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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn die Ostsee schweigt, wird es tödlich

Die Tiefe: Verblendet
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Norddeutsche Küstenluft, dunkle Geheimnisse und ein Fall, der sich anfühlt wie ein Sturm, der nicht abziehen will – genau da packt einen Die Tiefe: Verblendet von Karen Sander.

Tom Engelhardt und sein ...

Norddeutsche Küstenluft, dunkle Geheimnisse und ein Fall, der sich anfühlt wie ein Sturm, der nicht abziehen will – genau da packt einen Die Tiefe: Verblendet von Karen Sander.

Tom Engelhardt und sein Team haben gerade erst einen Doppelmord auf dem Darß geklärt, da hängt dieser unfassbare Segeljacht-Fall wie eine schwarze Wolke über allem. Eine ganze Familie ausgelöscht – und kein Schritt weiter. Parallel dazu rätseln Mascha Krieger und ihr Bruder, während Björn André in einem angeblichen Suizid wühlt, der sich schnell als alles andere entpuppt. Diese Briefe? Gänsehaut. Ernsthaft.

Was hier richtig gut funktioniert: die Verknüpfung der Fälle. Stück für Stück fügt sich alles zusammen, ohne dass man sich verloren fühlt. Stattdessen sitzt man da, denkt „Okay, jetzt hab ich’s“ – und zack, wieder falsch abgebogen. Genau so mag ich das.

Der Verdächtige mit paranoider Schizophrenie? Erst wirkt alles eindeutig. Zu eindeutig. Und plötzlich dreht sich die ganze Sache in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet habe. Da war dieser Moment, wo ich das Buch kurz sinken ließ und dachte: Respekt.

Klar, zwischendurch hätte das Tempo minimal straffer sein dürfen. Aber Atmosphäre, Figuren und diese unterschwellige Bedrohung machen das locker wett. Engelhardt ist keiner dieser überzeichneten Supercops, sondern ein Typ mit Ecken, Kanten und Druck auf den Schultern. Fühlt sich echt an.

Unterm Strich: ein intensiver Küstenkrimi mit Hirn und Herz, der einen nicht loslässt. Kein lauter Thriller, sondern einer, der sich langsam ins Nervensystem schleicht – und dort bleibt.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Ein stolzer Blick auf Macht, Liebe und Schicksal

Kleopatra
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Hier tauchte ich in die staubige Hitze Alexandrias und spüre sofort, wie das Leben dieser legendären Frau durch jede Seite pulsiert. In dem Roman erzählt Saara El-Arifi die Geschichte der mächtigsten Herrscherin ...

Hier tauchte ich in die staubige Hitze Alexandrias und spüre sofort, wie das Leben dieser legendären Frau durch jede Seite pulsiert. In dem Roman erzählt Saara El-Arifi die Geschichte der mächtigsten Herrscherin ihrer Zeit aus der Ich-Perspektive und lässt mich Kleopatra selbst atmen, lachen, zweifeln und kämpfen, weit über den Klischees der Geschichte hinaus.

Der Roman ist kein trockenes Geschichtsbuch, sondern ein farbenreiches Geflecht aus Macht, Liebe, Mut und Verletzlichkeit. Detailreich und bildhaft lässt mich der Text den Palast, die heißen Winde am Nil und das schwere Gewand der Königin förmlich spüren. Die Kombination von historischen Ereignissen und erzählerischer Fiktion macht das Lesen lebendig und überraschend, hier wird Kleopatra nicht nur als Ikone, sondern als fühlende Frau greifbar.

Trotz mancher erzählerischer Schwächen, etwa in der Balance zwischen Politik und Romantik oder im Tempo mancher Passagen, empfand ich die Reise durch ihr Leben als mitreißend. Die Autorin nimmt mich mit auf einen Weg, der über Zeit und Raum hinausführt, emotional, stark und intensiv.

Fazit: Eine kraftvolle, fesselnde Erzählung über eine Frau, deren Leben mich noch lange begleiten wird.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Gefangen zwischen Magie, Schuld und verbotener Nähe

The Cursed Queen | Seelenmal (Band 1)
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Zwischen kalten Gefängnismauern, flackernder Magie und einer Gefahr, die in jeder Berührung mitschwingt, entfaltet sich eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die düstere Atmosphäre ...

