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Veröffentlicht am 22.02.2026

Wenn die Wut hochkocht – Leo lernt starke Gefühle zu verstehen

Leo und der Turm (Wut)
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Starke Gefühle und Wut stehen im Mittelpunkt dieses Bandes der Leo-Reihe. Gerade beim Spielen passiert es schnell: Etwas klappt nicht wie erhofft, die Situation kippt und plötzlich ist sie da, diese überwältigende ...

Starke Gefühle und Wut stehen im Mittelpunkt dieses Bandes der Leo-Reihe. Gerade beim Spielen passiert es schnell: Etwas klappt nicht wie erhofft, die Situation kippt und plötzlich ist sie da, diese überwältigende Wut. Man ärgert sich nicht nur über das Missgeschick selbst, sondern auch über vermeintlich ungerechte Reaktionen anderer. Es brodelt, es kocht und ehe man sich versieht, tut man etwas, das man im nächsten Moment zutiefst bereut.

Genauso ergeht es auch Leo. Seine Emotionen gehen mit ihm durch, bis etwas geschieht, das sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Dieses ehrliche und alltagsnahe Szenario macht die Geschichte besonders greifbar für kleine Zuhörer.

Einfühlsam versucht Leos Mama, die Situation ohne Standpauke oder Strafe zu klären. Sie begegnet ihm mit Verständnis und erzählt offen, dass auch sie selbst solche Gefühle kennt. Dadurch fühlt Leo sich nicht allein oder beschämt. Auch der Bezug zu Gott wird aufgegriffen, wie Gott über unser Verhalten denkt und dass starke Gefühle nichts Ungewöhnliches sind.

Hier bleibt allerdings ein kleiner Wunsch offen: Eine deutlicher ausgearbeitete Entschuldigung hätte der Botschaft noch mehr Tiefe verliehen. Auf den Illustrationen lässt sich zwar erahnen, dass eine Versöhnung stattfindet, doch gerade im Zusammenhang mit dem Glaubensaspekt wäre eine klarere Ausführung des „Warum“ und „Wie“ sehr bereichernd gewesen. Das Thema hätte hier noch mehr Potenzial entfalten können.

Dennoch ist der Lösungsweg insgesamt schön gestaltet, und der zu Beginn zitierte Bibeltext ist passend gewählt. Die Illustrationen sind erneut ein echtes Highlight: Durch lebendige Gesichtsausdrücke und detailreiche Szenen werden Gefühle und Stimmungen eindrucksvoll transportiert. Man spürt förmlich die Dynamik der Situation. Auch die Suche nach den Motiven im Einband macht wieder Freude und bietet eine spielerische Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen.

Insgesamt ist auch dieser Band eine wertvolle Ergänzung der Leo-Reihe. Für Kinder von 2–4 Jahren gut verständlich und gleichzeitig eine hilfreiche Unterstützung für Erwachsene, die im turbulenten Alltag neue Wege im Umgang mit starken Emotionen ausprobieren möchten. Gemeinsam Strategien entwickeln, Rückschläge aushalten und miteinander wachsen. Genau dazu lädt dieses Buch ein.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Ein berührender Roman über Stärke und Verantwortung

Goldsommer
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Dieser Roman erschien bereits 2011 – und nun habe ich ihn sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Dabei war ich positiv überrascht, wie sehr mich die Geschichte berührt hat. Auch wenn das Cover auf ...

Dieser Roman erschien bereits 2011 – und nun habe ich ihn sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Dabei war ich positiv überrascht, wie sehr mich die Geschichte berührt hat. Auch wenn das Cover auf den ersten Blick nicht ganz so ansprechend wirkt, überzeugt der Inhalt umso mehr.

Die 14-jährige Amrei muss sich allein um Haus und Hof kümmern, während Vater und Bruder im Krieg sind. Zusätzlich trägt sie die Verantwortung für ihren kleinen Neffen, da die Schwägerin weder arbeiten noch sich kümmern will.
Auch die demenzkranke Oma Wanner nimmt sie zu sich – aus Pflichtgefühl und Herzensgüte.
Schon früh lernt Amrei, was es heißt, stark zu sein, sich zu behaupten und die Entbehrungen des Krieges zu tragen. Viele dramatische und bewegende Szenen lassen einen tief mit ihr fühlen, die, statt Kind zu sein, viel zu schnell erwachsen werden muss.

Amrei ist burschikos, mutig und fleißig, aber auch stur und ungestüm. Manchmal übernimmt sie sich, meint es gut und tritt anderen dennoch unbeabsichtigt auf die Füße. Gerade das macht sie menschlich und nahbar. Durch den Engländer Tom und die Tierärztin Angela erkennt sie schließlich, dass man nicht alles allein schaffen muss.

