Zeitreise in die schottischen Highlands

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands
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In „A Spark of Time – Treffen in den Highlands“ spitzt sich die emotionale und inhaltliche Handlung der Reihe weiter zu. Seit Monaten versucht Lilly verzweifelt, Damien von seinem immer stärker werdenden ...

In „A Spark of Time – Treffen in den Highlands“ spitzt sich die emotionale und inhaltliche Handlung der Reihe weiter zu. Seit Monaten versucht Lilly verzweifelt, Damien von seinem immer stärker werdenden Wahn zu befreien: der festen Überzeugung, dass sein totgeglaubter Vater noch ein letztes Ass im Ärmel hat und zurückkehren könnte. Während Damien sich zunehmend von sich selbst entfernt, zerbricht schließlich auch die Beziehung der beiden.

Als Collin MacLeod auftaucht und Lilly und Damien erpresst, mit ihm ins Jahr 1745 in die schottischen Highlands zu reisen, scheint sich Damiens Befürchtung plötzlich zu bestätigen: Collin droht damit, Damiens Vater zurückzuholen, wenn sie ihm nicht helfen, eine wertvolle Perle zu retten.

Kurzerhand reisen sie gemeinsam in die Vergangenheit nach Schottland. Doch in den winterlichen Highlands läuft nicht alles nach Plan, und Collin entpuppt sich als deutlich vielschichtiger, als sein grausames Auftreten zunächst vermuten ließ. Zwischen Lilly und ihm entwickelt sich eine spürbare Nähe, die für mich emotional gut nachvollziehbar war.

Für mich ist dies der bislang beste Band der Reihe. Das winterliche Highland-Setting kurz vor Weihnachten, das alte Schloss und die schottischen Bräuche haben eine wunderbar dichte Atmosphäre geschaffen, die perfekt zur Lesezeit gepasst hat. Alles wirkte gut recherchiert, und gerade die Einblicke in die Kultur und Traditionen Schottlands fand ich besonders spannend. Auch die Handlung konnte mit Überraschungen punkten und war nicht immer vorhersehbar.

Erzählt wird erneut aus wechselnden Perspektiven von Lilly und Damien. Überraschenderweise blieb Damien diesmal jedoch recht blass. Obwohl er bisher mein Lieblingscharakter war, wirkte er emotional sehr durcheinander, fast an den Rand gedrängt, und viele seiner Handlungen konnte ich nur schwer nachvollziehen. Lilly hingegen hat mich positiv überrascht: Trotz der emotionalen Verwirrung und der Trennung von Damien blieb sie stark und handelte nachvollziehbar.

Collin war für mich eine der interessantesten Figuren dieses Bandes. Bis zuletzt habe ich mich gefragt, was wirklich hinter ihm steckt, wie ehrlich er ist und welche Geheimnisse er noch verbirgt. Dennoch konnte ich die Anziehung zwischen ihm und Lilly gut nachempfinden und habe ihn schnell ins Herz geschlossen, in der Hoffnung, dass er mich im nächsten Band nicht enttäuscht.

Ein kleiner, aber deutlicher Kritikpunkt: Dass alle drei Zeitreisenden völlig unbedacht Utensilien aus dem 21. Jahrhundert wie Zahnbürsten mitnehmen und dadurch fast auffliegen, wirkte auf mich schlicht unlogisch und unnötig.

Der Band endete mit einem fiesen Cliffhanger und vielen offenen Fragen, was die Vorfreude auf den nächsten Teil enorm steigert. Insgesamt ein atmosphärisch starker, emotionaler und spannender Roman mit kleinen Schwächen, der die Reihe für meinen Geschmack auf ein neues Level hebt.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Tödliche Prüfungen

The Ordeals
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In "The Ordeals" von Rachel Greenlaw begleitet man die magisch begabte Sophia, eine Illusionistin, die nichts sehnlicher will, als ihrem bisherigen Leben zu entkommen und an der berüchtigten Killmarth-Akademie ...

In "The Ordeals" von Rachel Greenlaw begleitet man die magisch begabte Sophia, eine Illusionistin, die nichts sehnlicher will, als ihrem bisherigen Leben zu entkommen und an der berüchtigten Killmarth-Akademie aufgenommen zu werden. Doch schon die Aufnahmeprüfung fordert zahlreiche Todesopfer und macht unmissverständlich klar: Killmarth ist kein Ort für Schwache und Vertrauen ist hier ein Luxus, den man sich kaum leisten kann.

An der Akademie angekommen, wird schnell deutlich, dass unter den Anwärtern ein Mörder sein Unwesen treibt, der gezielt versucht, die Konkurrenz weiter auszudünnen. Inmitten dieser düsteren, von Misstrauen geprägten Atmosphäre schließt sich Sophia mit dem Botaniker Alden zusammen. Eine Verbindung, die ihr im Nachgang emotional näher geht, als sie eigentlich zulassen möchte.

Der Roman ließ sich sehr locker und flüssig lesen und lebte besonders von seiner beklemmenden Stimmung. Die ständige Unsicherheit darüber, wer die nächsten Ordeals überlebt, und das Gefühl, keiner Figur wirklich trauen zu können, sorgten bei mir für anhaltende Spannung. Emotional hat mich die Geschichte stark gepackt, vor allem die langsam entstehende Beziehung zwischen Sophia und Alden. Das Prickeln zwischen den beiden war für mich von Anfang an spürbar, ohne dass die Liebesgeschichte jemals zu sehr in den Vordergrund rückte, was mir besonders gut gefallen hat.

Positiv hervorzuheben ist auch Sophias Werdegang innerhalb ihrer magischen Ausbildung sowie das raue, gnadenlose Setting der Akademie. Allerdings hätte ich mir stellenweise einen ausgeprägteren Weltenbau gewünscht. Gerade die Ordeals selbst wirkten für meinen Geschmack manchmal etwas zu flach und hätten konzeptionell mehr Tiefe vertragen können. Auch die Handlung erschien mir stellenweise etwas eindimensional.

Das Ende wartet mit einem bösen Cliffhanger auf und ich musste mich von einer lieb gewonnenen Figur verabschieden. "The Ordeals" macht deutlich, dass niemand sicher ist – weder moralisch noch physisch. Besonders spannend fand ich zudem Sophias Herkunft, die sich erst nach und nach offenbarte und einen weiteren interessanten Handlungsstrang eröffnet.

Trotz kleiner Schwächen hat mich der Roman positiv überrascht, da vieles nicht vorhersehbar war. Insgesamt ein spannender Auftakt mit düsterer Atmosphäre und viel Potenzial für die Fortsetzung. Ich freue mich schon jetzt sehr auf Band 2.

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