Erstaunliche Twists
Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?Nach „Das Dinner“ ist das der zweite Thriller, den ich von Emily Rudolf gelesen habe. Und trotz einiger Schwächen definitiv der Bessere!
Cecilia ist professionelle Housesitterin und kommt zu Beginn der ...
Nach „Das Dinner“ ist das der zweite Thriller, den ich von Emily Rudolf gelesen habe. Und trotz einiger Schwächen definitiv der Bessere!
Cecilia ist professionelle Housesitterin und kommt zu Beginn der Geschichte auf einer Privatinsel in der Ostsee an, wo sie ein Anwesen der vermögenden Waldners hüten soll. Sie war bereits mehrmals für die Familie tätig; dass sie seit einigen Monaten eine leidenschaftliche Affäre mit dem Firmenerben Johannes Waldner hat, weiß allerdings niemand. Bis jetzt! Denn Cecilia lädt ihre Freunde auf die Ostseeinsel ein, damit sie Johannes kennenlernen. Das Cover lässt erahnen, dass es kein fröhlich-entspanntes Wochenende wird.
„Die Housesitterin“ wird sehr schnell sehr spannend. Der Prolog ist hochdramatisch, doch auch danach geht es bald hoch her. Eine bedrohliche Atmosphäre, nicht zuordbare Geräusche, furchteinflößende Ereignisse … und das ist nur der Anfang.
Die Geschichte wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Andeutungen und Untertöne haben dafür gesorgt, dass mein Kopfkino sehr schnell angesprungen ist und ich unterschiedlichste Theorien zu dem entwickelte, was da unter der Oberfläche vor sich hin zu brodeln schien. Als dann die Auflösung kam, war ich dennoch mehr als verblüfft. Nicht, weil sie so raffiniert war. Sondern, weil ca. die Hälfte des Buches noch vor mir lag. Hier ist Emily Rudolf ein faszinierender Twist gelungen, denn es folgte ganz unerwartet noch ein neuer Handlungsstrang, gefolgt von weiteren Wendungen, die ich kaum habe kommen sehen.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir, dass die Autorin letztlich immer auf das gleiche Schema zurückgreift, um die Geschehnisse aufzuklären: Die Protagonist*innen berichten selbst, was passiert ist. Verglichen mit früheren Äußerungen aus ihren Perspektiven wirkt das nicht immer komplett stimmig. Einzelne Charaktere, die anfangs viel Potential hatten, bleiben außerdem Statisten. Nicht alles kommt mir rückblickend logisch vor und die spicy Szenen fand ich unnötig und auch zu plakativ. Ein spannender Pageturner ist „Die Housesitterin“ jedoch trotzdem.