Was den Glauben betrifft, hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Nur gelegentlich bringen Oma Wanners Trost oder Amreis stille Gebete einen Hauch von Spiritualität in die Geschichte.

Der Roman spielt während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren, historische Ereignisse werden jedoch eher angerissen. Der Einstieg verläuft ruhig, gewinnt aber an Fahrt, als das Geheimnis der Schwägerin ans Licht kommt. Einige Szenen auf dem Pferdehof wirken etwas skurril – man fragt sich, warum Zusammenhänge erst so spät erkannt werden und die Erwachsenen so gutgläubig reagieren. Auch das Verhalten der Lehrer gegenüber Micki fand ich stellenweise merkwürdig.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse etwas, wodurch die Geschichte leicht überladen wirkt. Insgesamt aber ist es ein berührender Roman über Stärke, Verantwortung und Mut – mit kleinen Schwächen, aber viel Herz und einer Protagonistin, die man so schnell nicht vergisst.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Licht im Dunkel: Ein Roman über Schuld, Hoffnung und Gottes Gnade

Erinnerungen aus Glas
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Dieser Roman hat mich sehr bewegt. In zwei Zeitebenen wird nicht nur das Schicksal mutiger Menschen erzählt, die während des Zweiten Weltkriegs in Holland jüdischen Kindern zur Flucht verhalfen, sondern ...

Dieser Roman hat mich sehr bewegt. In zwei Zeitebenen wird nicht nur das Schicksal mutiger Menschen erzählt, die während des Zweiten Weltkriegs in Holland jüdischen Kindern zur Flucht verhalfen, sondern auch die erschütternde Wahrheit, dass Angst und Selbsterhaltungstrieb sie gleichzeitig zu Verrat an ihren Landsleuten führten. Besonders schockierend war für mich die Erkenntnis, dass sogar Juden für die Deportation anderer Juden verantwortlich gemacht wurden – ein Fakt, den die Autorin durch Augenzeugenberichte und Dokumente eindrucksvoll belegt.

Die Handlung um Eliese, Josie und Samuel macht das Leid und die innere Zerrissenheit jener Zeit greifbar. Und doch führt die Autorin ihre Leser über die Grausamkeiten hinaus in eine Ebene, die tiefer reicht: den Blick auf Gottes Handeln. Während Hass, Angst und Misstrauen herrschen, bleibt Er der Einzige, der treu ist. In Ihm liegt die Hoffnung, dass aus den dunkelsten Trümmern neues Leben wächst.

Gerade in der Geschichte von Ava Drake, die Jahrzehnte später die Geheimnisse ihrer Familie entdeckt, wird deutlich, wie Schuld und Verstrickungen Generationen prägen können. Doch über allem steht die Botschaft, dass es Vergebung gibt. Der Roman erinnert daran, dass Jesus Christus derjenige ist, der zersplitterte Leben wieder zusammenfügt, wie ein Mosaik aus Glas, das in Seinem Licht neu erstrahlt.

Für mich ist dies nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein Zeugnis für Gottes souveräne Führung: dass Seine Liebe größer ist als menschliche Schuld, dass Seine Gnade tiefer reicht als unsere Verzweiflung und dass Versöhnung selbst dort möglich ist, wo wir es uns kaum vorstellen können.

Dieser Roman fordert Aufmerksamkeit und Zeit – aber er schenkt auch Hoffnung und Glauben. Er bewahrt die Erinnerung, ruft zur Menschlichkeit auf und macht Mut, sich an Gottes Zusagen festzuhalten.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Eine mutige Frau auf den Spuren des Methodisten John Wesley

Das Erwachen der Freiheit
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Nachdem sich die Zukunftspläne für Rosalyn Mandeville von heute auf morgen ändern, ihr Vater einen Ehekandidaten auserkoren und ihre geliebte Gouvernante Maggie plötzlich verschwunden ist, kommen ihr immer ...

Nachdem sich die Zukunftspläne für Rosalyn Mandeville von heute auf morgen ändern, ihr Vater einen Ehekandidaten auserkoren und ihre geliebte Gouvernante Maggie plötzlich verschwunden ist, kommen ihr immer mehr Zweifel über die Ansichten und das Verhalten der privilegierten Gesellschaft.
Eine feurige Rede während eines Gottesdienstes, die Begegnung mit der jungen Anne Faulkner und Erinnerungen an gewisse Bibelzitate Maggies veranlassen sie, die Klassenunterschiede immer deutlicher zu beobachten und in Frage zu stellen. Dadurch kommt sie auch in Kontakt mit der hiesigen Gemeinde der Methodisten, die allerdings von allen angefeindet und verpönt sind. Irgendwann steht sie vor der Entscheidung, wofür ihr Herz mehr schlägt.