Zwischen kalten Gefängnismauern, flackernder Magie und einer Gefahr, die in jeder Berührung mitschwingt, entfaltet sich eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die düstere Atmosphäre von Tenebris fühlt sich greifbar an, beinahe so, als würde der Sand der Blutspiele noch zwischen den Seiten rieseln. Spannung und Emotion verweben sich zu einem Sog, dem kaum zu entkommen ist.

Elana ist keine typische Heldin, sondern rau, klug und voller verborgenem Schmerz. Gerade diese Ecken und Kanten machen sie so faszinierend. Auch Riven trägt mehr in sich, als sein perfektes Auftreten vermuten lässt, und die verbotene Anziehung zwischen ihnen knistert leise, intensiv und gefährlich schön. Jeder Dialog wirkt aufgeladen, jedes Schweigen bedeutungsvoll.

Besonders beeindruckt hat mich die Mischung aus Intrigen, Magie und inneren Konflikten. Die Handlung schreitet dynamisch voran, lässt aber gleichzeitig Raum für Gefühle, Zweifel und leise Hoffnungsschimmer. Kleine Wendungen halten die Spannung hoch und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.

Ein atmosphärisch dichter Fantasyauftakt, der Herzklopfen, Dunkelheit und zarte Emotionen vereint. Nicht perfekt, aber voller Gefühl und mit großem Suchtpotenzial für die kommenden Bände.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Zwischen Bühne und Abgrund

Illusion – A Lie Worth Believing
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Hier entführt uns die Autorin in die schillernde Welt einer legendären Show in Las Vegas. Sängerin Stella bekommt die Chance ihres Lebens, doch hinter funkelnden Lichtern und perfekten Tricks lauern dunkle ...

Hier entführt uns die Autorin in die schillernde Welt einer legendären Show in Las Vegas. Sängerin Stella bekommt die Chance ihres Lebens, doch hinter funkelnden Lichtern und perfekten Tricks lauern dunkle Geheimnisse. Als ihre Vorgängerin spurlos verschwindet und der charismatische Illusionist Levin mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt, beginnt ein gefährliches Spiel aus Misstrauen, Anziehung und Täuschung.

Ich war von der ersten Seite an gefesselt. Die Atmosphäre ist elektrisierend, fast greifbar, als würde ich selbst hinter der Bühne stehen und den Atem anhalten. Die Spannung zieht sich konstant durch die Geschichte, immer wieder durchzogen von überraschenden Wendungen, die mich wirklich kalt erwischt haben. Besonders die Dynamik zwischen Stella und Levin hat mich mitgerissen, knisternd, widersprüchlich, voller unausgesprochener Wahrheiten.

Das Ende? Fies. Herzzerreißend offen. Ich brauche Band zwei unbedingt.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Wenn Erinnerungen den Weg zurück ins Leben weisen

Der Himmel ist mein Meer
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Zwischen staubigen Erinnerungen, unausgesprochenen Gefühlen und der leisen Sehnsucht nach einem Neuanfang entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und doch lange nachhallt. Der Schmerz über Verlust ...

Zwischen staubigen Erinnerungen, unausgesprochenen Gefühlen und der leisen Sehnsucht nach einem Neuanfang entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und doch lange nachhallt. Der Schmerz über Verlust und Schuld liegt wie ein feiner Schleier über jeder Seite, ohne erdrückend zu wirken, sondern vielmehr Raum für Hoffnung zu lassen. Besonders berührend ist, wie behutsam sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander verweben und zeigen, dass Heilung oft dort beginnt, wo man sie am wenigsten erwartet.

Die Begegnung mit Ruth und die Reise ans Meer tragen eine zarte Melancholie in sich, gleichzeitig aber auch eine Wärme, die tief ins Herz sinkt. Jeder Kilometer fühlt sich wie ein vorsichtiges Aufatmen an, wie ein Schritt zurück ins Leben. Die Figuren wirken greifbar und echt, voller Brüche, Zweifel und leiser Stärke, wodurch ihre Entwicklung umso glaubwürdiger erscheint.

Manche Wendungen sind vorhersehbar und nehmen der Handlung stellenweise etwas Spannung, doch die emotionale Tiefe und die poetische Sprache gleichen dies mühelos aus. Zurück bleibt das Gefühl, eine ruhige, tröstliche Geschichte gelesen zu haben, die daran erinnert, dass selbst nach dunklen Zeiten wieder Licht aufscheinen kann.

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