Hier ist passend zum Titel eine gelungene Mischung zwischen fiktiver Handlung und Einblicken in die Beweggründe John Wesleys und den Ursprüngen des Methodismus entstanden. Nicht aufdringlich oder fragwürdig, sondern durch den krassen Unterschied zwischen Arm und Reich und dem christlichen Hintergrund, Armen beizustehen und seine Augen nicht vor der Wirklichkeit zu verschließen.

Das Cover ist passend sowohl für die Zeitepoche als auch Rosalyns Figur gestaltet.

Die Geschichte hat mit grundsätzlich gut gefallen. Allerdings waren mir Rosalyns Art und ihr Verhalten zu oberflächlich, oft nicht nachvollziehbar, was es mir schwer gemacht hat, sie besser zu verstehen oder mit ihr warm zu werden. Dieses wankelmütige hat mich stellenweise sehr gestört immer gespickt mit einer gewissen Arroganz, die sich bis zum Schluss zog. Hier waren mir einige Charaktere z.B. die Eltern zu einseitig gezeichnet. Es fehlte mir hier an Ausgewogenheit, wodurch es der Geschichte so eine festgelegte, vorausschaubare Richtung gab und oft wiederholend wirkte.

Der Ausgang der Geschichte war für mein Empfinden eher offen, was auf eine Folgegeschichte hoffen lässt.

Ich würde trotz ein paar Kritikpunkten die Fortsetzung dennoch lesen, denn oftmals dauert es ja auch etwas länger, bis man sein Denken und Handeln verändert und an Reife zunimmt.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Neuanfänge, Chancen und Nächstenliebe - 2.Teil von Hope Harbor

Der Weg zu den Dünen
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Munter geht es im 2.Teil der Hope Harbor Reihe weiter. Diesmal mit Eric Nash, der frisch gekündigt eine gewisse Zeit bei seinem Vater zur Ruhe kommen und neue Pläne schmieden will. Nur dass diese ziemlich ...

Munter geht es im 2.Teil der Hope Harbor Reihe weiter. Diesmal mit Eric Nash, der frisch gekündigt eine gewisse Zeit bei seinem Vater zur Ruhe kommen und neue Pläne schmieden will. Nur dass diese ziemlich rasant durcheinander gepuzzelt werden, nachdem seine erste Begegnung mit der Bauleiterin BJ nicht nur sehr hitzig verläuft, sondern sie auch noch sein einstiges Zuhause in ein Bed & Breakfast umbaut, damit sein Vater nicht mehr so allein in diesem riesigen Haus leben muss.

Eine Reise nach Hope Harbor ist immer wieder ein Genuss und obwohl man die Teile unabhängig voneinander lesen kann, empfiehlt es sich trotzdem, sie der Reihe nach zu lesen, da nach und nach immer mehr bekannte Persönlichkeiten auftauchen, selbst tierische, und man die Zusammenhänge besser versteht.

Natürlich ist die Handlung etwas absehbar, aber der Weg dahin, die ganzen Umstände und Hürden, die beide überwinden müssen, ihre Gedanken und Gefühlswelten verstehen zu lernen ist einfach wieder richtig schön zu lesen gewesen. Zumal auch zu den Hauptprotagonisten noch weitere einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte haben, denn so heiter und locker es auch öfter zugeht, so gibt es jedes Mal auch einen zusätzlichen Fall, der einem doch sehr nahe geht. Zu lesen, wie die jeweiligen Bewohner ihren Teil dazu beitragen, sich gegenseitig zu stützen, zur Hand gehen oder auch einfach nur ein gutes Wort einlegen und sie an das eigentlich Wichtige im Leben erinnern ist wieder mal sehr gelungen.

Das Projekt Helfende Hände, über das man schon im 1.Teil erfahren hat, hat auch hier wieder eine Aktion, die viele Emotionen wachgerufen hat.

Die Liebesgeschichte ist wieder mal süß integriert, brauchte aber auch so manche Starthilfe von anderen und hier kommt der liebe ausgeglichene Charley ins Spiel, ein Mensch, der unglaublich gute Menschenkenntnis und so viel Herz und Verstand hat. Er ist für mich die gute Seele der Stadt und ich freue mich schon auf die nächsten Geschichten. Für mich ist er wie der ein Engel auf Erden.

In diesem Teil geht es verstärkt um Vorurteile abbauen, Chancen nutzen, Aufmerksamkeit und gelebten Glauben, der zeigt, dass sich in dem großartigen Satz zeigt: Das Aussehen und die Sprache können verschieden sein, aber darunter regen sich in allen Herzen die gleichen Gefühle.

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